Bilanz: 31.630 Kilometer Stau in Hamburg

Stau auf Hamburgs Autobahnen. Der ADAC zieht eine Bilanz. Foto: FoTe-Press

(mr). Trauriger Rekord: Mit 384 Kilometern Stau pro Autobahnkilometer landet der Stadtstaat Hamburg bei der Stau-Bilanz 2017 auf dem ersten Platz. Dies hat der ADAC Hansa nun ermittelt. Spitzenreiter ist demnach die Bundesautobahn 7, die mit 20.015 Stau-Kilometern die Liste anführt. Dabei zählt die Strecke zwischen dem Dreieck Hamburg Nordwest und Schnelsen deutschlandweit zu den größten Stau-Fallen. Die Blechlawine wuchs insgesamt in ganz Hamburg auf 31.630 Kilometer – einem Plus von 3.823 Kilometern gegenüber dem Vorjahr. Die längste Verkehrsbehinderung in Hamburg forderte viel Geduld: Am 5. Oktober 2017 staute es sich auf der A1 zwischen den Anschlussstellen Billstedt und Seevetal-Hittfeld etwa 23 Kilometer lang. Zwischen den Anschlussstellen Barsbüttel und Stapelfeld auf der Autobahn 1 staute sich der Verkehr auf 2.748 Kilometer Länge, gefolgt von der Strecke Waltershof und Ohtmarschen auf der Autobahn 7, die mit einer Länge von  2.213 Kilometern zu buche schlägt. Auf der A1 kam es im vergangenen Jahr insgesamt zu einer Stau-Länge von 7.112. Die Autobahn 255 hatte 1495 Stau-Kilometer zu verzeichnen, gefolgt von der A24 mit 924. Die Autobahn 25 bilanzierte insgesamt 624 Kilometer Stau. Auf der Autobahn 261 staute sicher der Verkehr auf einer Länge von 715 Kilometer. Die größte Steigerung im Norden mit 6241 Kilometern gab es auf den Autobahnen in Niedersachsen. Insgesamt bildeten sich dort im vergangenen Jahr Autoschlangen auf einer Länge von 121.460 Kilometern. Ebenfalls stark gestiegen sind die gemeldeten Staukilometer in Bremen (+ 2.641 km auf 6.115 km) und Schleswig-Holstein (+ 1.854 km auf 34.694). In Mecklenburg-Vorpommern wuchs die Gesamtstaulänge um 20 Prozent von 4.012 auf 4.801 Kilometer, wie der ADAC weiter mitteilt.

Wissenswert: in Hamburg gibt es etwa 7.500 Straßen, Plätze und Brücken mit einer Gesamtlänge von über 4.000 Kilometern. Circa 3.450 Kilometer gehören zum Bezirksstraßennetz. Die meisten sind Tempo-30-Zonen. Die Hauptstraßen haben eine Länge von 550, die der Autobahnen eine Länge von etwa 82 Kilometern.


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Mehr Ruhe für Anwohner in der Eiffestraße

Die Eiffestraße (B5) im Stadtteil Hamm ist zwischen Luisenweg und der Schurzallee Nord zwischen 22 Uhr und 6 Uhr morgens als Tempo-30-Zone umgewandelt worden. Foto: Röhe

(mr). Es gibt Befürworter und Gegner: Hamburg kämpft gegen den Straßenlärm und richtet auch Hauptverkehrsstraßen in Tempo-30-Zonen um. An sechs Hauptstraßen-Abschnitten wird es mit sofortiger Wirkung leiser, wie es aus der Behörde für Umwelt und Energie heißt. Als Maßnahmen des Lärmaktionsplans gilt an den stark befahrenen Teilstücken künftig in der Zeit zwischen 22 und 6 Uhr eine Temporeduzierung auf 30 Stundenkilometer. 40 mögliche Straßenabschnitte seien für diese Maßnahme im Vorwege überprüft worden. Die Prüfung hat in Abstimmung zwischen der zuständigen Umwelt-, Verkehrs- und Innenbehörde zehn geeignete Abschnitte identifiziert, an denen die nächtliche Tempobeschränkung gelten soll. „Das Thema Lärm ist für Hamburg eine große Herausforderung. Ein nächtliches Tempolimit an Hauptstraßen kann in vielen Fällen eine spürbare Reduzierung von gesundheitsschädlichem Lärm und damit Entlastung für die Menschen bringen, die hier wohnen. An sechs Abschnitten wird die Tempobeschränkung jetzt eingeführt. Vier weitere Abschnitte sollen folgen“, sagt Umweltsenator Jens KerstanEine von den neuen sechs Abschnitten ist die stark frequentierte Eiffestraße (Bundesstraße 5): dort gilt ab sofort nachts Tempo 30. Entsprechende Geschwindigkeitsschilder wurden schon installiert.  Zu den weiteren Hauptverkehrsstraßen zählen die Holtenklinker Straße zwischen Justus-Brinckmann-Straße und Wentorfer Straße (Bezirk Bergedrof), die Bergedorfer Straße zwischen Vierlandenstraße und Wentorfer Straße (Bezirk Bergedorf), die Mühlendamm-Kuhmühle zwischen Lübecker Straße und Armgartstraße (Bezirk Mitte), die Rennbahnstraße (Höhe Horner Rampe) zwischen Washingtonallee und Bergedorfer Straße (Bezirk Mitte), sowie die Vogt-Wells-Straße zwischen Julius-Vosseler-Straße und Osterfeldstraße (Bezirk Eimsbüttel).  Die Geschwindigkeitsbegrenzung gilt nur in der der Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr, um die Nachtruhe der Anwohner zu schützen, nicht aber den Berufsverkehr zusätzlich zu belasten. Nächtliche Tempo-30-Zonen werden für folgende vier weitere Hauptstraßen eingeführt: Tarpenbekstraße, Holstenstraße, Braamkamp und Bramfelder Chaussee.

An den ersten sechs Straßenabschnitten haben nach Anordnung durch die Verkehrsdirektion der Polizei die Bezirke jetzt die Tempo-30-Schilder aufgestellt oder tun dies in Kürze. Die Umsetzung an den Abschnitten 7 bis 10 soll voraussichtlich im ersten Halbjahr 2018 erfolgen, ist aber noch nicht terminiert, da hier zunächst noch Verkehrsmessungen stattfinden. Die Wirksamkeit der Maßnahmen soll evaluiert werden.