Immer wieder untergeschobene Verträge von Vodafone

Das Unternehmen "Vodafone" arbeitet offenbar mit unseriösen Machenschaften gegenüber Kunden. Foto: FoTe Press

(ha/mr). Kunden des Mobilfunkunternehmens Vodafone sollten wachsam sein! Grund: Regelmäßig melden sich Menschen bei Verbraucherschutzvereinen, denen das Unternehmen Auftragsbestätigungen über Leistungen geschickt hat, die sie gar nicht haben wollten.

Aktuell gibt es folgenden Fall in Hamburg: ein Kunde wendet sich an den Vodafone Kundenservice. Unregelmäßig stürzt sein Router ab und der Kunde kann für etwa zwei, drei Minuten weder Telefonieren noch ins Internet. Er notiert sich die Ausfälle und schickt dem Kundenservice eine Liste mit Datum und Uhrzeit, an denen der Router abgestürzt ist. „Hallo, danke für Deine E-Mail! Wir melden uns so schnell wie möglich bei Dir. In der Zwischenzeit: Schau auf unsere Hilfe-Seite – schnell, kostenlos, 24/7. Viele Kund:innen finden dort direkt eine Lösung“, bekommt der Kunde als Antwort per Mail zugeschickt. Einen Tag später eine konkrete Antwort: „Vielen Dank für Ihre E-Mail. Leider habe ich Sie heute telefonisch nicht erreicht. Gerne hätte ich mit Ihnen persönlich gesprochen. Sie teilen uns mit, dass aktuell Einschränkungen mit unseren Diensten an Ihrem Anschluss bestehen. Das tut uns sehr leid. Damit unsere Systeme die Leitungsstörung präzise erfassen und analysieren können, ist eine Meldung in einem engen Zeitfenster erforderlich. Bitte melden Sie sich erneut bei uns, sobald die Störung aktuell besteht oder innerhalb von maximal 12 Stunden nach dem letzten Auftreten der Abbrüche. Zur Störungsaufnahme sind weitere Informationen notwendig und Ihre Mithilfe ist gefragt.“

Soweit, so gut. Wiederum einen Tag später flattert eine weitere E-Mail in das digitale Postfach des Kunden. Im Betreff steht „Auftrag jetzt bestätigen – Ihre Vertragszusammenfassung“. Man könnte jetzt denken, dass es sich um eine Zusammenfassung der gelegentlichen Störungen handelt. Oder um eine Auftragsbestätigung, dass sich ein Service-Mitarbeiter um die Störung kümmert. Das wäre ja normal.

Aber nein: das Unternehmen Vodafone versucht doch tatsächlich dem Kunden, einen neuen Vertrag unterzuschieben. „Sie bekommen jetzt Ihre Vertragszusammenfassung im Anhang. Weitere Informationen zu Vertragsbestandteilen finden Sie unten. Bestätigen Sie sie bitte mit einem Klick auf „Ich bestätige“. Nur dann können wir Ihren Auftrag prüfen und weiterbearbeiten. Oder haben Sie mit uns telefoniert? Wenn Sie dabei den Auftrag und die Vertragszusammenfassung schon in einer Gesprächsaufzeichnung bestätigt haben, brauchen Sie nichts weiter zu tun.“

Wer nun an dieser Stelle auf „bestätigen“ klickt, stimmt einem neuen Vertrag zu. Was sind denn das für Machenschaften?

Sammelklage gegen Vodafone

Offenbar haben sich mehrere Verbraucher bei verschiedenen Verbraucherzentralen beschwert. Sie geben Warnhinweise. Regelmäßig melden sich Menschen bei der Verbraucherzentrale in Hamburg-St-Georg, denen Vodafone Auftragsbestätigungen über Leistungen geschickt hat, die sie gar nicht haben wollten. Die Verbraucherzentrale Hamburg ist schon mehrfach gegen das Unternehmen vorgegangen. Aktueller Fall: der Vodafone-Tarif GigaZuhause 50 DSL.

Wer nichts bestellt, darf auch nicht zur Kasse gebeten werden! Das ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, doch nicht alle Unternehmen halten sich daran. Zum Beispiel Vodafone.

Uns erreichen regelmäßig Beschwerden von Betroffenen, die Zeit und Nerven investieren müssen, um sich gegen Rechnungen von Vodafone zu wehren, für die es keine Vertragsgrundlage gibt. Denn sie haben die Produkte gar nicht bestellt. Schon mehrfach sind wir mit Abmahnungen oder Klagen gegen das Unternehmen vorgegangen. Dabei ging es um die folgenden Vodafone-Produkte:

  • GigaZuhause 50 DSL
  • GigaMobil S mit Basic Phone
  • Vodafone CableMax 1000
  • Red Internet & Phone Cable und/oder Vodafone Sicherheitspaket
  • Vodafone TV Connect
  • Vodafone GigaTV, inklusive HD Premium Cable
  • Kabel Digital 
  • Video Select

Vodafone hat einseitig Preise für Festnetz-Internet-Verträge erhöht. Mit der Sammelklage will der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) zu Unrecht gezahlte Gelder für Verbraucher:innen zurückholen. Vodafone soll ihnen die Differenz zwischen altem und neuem Preis seit der Preiserhöhung erstatten.

Auftragsbestätigung nach Hotline-Telefonat

Viele vermeintliche Vertragsabschlüsse kommen zustande, nachdem ein Telefonat mit der Service-Hotline von Vodafone stattgefunden hat.