(mr). In der Kapelle 9 des Friedhofs Ohlsdorf haben am Dienstag (10. Februar) Angehörige und Freunde Abschied von der 18-jährigen Fatemeh Z. genommen. Es ist das Opfer einer beispiellosen und vorallem sinnlosen Tat am U-Bahnhof Wandsbek Markt. Die junge Frau, die auf den Spitznamen Asal hörte, wurde Ende Januar von einem 25-jährigen Mann aus dem Südsudan, vor die einfahrende U-Bahn der Linie 1 geschubst. Beide starben.
Nachdem am Ort des Geschehens am Wandsbek Markt mehrere Trauer- und Gedenkveranstaltungen durchgeführt wurden, bei der mehrere Hundert Personen ihre Trauer zum Ausdruck brachten, kamen auch gestern etwa 400 Menschen zur Trauerfeier auf dem Parkfriedhof Ohlsdorf und wohnten der anschließenden Beisetzung bei.
Bereits gegen 10 Uhr kamen die ersten Trauergäste an der Kapelle 9 auf dem Friedhof Ohlsdorf an. Fünf Polizisten standen rund um die Kapelle bereit, um auf mögliche Ausnahmesituationen vorbereitet zu sein. Zudem waren zwei Seelsorger des Kriseninterventionsteams vor Ort. Viele Trauergäste beschrieben die Beisetzung im Anschluss als würdevollen Abschied von einem jungen Menschen, dessen Tod fassungslos macht. Immer wieder hörte man die Mutter schreien – niemand kann sich wohl vorstellen, was im Kopf einer Muttrer vorgeht, die ihr Kind verloren hat.

der Kapelle 9 auf dem Friedhof Ohlsdorf. Foto: FoTe Press
Nach der gut halbstündigen Trauerfeier in der Kapelle ging es für die Trauergemeinde etwa 300 Meter zur Grabstätte. Dort hielten sich Familie, Freunde und Bekannte gute zwei Stunden auf. Musiktitel wurden gespielt, zahlreiche Kränze und Blumen niedergelegt. Trauernde standen fassungslos am Grab. Immer wieder flossen Tränen, die Mutter schrie vor lauter Verzweiflung. Mehrere Menschen umarmten sich. Vielen fehlten die Worte. Asal war Teil der Gemeinde Jesus Guter Hirt in Bad Bramstedt. Sie war dort als Messdienerin aktiv, wie das Eerzbistum Hamburg auf seiner offiziellen Instagram-Seite mitteilt.
Fatemeh Z. wurde am Abend des 29. Januar Opfer des unfassbaren Gewaltdelikts: dr Südsudanese packte die 18-Jährige unvermittelt und riss sie mit vor eine einfahrende U-Bahn. Beide starben noch am Tatort. Der Fall hatte bundesweit Bestürzung und politische Debatten ausgelöst. Der Mann kam 2024 im Rahmen des humanitären Resettlement-Programms der Bundesregierung nach Deutschland.
