Dienstag, 07.02.2012
Promi-Grabstätte des Monats
     

Jürgen Roland

Grabstätte von Hannelore "Loki" Schmidt auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg.

 

Hannelore "Loki" Schmidt verstarb am 21.10.2010 in Hamburg

Während viele Zeitungen regelmäßig über aktuelle Todesfälle in Form von Todeanzeigen berichten, stellt Ihnen die Hamburger Allgemeine Rundschau darüber hinaus Monat für Monat eine ausgewählte Grabstätte eines Prominenten vor: Politiker, Schauspieler, Sänger, Sportler, Künstler.

In diesem Monat zeigen wir Ihnen die Grabstätte von Hamburgs Ehrenbürgerin Hannelore "Loki" Schmidt, die am 21. Oktober 2010 im Alter von 91 Jahren verstarb. Hannelore Schmidt, geboren 1919 in Hamburg, ging in ihrer Heimatstadt zur Schule und war ab 1929 mit ihrem Mitschüler Helmut Schmidt (dem späteren Bundeskanzler) befreundet. Nach dem Abitur im Jahre 1937 absolvierte sie bis 1940 ein pädagogisches Studium in Hamburg. Der ursprüngliche Berufswunsch Biologin war an den Studiengebühren gescheitert. Über drei Jahrzehnte lang arbeitete Schmidt als Volks- und Realschullehrerin, ehe sie die öffentlichen Pflichten als Frau eines Bundesministers und dann Bundeskanzlers übernahm und als Naturschützerin sowie Buchautorin international bekannt wurde.

Acht Jahre lang, von 1974 bis 1982, war die beliebte Hanseatin an der Seite von Helmut Schmidt Hausherrin im Bonner Kanzleramt. Als "Angeheiratete der Politik", wie sie es einmal selber nannte, führte sie an der Seite ihres Politiker-Ehemanns Helmut "ein etwas seltsames anderes Leben". Die engagierte Naturschützerin und Stifterin setzte sich vor allem für gefährdete Pflanzen ein und kürte seit 1980 die "Blume des Jahres". Loki Schmidt erhielt zahlreiche Auszeichnungen. So wurde sie unter anderem Hamburger Ehrenbürgerin, Ehrensenatorin der Universität und erhielt auch die Ehrendoktorwürde. In ihrer Heimatstadt Hamburg wurde Loki Schmidt in späteren Jahren mit ihrem Mann regelrecht zu einer Institution. Öffentliche Auftritte wurden ausführlich gewürdigt; ans Rauchverbot hielten sie sich nicht immer. In den vergangenen Jahren kränkelte die Hamburger Ehrenbürgerin zunehmend: Sie erlitt eine lebensbedrohliche Sepsis, Schwächeanfälle und Lendenwirbelbrüche. Seit Jahren benötigte sie einen Gehwagen. Über ihre Gebrechen lamentierte sie nur selten. Das hohe Alter sei „nicht sehr lustig“, sagte sie mal. Als Loki Schmidt im Juli 2010 (wie in jeden Sommer) Naturschützer auszeichnete, bezweifelte sie, ob sie angesichts ihres Alters auch zur nächsten Preisverleihung kommen könne. In der Nacht zum 21. Oktober 2010 verstarb sie 91-jährig in Hamburg-Langenhorn. Ihr Ehemann Helmut war in dieser Nacht in Berlin.

 
Text/Foto: M. Röhe

 

Sie haben ein Bestattungsinstitut oder betreiben eine Friedhofsgärtnerei und möchten sich auf dieser Seite mittels eines Werbebanners präsentieren? Dann nehmen Sie bitte einfach Kontakt mit uns auf. Eine Anzeige kostet nicht viel – sorgt aber für viel Aufmerksamkeit!