U1 fährt wieder: Hochbahn schließt Bauphase erfolgreich ab

Eine U-Bahn der Linie 1 in Fahrtrichtung Ohlsdorf. Symbolfoto: FoTe Press

(ha). Geschafft, erneuert, freie Fahrt: Nach etwa 13 Wochen Sperrung fährt die U1 ab Donnerstag, 15. Oktober, mit Betriebsbeginn wieder zwischen Fuhlsbüttel Nord und Lattenkamp. Damit endet die zentrale Bauphase des Großprojekts „Ohlsdorf 2026“. Und es gibt eine zusätzliche gute Nachricht für die Fahrgäste: Die zunächst für den Zeitraum vom 15. bis 28. Oktober vorgesehene Durchfahrt der Haltestelle Ohlsdorf in Richtung Innenstadt ohne Halt entfällt. Dank des zügigen Baufortschritts können die U-Bahnen nach dem Ende der Sperrung wieder planmäßig in beiden Richtungen halten. Die aufwendige Bauphase ist damit erfolgreich abgeschlossen.

In den vergangenen Wochen hat das städtische Unternehmen zahlreiche Arbeiten gebündelt und wichtige Teile der U-Bahn-Infrastruktur grundlegend erneuert. In Ohlsdorf wurde der über 100 Jahre alte Bahnsteig vollständig abgebrochen und neu gebaut. Dabei wurden insgesamt 263 Meter Bahnsteigkanten erneuert. Gleichzeitig wurde die über 100 Jahre alte U-Bahn-Brücke über die Alsterdorfer Straße durch ein neues Bauwerk ersetzt. Für die rund 45 Meter lange Brücke kamen 270 Tonnen Stahl und 350 Kubikmeter Beton zum Einsatz.

Auch entlang der Strecke wurde umfassend gearbeitet: Die HOCHBAHN erneuerte 1.400 Meter Fahrschienen sowie 1.400 Schwellen aus. Hinzu kamen 900 Meter neue Stromschienen und der Austausch von 700 Kubikmetern Schotter. Außerdem wurden zwei neue Weichen eingebaut und eine weitere U-Bahn-Brücke „Alster“ saniert. Die Arbeiten fanden auf engem Raum und unter Beteiligung zahlreicher Projektteams statt. Durch die Bündelung der Maßnahmen während der Betriebsunterbrechung konnten viele Arbeiten parallel umgesetzt und zentrale Teile der Infrastruktur gleichzeitig erneuert werden.

Insgesamt hat die HOCHBAHN etwa 23 Millionen Euro in die Erneuerung der Infrastruktur rund um Ohlsdorf investiert. Mit der Modernisierung zentraler Bauwerke und Anlagen wurde die Grundlage für einen weiterhin sicheren, zuverlässigen und leistungsfähigen U-Bahn-Betrieb gestärkt.

Janina Brickwedde, Projektleiterin bei der HOCHBAHN wird wie folgt zitiert: „Die Vielzahl der Arbeiten auf engem Raum und die Abstimmung zwischen den unterschiedlichen Projektbeteiligten waren eine besondere Herausforderung. Dass wir in dieser Zeit so viele Maßnahmen umsetzen und die Haltestelle Ohlsdorf direkt wieder regulär bedienen können, ist ein großer Erfolg des gesamten Projektteams.“

Auch für die Zukunft der Hamburger U-Bahn wurden während der Sperrung wichtige Voraussetzungen geschaffen.An der Sengelmannstraße hat die HOCHBAHN U5 Projekt GmbH den zweiten Bahnsteig fertiggestellt. Damit fährt die U1 an dieser Haltestelle künftig nicht mehr am selben Bahnsteig, sondern je Richtung auf den jeweils außen liegenden Gleisen der beiden Bahnsteige. Mit Fertigstellung der U5, die auf den inneren Gleisen fahren wird, wird hier für Fahrgäste in Zukunft ein komfortabler bahnsteiggleicher Umstieg zwischen U1 und U5 möglich. Auch das komplexe Kreuzungsbauwerk östlich der Haltestelle Sengelmannstraße ist fertig gebaut. Damit fahren die Züge in Richtung Ohlsdorf mit der Wiederinbetriebnahme der U1 künftig über eine im Bogen verlaufende, rund fünf Meter hohe Brücke, die direkt über den U5-Trog führt. 

Auch abseits der Bauarbeiten auf der U1 war während der Sperrung viel in Bewegung: Mit dem größten Ersatzverkehre der letzten Jahre stellte die HOCHBAHN sicher, dass die Fahrgäste trotz der Streckensperrung weiter an ihr Ziel kamen. Dafür waren in der Hauptverkehrszeit mehr als 40 Gelenkbusse und etwa 100 Fahrerinnen und Fahrer im Einsatz. Die Direkt- und Ersatzbusse fuhren dabei tagsüber im 5-Minuten-Takt, in der Spitze sogar alle zwei bis drei Minuten. Umfangreiche Beschleunigungs- und betriebliche Maßnahmen trugen zu einer hohen Betriebsstabilität bei. Damit stand den Fahrgästen während der Betriebsunterbrechung ein leistungsfähiges Busangebot zur Verfügung.

Mit der Wiederaufnahme des U1-Betriebs sind die umfangreichen Arbeiten der zentralen Bauphase von „Ohlsdorf 2026“ erfolgreich abgeschlossen. Die erneuerte Infrastruktur stärkt die U1 für die kommenden Jahre. Gleichzeitig ist mit den Bauarbeiten an der Sengelmannstraße ein wichtiger Schritt für die künftige Verknüpfung von U1 und U5 getan.