(mr). Der Tag beginnt am Sonnabend, dem 8. August 2026, um 8 Uhr. Für Journalisten eine ansonsten unchristliche Zeit, schließlich arbeiten sie üblicherweise auch gerne mal bis weit in die Mitternachtsstunden hinaus. Daher beginnt der Arbeitsalltag auch gerne mal erst um 11 Uhr vormittags.
Aber für die Alster-Aufräumaktion “Sauberer Journalismus” stehen die Journalisten gerne früh auf. Zum 16. Mal fand die alljährliche Aufräumaktion “Sauberer Journalismus” auf und in der Alster statt. Ihre Hamburger Allgemeine Rundschau war dieses Jahr zum ersten Mal im wahrsten Sinne des Wortes mit an Bord. In Höhe des Winterquartieres der Schwäne begann der Tag: mehrere Journalisten zogen ihre Taucherausrüstungen an, berei-teten Boote und Beibotte vor. Dann suchte eine Freiwilligengruppe aus Medienvertretern und Mitarbeitenden des Hamburger Schwanenwesens nach Schrott und Müll, der achtlos ins Wasser geworfen wurde. Das Augenmerk hatten die Teilnehmenden dabei auf Flächen in der Alster in Brückennähe. Erfahrungsgemäß schmeißen Menschen Müll achtlos von der Brücke. Gleich an der ersten Brücke an der Eppendorfer Landstraße holte ein Taucher eine schwere Eisenleiter aus dem Wasser. Es folgten zwei Verkerhrssschilder, ein Fahradd und ein E-Scooter. Eine Brücke weiter fanden die Tauscher einen Einkaufswagen. Wenig später hatte ein tauchender Journalist einen Grill in seiner Hand.
„Einen Grill hatten wir noch nie“, ssagte Reporter Frank Bründel, der zusammen mit Hamburgs Schwanenvater Olaf Nieß die Aktion vor 16 Jahren für Medienvertreter und Ehrenamtliche ins Leben gerufen hat. Gerüchten zufolge soll damals ein Handy in die Alster gefallen sein, nach dem mühsam gesucht wurde. „Die Idee nach dem Saubermachen der Alster war geboren“, sagte Bründel vor Ort. In diesem Jahr holte das Team auch einen Zeitungsträgerwagen aus der Alster – eine Kuriosität.
Zu den „Highlight“ Bründels zählt allerdings bis heute ein Krankenhausbett. Ein solches haben sie vor einigen Jahren bei der Aktion aus der Alster gefischt und kollektiv nur mit dem Kopf geschüttelt.
Teile einer Sitzbank, eines Sonnenschirms und Glasflaschen wurden ebenfalls gefunden. Die Aktion soll auch im nächsten Jahr fortgeführt werden. Dann steigen wieder Reporter verschiedener (auch konkurrierender) Medienhäuser gemeinsam in und an die Alster, um Schrott und Unrat aus dem Gewässer zu fischen. Und davon gibt es bekanntlich viel zu viel.
