(mr). Vier Jahrzehnte auf Streife: Die ARD-Serie „Großstadtrevier“ feiert 2026 ihr 40-jähriges Jubiläum. Seit 1986 begeistert das Hamburger Polizeiteam sein Publikum mit spannenden Geschichten, norddeutschem Humor und einem besonderen Gespür für die Menschen am Rande der Gesellschaft. Eine Erfolgsgeschichte, die längst Fernsehgeschichte geschrieben hat.
Wenn in Hamburg die Streifenwagen des PK 14 unterwegs sind, geht es nicht immer um spektakuläre Verbrechen, große Verfolgungsjagden oder dramatische Mordfälle. Oft sind es die kleinen Geschichten des Lebens, die im Mittelpunkt stehen: Nachbarschaftsstreitigkeiten, Familiendramen, menschliche Schicksale, kleine Gaunereien und manchmal auch einfach nur die Suche nach einer verlorenen Katze. Genau das macht den besonderen Charme des „Großstadtreviers“ aus. Seit 40 Jahren gehört die Serie zu den festen Größen im Vorabendprogramm der ARD.
Am 16. Dezember 1986 flimmerte die erste Folge mit dem Titel „Mensch, der Bulle ist ’ne Frau!“ über die Bildschirme. Was damals begann, entwickelte sich zu einer der langlebigsten und beliebtesten deutschen Fernsehserien. Niemand konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, dass die Geschichten aus Hamburg auch vier Jahrzehnte später noch ein Millionenpublikum unterhalten würden.
Ein ungewöhnliches Konzept wird zum Publikumserfolg
Die Idee zur Serie stammte vom bekannten Krimiregisseur Jürgen Roland. Er wollte eine Polizeiserie schaffen, die sich bewusst von den damals üblichen Krimiformaten unterschied. Nicht Mord und Totschlag sollten das Geschehen bestimmen, sondern der ganz normale Polizeialltag.
Eine wichtige Rolle spielte dabei auch der gesellschaftliche Wandel. Mit Ellen Wegener, gespielt von Mareike Carrière, stand gleich in der ersten Folge eine Frau im Mittelpunkt einer Polizeiserie. Das war Mitte der 1980er-Jahre durchaus ungewöhnlich und verlieh dem Format von Anfang an eine besondere Note.
Das „Großstadtrevier“ zeigte Polizisten nicht als unnahbare Ermittler, sondern als Menschen mit Sorgen, Fehlern, Gefühlen und einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Sie hatten es mit den Problemen ganz normaler Bürger zu tun und mussten häufig zwischen Recht und Menschlichkeit abwägen.
Auch Hamburg wurde schnell zu einem unverwechselbaren Bestandteil der Serie. Der Kiez, die Straßen rund um St. Pauli und das besondere Lebensgefühl der Hansestadt verliehen den Geschichten eine Atmosphäre, die kein anderes deutsches Krimiformat in dieser Form bieten konnte.

Jan Fedder – Das Gesicht einer ganzen Fernsehepoche
Wenn vom „Großstadtrevier“ die Rede ist, fällt unweigerlich ein Name: Jan Fedder. Als Polizist Dirk Matthies wurde er zur Kultfigur und prägte die Serie über Jahrzehnte wie kaum ein anderer Darsteller.
Mit seiner norddeutschen Schnoddrigkeit, seinem trockenen Humor und seiner unverwechselbaren Art verkörperte er einen Polizisten, der sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen ließ. Dirk Matthies war kein perfekter Held, sondern ein Mensch mit Ecken und Kanten. Einer, der auch einmal aneckte, aber stets ein großes Herz hatte.
Jan Fedder wurde zum Publikumsliebling und zu einem wichtigen Botschafter Hamburgs im deutschen Fernsehen. Seine Figur stand für das, was die Serie ausmachte: Bodenständigkeit, Menschlichkeit und eine ordentliche Portion Humor.
Sein Tod im Dezember 2019 hinterließ eine große Lücke. Doch Dirk Matthies ist im „Großstadtrevier“ bis heute präsent – in Erinnerungen, in Geschichten und in vielen kleinen Details. Sein ehemaliges Büro und seine Jacke erinnern daran, wie stark Jan Fedder diese Serie geprägt hat.

Harry Möller – Eine Konstante seit mehr als drei Jahrzehnten
Eine weitere prägende Persönlichkeit ist Maria Ketikidou. Seit 1993 spielt sie die Zivilfahnderin Harry Möller und ist damit die dienstälteste Darstellerin der aktuellen Besetzung.
Harry ist selbstbewusst, schlagfertig, manchmal unbequem und dabei immer mit ganzem Herzen bei der Sache. Über die Jahre durfte sich die Figur weiterentwickeln und mit der Schauspielerin altern. Genau diese Kontinuität gehört zu den besonderen Stärken der Serie.
Maria Ketikidou hat zahlreiche Kollegen kommen und gehen sehen. Für sie bedeutet das Jubiläum deshalb auch einen ganz persönlichen Rückblick. 33 der 40 Serienjahre hat sie selbst miterlebt. Besonders verbunden fühlt sie sich weiterhin mit Jan Fedder, dessen Präsenz ihrer Ansicht nach auch nach seinem Tod spürbar geblieben ist.
Wandel hinter den Kulissen – Treue zum Erfolgsrezept
In vier Jahrzehnten hat sich das „Großstadtrevier“ immer wieder verändert. Schauspieler kamen hinzu, andere verabschiedeten sich. Figuren verschwanden, neue Charaktere übernahmen Verantwortung. Auch die Geschichten spiegelten zunehmend die gesellschaftlichen Entwicklungen wider.
Cyberkriminalität, soziale Medien, Migration, gesellschaftliche Spannungen und neue Formen der Kriminalität gehören inzwischen ebenso zum Themenrepertoire wie die klassischen Fälle des Polizeialltags.
Trotz aller Veränderungen ist der Kern der Serie erhalten geblieben: Im Mittelpunkt stehen die Menschen und ihre Geschichten. Die Zuschauer erleben nicht nur die Aufklärung eines Falles, sondern erfahren auch, warum Menschen handeln, wie sie handeln.
Dass dabei nicht immer alles schwarz oder weiß ist, macht die Geschichten glaubwürdig. Oft sind es gerade die leisen Töne, die berühren. Und nicht selten sorgt eine unerwartete Wendung für einen humorvollen Moment.
Ein Ensemble, das die Tradition weiterführt
Auch zum 40. Geburtstag präsentiert sich das PK 14 mit einem vielfältigen Ensemble. Neben Maria Ketikidou als Harry Möller gehören Saskia Fischer als Revierleiterin Frau Küppers, Patrick Abozen als Lukas Petersen, Sinha Melina Gierke als Bente Hinrichs, Enrique Fiß als Nils Sanchez, Sven Fricke als Daniel Schirmer und Özgür Karadeniz als Tarkan Yildiz zum Team.
Sie führen die Tradition fort und sorgen dafür, dass das Revier auch nach vier Jahrzehnten lebendig bleibt.
Die Serie hat im Laufe ihrer Geschichte zudem zahlreiche prominente Gastdarsteller begrüßt. Namen wie Freddy Quinn, Axel Milberg, Barbara Schöneberger, Olivia Jones, Tim Mälzer, Heinz Strunk und Roger Cicero zeigen, welchen Stellenwert das Format in der deutschen Fernsehlandschaft besitzt.

40 Jahre und kein bisschen leise
Zum runden Geburtstag hat die ARD einiges vorbereitet. Seit dem 5. Oktober 2026 laufen neue Folgen der Serie jeweils montags um 18:50 Uhr im Ersten. Darüber hinaus wird das Jubiläum mit einem besonderen Spielfilm gewürdigt.
Am 6. Januar 2027 zeigt Das Erste um 20:15 Uhr den Film „Großstadtrevier – Knockout“. Darin gerät ausgerechnet Revierleiterin Frau Küppers ins Zentrum eines brisanten Falls. Nach einem angeblichen Unfall mit Fahrerflucht glaubt nur Lukas Petersen an ihre Unschuld und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Was zunächst wie ein gewöhnlicher Verkehrsunfall aussieht, entwickelt sich zu einer Geschichte über Macht, Abhängigkeit und systematischen Missbrauch. Damit erhält die beliebte Vorabendserie erneut die Gelegenheit, sich auch zur besten Sendezeit zu präsentieren.
Eine Serie, die Hamburg im Herzen trägt
40 Jahre „Großstadtrevier“ sind mehr als nur ein Fernsehjubiläum. Es ist ein Stück Hamburger Stadtgeschichte, ein Stück deutscher Fernsehgeschichte und vor allem eine Erfolgsgeschichte über Menschen.
Die Serie hat bewiesen, dass man keine spektakulären Mordfälle braucht, um spannende Unterhaltung zu erzählen. Manchmal reicht ein Blick auf die Straße, in eine Nachbarschaft oder in das Leben eines Menschen, um eine bewegende Geschichte zu entdecken.

Vielleicht liegt genau darin das Geheimnis ihres Erfolges: Das „Großstadtrevier“ ist sich selbst treu geblieben und hat sich trotzdem immer wieder neu erfunden. Es verbindet Humor mit Ernsthaftigkeit, Spannung mit Menschlichkeit und norddeutsche Gelassenheit mit gesellschaftlicher Relevanz.
Und solange im PK 14 Menschen arbeiten, die nicht nur ihren Dienst verrichten, sondern auch ein offenes Ohr für die Sorgen anderer haben, dürfte die Geschichte noch lange nicht zu Ende sein.
Vierzig Jahre auf Streife – und Hamburg darf sich auf viele weitere Einsätze freuen. Denn im Großstadtrevier gilt nach wie vor: Große Haie, kleine Fische – und jede Menge Geschichten aus dem echten Leben.

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(ha). Herzlichen Glückwunsch zu 35 Jahren „Großstadtrevier“. Am 16. Dezember 1986 wird die erste Folge „Großstadtrevier“ ausgestrahlt. Die Kultserie ist damit geboren und vom ersten Tag an erfolgreich. So erfolgreich, dass gleich nach Ausstrahlung weitere Folgen produziert und gesendet werden. Noch heute werden in Hamburg und Umgebung neue Folgen für diese Serie gedreht. Zwar sind in der Zwischenzeit viele Köpfe gerollt, aber Witz und Charme sind geblieben. In diesem Buch werden Höhe- und Tiefpunkte der vergangenen 35 Jahre skizziert, Drehorte und Hauptdarsteller vorgestellt und alle bisher ausgestrahlten Folgen aufgelistet, Es ist eine ideale Ergänzung zu allen bisherigen Produkten der TV-Serie. Abgerundet wird der Inhalt mit Interviews mit einigen Darstellern, prominente Gastdarsteller werden vorgestellt. Außerdem gibt es das Kapitel „300. Folge Großstadtrevier“ mit Informationen über die Dreharbeiten in Bad Segeberg sowie das Kapitel „28 Jahre Dirk Matthies“. Zudem werden Mitwirkende hinter der Kamera aufgezählt. In diesem Buch gibt es zum Teil exklusive Fotos von Dreharbeiten und viele Hintergrundberichte über die beliebte Polizeiserie.
Angaben zum Buch: Es wurde im Dezember 2022 über Independently published herausgegeben.
Seitenzahl: 300, komplett in Farbe.
Abmessung: 15,24 mm x 180 mm x 22,86 mm
ISBN: . 979-8-3717-2629-2. Käuflich zu erwerben unter www.FoTe-Press.de. Oder bei Amazon.