Josefine Preuß zeigt Fotografen wegen Stalkings an: am Filmset!

Schauspielerin Josefine Preuß bei verschiedenen Fototerminen in Hamburg. Fotos: FoTe Press

(ds). Dürfen wir vorstellen: die Fotos oben zeigen Josefine Preuß. Sie bezeichnet sich selbst als Schauspielerin. Was besagt das eigentlich? Nichts! Die Begriffe Schauspieler und Schauspielerin sind in Deutschland rechtlich nicht geschützt. Theoretisch darf sich jede Person so nennen, unabhängig davon, ob eine formale Ausbildung an einer Schauspielschule absolviert wurde oder nicht. Auch sagt es nichts darüber aus, ob jemand gut oder schlecht ist. Josefine Preuß hatte eher das Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit den richtigen Menschen zusammenzutreffen und ist seit ihrer frühen Kindheit auf Theaterbühnen und im Fernsehen zu sehen.

Ihr Wikipedia-Eintrag weist auf, dass sie als Kind in der Potsdamer Theatergruppe „Taifun“ mitspielte und einige Kinderhauptrollen am Hans Otto Theater hatte. Von 2000 bis 2003 war sie in der Kinderserie „Schloss Einstein“ in der Rolle als Anna Reichenbach zu sehen. Ihre Figur entwickelte sich zu einer tragenden Rolle und machte sie populär. Im Februar 2006 kehrte sie für einige Folgen zurück. 2004 übernahm sie die Moderation des KiKA-Journals „Quergelesen“, in dem sie Bücher für Kinder und Jugendliche vorstellte. Im selben Jahr spielte sie die Rolle der Nessie im ProSieben-Spielfilm „Klassenfahrt – Geknutscht wird immer“. Seit 2023 ist sie mit einer Hauptrolle in der ZDF-Reihe „Dr. Nice“ zu sehen.

Josefine Preuß ist kreativ. Am 13. Januar 2026, ihrem Geburtstag, postete sie auf ihrem offiziellen Instagram-Kanal einen Beitrag. Sie sitzt mit einem weißen Oberteil in einem Raum und scheint traurig zu sein. „Tja, nun ist es soweit… 40…unverheiratet…kinderlos…“ ist mit weißen Buchstaben zu lesen. Josefine Preuß erweckt den Eindruck, sie würde heulen. Ihre fiktiven Tränen wischt sie in dem Video mit mehreren Geldscheinen ab. Dann ist ein Hund zu sehen, den sie auf ihrem Arm hält. Mit einem Ohr des Hundes wischt sie sich ebenfalls die Tränen ab. Sie schüttelt mit dem Kopf, scheint nicht mit dem 40. Geburtstag klar zu kommen. Ringt um Fassung. Doch dann die Wende. Sie schaut direkt in die Kamera, greift mit ihrer rechten Hand nach einer Sektflasche und nimmt einen grhörigen Schluck aus der Pulle. Nun lacht sie glücklich in die Kamera.

Ist das lustig? Das kann jede Leserin oder jeder Leser selbst entscheiden. Wir finden das Video nicht lustig, aber kreativ. Apropos kreativ. Das ist Josefine Preuß auch in anderer Hinsicht. Sie hat unseren Reporter Matthias Röhe angezeigt. Grund: Röhe hätte gegen das Kunsturhebrrechtsgesetz und die Persönlichkeitsrechte von Schauspielerin Josefine Preuß verstoßen. Was hat Matthias Röhe gemacht? In seiner Funktion als Berichterstatter machte er Fotos von mehreren Schauspielern, unter anderem von Josefine Preuß am Drehort am Vivantes Wenckebach-Klinikum in Berlin. In einem leerstehenden Gebäude entstehen zahlreiche Innenaufnahmen der Arztserie Dr. Nice, wie wir bereits ausführlich berichteten. Da es sich bei dem Gelände um ein Privatgrundstück handelt, hält er sich schlicht und einfach in Nähe der Grundstückszufahrt auf. Hier laufen sowohl das Filmteam als auch Schauspieler entlang, um zu Produktionsfahrzeugen zu gelangen, die als Aufenthaltswagen fungieren. Einige Fahrzeuge parken auf dem Klinikgelände, andere hingegen auf einer öffentlichen Sttraße.

Dabei macht Röhe Fotos von Josefine Preuß – laut Dateiinfos am digital erstellten Foto um 13.59 Uhr beim Verlassen des Drehortes auf dem nicht öffentlichen Klinikumgelände. Er fotografierte sie aus weiterer Entfernung. „Natürlich gehört zu einer Berichterstattung über Drehorte von der Serie Dr. Nice auch die fotografische Dokumentation dazu, wenn Schauspieler sich am Drehort aufhalten“, sagt Matthias Röhe über den Grund der Fotos. Eine professionelle Schauspielrin wie Josefine Preuß weiß es auch, dass sie während der Arbeit an einem Drehort damit rechnen muss, fotografiert zu werden. Das Foto links zeigt Josefine Preuß am Drehort von „Dr. Nice“ am Vivantes Wenckebach-Klinikum in Berlin.

Gemäß des Gesetz betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie § 23 gibt es folgende Ausnahmen:

(1) Ohne die nach § 22 erforderliche Einwilligung dürfen verbreitet und zur Schau gestellt werden:

  1. Bildnisse aus dem Bereiche der Zeitgeschichte;

2. Bilder, auf denen die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit erscheinen;

3. Bilder von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben;

4. Bildnisse, die nicht auf Bestellung angefertigt sind, sofern die Verbreitung oder Schaustellung einem höheren Interesse der Kunst dient.

Josefine Preuß ist eine Person der Zeitgeschichte, die an einer Arbeitsstätte fotografiert wurde. Sie muss an einem Drehort immer damit rechnen, dass Presse/Fotografen vor Ort sind und auf die Filmarbeiten aufmerksam werden. Bei Filmarbeiten handelt es sich um ein zeitgeschichtliches Geschehen. Hier greift also die Ausnahme, dass Personen ohne deren Einwilligung abgelichtet und veröffentlicht werden dürfen. Auf den Fotos trägt die Darstellerin sogar noch ihre Arbeitskleidung. Einen besseren Beleg dafür, dass die Schauspielerin während ihrer Arbeitszeit fotografiert wurde, gibt es nicht. Unser Reporter hat sie weder an einem privaten Ort (zum Beispiel ihrer Wohnadrese) aufgesucht noch in einer privaten Situation fotografiert. Beispiel: würde sie in ihrer Mittagspause privat in einem Supermarkt einkaufen gehen, wäre es privat. Da muss sie keine Fotos dulden. Zu Recht!