Montag, 20.02.2017
Promi-Grabstätte des Monats
     

Grabstätte von Siegfried Lenz

Grabstätte von Schriftsteller Siegfried Lenz auf dem Friedhof Groß-Flottbek in Hamburg. Kränze (darunter vom Bundespräsidenten) und Blumengestecke zieren seine letzte Ruhestätte.

Grabstätte von Siegfried Lenz

 

Siegfried Lenz verstarb am 7. Oktober 2014 in Hamburg

Während viele Zeitungen regelmäßig über aktuelle Todesfälle in Form von Todesanzeigen berichten, stellt Ihnen die Hamburger Allgemeine Rundschau darüber hinaus Monat für Monat eine ausgewählte Grabstätte eines Prominenten vor: Politiker, Schauspieler, Sänger, Sportler, Künstler.

In diesem Monat zeigen wir Ihnen die Grabstätte von Hamburgs Ehrenbürger und Schriftsteller Siegfried Lenz. Der gebürtige Ostpreuße starb am 7. Oktober 2014 im Alter von 88 Jahren in Hamburg.

Auf der Trauerfeier am 28. Oktober 2014 im Hamburger Michel sprachen unter anderem Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz, Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Thorsten Albig und der Oberbürgermeister der polnischen Stadt Elk, der Lenz' Verdienste um die Versöhnung zwischen Polen und Deutschland würdigte. Auch Bundeskanzler a. D. Helmut Schmidt sprach von der Gelassenheit, die er mit seinem langjährigen Freund Siegfried Lenz gemein hatte und lobte seinen vorbildlichen Charakter: "'Siggi' war ein Mann mit einem großen Einfühlungsvermögen. Er war ein Mann von Freundlichkeit und Bescheidenheit. Für mich blieb er ein Mann ohne erkennbare Schwäche. Ich werde ihn sehr vermissen." Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig ging auf die Regionalität von den Geschichten des Schriftstellers ein: "Weltliteratur braucht nicht zwingend die große Bühne. Sie kann sehr wohl im Kleinen stattfinden: in Rugbüll, in Egelund, in Isenbüttel."

Siegfried Lenz war neben Hamburg auch Ehrenbürger des nördlichsten Bundeslandes. In Schleswig-Holstein hatte Lenz in Tetenhusen bei Schleswig ein Ferienhaus, in dem er viele Werke schrieb und mit seinen Landschaftsschilderungen dem Norden ein literarisches Denkmal setzte.

 

Der größte Erfolg von Siegfried Lenz wurde der 1968 erschienene Roman "Deutschstunde" (1968), der auch international eine breite Leserschaft anzog. Es folgten weitere erfolgreiche Romane wie "Heimatmuseum" (1978), "Der Verlust" (1981), "Die Klangprobe" (1990) oder beispielsweise "Die Auflehnung" (1994), die Lenz an die Seite der großen deutschen Autoren wie Heinrich Böll, Günter Grass oder Martin Walser stellten. Im Alter von 82 Jahren schrieb Siegfried Lenz seine erste Liebesgeschichte. Die Novelle "Schweigeminute" war mit etwa 360.000 verkauften Exemplaren der Überraschungserfolg des Jahres 2008. Lenz umfasst mit seinen Arbeiten alle literarischen Gattungen einschließlich Hörspiele, Theaterstücke, Essays, humoristische Erzählungen und Dramen. Siegfried Lenz, einer der meistgelesenen deutschen Schriftsteller der Nachkriegszeit, wurde am 28. Oktober 2014 an der Seite seiner ersten Frau Liselotte, mit der er 56 Jahre lang verheiratet war, beigesetzt. Die Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof Groß-Flottbek in Hamburg.

Unsere beiden Bilder oben zeigen die Grabstätte drei Tage nach seiner Beisetzung. Auf dem Grabstein sind zu diesem Zeotpunkt bereits sein Name, sowie Geburts- und Sterbedatum eingraviert. Auf Rücksichtnahme der Angehörigen geben wir keine exakte Beschreibung zur Grablage bekannt. Wir bitten um Verständnis.

Lesen Sie bitte auch den Artikel "Hier ruhen Hamburgs Persönlichkeiten".

 
Text/Foto: M. Röhe

 

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