Unwetteralarm in Hamburg: Der HAR-Schnee-Ticker

Ein Streufahrzeug der Hamburger Stadtreinigung im Einsatz in Hamburg-Altona. Foto: FoTe Press

8. Januar 2026, 20.20 Uhr: Unheilig muss Hamburg-Konzerte in Wilhelmsburg kurzfristig absagen. Das teilt der Graf in einem Posting auf seinem offiziellen Instagramm.Account mit. Eigentlich sollte Unheilig nach dem ausverkauften Konzert im Dezember heute und morgen für zwei Zusatzshows in die Inselpark Arena kommen. Nun die Absage des Veranstalters. Die Halle ist nach Angaben von Unheilig bis zum 13. Januar komplett gesperrt. Die Konzerte sollen nach Möglichkeit nachgeholt werden. Die Band will darüber informieren, sobald es Neuigkeiten gibt. Es war sein großer Wunsch, die beiden Konerte in Hamburg stattfinden zu lassen, heißt es in der Videobotschaft.

8. Januar 2026, 20.08 Uhr: Hamburgs Erster Bürgermeister, Dr. Peter Tschentscher, wendet sich angesichts der für morgen, Freitag, 9. Januar, ausgegebenen Unwetterwarnung an die Hamburgerinnen und Hamburger. Wörtlich heißt es in einer Erklärung: „Liebe Hamburgerinnen und Hamburger, die Schneefälle der letzten Tage und die aktuelle Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes stellen eine Ausnahmesituation dar. Die Stadtreinigung ist mit über 700 Einsatzkräften und 360 Fahrzeugen im Einsatz, um die Hauptverkehrsstraßen, wichtige Zufahrten, Wege und Verkehrsknotenpunkte freizuhalten. Unsere Krankenhäuser und Rettungsdienste haben ihre Kapazitäten erhöht. Die Verkehrsbetriebe bemühen sich, den öffentlichen Personennahverkehr so stabil wie möglich aufrechtzuerhalten. Die Schulen haben den Präsenzunterricht für den morgigen Freitag abgesagt, stellen aber eine Notbetreuung für alle Familien sicher, die darauf angewiesen sind. Polizei und Feuerwehr, die städtischen Unternehmen der Energie- und Wasserversorgung sowie die Behörden und Einrichtungen der sozialen Infrastruktur sorgen weiterhin für Sicherheit, Ordnung und die Grundfunktionen unserer Stadt. Ich bedanke mich sehr herzlich bei allen, die daran mitwirken, und bitte alle Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt um ihre Mithilfe: Vermeiden Sie unnötige Wege und aufschiebbare Termine. Stellen Sie sich auf die Witterungsbedingungen ein. Gewährleisten Sie als Grundeigentümer die Räumung der Gehwege vor Ihren Häusern. Achten Sie auf Ihre Nachbarn und Mitbürger, denn gemeinsam bewältigen wir die Lage in den nächsten Tagen am Besten.“

8. Januar 2026, 19.40 Uhr: Infolge des anhaltenden Schneefalls und der angekündigten Sturmböen und Schneeverwehungen kommt es aktuell zu verschiedenen Einschränkungen im Bezirk Hamburg-Mitte.

Parks und Grünanlagen:

  • Aufgrund möglicher Astabbrüchen, Sturmschäden und Glätte warnt das Bezirksamt vor dem Betreten von Wäldern, Grünanlagen und Naturschutzgebieten.
  • Planten un Blomen bleibt vorerst bis zum 12. Januar gesperrt. Die Eisbahn ist weiterhin geöffnet.

Sportanlagen:

  • Die bezirklichen Sportanlagen und Hallen sind bis einschließlich Sonntag für den Spiel- und Trainingsbetrieb gesperrt.

Wochenmärkte:

  • Donnerstag: Horn abgesagt
  • Freitag: Billstedt, Hamm und Wilhelmsburg (Berta-Kröger-Platz) abgesagt
  • Samstag: Ob die Märkte am 10. Januar sicher stattfinden können, wird derzeit noch geprüft.

8. Januar 2026, 18 Uhr: In Hamburg hat es in den vergangenen Tagen so viel geschneit wie in den vergangenen 15 Jahren nicht. Der aktuell vorhandene und für die kommenden Stunden erneut vorhergesagte Schneefall führt zu einer besonderen Gefahrenlage. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat seine Amtliche Warnung vor Schneefall für Freitag am heutigen Tag noch einmal verschärft: https://www.dwd.de/DE/wetter/warnungen_gemeinden/warnWetter_node.html

Angesichts der zu erwartenden starken Schneefälle mit bis zu 15 Zentimeter Neuschnee und Schneeverwehungen durch starke Winde appelliert der Hamburger Senat, am morgigen Freitag möglichst zuhause zu bleiben, auf nicht unbedingt nötige Fahrten zu verzichten und bei Aufenthalten im Freien, insbesondere bei der Teilnahme am Straßenverkehr, besondere Vorsicht walten zu lassen.

Die Schulbehörde hat den Unterrichtsbetrieb für Freitag ausgesetzt und die Schulen am Donnerstag darüber informiert. Trotz des Unterrichtsausfalls stellen die Hamburger Schulen eine Betreuung für diejenigen Schülerinnen und Schüler sicher, die nicht zu Hause bleiben können und deswegen zur Schule kommen. Alle Schulsporthallen bleiben ab heute Nachmittag und zunächst bis einschließlich Montag, 12. Januar, gesperrt.

Die Friedhof-Standorte der Hamburger Friedhöfe bleiben bereits ab dem heutigen Donnerstagabend aus Sicherheitsgründen für den Publikumsverkehr geschlossen.

Gleichzeitig arbeiten alle Hamburger Behörden und städtischen Betriebe mit Hochdruck daran, die Auswirkungen der schwierigen Witterung so gering wie möglich zu halten. Der Winterdienst der Stadtreinigung Hamburg (SRH) befindet sich hierfür seit Tagen im Volleinsatz: Mit rund 730 Einsatzkräften und 360 Fahrzeugen konzentrieren sich die Räum- und Streuarbeiten prioritär auf wichtige Hauptverkehrsadern, Verbindungsstraßen, Busstrecken sowie ein ausgewähltes Radwegenetz und Fußgängerüberwege. Um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, kommt auf Geh- und Radwegen seit gestern ergänzend Salz zum Einsatz; die bisherige Wirkung wird als positiv bewertet.

Angesichts der enormen Schneemengen, die eine Ausnahmesituation darstellen, stoßen die Räumarbeiten jedoch an Grenzen. Eine durchgehend schnee- und eisfreie Fahrbahn ist bei anhaltendem Niederschlag nicht flächendeckend zu gewährleisten, zumal diese Mengen nicht durch den Einsatz von Streumitteln aufgelöst werden können. Zudem gilt die etablierte Arbeitsteilung: Während die SRH die Sicherung der Straßeninfrastruktur übernimmt, sind auf den Gehwegen die Eigentümerinnen und Eigentümer in der Räumpflicht. Die Umweltbehörde warnt zudem: Das Betreten von Eisflächen auf Gewässern ist streng untersagt, es besteht akute Lebensgefahr! Ebenso wird vor dem Aufenthalt in Wäldern und Grünanlagen gewarnt, da hier große Gefahr durch Schneebruch herabbrechender Äste besteht.

Auch die Hamburger Verkehrsunternehmen bereiten sich intensiv darauf vor, die witterungsbedingten Einschränkungen im ÖPNV möglichst schnell zu beseitigen und Fahrgäste und Reisende fortlaufend zu informieren. Die HOCHBAHN hält zusätzliche Busse bereit, um punktuell bei möglichen Ausfällen unterstützen zu können. Im U-Bahn-Bereich sind rund um die Uhr Kolleg:innen im Räumdienst unterwegs. Hierbei kommt neben dem Reinigungsdienst der Hochbahn auch zusätzliches Personal zum Einsatz. Außerdem steht die HOCHBAHN mit Dienstleistern im Austausch, um bei Bedarf zusätzliche Unterstützung zu erhalten. Auch die S-Bahn wird zusätzliche Ressourcen bereitstellen, unter anderem zur stabilen Nutzung von Weichen und zum Enteisen von Stromschienen.

Die Verkehrsbehörde hatte in dieser Woche bereits eine Allgemeinverfügung erlassen, in der das in Hamburg geltende Nutzungsverbot von Tausalz ab sofort bis 21. Januar aufgehoben wird. Hamburgerinnen und Hamburger können in dieser Zeit klassisches Tausalz auf die Wege streuen, um vereiste Gefahrenquellen zu beseitigen. Der Senat reagiert damit auf die anhaltende und außergewöhnliche winterliche Witterung.

Die Feuerwehr Hamburg stellt sich ebenfalls auf vermehrte Einsätze der Technischen Hilfe und im Rettungsdienst ein. Die Hamburger Krankenhäuser hatten zuletzt bereits ihr Personal in der Unfallchirurgie und den Notaufnahmen aufgestockt.

Die kundenorientierten Bereiche in den Bezirks- und Finanzämtern sowie der HamburgService werden den Betrieb morgen der Wetterlage anpassen. Bürgerinnen und Bürger sollten prüfen, ob sie eventuelle Termine verlegen können und mit ihren Anliegen auf nächste Woche oder einen späteren Zeitpunkt ausweichen.

8. Januar 2026, 17.08 Uhr: Auch das Bäderland reagiert auf die Unwetterwarnung: Alle Schwimmbäder werden am Donnerstagabend bereits um 18 Uhr schließen. Freitag, wenn ein Schneesturm über Hamburg fegen soll, werden nur fünf der insgesamt fast 30 Bäderland-Standorte geöffnet und das nur zwischen 10 und 18 Uhr. Das teilt das Unternehmen mit. Dabei handelt es sich um die Alsterschwimmhalle, das Billebad, das Festland in Altona, die Schwimmhalle Inselpark in Wilhelmsburg und das Familienbad Ohlsdorf.


Das neue Logo der Hamburger Allgemeine Rundschau mit dem Claim „Hummel Hummel. Infos Infos“.