(ha). Nach erstem Ermittlungsstand der Bundespolizeiinspektion Hamburg soll ein Mann (29) am 5. April 2026 gegen 5:08 Uhr die hilflose Situation eines schlafenden Hamburgers (48) am Bahnsteig 3 im Hamburger Hauptbahnhof ausgenutzt haben. Der gebürtige Hamburger war auf einer Wartebank am Bahnsteig eingeschlafen, nachdem er seinen Hunger mit Fast-Food aus einem Schnellrestaurant gestillt hatte.
„Ein eritreischer Staatsangehöriger im Alter von 29 Jahren soll die Situation ausgenutzt haben und die gesamte Kleidung seines hilflosen Opfers durchsucht haben. Tatsächlich konnte der mutmaßliche Taschendieb kurzzeitig umfangreiche Beute machen“, teilt Polizeioberkommissar Rüdiger Carstens, Sprecher der Bundespolizei mit.
Er soll dem schlafenden Geschädigten (48) blitzschnell die Geldbörse mit 140 Euro Bargeld, Geldkarte, Personalausweis, Versicherungskrankenkarte und ein Deutschlandticket sowie ein mitgeführtes Smartphone entwendet haben. Danach flüchtete der Täter in unbekannte Richtung. Nachdem der Mann aufwachte und den Diebstahl, auch nach Hinweis einer Reisenden bemerkte, handelte er genau richtig und gab auf der gemeinsamen Sicherheitswache von Bundes- und Landespolizei am Hamburger Hauptbahnhof umgehend um 6.46 Uhr eine Strafanzeige gegen Unbekannt auf. Umgehend sichteten Bundespolizisten das aufgezeichnete Videomaterial entsprechender Überwachungskameras am Bahnsteig. Tatsächlich waren die Tathandlungen und der Täter auf dem Videomaterial zu erkennen.
„Aufgrund der guten Foto-Lage des Tatverdächtigen begaben sich sofort mehrere Streifenbeamte in einer Nahbereichsfahndung. Und tatsächlich konnten die eingesetzten Bundespolizisten den mutmaßlichen Täter im Stadtteil St. Georg wiedererkennen und widerstandslos vorläufig festnehmen.“
Nur eine halbe Stunde nach Aufgabe der Strafanzeige konnten die eingesetzten Polizeibeamten den Beschuldigten gegen 7.17 Uhr stellen und gefesselt zum Bundespolizeirevier am Hauptbahnhof verbringen. Ein sehr großes und seltenes Glück für den geschädigten Hamburger: Fast das gesamte zuvor gestohlene Eigentum wurde versteckt im Stadtteil St. Georg am Hansaplatz und in der Bekleidung des Beschuldigten aufgefunden und konnte dem Diebstahlsopfer wieder übergeben werden!
Offensichtlich fehlte aber die Krankenversicherungskarte. Die Überprüfung der Personaldaten des polizeilich bekannten Tatverdächtigen ergab gleich drei Fahndungstreffer. Der Mann wurde aufgrund von begangenen Straftaten zur Aufenthaltsermittlung der Staatsanwaltschaft Hamburg gesucht. Nach ärztlicher Feststellung der Gewahrsamsfähigkeit und Abschluss der bundespolizeilichen Maßnahmen (auch erkennungsdienstliche Behandlung) wurde ein weiteres Strafverfahren (Verdacht auf Diebstahl) gegen den Mann eingeleitet. Über den Ermittlungsdienst der Bundespolizeiinspektion Hamburg wird der Tatverdächtige der U-Haftanstalt und schließlich zur Vorführung vor einem Haftrichter zugeführt. Die weiteren Ermittlungen werden ebenfalls vom Ermittlungsdienst der Bundespolizeiinspektion Hamburg geführt.
Der Geschädigte hatte sich nachdem er Diebstahl bemerkt hatte genau richtig Verhalten. Er hat sofort eine Strafanzeige gegen „Unbekannt“ bei der Bundespolizei aufgegeben. Nur durch das sofortige Melden von Straftaten kann die Bundespolizei entsprechenden Videosichtungen und gezielte Fahndungsmaßnahmen erfolgreich einleiten.
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