(mr/ha). Kerzen, Blumen, Stofftiere, Fotos, Porzellanfiguren und Abschiedskarten liegen am Eingang der evangelischen Dreieinigkeitskirche Allermöhe-Reitbrook. Ein großes Foto zeigt einen jungen Mann, der offenbar im Gotteshaus beerdigt wird und von dem sich fast 80 Menschen verabschieden. An sich eine völlig normale Prozedur – stünde nicht ein gutes Dutzend Scheinwerfer an der Außenfassade der Kirche. Überall laufen hektisch Filmleute hin und her, richten die Scheinwerfer mehrfach ein. Andere Crew-Mitglieder schieben Technikrollwagen hin- und her: Ton, Licht, Kamera und Requisite Die Kirche dient an mehreren Tagen als Filmkulisse für einen neuen Krimi im Auftrag des ZDF.
Es handelt es sich um einen Samstagskrimi mit dem Arbeitstitel „Eine Brise Mord“, wie eine Sprecherin des ZDF bestätigt. Vor Ort ist die Filmcrew eher verschwiegen, schließlich soll noch nicht allzu viel verraten werden.

Kommissarin Jana Stoehr auf dem
Friedhof in Hamburg-Allermöhe.
Fotos: FoTe Press
Deshalb parkt die TV-Crew mit ihrem umfangreichen Fuhrpark im hinteren Teil des Friedhofs: Aufenthaltsmobile, Fahrzeuge für Maske, Kostüm, Catering, Toilettenwagen und Requisite stehen gut versteckt hinter Bäumen und Hecken. Die meisten Aufnahmen macht die Filmcrew im Kirchenschiff. 78 Komparsinnen und Komparsen spielen eine Trauergemeinde – sind in schwarz gekleidet und den Tränen nahe. Die Stimmung am Set ist laut Drehbuch traurig und trostlos.
Bei einer Außenszene kommt eine Drohne zum Einsatz: die Trauergemeinde wird dabei gefilmt, wie sie an der mit Blumen und Fotos versehenen Gedenkstätte am Eingang vorbei laufen und die Kirche betreten. In einer Drehstartmeldung gibt das ZDF Teile des Inhalts bekannt: Die Schweriner Kommissarin Jana Stoehr (Valerie Niehaus) hat in ihrem Leben schon vieles gemeistert: Mordfälle gelöst, Entführungen aufgeklärt, Tatorte abgesichert und bei Minusgraden Beweisstücke aus Baggerseen gezogen. Außerdem hat sie eine Scheidung überstanden und eine inzwischen 19-jährige Tochter großgezogen. Doch nun steht sie vor der wohl größten Herausforderung ihres Lebens: der Rückkehr in ihre Heimat, ins beschauliche Küstenörtchen Haffwiek auf Fischland/Darß und zu ihrem Vater Klaus (Falk Rockstroh).
Jana ist Trauzeugin bei der Hochzeit ihrer Teenieliebe Olaf (Max von Pufendorf), der im Ort geblieben ist und die Arztpraxis seines Vaters übernommen hat. Jana hingegen hat Haffwiek früh verlassen, um sich ein eigenes Leben aufzubauen. Entsprechend widerwillig kehrt sie zurück und wird gleich mehrfach ausgebremst: von einer chaotischen Anreise, dem liegengebliebenen Hochzeits-DJ David (Fridolin Sandmeyer) und dem übereifrigen Dorfpolizisten-Ehepaar Milana und Andy Klostermann (Sara Fazilat und David Simon). Dann überschlagen sich die Ereignisse: In der Kirche wird Pastor Ansgar Bartelt (Leander Lichti) erschossen aufgefunden – neben ihm liegt Olafs Handy. Die Trauung mit Sinje (Franziska Hartmann) hat sich damit vorerst erledigt, der Mordfall ist eröffnet. Für Polizeichef Hartmut Engler (Thorsten Merten) ist die Sache schnell klar, für Jana nicht. Ihre Nachforschungen führen sie weit in Haffwieks Vergangenheit zurück, und Jana stellt fest, dass ausgerechnet der Ort, aus dem sie immer wegwollte, der einzige ist, an dem sie wirklich gebraucht wird.

Niehaus am Filmset auf dem Friedhof in Allermöhe. Eine TV-
Kamera filmt die Darsteller.
Unter der Regie von Jonas Grosch spielen in weiteren Rollen Nina Petri, Johannes Klaußner, Jens Peter Brose und andere. Das Drehbuch schrieben Sven Nagel und Jonas Grosch nach einem Konzept von Niels Holle. Es produziert die Network Movie Film- und Fernsehproduktion. Ein Ausstrahlungsdatum gibt es noch nicht.

und Abschiedskarten liegen am Eingang der
evangelischen Dreieinigkeitskirche Allermöhe-Reitbrook.
In einer weiteren Außenszene kommt es mitten auf dem Friedhof zu einer Festnahme. Schauspielerin Nina Petri bekommt Handschellen angebracht und wird von zwei Polizisten über den Friedhof abgeführt und zum Streifenwagen gebracht. Sie nimmt auf der Rückbank des Peterwagens Platz. Ist sie die Mörderin?
