56-jähriger Trickbetrüger festgenommen: Tipps von der Polizei

Blaulicht auf dem Dach eines Streifenwagens der Hamburger Polizei. Symbolfoto: FoTe Press

(ha). Einsatzkräfte der Fachdienststelle für Trickbetrug (LKA 43) nahmen gestern einen mutmaßlichen Trickbetrüger vorläufig fest. Der 56-Jährige muss sich heute vor einem Haftrichter verantworten.

Nach den bisherigen Erkenntnissen meldeten sich am Dienstagmittag zunächst ein angeblicher Bankmitarbeiter und im weiteren Verlauf ein angeblicher Polizeibeamter bei einer 62-Jährigen im Hamburger Stadtteil Finkenwerder. Der Frau wurde zunächst durch ein Telefongespräch und im weiteren Verlauf der Kommunikation in russischer Sprache über einen Messengerdienst suggeriert, dass sie Opfer eines Betruges geworden sei. Durch eine geschickte Gesprächsführung brachten die mutmaßlichen Betrüger sie dazu, Bargeld auf dem Grundstück zu hinterlegen, welches am Nachmittag zur angeblichen „Prüfung“ durch einen
Unbekannten abgeholt wurde.

Nachdem die 62-Jährige Zweifel bekommen hatte, erstattete sie gestern Vormittag eine Strafanzeige an der Außenstelle des Polizeikommissariats 47. Während der Anzeigenaufnahme kontaktierten die mutmaßlichen Betrüger die Geschädigte erneut
und forderten sie auf, weiteres Geld zu „Prüfzwecken“ auszuhändigen.

Die Beamtinnen und Beamten des LKA 43 übernahmen daraufhin die Ermittlungen und begleiteten die weitere Kommunikation mit den Betrügern. Nachdem diesen mitgeteilt wurde, dass weiteres Geld auf dem Grundstück deponiert worden war,
erschien gegen Mittag der angekündigte „Abholer“ an dem verabredeten Ort. Die Einsatzkräfte nahmen den Tatverdächtigen daraufhin vorläufig fest.

Im Zuge der intensiven Ermittlungen erlangten die Ermittlerinnen und Ermittler den Verdacht, dass der 56-jährige Ukrainer für mindestens vier weitere vollendete Trickbetrüge in den Stadtteilen Finkenwerder, Billstedt, Langenhorn und Lohbrügge verantwortlich sein könnte. Hierbei wurden jeweils russisch sprechende Bürgerinnen und Bürger von „falschen“ Polizistinnen oder Polizisten kontaktiert. Ihnen wurde auf Russisch mitgeteilt, dass ein naher Angehöriger oder eine nahe Angehörige einen Verkehrsunfall verursacht habe und nun eine Kaution gezahlt werden müsse. Der 56-jährige Mann soll auch bei diesen Taten als
„Abholer“ fungiert haben.

Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen führten die Ermittlerinnen und Ermittler den Tatverdächtigen dem Untersuchungsgefängnis zu. Ein Haftrichter erließ heute einen Haftbefehl.

Ob falsche Bankmitarbeiter, falsche Polizisten, Enkeltrick oder Schockanruf: Die Maschen der Telefonbetrüger sind vielfältig und die Polizei warnt immer wieder davor und rät:

   – Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl – Kann eine solch abenteuerliche Geschichte, die Ihnen am Telefon erzählt wird, wirklich stimmen?

   – Ein gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit!

   – Sprechen Sie mit einer Person Ihres Vertrauens. Auch Verwandte, Freunde oder Nachbarn können helfen, solche Taten zu verhindern.

   – Geht es am Telefon um Ihr Vermögen, welches Sie direkt übergeben sollen, sollten Sie sofort alarmiert sein!

   – Legen Sie beim kleinsten Verdacht umgehend auf. Rufen Sie dann die Polizei unter 110 oder ihre örtliche Polizeidienststelle an.

   – Lassen Sie grundsätzlich keine Fremden in Ihre Wohnung!

   – Führen Sie das Gespräch an der Tür nach Möglichkeit nur bei vorgelegtem Sperrbügel oder durch die geschlossene Tür.

   – Prüfen Sie die Berechtigung des Gegenübers, Ihre Wohnung zu betreten: Kann die Person sich ausweisen?