Letzte Filmklappe für NDR „Nordlichter“-Film „Mama?“ in Eimsbüttel

Das Filmteam von "Mama?" dreht eien Szene auf einem parkplatz an der Julius-Vosseler-Straße am 14. August 2026, Foto: FoTe Press

(mr/ha). Ein Mann in blauem Hemd läuft hektisch die Julius-Vosseler-Straße auf und ab während mehrere Crew-Mitglieder eine Filmkamera auf ein Stativ setzen und die nächste zu drehende Szene vorbereiten. Gute 20 Menschen sind zugange aus den Bereichen Maske, Kostüm, Kamera, Licht, Ton, Ausstattung und beispielsweise Requisite. „So, wir gehen bitte auf Anfang für eine Probe“, ruft der Mann im blauem Hemd. Er ist Regie-Assistent und gibt an diesem Abend Anweisungen an die Crew-Mitglieder. Gedreht wurde – mit Unterbrechung – mehrere Wochen lang in mehereren Wohnungen in der Lenz-Siedlung im Hamburger Stadtteil Lokstedt. Heute ist letzter Drehtag. Aber was genau wurde hier in der markanten Hochhaussiedlung produziert?

Eine junge Mutter, die aus Sehnsucht nach Liebe ihre Kinder sich selbst überlässt, steht im Zentrum des neuen NDR „Nordlichter“-Kinofilms „Mama?“ (Arbeitstitel), der bis zum heutigen 14. August in Hamburg, Niedersachsen und Bremen entsteht.

„Mama?“ erzählt von Tini (Harriet Herbig-Matten), einer jungen Mutter, die zu wissen scheint, was sie will. Und das ist eigentlich nur: das Beste für sich und für ihre Kinder. Dabei verfolgt sie ihr Ziel teils selbst wie ein Kind – impulsiv, unüberlegt, störrisch. Auf der Suche nach Halt trifft sie auf Basti (Ludger Bökelmann), der ihr Hoffnung verspricht – und trifft eine fatale Entscheidung: Sie sperrt ihre Kinder ein, um dieses „Beste“ für sie zu erreichen. Was folgt, ist ein schmerzhafter Abstieg in Selbstverleugnung, Schuld und den Versuch, sich selbst und ihre Kinder zurückzugewinnen. Der Film beobachtet Tini nicht als Täterin, sondern als Mensch in einer Welt aus sozialen Zwängen, patriarchalen Machtstrukturen und emotionaler Verwahrlosung – eine Geschichte über Abhängigkeit, Selbstermächtigung und die brennende Frage: Wie kann man lieben, wenn man sich selbst nie geliebt hat?

Das Drehbuch zu „Mama?“ schrieb Uli Klingenschmitt, Regie führt Katharina Sporrer. Produzent*innen sind Anette Unger und Sven Rudat (Leitwolf Filmproduktion GmbH), Producer ist Henry Tritschler. Die Redaktion liegt bei Philine Rosenberg (NDR).

Das Kreativteam Katharina Sporrer, Henry Tritschler und Kamerafrau Anna-Katharina Kolkmann hat bereits den HMS-Abschlussfilm „Teresa, Station B“ zusammen realisiert.

Mit dem Talentförderprogramm „Nordlichter“ bieten der NDR, die MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein und die nordmedia – Film und Medienförderung Niedersachsen/Bremen jungen Filmschaffenden die Chance, moderne und eigenwillige norddeutsche Genre-Geschichten zu erzählen.


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