Heute ist Freitag, der 13.! Unglücke, Unfälle, Pech?

Freitag der 13ste: Glück oder Pech? Foto/Grafik: FoTe Press

(ft). Ein Freitag, der auf einen 13. fällt, ist für viele abergläubische Menschen ein Unglückstag. Ein ungutes Gefühl haben selbst viele, die sonst nicht besonders abergläubisch sind. Die Angst vor Unfällen oder Unglücken geht einem Großteil der Bevölkerung an einem solchen Tag nicht aus dem Kopf. An jedem Freitag, dem 13., fragen sich Tausende von Menschen, woher dieser Aberglaube eigentlich kommt. Da gibt es fast so viele Antworten wie mögliche Unglücksfälle. Zum größten Teil kommt der Aberglaube aus den USA, wo er mit dem „schwarzen Freitag“ zum Anlass des Börsencrashs 1929 seinen Höhepunkt fand. Aber auch der Raketenflug der Apollo 13 spielt eine Rolle: Der Start des Raumschiffs war an einem Freitag. Eine weitere Besonderheit: Die Quersumme des Datums 4.11.70 ergibt wieder die Zahl 13. Die Kreuzigung von Jesus fand zwar nicht an einem 13. statt, aber es entstand der Spruch „Was an einem Freitag hat begonnen, hat nie ein gutes Ende genommen“. Wehe, es läuft am Freitag, dem 13., eine Katze von links nach rechts über die Fahrbahn: das bringt Unglück! Dabei ist statistisch gesehen Freitag der 13. kein risikobehafteter Wochentag in Sachen Unglück, als andere Tage im Jahr auch. Eine Person, die sich krankhaft vor einem Freitag den Dreizehnte fürchtet, leidet unter Paraskavedekatriaphobie. Davon Betroffene ändern ihren gewohnten Tagesablauf: sie stornieren Reisen und Termine, gehen nicht aus dem Hause und bleiben im Bett liegen. Selbst private Verabredungen werden an diesem Tag vermieden.

Ob Freitag der 13. nun ein positiver oder negativer Tag wird, wissen wir bekanntlich immer erst hinterher. Im Voraus hingegen sei an dieser Stelle schon einmal verraten: im Jahr 2026 droht das vermeintliche Unglücksdatum insgesamt dreimal: Freitag, der 13. Februar 2026, Freitag, der 13. März 2026 und Freitag, der 13. November 2026. Im kommenden Jahr trifft es Freitag, den 13. August 2027.


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Glosse: Freitag, der 13. – Der arbeitslose Unglückstag

(mr). Es gibt Tage, an denen Menschen normal aufstehen, ihren Kaffee trinken und unauffällig ihrer 24-stündigen Tätigkeit nachgehen. Und es gibt Freitag, den 13. – der Tag, der sich morgens schon mit dramatischer Musik im Hintergrund die Schuhe bindet.

Freitag, der 13., ist der arbeitslose Unglückstag unter den Kalendertagen. Er hat keinen festen Vertrag, taucht nur gelegentlich auf, sorgt für Panik und verschwindet wieder, bevor man ihm die Rechnung schicken kann. Kaum blinzelt die 13 neben einem Freitag aus dem Kalender, verwandeln sich vernünftige Menschen in Hobby-Statistiker: „Wusstest du, dass an diesem Tag besonders viele… äh… Dinge passieren?“ – Ja. Dinge passieren. Wie an jedem anderen Tag auch.

Der Tag selbst kann nichts dafür. Die 13 hatte schon immer ein Imageproblem. Während sich die 7 geschniegelt und gebügelt als Glückszahl feiern lässt, steht die 13 in der Ecke und fragt sich, was sie eigentlich verbrochen hat. Sie ist einfach nur nach der 12 gekommen. Zahlen können schlecht sagen: „Sorry, ich wollte nicht drängeln.“

Und der Freitag? Eigentlich der Held der Arbeitswoche! Er bringt uns ins Wochenende, trägt lässig die Krawatte offen und flüstert: „Nur noch acht Stunden.“ Doch kaum trifft er auf die 13, wird er zum Sündenbock. Plötzlich knarzt jede Treppe ominöser, jede schwarze Katze wird zur Undercover-Agentin des Schicksals und jede Leiter wirkt wie ein Portal ins Verderben.

Dabei ist Freitag, der 13., vermutlich der sicherste Tag des Jahres. Die Menschen sind vorsichtig wie sonst nur beim Balancieren einer vollen Kaffeetasse über einen weißen Teppich. Man fährt langsamer, denkt länger nach und meidet Leitern wie unliebsame Smalltalk-Partner. Wenn überhaupt, dann stolpert man über seine eigene Vorsicht.

Vielleicht ist Freitag, der 13., gar kein Unglückstag. Vielleicht ist er ein PR-Genie. Ein Tag, der es geschafft hat, mit minimaler Anwesenheit maximale Aufmerksamkeit zu bekommen. Während der 3. März oder der 17. Oktober unbeachtet vor sich hin existieren, bekommt er Schlagzeilen, Gespräche und mindestens einen nervösen Blick auf den Kalender.

Und am Ende des Tages? Nichts Dramatisches ist passiert. Außer vielleicht, dass der Kaffee kalt wurde. Aber das war nicht die 13. Das war man selbst.

Freitag, der 13., geht dann wieder nach Hause, hängt sein Image als Unglücksbringer an den Haken und wartet geduldig auf seinen nächsten Auftritt. Man muss ihm lassen: Kaum ein Datum hat es geschafft, mit so wenig Aufwand so viel Aberglauben zu produzieren.

Wenn das Pech wirklich planen könnte, würde es sich jedenfalls einen weniger auffälligen Termin suchen. Zum Beispiel Mittwoch, den 5. Da rechnet niemand mit ihm.