(mr). Kabeljau Karl steht in seiner blauweißen Fischbude auf dem Wochenmarkt am Kanalschuppen. Plötzlich ein stechender Schmerz: ein Holzstab bohrt sich durch seinen Hals, er blutet stark. Glücklicherweise befindet sich Dr. Nice auf dem Wochenmarkt und rennt ins Wageninnere – er leistet sofort ärztliche Hilfe. Zahlreiche Flensburger stehen an der Uferpromenade und schauen sich die Szene an. Zum Glück ist es tatsächlich eine Szene: eine Filmszene. Das Filmteam der ZDF-Serie „Dr. Nice“ machte am Dienstag und Mittwoch in der Fördestadt Halt, um neue Aufnahmen für eine weitere Folge zu produzieren. Bereits in den frühen Morgenstunden baute das Filmteam extra für die Szene einen Wochenmarkt auf: Obst- und Gemüsestände, auch Blumen duften nicht fehlen. Peu a peu rückte das gut 20-köpfige Filmteam mit jeder Menge Technik an den Drehort. Bollerwagen mit Kostümen, Requisite und Maske wurden gezogen, Lastenkarren mit Monitoren, Mikrofonen und Mischpulten geschoben. Mehrere Aufheller und Abschatter auf großen Stativen wurden aufgebaut.

Kabeljau Karl am Kanalschuppen in Flensburg. Fotos: FoTe Press
Bevor die Schauspieler vor der Kamera agieren, „muss das Filmset stehen“, wie es im Fachjargon heißt. Mehrere Komparsen stehen bereit und spielen Besucher des Wochenmarktes. Dann wird es ernst: Dr. Nice, gespielt von Patrick Kalupa, der deutsch-französische Schauspieler Pierre Kiwitt (als Fischverkäufer), die Schauspielerinnen Brigitte Zeh und Karin Heine (Kundinnen des Wochenmarktes) kommen mit schwarzen Shutllebussen vorgefahren. Zwei Blockerinnen ziehen sich ihre gelben Westen an und stehen gute 30 Meter vom Filmset entfernt, um zahlreiche Schaulustige vom Set fern zu halten. Gegen 11 Uhr heißt es dann: „Wir machen eine erste Probe. Bitte alle auf ihre Anfangsposition. Und es geht los. Und Bitte“, sagt ein Crew-Mitglied mit freundlichem, aber bestimmten Ton. Patrick Kalupa schaut sich einen Blumenstand an, kommt mit Marktbeschickern ins Gespräch. Dann die oben beschriebene Szene. „Danke Aus“, ruft der Mitarbeiter in die Runde.
„Ihr wart super, die Spannung bleibt. Bitte alles auf Anfang. Wir machen drehfertig!“ In der Zwischenzeit dürfen die zahlreichen Passanten den Drehort passieren, werden aber gebeten, dies zügig zu machen. Die Flensburger nehmen die Sperrung mehrheitlich gelassen. „Interessant zu sehen, wie das Filmteam eine Szene dreht“, sagt ein Passant. Er erlebt, wie diese Szene aus mehreren Perspektiven und mit verschiedenen Einstellungen gedreht wird.
In den Drehpausen ziehen sich die Schauspieler immer wieder ihre Jacken aus, stellen sich unter Regenschirme. Grund: die Schminke verläuft sonst.
Das Filmteam wechselt nachmittags zu einem weiteren Motiv: an der Straßenkreuzung Marienstraße Ecke Große Straße wird eine Taxiszene gefilmt. Taxifahrer ist Schauspieler Marc Zwinc, der für Dr. Nice laut Drehbuch offenbar etwas zu essen gekauft hat und sich in sein abgestelltes Taxi setzt und davonfährt. Danach gehen zwei lange Drehtage zu Ende in Flensburg zu ende. Noch bis zum 13. Juli ist das Filmteam im Norden Schleswig-Holsteins zugange, bevor es wieder nach Berlin und Brandenburg zieht. Genaue Drehorte sind geheim. Das Filmteam soll aber noch am Ostseebad in Flensburg und am Ballastkai filmen. Fans der Serie sollten also ihre Augen aufmachen und Ausschau nach den auffälligen Produktionsfahrzeugen halten.

Filmarbeiten an. Während der Dreharbeiten mit Patrick
Kalupa wird der Bereich von Blockern gesperrt.

Die erfolgreiche ZDF-Herzkino-Reihe „Dr. Nice“ wird von der Dreamtool Entertainment GmbH produziert. Die Drehbücher stammen unter anderem von Autoren wie Elke Rössler.