(ha). Es ist nicht mehr von der Hand zu weisen: Der Winter hat Hamburg erreicht. Noch sind keine starken Schneefälle zu verzeichnen, doch die Temperaturen sinken nachts immer häufiger in Richtung des Gefrierpunktes. Dementsprechend steigt auch das Risiko für Glätte. Die Winterdienstzentrale der Stadtreinigung Hamburg (SRH) ist bereits seit Mitte Oktober im Dienst und rechnet in absehbarer Zeit erstmals in der aktuellen Saison mit einer größeren Rufbereitschaft, die für mehrere hundert Einsatzkräfte gelten wird. Bereits im Oktober gab es an den großen Standorten der SRH sogenannten Probeläufe für den Winterdienst. Darin wurden unter anderem die betrieblichen Abläufe erfolgreich simuliert und testweise auch schon einmal die Schneeräumschilde an die Fahrzeuge montiert.
Bei Winterwetter sichern diese Einsatzkräfte die verkehrswichtigen Straßen, anliegerfreie Gehwege, eine ausgewähltes Radwegenetz sowie Bushaltestellen und Fußgängerüberwege. Die Kolleg:innen in der Einsatzzentrale sind noch bis Mitte April rund um die Uhr im Einsatz. Sie halten Kontakt mit Polizei, HVV und Wetterdiensten und koordinieren die notwendigen Streueinsätze. (Selbstverständlich ist die Einsatzzentrale auch außerhalb dieser Zeiten bei Glättegefahr besetzt.)
Auf Grundlage der Vorhersagen der Wetterdienste und der Daten der eigenen Glättemeldeanlagen gibt die SRH spätestens mittags eine Rufbereitschaft für die Einsatzkräfte heraus. Die aktuellen Wetterprognosen können auf der SRH-Website eingesehen werden.
Bei einem Volleinsatz der SRH sind 728 Männer und Frauen im Einsatz, die mit ca. 366 Fahrzeugen rund 4.643 Kilometer Strecke sichern (inkl. etwa 1.600 Busbuchten, zirka 4.500 Bushaltestellen und fast 8.370 Fußgängerüberwege (wie „Zebrastreifen“ und deren Mittelinseln). Die einzelnen Einsatzstufen im Überblick:
Örtlich glatte Stellen sichern 15 sogenannte „Sofortruf“-Fahrer:innen auf Fahrbahnen und 10 „Sofortruf“-Fahrer:innen auf Gehwegen ohne Anlieger:innen, an Bushaltestellen und auf Radwegen. Die Meldungen kommen von der Polizei oder vom HVV.
Das 315 Kilometer lange Winterdienstnetz für den Radverkehr bearbeitet die SRH im Einsatzfall grundsätzlich zweimal. Dafür nutzt sie – je nach Lage der Radwege – feinkörnigen Kies oder Feuchtsalz, das mit 37 Einsatzfahrzeugen ausgebracht wird.
Die SRH sichert etwa 660 Kilometer Gehwegstrecke ohne Anlieger:innen mit feinkörnigem Kies, z.B. Gehwege auf Brücken und Gehwegverbindungen zu Haltestellen von Bussen und Bahnen. 57 Fahrer: innen bearbeiten die Strecken maschinell mit kleinen Streufahrzeugen und gut 255 Einsatzkräften manuell.
Knapp 90 Einsatzkräfte sichern mit ebenso vielen Fahrzeugen die wichtigen Hauptverkehrsstraßen und Strecken mit Buslinienverkehr (rund 2.650 km) sowie 1.600 Busbuchten mit Feuchtsalz und danach die Verbindungsstrecken zwischen diesen Straßen (rund 580 km). Etwa 290 Einsatzkräfte beseitigen mit rund 100 Fahrzeugen Eis und Schnee auf knapp 8.400 Fußgängerüberwegen („Zebrastreifen“ sowie unmittelbare Umgebung mit Mittelinseln) manuell mit Schneeschiebern und mit einem Kies-Salz-Gemisch.
Schnee und Eis auf Gehwegen müssen in Hamburg die Anlieger:innen entfernen: Schnee sofort nach Ende des Schneefalls, Glätte sofort nach Eintritt (mindestens 1 Meter breit, bei starker Frequenz mehr, bei Eckgrundstücken bis zur Bordsteinkante). Nach 20 Uhr haben sie Zeit bis morgens um 8.30 Uhr, an Sonn- und Feiertagen bis 9.30 Uhr. Auf Gehwegen dürfen keine Tausalze verwendet werden, nur abstumpfende Stoffe. Infos über die Pflichten der Anlieger:innen stehen unter http://www.hamburg.de/winterdienst.
