ZDF bestätigt: Filmarbeiten für neue SoKo in der Hansestadt

Dreharbeiten für die neue ZDF-Serie "SoKo Spurenjäger" in Hamburg-Rahlstedt: Luise Bähr steht am abgesperrten Film-Tatort. Foto: FoTe Press

(mr/ha). Hamburg bekommt wieder eine SoKo? Vor etwa zweieinhalb Jahren gab es noch bei uns die „SoKo Hamburg“ mit Mareck Erhardt und unter anderem Paula Schramm in den Hauptrollen – sie wurde eingestellt, um das Programmbudget für ZDF-Programmentwicklung umzustrukturieren und in Formate für jüngere Zielgruppen zu investieren. So die offizielle Befründung.

Nach dem Ende der „SoKo Hamburg“ lässt das ZDF in diesen Tagen erneut ein festes Ermittlerteam in der Hansestadt auf Verbrecherjagd gehen. Für die neue Krimiserie „SoKo Spurenjäger“ (Arbeitstitel) haben die Dreharbeiten begonnen. 15 Folgen entstehen bis Ende Oktober in Hamburg und Umgebung, wie es in einer Drehstartmeldung heißt. Beim ersten Drehtag in Rahlstedt war bereits zu erkennen, wohin die Reise geht: Tatort, Leiche und Spurensicherung statt klassischer Polizeiarbeit.

Zunächst arbeitete das Filmteam weitgehend abgeschirmt auf einem Privatgrundstück am Pidder-Lüng-Weg. Von der eigentlichen Szene war von der Straße nichts zu erkennen. Dafür war der Aufwand rund um die Produktion unübersehbar: In der schmalen Straße standen zahlreiche Fahrzeuge für Technik, Maske, Kostüm, Aufenthalt und Catering. Nachdem Die Szenen dort „im Kasten“ waren, verlagerte sich ein Teil der Dreharbeiten zu einem weiteren Schauplatz in der Nachbarschaft. Vor einem Mehrfamilienhaus entstand ein fiktiver Tatort. Aufkleber mit dem Schriftzug „Tatort“ wurden an Mülltonnen geklent. Ein Tisch mit Utensilien aus der Spurensicherung aufgestellt.

Zwischen Mülltonnen und einem Grundstückszaun hatte das Team eine Leiche platziert. Rundherum entstand das typische Bild einer Spurensicherung: Markierungen mit Nummern, Koffer mit kriminaltechnischer Ausrüstung und ein Arbeitstisch mit verschiedenen Utensilien gehörten zur Kulisse. Mitglieder des Ermittlerteams waren in weißen Spurensicherungsanzügen unterwegs.

Am Set dabei: Lusie Bähr. Die Schauspielerin, vielen Fernsehzuschauern unter anderem aus „Der Landarzt“ bekannt, spielt in der neuen Serie Kriminalhauptkommissarin Katrin Schuhmann. Beim Dreh in Rahlstedt war sie in Zivilkleidung und Mantel zu sehen.

Eine der dort gedrehten Einstellungen begann einige Meter vom eigentlichen Tatort entfernt. Ein weißer Transporter der Spurensicherung stand am Straßenrand, der Bereich vor dem Mehrfamilienhaus war mit rot-weißem Flatterband abgesperrt.

Szenenfoto: Kriminalhauptkommissarin
Katrin Schuhmann kommt am Tatort an.

Bähr lief in ihrer Rolle als Hauptkommissarin den Bürgersteig entlang auf den Tatort zu. Eine uniformierte Polizistin hob für sie das Absperrband an, die Kommissarin duckte sich darunter hindurch und ging weiter zu ihren Kollegen der Spurensicherung.

Was im Fernsehen später nur wenige Sekunden dauern dürfte, bedeutete beim Dreh einiges an Arbeit: Die Einstellung wurde mehrfach wiederholt. Während die Kamera lief, sorgten Mitarbeiter der Produktion dafür, dass Passanten auf dem Bürgersteig kurz warteten und nicht unbeabsichtigt durchs Bild liefen. Gute vier, fünf Man wurde aus verschiedenen Winkeln gedreht – mit zwei Fernsehkameras.

Was genau hinter dem Todesfall steckt, der an diesem ersten Drehtag inszeniert wurde, ist bislang nicht bekannt.

Diesmal stehen die Spuren im Mittelpunkt

Fest steht dagegen, dass der beobachtete Tatort ziemlich genau zum neuen Konzept der Serie passt. Anders als bei einer klassischen SoKo sollen bei den „Spurenjägern“ die Spezialisten der Kriminaltechnik besonders stark in den Mittelpunkt rücken.

Zentrum der Serie ist das fiktive Kriminaltechnische Institut Hamburg, kurz KIH. Dessen Mitarbeiter versuchen, Verbrechen mithilfe von Forensik und der wissenschaftlichen Untersuchung selbst kleinster Spuren aufzuklären.

Chef des Teams ist Prof. Dr. Tim Kohlbeck, gespielt von Josha Kiefer. Kohlbeck ist Kriminalbiologe und Entomologe und soll mit seinem Team den Spuren am Tatort die entscheidenden Informationen entlocken.

An seiner Seite arbeitet Luise Bähr als Kriminalhauptkommissarin Katrin Schuhmann. Während die Forensiker nach wissenschaftlichen Beweisen suchen, bringt Schuhmann ihre kriminalistische Erfahrung und Menschenkenntnis ein – und soll Verdächtige dort zum Reden bringen, wo die Spuren allein keine eindeutige Antwort liefern.

Zum festen Team gehören außerdem Tim Olrik Stöneberg als Sprengstoff- und Waffenexperte Gedeon Hager, Hanna Mall als Rechtsmedizinerin Dr. Claudia Benning und Iskander Madjitov als junger Forensiker Miles Schneider.

Ganz ohne Privatleben soll aber auch die neue SOKO nicht auskommen. Zwischen Kohlbeck und Schuhmann soll es nach Angaben des ZDF ein wenig „prickeln“. Gleichzeitig entwickelt sich zwischen dem erfahrenen Gedeon Hager und dem spontaneren Miles Schneider ein kleiner Konkurrenzkampf.

Neues Team statt „SoKo Hamburg“-Comeback

Damit unterscheidet sich die neue Produktion deutlich von der „SOKO Hamburg“, die von 2018 bis 2024 im ZDF lief.

Sechs Staffeln lang gehörte vor allem Marek Erhardt als Kriminalhauptkommissar Oskar Schütz zu den prägenden Gesichtern. Auch Paula Schramm als Franzi Berger und Anna von Haebler als Lena Testorp waren über Jahre Teil des Teams.

Von diesem Ensemble ist bei „SoKo Spurenjäger“ niemand mehr dabei. Auch wenn erneut „SOKO“ über einer in Hamburg spielenden Krimiserie steht, handelt es sich nicht um eine Fortsetzung der alten Serie.

Stattdessen setzt das ZDF auf einen Neustart mit verändertem Schwerpunkt. Während die frühere „SoKo Hamburg“ von einem klassischen Ermittlerteam getragen wurde, soll nun die Arbeit der Forensiker wesentlich stärker ins Zentrum rücken. Dass das ZDF nach dem Aus der alten Serie wieder eine neue SoKo in Hamburg ansiedelt, ist dennoch bemerkenswert. Schließlich hatte der Sender die „SoKo Hamburg“ ausdrücklich beendet, um Raum für neue Formate zu schaffen.

„SoKo Spurenjäger“ ist nun eines davon. Übrigens begannen die Filmarbeiten nach Informationen der Hamburger Allgemeinen Rundschau ursprünglich mit dem Arbeitstitel „SoKo Nord“. Warum noch während der Produktion einer neuer Name vergeben wurd ist unklar. Insgesamt werden zunächst 15 Folgen mit jeweils 45 Minuten Länge produziert. Gedreht wird seit August und noch bis Ende Oktober 2026 in Hamburg und Umgebung.

Die Serie entsteht als Produktion der Fiction Magnet GmbH in Zusammenarbeit mit der ndF Hamburg im Auftrag des ZDF. Produzenten sind Johannes Pollmann und Matthias Walther, als Producerinnen sind Ramona Pour und Theresa Bacza verantwortlich. Die ZDF-Redaktion liegt bei Michelle Rohmann, Dirk Rademacher und Jutta Kämmerer.

Ein Sendedatum steht noch nicht fest.