(mr). 8 Uhr morgens im Bürgerpark. Ein Mann mit schwarzer Jogginghose, rotweißen Laufschuhen und einem blauen T-Shirt bekleidet liegt bäuchlings im Gebüsch. Mehrere Kripobeamte in weißen Schutzanzügen und Koffern in der Hand gehen auf und ab, Beamte der Mordkommission stehen um die Leiche herum und suchen offenbar nach Indizien, wie der Jogger zu Tode gekommen sein könnte. Glücklicherweise ist es kein echter Mordfall: es sind Filmarbeiten für eine neue Folge der beliebten Krimiserie Soko Wismar, die seit 2004 in Wismar spielt und im ZDF ausgestrahlt wird. Die Filmcrew ist seit dieser Woche wieder in der Hansestadt Wismar unterwegs, um den vierten Block der insgesamt 20 neuen Folgen, die in diesem Jahr in Berlin, Brandenburg und Wismar gedreht werden, zu produzieren. Nachdem die TV-Crew bereits am Hafen und auf dem Gelände der Eisenbahnfreunde Wismar e.V. Aufnahmen gemacht hat, war nun ein Teil des Bürgerparks Filmkulisse. Zunächst wurde die Ankunft der TV-Kommissare am Eingang zum Bürgerpark gedreht. Dazu fuhren zwei zivile Streifenwagen vor, die Schauspieler Dominic Boeer, Nike Fuhrmann, Stella Hinrichs und Katharina Blaschke wurden von uniformierten Polizisten am Tatort empfangen.

Diese Szene wurde – wie beim Film üblich – mehrfach aus verschiedenen Perspektiven gedreht, bis Regisseur Oren Schmuckler zufrieden war. Dann zog das Filmteam weiter auf das Gelände des Bürgerparks. Dort legte sich ein Komparse, der den toten Jogger spielt, auf eine Rasenfläche. Geschützt vor dem kalten Boden wurde er in den Drehpausen mit wärmenden Decken und einer Isomatte.
„Wir gehen bitte auf Anfang für eine erste Probe“, heißt es mit deutlicher, bestimmter Stimme. Nun gehen sowohl Schauspieler als auch Komparsen auf ihre Startposition und gehen das zu drehende Bild ein, zweimal durch. Während der Proben hält ein Crew-Mitglied eine Tonangel in die Höhe, Männer vom Licht haben Aufheller respektive Abschatter in ihren Händen. Auch Scheinwerfer sind aufgebaut. Denn trotz des sonnigen Wetters benötigt das Filmteam Licht. „Ich bin immer wieder überrascht, mit was für einem Aufwand die Filmleute bei uns in der Stadt drehen“, sagt Ingeborg Schulz. Sie geht an diesem Tag mit ihrem Hund durch den Bürgerpark und schaut sich die Filmarbeiten an. Genauso wie eine Schulklasse. Sie möchte zum nahegelegenen Tierpark, bleibt aber wegen der Dreharbeiten kurz stehen und schaut dem Filmteam über die Schulter.

liegt am Boden, während die Spurensicherung ihre Arbeit
macht. Fotos: FoTe Pres
Gute zwei Stunden wird die Szene mit dem Leichenfund gedreht. Das entspricht in etwa 2 Minuten im Fernsehen. Es folgt eine weitere Szene mit Schauspielerin Silke Matthias, die in der Soko Wismar als Kriminaltechnikerin Roswitha Prinzler zu sehen ist. Sie hat zwei Mobiltelefone in der Hand, scheint eines der Handys abzuhören. Plötzlich beginnt die Darstellerin in weißem Schutzanzug mit leichten Tanzbewegungen an. Was es mit dieser Szene auf sich hat, wird der TV.-Zuschauer erst im kommenden Jahr zu sehen bekommen. Gegen 12.30 Uhr macht die Filmcrew eine ausgiebige Mittagspause auf dem Parkplatz am Bürgerpark. Dort steht die sogenannte Basis: Aufenthaltsmobile für die Schauspieler, Fahrzeuge für Maske, Kostüm, Requisite und Catering sind dort dicht an dicht aufgestellt.

Roswitha Prinzler zu sehen ist, wird von der Filmcrew dabei gefilmt, wie sie eine
kurze Tanzeinlage macht.
Es folgt ein Motivwechsel: mit ihren vier großen Technik-Lkw mit auffälliger Beschriftung und den Gesichtern der Soko Wismar-Schauspieler geht es zur fiktiven Polizeiwache in der Straße Neustadt 1. Vor den Augen zahlreicher Schaulustiger macht das Filmteam dort noch weitere Aufnahmen. Gegen 15.30 Uhr heißt es: „Drehschluss“. Für die TV-Crew geht der Drehtag zuende.

TV-Crew ein Gebäude, welches in der Serie als Polizeiwache zu sehen ist.
Sämtliche Schilder mit der Aufschrift „Polizei Wismar“ sind nur Riquisite
und werden nach dem Dreh wieder abmontiert.
Fans der Serie können in den kommenden Tagen mit etwas Glück die Filmarbeiten beobachten. Die Stadt Wismar teilt mit, dass es an der Ernst-Alban-Straße 12 (Kreuzung Alexander-Behm-Straße, Alexander-Behm-Straße/Parkbuchten Hausnummer 4 bis 6, Kreuzungsbereich Ernst-Alban-Straße bis Alexander-Behm-Straße 15/Parkbuchten) am 29. September 2026 von 10 bis 20 Uhr zu Beeinträchtigungen aufgrund von Filmarbeiten kommen kann. Auch der Parkplatz St.-Marien-Kirchhof ist vom 1. Oktober ab 18 Uhr bis 2. Oktober 2026, 20 Uhr für die Allgemeinheit nicht nutzbar. Die Lübsche Straße ab Kreuzung Negenchören bis Kreuzung Johannisstraße wird 2. Oktober 2026 von 6 bis 15 Uhr ebenfalls für die Filmcrew als Drehort genutzt.

und hat den Überblick über die gedrehten Szenen. Auf kleinen
Monitoren verfolgt er das Geschehen.

auf dem Parkplatz am Bürgerpark. Die Fahrzeuge dienen als
Transportmittel für die umfangreiche Technik für Kamera
(Kamerabühne), Licht und Ton.
