(mr/ha), Schwer bewaffnete Elite-Polizisten mit Maschinenpistolen und Langwaffen stehen an der Laderampe einer Einkaufspassage an der Eggerstedtstraße. Drum herum fünf Polizeistreifenwagen und mehrere uniformierte Beamte. Der Bereich ist weiträumig mit Flatterband und Absperrbaken abgesperrt. Passanten bleiben stehen fragen sich, was denn hier los sei. Zum Glück sind es nur Filmaufnahmen! Und die haben es diesmal offenbar in sich. Im Auftrag des NDR für die ARD wird aktuell in der Landeshauptstadt ein neuer „Tatort Kiel“ mit dem Arbeitstitel „Göteburg“ gedreht. Laut Drehbuch geht es darin um einen erbitterten Sorgerechtsstreit, der eine ganze Familie zerstört: Wie es in einer Drehstartmeldung heißt, geht es in dieser Episode um den Zollbeamtn Erik Mölling (gespielt von Jonas Nay), der davon erfährt, dass seine Ex-Frau Hanne (Anna Drexler) mit dem gemeinsamen Sohn Jan (Dylan Blake Mendoza) nach Freiburg ziehen will. Die Situation eskaliert. Nach einem Schuss auf die Familienbeiständin Jule Voss flieht Erik mit Jan in einem Wohnmobil und versucht, eine Fähre nach Göteborg zu erreichen. Als dies scheitert, verschanzt er sich in der Ladezone eines Einkaufszentrums und droht mit einer Bombe. Während eines Großeinsatzes der Polizei versucht Psychologin Elli Krieger (Karoline Schuch) als Verhandlerin, Eriks Vertrauen zu gewinnen. Derweil rekonstruiert Kommissarin Mila Şahin (Almila Bagriacik) die Hintergründe der Tat und bringt immer neue Wahrheiten ans Licht.

Schauspielerinnen Instruktionen, wie die Szene zu drehen sein
wird. Darstellerin Almila Bagriacik (rechts) trägt eine
wärmende Decke über ihr Kostüm. Fotos: FoTe Press/Röhe
Genau diese Szene hat das Filmteam an zwei Tagen an der Eggerstedtstraße gedreht und dazu den Bereich komplett absperrt. Fünf Film-Polizeifahrzeuge wurden dazu auf der Straße fernsehgerecht drapiert. Mehrere Komparsen stellten Passanten an der Absperrung dar und sollten so tun, als ob das Einsatzgeschehen filmen und fotografieren und als Gaffer am Rand stehen.

Apropos Filmen und Fotografieren: Die schwerbewaffneten Einsatzkräfte der Polizei sorgten auch bei „echten“ Passanten für Aufsehen. Sie blieben auf der gegenüberliegenden Straßenseite am Bootshafen stehen und schauten sich die Filmarbeiten aus der Nähe an. Einigen war gar nicht bewusst, dass es sich um Dreharbeiten für einen Kieler Tatort handelt. Crew-Mitglieder und Filmblcoker, die darauf achten, dass Passanten nicht zu nahe ans Filmset kommen und versehentlich durchs Bild laufen, wurden den ganzen Drehtag über gefragt, was denn dort gedreht werde.
Die Filmcrew dreht noch bis Ende dieser Woche in Kiel, zieht dann nach Hamburg und dreht dort noch bis zum 12. Dezember. Die Hauptdarstellerinnen Almila Bagriacik (als Kommissarin Mila Şahin) und Karoline Schuch (als Kriminalpsychologin Elli Krieger) stehen erneut als Kieler „Tatort“-Duo für den NDR vor der Kamera. Zwei neue Filme der Reihe sollen insgesamt gedreht werden, wie der NDR mitteilt. Die Episodenhauptrolle in „Tatort: Göteborg“ (Arbeitstitel) spielt Grimmepreisträger Jonas Nay („Deutschland 83“, „Sternstunde der Mörder“). Im „Tatort: Rettungsschuss“ (Arbeitstitel) sind Fritzi Haberlandt („Babylon Berlin“, „Vaterland“) und Enno Trebs in der Episodenhauptrolle zu sehen. Regisseur beider Filme ist Hans-Christian Schmid („Wir sind dann wohl die Angehörigen“, „Polizeiruf 110: Der Fall Sikorska“). Das Drehbuch für den „Tatort: Göteborg“ (AT) schrieben Stefan Dähnert („Das Ende der Geduld“, „Charité“), Nicole Spörle und Hans-Christian Schmidt. Die Autorin für den „Tatort: Rettungsschuss“ (AT) ist Lena Fakler („Am Ende der Worte“). Die beiden Filme erzählen jeweils einen eigenständigen Fall und laufen voraussichtlich 2028 im Ersten sowie in der ARD Mediathek.

Filmset vom „Tatort Kiel“ im Oktober 2026.
