Filmdreh über die Beatles: Lea Drinda übernimmt Rolle von Luna Jordan

Das Filmset an der Friedrichstarße im Stadtteil St. Pauli. In der Nacht vom 24. auf den 25. Juni 2026 machte das Filmteam wieder zahlreiche Aufnahmen. Foto: FoTe Press

(ha/mr). Gut eineinhalb Wochen der Trauer und des Stillstands kehrt bei der internationalen Serienproduktion „Hamburg Days“ langsam wieder der Alltag zurück. Nachdem die Dreharbeiten Mitte Mai infolge des plötzlichen Todes von Hauptdarstellerin Luna Jordan unterbrochen worden waren, stehen die Kameras inzwischen wieder in Hamburg. Gleichzeitig ist nun auch die wichtigste Personalentscheidung gefallen: Lea Drinda übernimmt die Rolle der legendären Beatles-Fotografin Astrid Kirchherr.

Für alle Schauspieler und Filmcrew markiert die Wiederaufnahme der Produktion einen emotionalen Neuanfang. In diesen Tagen wird wieder auf dem Hamburger Kiez gedreht – ausgerechnet dort, wo die Serie die prägenden Jahre der Beatles in den frühen 1960er-Jahren erzählt. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch entstanden aufwendig inszenierte Szenen an der Friedrichstraße im Stadtteil St. Pauli. Dabei wurde die Friedrichstaße vom Filmteam aufwendig indie Große Straße verwandelt, wie wir bereits berichteten.

Beim Nachtdreh war erstmals auch Lea Drinda in ihrer neuen
Rolle vor der Kamera zu sehen. Fotos: FoTe Press

Beim Nachtdreh war erstmals auch Lea Drinda in ihrer neuen Rolle vor der Kamera zu sehen.

Die sechsteilige Dramaserie von Showrunner Christian Schwochow („The Crown“, „Bad Banks“) und Headautor Jamie Carragher („Succession“) basiert auf Teilen der Autobiografie des Musikers und Künstlers Klaus Voormann. Erzählt wird die Geschichte jener Hamburger Jahre, in denen John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und ihre Bandkollegen als unbekannte Musiker auf St. Pauli spielten – lange bevor sie als Beatles Weltruhm erlangten.

Aufwendige Zeitreise auf dem Kiez

Die aktuellen Dreharbeiten zeigen eindrucksvoll, welche Dimension das Projekt inzwischen angenommen hat. Hinter meterhohen Sichtschutzwänden und riesigen Greenscreens verwandelte die Filmcrew große Teile der Friedrichstraße in das St. Pauli der frühen 1960er-Jahre. Mehr als 200 Komparsen bevölkerten als Seeleute, Musiker, Tänzerinnen und Nachtschwärmer die historischen Straßenzüge.

Mit großem Aufwand entstanden detailgetreue Kulissen des damaligen Vergnügungsviertels. Historische Fassaden, alte Leuchtreklamen, Fernsehläden und Schaufenster ließen die legendäre Große Freiheit wieder auferstehen. Selbst der berühmte goldene Buddha im Eingangsbereich am ehemaligen „Tabu“-Club kehrte als Filmkulisse zurück. Herzstück des Sets bildete der aufwendig rekonstruierte Eingang des Kaiserkellers – jener Club, in dem die Beatles ihren unverwechselbaren Sound entwickelten.

Während draußen Touristen und Passanten neugierig hinter die Sichtschutzwände blickten, arbeitete die internationale Produktion bis tief in die Nacht an den aufwendig choreografierten Szenen.

Lea Drinda übernimmt zentrale Rolle

Mit Lea Drinda erhält die Produktion eine neue Hauptdarstellerin für eine der wichtigsten Figuren der Serie. Sie verkörpert künftig Astrid Kirchherr, die Hamburger Fotografin, die den Beatles nicht nur mit ihren ikonischen Bildern ein frühes Gesicht gab, sondern auch als prägende Persönlichkeit der Hamburger Kunstszene gilt. Ihr wird zudem die Mitentwicklung der später weltberühmten Pilzkopffrisur zugeschrieben.

Die Neubesetzung war notwendig geworden, nachdem Luna Jordan überraschend verstorben war. Ihr Tod hatte die Produktion tief erschüttert und zu einer vorübergehenden Unterbrechung der Dreharbeiten geführt. Nun setzt die Filmcrew die Arbeiten fort – begleitet von großem Respekt vor ihrer verstorbenen Kollegin.

Vor dem Eingang des Kaiser-Kellers (vom Filmteam tagelang
vor dem Dreh aufgebaut und von Security-Mitarbeitern
bewacht) kommt es auch zu einer Rangelei. Die Dreharbeiten
dauern bis in die tiefe Nacht.

Internationale Besetzung

Neben Lea Drinda gehören zahlreiche internationale Schauspieler zum Ensemble. Rhys Mannion übernimmt die Rolle von John Lennon, Ellis Murphy spielt Paul McCartney, Harvey Brett verkörpert George Harrison, Louis Landau ist als Stu Sutcliffe zu sehen und Patrick Gilmore spielt Pete Best. Casper von Bülow übernimmt die Rolle von Klaus Voormann.

Neu verpflichtet wurden außerdem Asa Butterfield als Beatles-Manager Brian Epstein, Jonny Lee Miller als Jim McCartney, Christine Tremarco als Aunt Mimi sowie Louis McCartney als Ringo Starr. Zum deutschen Ensemble zählen unter anderem Laura Tonke, Trystan Pütter und Max von der Groeben.

Dreharbeiten führten auch nach Neustadt an die Ostsee

Unter anderem entstanden streng abgeschirmte Aufnahmen am Strand von Pelzerhaken in Neustadt in Holstein. Auch dort hielt sich die Filmcrew mit Informationen über die gedrehten Szenen bedeckt. Sicherheitskräfte sorgten dafür, dass Passanten dem Set nicht zu nahe kamen. Wenn gefragt wurde, was dort gedreht werde, hieß es immer schulterwackelnd: „Wir wissen es auch nicht, was die Filmcrew dort filmt.“

Die Produktionsbasis befindet sich derzeit auf dem Hamburger Heiligengeistfeld. Von dort aus startet die Crew täglich zu den wechselnden Drehorten in Hamburg und Umgebung. In den kommenden Wochen folgen weitere Aufnahmen in München sowie in Liverpool.

Hamburg als eigentlicher Hauptdarsteller

„Hamburg Days“ erzählt bewusst nicht die Geschichte der späteren Weltstars in ausverkauften Stadien, sondern konzentriert sich auf jene Zeit, in der die Beatles Nacht für Nacht in den Clubs von St. Pauli spielten und ihren musikalischen Stil entwickelten. Im Mittelpunkt steht deshalb nicht allein die Band, sondern auch das damalige Hamburg – rau, laut, frei und voller Aufbruchsstimmung.

Mit der Wiederaufnahme der Dreharbeiten beginnt für die Produktion nun ein neues Kapitel. Nach dem schweren Verlust von Luna Jordan richtet sich der Blick wieder nach vorn. Auf den Straßen des nachgebauten St. Pauli erklingt wieder Rock ’n’ Roll – und die Geschichte der Beatles kann weitererzählt werden. Das Projekt wird mit mindestens 1,3 Millionen Euro von der Moin Filmförderungunterstützt – eine Rekordsumme.