Alles auf Grün – der neue E-Bus-Betriebshof

Bei der Eröffnung des Betriebshofs waren unter anderem dabei: Henrik Falk, Enak Ferlemann, Peter Tschentscher und Matthias Ridder. Foto: ha/ Hamburger Hochbahn AG

(ha). Am 25. April 2019 wurde der deutschlandweite erste komplett auf E-Mobilität ausgerichtete Busbetriebshof eröffnet. Von hier aus starten künftig 240 Busse auf ihre Touren zu den Hamburger Fahrgästen – und das zunehmend elektrisch und damit klima- und umweltschonend: der neue E-Bus-Betriebshof Alsterdorf wurde heute feierlich eingeweiht. Unter den Gästen der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher und Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für
Verkehr und digitale Infrastruktur, die gemeinsam mit Hochbahn-Chef Henrik Falk und Matthias Ridder von Stromnetz Hamburg, symbolisch den „Hebel umlegten“ für den ersten Busbetriebshof in Deutschland, der komplett auf E-Mobilität ausgelegt ist.
„Die Zukunft der Mobilität unserer Stadt ist umweltfreundlich und komfortabel. Wir bauen das Angebot des Hamburger Verkehrsverbundes aus und beschaffen ab 2020 nur noch emissionsfreie Busse. Der neue Busbetriebshof der Hochbahn ist hierfür eine wichtige Voraussetzung. Wer mit den neuen E-Bussen fährt, ist in Zukunft vollständig klimaneutral unterwegs, denn Busse und Bahnen der Hochbahn fahren mit 100 Prozent Ökostrom“, sagt Peter Tschentscher.

Für die Wartung der Flotte werden künftig bis zu 60 Beschäftigte in der Werkstatt mit 14 Spuren und modernsten Dacharbeitsplätzen für die E-Bus-Flotte arbeiten. Daneben gibt es zwei Nebenwerkstätten und eine Waschstraße, die selbstverständlich umweltfreundlich mit aufbereitetem Regenwasser läuft. Die Dächer aller Gebäude und Carports sind begrünt. Der Busbetriebshof wird von einer hohen Schallschutzwand mit Grüngürtel umgeben. Das Verwaltungsgebäude mit den Sozialräumen für bis zu 600 Busfahrerinnen und Busfahrer steht am Eingang zum Betriebsgelände.

Direkt gegenüber das eigentliche Highlight – das Umspannwerk. Hier ist der E-Bus-Betriebshof an das Stromnetz Hamburg angeschlossen. Die 110 kV-Spannung wird hier auf 20 kV umgewandelt. Diese Spannung wird benötigt um künftig 240 Elektrobusse mit Strom zu versorgen. Die Gesamtanschlussleistung auf dem Busbetriebshof beträgt 25 MW und entspricht damit der Versorgung einer Kleinstadt mit 40.000 Einwohnern.
Der Busbetriebshof erfüllt alle Voraussetzungen für einen effizienten Betrieb. Er liegt verkehrszentral in der Nähe der stark frequentierten Buslinien 5, 6, 7, 17, 20, 23, 25, 26, 28 und 109. Ein modernes E-Betriebshofmanagementsystem optimiert die Abläufe auf dem Betriebshof, wie Aufladung der Busse, Standort und Abstimmung mit Fahrplänen und den Dienstplänen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Der Busbetriebshof schafft aber auch die Voraussetzungen für die Nutzung der Wasserstofftechnologie. Im Rahmen ihrer strategischen Ausrichtung verfolgt die HOCHBAHN das Ziel, serienreife Batteriebusse mit Brennstoffzelle als Range-Extender zu erproben und einzusetzen. Diese Technologie verspricht eine hohe betriebliche Flexibilität aufgrund der möglichen hohen Reichweiten. Auf dem Busbetriebshof Alsterdorf ist deshalb auch eine Fläche vorgehalten, auf der Wasserstoff für die Betankung der Busse gelagert werden kann. Die Gesamtinvestitionen für den E-Bus-Betriebshof belaufen sich auf 73 Millionen Euro. Die Baukosten blieben mit 60 Millionen Euro etwa 10 Millionen unter der Planung. Die Investitionen in die Ladeinfrastruktur werden vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur im Rahmen der Mobilitäts- und
Kraftstoffstrategie mit 6,4 Millionen Euro gefördert. Die sechs weiteren Busbetriebshöfe der Hochbahn werden nach und nach auf E-Mobilität umgerüstet.

Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender der Hochbahn: „Schon in drei Jahren wird die Hälfte aller Busse von Alsterdorf emissionsfrei fahren. Ein solches Projekt ist für die Hochbahn, aber auch für Hamburg eine echte Zeitenwende: weg vom Diesel und hin zu einem noch umweltfreundlicheren und attraktiveren Nahverkehrsangebot.“


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