(ha). Eine erste Teilfläche von 790 Quadratmetern des „Wilden Waldes“ hätte bereits heute gefällt werden soll – doch daraus wird nun vorerst nichts. Aufgrund des vom NABU gestellten Eilantrages an das Hamburger Verwaltungsgericht hat dieses Baumfällungen oder sonstige Rodungsarbeiten vorerst untersagt. Gleichzeitig wird das Bezirksamt-Mitte aufgefordert sofort und unter Anordnung der sofortigen Vollziehung jegliche Fäll- und Rodungsarbeiten bis zur Bekanntgabe einer weiteren Entscheidung des Gerichts zu untersagen.
Das Gericht begründet das Verbot der Rodung damit, dass das Gericht nur so in die Lage versetzt wird den Sachverhalt in vollem Umfang zur Kenntnis zu nehmen und allen Verfahrensbeteiligten rechtliches Gehör zu gewähren. Eine finale Entscheidung des Gerichts über den Eilantrag des NABU steht also noch aus.
„Die Entscheidung des Hamburger Verwaltungsgerichtes ist ein wichtiger Teilerfolg für uns und den Wilden Wald, gleichzeitig aber auch ein Zeichen eines gut funktionierenden Rechtsstaates. Als anerkannter Umweltverband nehmen wir unsere Aufgabe als Anwalt der Natur sehr ernst und schöpfen die uns zur Verfügung stehenden rechtlichen Mittel aus. Wir setzen uns weiterhin dafür ein, dass der gesamte Wilde Wald erhalten bleibt“, sagt Malte Siegert, Vorsitzender des NABU Hamburg.
Hintergrund:
Der „Wilde Wald“ in Wilhelmsburg ist ein seit über 60 Jahren natürlich aufgewachsener Wald und wird laut Hamburger Biotopkartierung als ökologisch wertvoll eingestuft. Für die Entwicklung des sogenannten „Spreehafenviertels“ soll fast der gesamte neun Hektar große Wald gefällt werden. Das Spreehafenviertel befindet sich zwar noch in der Planung, aber am 12. Februar hat das Bezirksamt Hamburg-Mitte die Genehmigung für eine erste Teilrodung erteilt. Dabei geht es um eine Fläche von 790 Quadratmetern, die die Stadt einem angrenzenden Bauunternehmen im Tausch gegen ein kleineres Stück ihres Firmengeländes angeboten hat. Die Rechtsgrundlage hierfür ist ein alter Bebauungsplan aus den 1960er Jahren, also bevor der Wald überhaupt entstand.

Promi-Grabstätte des Monats

(mr). Während viele Zeitungen regelmäßig über aktuelle Todesfälle in Form von Todesanzeigen berichten, stellt Ihnen die Hamburger Allgemeine Rundschau darüber hinaus Monat für Monat eine ausgewählte Grabstätte eines Prominenten vor: Politiker, Schauspieler, Sänger, Sportler, Künstler.
In diesem Monat zeigen wir Ihnen die Grabstätte von Hamburgs Ehrenbürger und Schriftsteller Siegfried Lenz. Der gebürtige Ostpreuße starb am 7. Oktober 2014 im Alter von 88 Jahren in Hamburg.

Auf der Trauerfeier am 28. Oktober 2014 im Hamburger Michel sprachen unter anderem Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz, Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Thorsten Albig und der Oberbürgermeister der polnischen Stadt Elk, der Lenz‘ Verdienste um die Versöhnung zwischen Polen und Deutschland würdigte. Auch Bundeskanzler a. D. Helmut Schmidt sprach von der Gelassenheit, die er mit seinem langjährigen Freund Siegfried Lenz gemein hatte und lobte seinen vorbildlichen Charakter: „‚Siggi‘ war ein Mann mit einem großen Einfühlungsvermögen. Er war ein Mann von Freundlichkeit und Bescheidenheit. Für mich blieb er ein Mann ohne erkennbare Schwäche. Ich werde ihn sehr vermissen.“ Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig ging auf die Regionalität von den Geschichten des Schriftstellers ein: „Weltliteratur braucht nicht zwingend die große Bühne. Sie kann sehr wohl im Kleinen stattfinden: in Rugbüll, in Egelund, in Isenbüttel.“
Siegfried Lenz war neben Hamburg auch Ehrenbürger des nördlichsten Bundeslandes. In Schleswig-Holstein hatte Lenz in Tetenhusen bei Schleswig ein Ferienhaus, in dem er viele Werke schrieb und mit seinen Landschaftsschilderungen dem Norden ein literarisches Denkmal setzte.

Der größte Erfolg von Siegfried Lenz wurde der 1968 erschienene Roman „Deutschstunde“ (1968), der auch international eine breite Leserschaft anzog. Es folgten weitere erfolgreiche Romane wie „Heimatmuseum“ (1978), „Der Verlust“ (1981), „Die Klangprobe“ (1990) oder beispielsweise „Die Auflehnung“ (1994), die Lenz an die Seite der großen deutschen Autoren wie Heinrich Böll, Günter Grass oder Martin Walser stellten. Im Alter von 82 Jahren schrieb Siegfried Lenz seine erste Liebesgeschichte. Die Novelle „Schweigeminute“ war mit etwa 360.000 verkauften Exemplaren der Überraschungserfolg des Jahres 2008. Lenz umfasst mit seinen Arbeiten alle literarischen Gattungen einschließlich Hörspiele, Theaterstücke, Essays, humoristische Erzählungen und Dramen. Siegfried Lenz, einer der meistgelesenen deutschen Schriftsteller der Nachkriegszeit, wurde am 28. Oktober 2014 an der Seite seiner ersten Frau Liselotte, mit der er 56 Jahre lang verheiratet war, beigesetzt. Die Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof Groß-Flottbek in Hamburg.
Unsere Bilder oben zeigen die Grabstätte drei Tage nach seiner Beisetzung. Auf dem Grabstein sind zu diesem Zeitpunkt bereits sein Name, sowie Geburts- und Sterbedatum eingraviert. Auf Rücksichtnahme der Angehörigen geben wir keine exakte Beschreibung zur Grablage bekannt. Wir bitten um Verständnis.
Lesen Sie bitte auch den Artikel „Hier ruhen Hamburgs Persönlichkeiten“.
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+++ Aus unserem Archiv +++ Aus unserem Archiv +++ Aus unserem Archiv +++
Wachdienst behindert Journalisten bei der Arbeit – Polizei greift ein
(mr). In der Flüchtlingsunterkunft in der Dratelnstraße (Stadtteil Wilhelmsburg) kam es im Oktober 2015 zu Auseinandersetzungen zwischen Bewohnern der Unterkunft. Etwa 60 Personen schlugen massiv mit Gegenständen aufeinander ein – dabei wurden mehrere Personen verletzt. Die Polizei rückte mit 25 Streifenwagen an, nahm mehrere Personen vorübergehend in Gewahrsam. Im Sanitärbereich der Flüchtlingsunterkunft seien nach bisherigen Ermittlungen mehrere Männer in Streit geraten. Der eingesetzte Wachdienst, der rund um die Uhr mit mehreren Kräften im Einsatz ist, konnte die Situation offensichtlich nicht in den Griff bekommen und rief die Polizei. Auch die Feuerwehr wurde informiert und entsendete mehrere Rettungstransportwagen und den Führungsdienst der Feuerwehr. Nach Eintreffen von Polizei und Feuerwehr beruhigte sich die Lage. Mitarbeiter des Wachdienstes behinderten Pressevertreter vor Ort. Fotografen und Kameraleute berichteten von öffentlichem Grund und Boden über den Einsatz. Um allerdings Berichterstattung abzuwenden, versuchte der Wachdienst Objektive der Kameras mit Händen und Körpereinsatz abzudichten. Teilweise gab es auch aggressive Wachleute, die mit leichter körperlicher Gewalt versuchten, Aufnahmen von dem Polizeieinsatz zu verhindern. Beamte der Polizei wurden auf die Situation aufmerksam und klärten das Wachpersonal auf die Rechte der Medienvertreter auf. Der Einsatz war nach etwa einer Stunde beendet. Kaum hatte sich die Lage in der Flüchtlings-Zeltstadt für 800 Menschen beruhigt, musste die Polizei erneut anrücken. In einem der Zelte stand plötzlich eine Matratze in Flammen. Die Feuerwehr rückte an, eine Person kam verletzt ins Krankenhaus.
Apropos Wachpersonal: Viele im Wachgewerbe tätige Personen nehmen sich Rechte heraus, die sie nicht haben. Was für Rechte und Pflichten sie haben, ist hier für Sie von den Kollegen der Berliner Morgenpost zusammengetragen. Auch finden Sie hier einen lesenswerten Artikel.
Tanztraining für „Let’s Dance“ in Uhlenhorst

(mr). Das Tanzduell der Stars „Let’s Dance“ startete am 5. April 2013 in die sechste Runde. In neun glamourösen Live-Shows wagten sich insgesamt zehn Prominente jeweils mit einem Profitänzer auf das glatte Tanzparkett.
Sie sind waren: Moderatorin Marijke Amado (59), die Ex-Frau von Michael Ballack Simone Ballack (37), die ehemalige Leichtathletin im Stabhochsprung Balian Buschbaum (32), Schauspieler Manuel Cortez (33), Model, Schauspieler und „Bachelor“ Paul Janke (31), Moderatorin und Schauspielerin Gülcan Kamps (30), Musical-Star und Schauspieler Tetje Mierendorf (40), Schlagersänger und Moderator Jürgen Milski (49), Schauspielerin Sila Sahin (27) sowie Schauspielerin Manuela Wisbeck (29). Manuel Cortez wurde „Dancing Star 2013“?
In Hamburg probten im Februar und März 2013 Paul Janke unter der Anleitung von Profitänzerin Ekaterina Leonova.
Unser Foto zeigt die beiden bei den Proben in einer Tanzschule in Hamburg-Uhlenhorst. Foto: Röhe
Vom Businessplan zum langfristigen Erfolg
(mr). Ist genug Kapital vorhanden? Helfen Familienmitglieder mit? Welche Qualifikationen sind vorhanden und wie schaut es mit Mitbewerbern aus? Wer den Schritt in die Selbstständigkeit wagen und damit beruflich etwas Eigenes starten möchte, muss sich im Vorwege über alle möglichen Fragen Gedanken machen. Woher nehme ich das Startkapital? Welche Erfahrungen weise ich auf, habe ich gesundheitliche Einschränkungen? Welche Gesetze muss ich beachten und wie lange muss ich täglich arbeiten? Bei all den Fragen steht unter anderem der Verein „Unternehmer ohne Grenzen“ für jedermann kostenfrei mit Rat und Tat zur Seite. „Wir nehmen uns viel Zeit und checken jeden Interessenten genau durch“, sagt Projektleiter Markus Woller-von Have. „Steht eine Geschäftsidee, überprüfen wir die persönlichen Gegebenheiten. Es folgen mindestens 13 Beratungsstunden, dann fertigen wir einen Businessplan“, ergänzt Projektleiter Woller-von Have. Einzige Bedingung: Interessierte müssen entweder in Billstedt wohnen oder in dem Stadtteil ein Unternehmen gründen. „Wir begleiten die Menschen zum Rechtsanwalt, zur Bank, ins Jobcenter oder zu anderen Behörden und geben Anschub“, erklärt Markus Woller-von Have. Unternehmer ohne Grenzen e. V. legt mit dem Projekt „Beratungsstelle Stärkung lokaler Wirtschaft“ einen besonderen Schwerpunkt auf die Sicherung und Stärkung von Nahversorgung. Derzeit geht es um das Legiencenter, die Möllner Landstraße, das Umfeld des Billstedt-Centers und den Bereich Kaltenbergen. „Wenn ein neues Geschäft eröffnet, gehen wir zum Inhaber, stellen uns vor und bieten unsere Hilfe an“, sagt Agathe Bogacz. Oftmals gibt das Beraterteam von „Unternehmen ohne Grenzen“ Ratschläge bezüglich Werbeschilder, Banner und Prospekte. „Wir haben auch schon Slogans und ganze Werbekampagnen entwickelt“, sagt Agathe Bogacz. Auch bezüglich der Preispolitik hätten manche Unternehmer eine falsche Vorstellung. Beratung, Vertrauen und individuelle Unterstützung – in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Hamburg-Mitte, der STEG und anderen Institutionen – stehen auf dem Programm. Das Vereinsteam versteht sich als Moderator und Bindeglied zwischen Behörden und kleinen Unternehmen oder Existenzgründern. Meist geben Sie Informationen, beispielsweise über Bauvorhaben der Stadt, bekannt, die die Unternehmen dann bei ihrer Betriebsentwicklung berücksichtigen können. Hilfe wird übrigens in unterschiedlichen Sprachen angeboten. Kontakt: Unternehmer ohne Grenzen e. V., Möllner Landstraße 12 (5. Stock), Hamburg-Billstedt. Tel: 040 / 8750 68 42 oder per Mail bsw@uog-ev.de. Öffnungszeiten 9 bis 17:30 Uhr oder nach Vereinbarung. Das Projekt wird vom Europäischen Sozialfonds und der Freien und Hansestadt Hamburg gefördert. Sollte eine Geschäftsidee nicht realisierbar oder zu unrentabel sein, so verhilft der Verein auch zu einem sozialversicherungspflichtigen Job.
Aufregung um Wildtiere im Zirkus


(mr). Sie gehören zu den Attraktionen in der Manege: Wenn Nashörner, Zebras, Elefanten oder Giraffen durch die Sägespäne schreiten, schlagen die Herzen der Zirkusfreunde höher. Wo kommt der Besucher – außer in einem Zoo – einem solchen Wildtier näher als im Zirkuszelt? Doch die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ prangert seit Jahren schlechte Lebensbedingungen mit ständigen Transporten in engen Anhängern an und drängt auf ein generelles Verbot exotischer Wildtiere. „Ein Flusspferd braucht Freiraum. Das Tier kann sich in seinem winzigen Transportbehälter kaum bewegen“, moniert Melitta Töller, Sprecherin der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“. „Auch die Elefanten haben viel zu wenig Lauffläche in ihrem Gehege“, sagt Töller. Bis zum 9. Juni gastiert Zirkus Voyage in der Nordkanalstraße auf einem leerstehenden Gewerbegelände. Neben Pferden, Kamelen und anderen typischen Zirkustieren sind vier Elefanten, zwei Giraffen, ein Breitmaulnashorn und ein Flusspferd dabei. Genau diese Tiere sind den Aktivisten von „Vier Pfoten“ ein Dorn im Auge. Vor zwei Wochen wurden aufgrund eines Hinweises der Tierschutzorganisation „Peta“ in Norderstedt mithilfe der Polizei und Staatsanwaltschaft zwei Löwen, zwei Tiger und ein Elefant aus einem anderen Zirkus beschlagnahmt. Zudem wurde ein Rottweiler in Gewahrsam genommen. Alle Tiere hätten Verhaltensauffälligkeiten und zum Teil Verletzungen aufgewiesen. Anders beim Zirkus Voyage. Bereits im Vorwege hat sich das zuständige Bezirksamt Mitte über den Zirkus informiert, wie Sprecher Norman Cordes mitteilt. „Mittels seiner Zirkusregisternummer konnten wir Informationen einholen. Außerdem erfolgte eine Kontrolle durch Amtstierärztinnen am 15. Mai. Dabei wurden keine Mängel festgestellt“, sagt Norman Cordes. „Vier Pfoten“ drängt dennoch auf ein Wildtierverbot. Auch, weil immer wieder Tiere weit unter ihrer natürlichen Lebenserwartung sterben. „Auf die sozialen Bedürfnisse der Tiere wird kaum eingegangen“, sagt Melitta Töller. Die Mitarbeiter des Zirkus Voyage sehen die Protestaktionen und Forderungen gelassen. „Bei uns werden die Wildtiere nicht an Ketten gelegt, sie können sich frei bewegen und werden von unserem Team beschäftigt“, kontert Bettina Richter, Pressesprecherin vom Zirkus Voyage. „Es gibt immer Menschen, die gegen etwas sind. Ich verstehe dabei nicht, warum die Tierschützer Wildtiere von anderen Tieren unterscheiden“, ergänzt Bettina Richter und stellt die Frage: „Müsste nicht eigentlich jeder Vogel aus seinem Käfig raus? Oder müsste nicht jeder Mensch ein Veganer werden?“

Informationen aus dem Bezirksamt Mitte: Jeder Zirkus benötigt eine gültige Erlaubnis nach § 11 Abs. 1 Nr. 3 Buchstabe d des Tierschutzgesetzes durch die oberste Veterinärbehörde des zuständigen Landes; er muss an den Gastspielorten die mit der Erlaubnis verbundenen Auflagen und Nebenbestimmungen einhalten. Mit der Erteilung der § 11-Erlaubnis legt die Erlaubnis erteilende Behörde fest, welche Tierarten unter welchen Auflagen mitgeführt werden dürfen. Alle Tiere, die der Zirkus Voyage mit sich führt, sind in der erteilten Erlaubnis eingeschlossen.
Unsere Fotos zeigen Bettina Richter, Pressesprecherin vom Zirkus Voyage. Sie füttert das Breitmaulnashorn „Hulk“(Foto oben), das Flusspferd und die Elefanten. Fotos: Röhe