Frau zieht Notbremse und beschädigt Fensterscheiben im Zug

Das Logo der Bundespolizei an der Tür eines Dienstwagens. Foto: FoTe Press

(ha). Am 12. Januar 2026 gegen 2:15 Uhr soll eine Frau (30) die Notbremse grundlos in einem fahrenden ICE (Strecke: Lüneburg – Hamburg-Harburg) gezogen und zwei Fenster mit einem Nothammer beschädigt haben.

Ein aufmerksamer Zeuge (Alter: 36 Jahre) beobachtete die Tathandlung und informierte umgehend die Zugbegleitung. Durch einen Zugbegleiter (50) wurde die Bundespolizei zum nächsten Halt des Zuges im Bahnhof Hamburg-Harburg angefordert.

Alarmierte Bundespolizisten konnten nach Einfahrt des Zuges im Bahnhof Hamburg-Harburg auf Gleis 1 die Tatverdächtige im Zug antreffen, festnehmen und zum Sachverhalt befragen. Die 30-jährige Frau wurde anschließend dem Bundespolizeirevier Hamburg-Harburg zugeführt.

Nach Befragung des Zeugen und des meldenden Zugbegleiters konnte die Weiterfahrt des Zuges zum Hamburger Hauptbahnhof mit angeordneter „Langsamfahrt“ fortgesetzt werden. Im Zug waren zwei Fensterscheiben nicht entglast, jedoch deutlich gesplittert. Der eingesetzte Nothammer wurde als Beweismittel durch die Bundespolizei aufgefunden und sichergestellt. Nach derzeitigem Ermittlungsstand wurde die Notbremse bei einer Geschwindigkeit von zirka 140 km/h betätigt. Durch die Notbremsung wurden keine Bahnreisenden verletzt.

In der Wache konnte die Tatverdächtige keine Notsituation für ihre Handlung benennen. Sie gab an, dass sie aus dem Zug dringend aussteigen musste, da sie nach Büchen und nicht nach Hamburg reisen wollte.

Nach einer durchgeführten Identitätsfeststellung musste die nicht alkoholisierte und nicht unter Drogeneinfluss stehende Beschuldigte nach Abschluss der bundespolizeilichen Maßnahmen wieder entlassen werden. Sie war gegenüber den eingesetzten Bundespolizisten zeitlich und örtlich orientiert.

Zur genauen Schadenshöhe sowie den genauen Verspätungszeiten kann die Bundespolizei keine Angaben machen.

Gegen die Frau wurden Strafverfahren unter anderem wegen des Straftatverdachts „Sachbeschädigung“ sowie „Missbrauch von Notrufen“ eingeleitet. Die weiteren Ermittlungen werden durch den Ermittlungsdienst der Bundespolizeiinspektion Hamburg geführt.