(mr/ha). „Mama, bitte lern Deutsch“ von Tahsim Durgun war fast 12 Wochen auf Platz 1 der Spiegel Bestsellerliste und ist noch heute ein Bestseller bei Amazon in der Kategorie Rassismus & Fremdenfeindlichkeit. Das Buch erzählt von einer Familie, die aus der Türkei nach Deutschland gekommen ist. Die Mutter hat große Schwierigkeiten, Deutsch zu lernen und sich im neuen Land zurechtzufinden. Für sie ist Deutschland zunächst fremd, und sie vermisst ihre Heimat und ihr früheres Leben.
Ihre Kinder wachsen dagegen in Deutschland auf und lernen die deutsche Sprache viel schneller. Dadurch entstehen Probleme innerhalb der Familie. Die Kinder versuchen, ihrer Mutter zu helfen, damit sie Deutsch lernt und sich im Alltag besser verständigen kann.
Die Geschichte zeigt, wie schwierig es für Menschen sein kann, in einem fremden Land neu anzufangen. Gleichzeitig geht es um Familie, Integration, Sprache, Heimat und die Unterschiede zwischen verschiedenen Generationen.
Ein wichtiges Thema ist die Sprache: Wer die Sprache eines Landes nicht beherrscht, kann sich schnell ausgeschlossen und abhängig von anderen fühlen. Das Buch macht deutlich, dass Lernen und gegenseitige Unterstützung helfen können, sich in einer neuen Umgebung besser zurechtzufinden.

Mieter eines Mehrfamilienhauses dort zum Trocknen aufgehängt hat. Die Filmcrew filmt die
beiden Jungs dabei. Diese Szene wird mehrere Male gedreht. Foto: FoTe Press
Kurz gesagt: Das Buch handelt von einer Familie zwischen türkischer und deutscher Kultur und davon, wie wichtig Sprache für das Leben in einer neuen Heimat ist.
In diesen Tagen wird das Buch unter der Regie von Hüseyin Tabak verfilmt. Ihre Hamburger Allgemeine Rundschau fand das Filmteam im Stadtteil Eidelstedt an. An mehreren Tagen machte das Filmteam dort Außen- und Innenaufnahmen rund um Sterndoldenweg.
Drehorte sind unter anderem die Straße Krummer Kamp, Redingkamp und Christrosenweg. Die Filmcrew nutzt für mehrere Tage die Straße Jaarsmoor für ihre Basis, an der unter anderem Masken- und Kostümwagen, sowie Fahrzeuge für Catering, Requiste und der Aufenthalt für die Schauspieler abgestellt sind. Mittels Anwohnerschreiben wurden die Anlieger im Vorwege über die Einschränkungen bezüglich der ohnehin knappen Parkplätze informiert. Das Buch wird von Constantin Film verfilmt.Wann der Film im Kino zu sein wird, steht noch nicht fest.
Tahsim Durgun: „Ich fühle mich mehr als geehrt, dass mein erstes Buch von Constantin Film verfilmt wird. Mit Nurhan Şekerci-Porst, Hüseyin Tabak und Jan Berger sind genau die richtigen Menschen für diesen Stoff an Bord. Dass diese Geschichte jetzt ihren Weg ins deutsche Kino findet, hätte ich mir nie träumen lassen.“
Nurhan Şekerci-Porst: „Wir leben in einer Zeit, in der Fragen von Zugehörigkeit, Identität, Zusammenhalt und Heimat viele Menschen bewegen. Für mich steht ‚Mama, bitte lern Deutsch‘ exemplarisch für Geschichten, die unsere Gegenwart spiegeln und uns als Gesellschaft miteinander ins Gespräch bringen. Genau deshalb gehört dieser Film ins Kino.“
Tahsim Durgun hat Deutsch und Geschichte auf Lehramt studiert und ist heute Comedian und Bestsellerautor. Zunächst erlangte er durch Social Media Bekanntheit, wo er gesellschaftliche Debatten mit Humor und scharfem Blick kommentiert — etwa indem er die Grammatik rechter Hasskommentare korrigiert oder seine Mutter fragt, ob sie die AfD mag. In seinem Buch „Mama, bitte lern Deutsch“ (Knaur Verlag) erzählt er mit viel Gefühl und trockenem Humor vom Aufwachsen zwischen Sprachen, Erwartungen und Zugehörigkeit in einem Land, das sich noch immer mit seiner Einwanderungsgeschichte auseinandersetzt. Er und seine Geschwister übernehmen früh Verantwortung, übersetzen für ihre Mutter Supermarkt-Angebote oder entziffern Briefe von Behörden. Vor dem Hintergrund seiner eigenen Lebensgeschichte in einer kurdisch-deutschen Familie setzt sich Durgun kritisch mit deutscher Bürokratie auseinander und zeigt zugleich tiefen Respekt für seine Mutter und ihre Leistungen, die für die deutsche Gesellschaft oft unsichtbar bleiben. Dabei verbindet die Geschichte große emotionale Nähe mit einem liebevollen Blick auf familiären Zusammenhalt.
