(mr). Der Ton läuft, die Kamera ebenfalls. Auf Kommando rennt ein Mann bei hochsommerlichen Temperaturen um die 30 Grad über den Stübenplatz in Wilhelmsburg. Offenbar ist er auf der Flucht – wenige Meter dahinter folgt ihm ein Mann mit einer Waffe am Gürtel. Es ist Schauspieler Jonas Minthe in der Rolle des Polizisten Gregor Michalski. „Danke Aus“, ruft ein Crewmitglied und plötzlich bleiben beide Männer stehen. Nun wird klar: es ist eine Szene für eine neue Folge der beliebten Krimiserie „Morden im Norden“. Während sich der Großteil der gut 20-köpfigen TV-Crew im Schatten der umliegenden Mehrfamilien- und Geschäftshäuser aufhält und Technik wie Monitore, Tonpult, mehrere Mikrofonstangen und unter anderem hochwertige TV-Kameras geschützt stehen, müssen die beiden Schauspieler Jonas Minthe und Brian Ssenyonjo in der Rolle als Yamal Jusof in der prallen Sonne über den belebten Platz rennen.

wird von einer TV-Kamera auf dem Stübenplatz bei einer
Verfolgungsjagd gefilmt. Fotos: FoTe Press
Warum er vor dem Zivilpolizisten davon läuft? Unbekannt. Bekannt hingegen ist, dass auch Sven Martinek als Polizist Finn Kiesewetter unterwegs ist und gegen den jungen Mann ermittelt. Vor den Augen zahlreicher Schaulustiger dreht die TV-Crew der Neuen Deutschen Filmgesellschaft (ndf), die im Auftrag der ARD aktuell eine weitere Staffel von „Morden im Norden“ produziert, mehrere Szenen.
Dazu wechselt die Filmcrew mehrmals die Drehorte und zieht vom Stübenplatz an die Fährstraße und Julius-Ertel-Straße. Dort kontrollieren laut Drehbuch zwei uniformierte Polizisten (gespielt von Philipp Oliver Baumgarten und Paul Sundheim ) mehrere junge Personen, die zuvor ihre Motorräder repariert haben. Während der Kontrolle stehen mehrere Personen provozierend mit ihren Handys in bedrohlicher Pose vor den TV-Polizisten. Mehrmals wird diese Szene aus verschiedenen Perspektiven gedreht. Es folgt eine längere Mittags- und Umbaupause, dann wird an der Industriestraße Ecke Fährstraße weitergedreht.

Passanten filmen einen Polizeieinsatz und stören die
behördliche Maßnahme. Es ist eine gedrehte Szene für
„Morden im Norden“.

Polizist Finn Kiesewetter.
Fast zeitgleich überbringt ein DHL-Paketbote ein größeres Paket einer älteren Dame, die in ihrem Haus an der Gumbrechtstraße in Heimfeld wohnt. Aber nanu? Der Paketbote mit auffälligem Glatzkopf und großer Zahnlücke ist doch bekannt?
Es ist Jürgen Vogel. Er steht aktuell für einen neuen Kinospielfilm mit dem Arbeitstitel „Retoure“ vor der Kamera. Nachdem die TV-Crew unter anderem in einem Freizeitpark in Soltau und in den Hamburger Stadtteilen Hammerbrook und St. Georg gedreht hat, macht das Filmteam aktuell in Heimfeld Halt. An drei aufeinanderfolgenden Tagen dreht das Filmteam in einer Villa an der Gumbrechtstraße.
Dort wohnt laut Drehbuch die ältere Dame, gespielt von „Tatort“-Star Doris Kunstmann. Über den Kinospielfilm hüllt sich die Produktion noch in Schweigen. Auch wer von den Schauspielern noch zu sehen sein wird, ist geheim. Im Branchenverzeichnis „Crew-United“ sind lediglich Mila Katharina Schering, Petra Schmidt-Schaller und Kristina Pauls als Darsteller gelistet. Als weiteren Drehort im Bezirk Harburg hat sich das Filmteam einen historischen Saal im Harburger Rathaus ausgesucht. Dort werden weitere Szenen gedreht – sowohl drinen als auch auf dem Vorplatz.
Während Fernseh- und Filmproduktionen bei Dreharbeiten darauf achten, dass keine Schleichwerbung zu sehen ist und daher fiktive Namen und Markenlogos benutzen, trägt Jürgen Vogel in diesem Fall klar erkennbar eine DHL-Arbeitskleidung. Auch ein gelber Paketwagen mit dem Originalschriftzug kommt beim Dreh zum Einsatz. Warum dies so ist? Unbekannt. Wann der Film in den Kinos zu sehen sein wird, steht aktuell noch nicht fest. Es produziert die Studio Zentral Fernsehproduktion.

Jürgen Vogel an der Grumbrechtstraße in Hamburg-Heimfeld
mehrere Außenszenen.

ebenfalls am Filmset zu sehen. Sie spielt die
Besitzerin einer Villa in der Grumbrechtstraße in Heimfeld.

vor dem Hauseingang der Villa wieder herunter.
Oben an der Tür steht Doris Kunstmann.
