(mr). Wer macht sowas? Am heutigen Sonntag wurden auf der Grabplatte des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt und seiner Frau Loki mehrere Hakenkreuze entdeckt. Unbekannte schändeten das Ehrengrab auf dem Friedhof Ohlsdorf mit vier dieser verbotenen Symbole aus dem Nationalsozialismus.
Gegen 16 Uhr wurden die widerlichen Schmierereien auf der Grabplatte des Paares gesehen. Die Nazi-Symbole wurden über die Namen und die Lebensdaten der Verstorbenen gesprüht. Etwa um 17.20 Uhr fuhr ein Streifenwagen des Polizeikommissariats 36 vor; eine Beamtin und ein Beamter sicherten vor Ort Spuren und machten Beweisfotos. Danach übermalte der Beamter die verbotenen Hakenkreuze mit einem Kreide-Spray. Die beiden Polizisten gingen mit einer Taschenlampe auf Spurensuche und suchten in der Nähe befindliche Grabsteine, ob auch diese beschmiert wurden: Fehlanzeige! Offenbar galten die Schmierereien dem Altkanzler.

Schmidt. Fotos: FoTe Press
Es ist nicht der erste Anschlag, dass das Grab von Helmut Schmidt dieser Art beschmiert wurde. Bereits einen Tag vor seinem Geburtstag am 23. Dezember 2023 war ein ähnlicher Farbanschlag festgestellt worden. Wir berichteten damals darüber. Damals wie heute hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. Die Hintergründe der Tat sind bisher unklar, ebenso die Identität der Täter.
Helmut Schmidt war von 1974 bis 1982 Bundeskanzler. In der Talksendung Maischberger (2010) äußerte er sich wie folgt: „Zuwanderung aus fremden Zivilisationen schafft mehr Probleme als es uns auf dem Arbeitsmarkt an positiven Faktoren bringen kann. Zuwanderung aus verwandten Zivilisationen zum Beispiel aus Polen ist problemlos. Zum Beispiel aus Tchechien ist problemlos. Zum Beispiel aus Österreich ist problemlos. Aus Italien ist problemlos. Es fängt an bei etwas östlicheren Gegenden. Zum Beispiel Zuwanderung aus Anatolien ist nicht ganz problemlos. Zuwanderung aus Afghanistan bringt erhebliche Probleme mit sich.“ Begründet hat Helmut Schmidt diese Aussagen mit der Erziehung in den Familien.
Bei dem Grab handelt es sich um ein Familiengrab. Hier liegt unter anderem Heinrich Koch, der Vater von Ludovika Schmidt, der Mutter von Helmut Schmidt. Das Familiengrab umfasst sechs Sarg-Grabstellen. Der originale Grabbrief trägt die Nummer 87371 und ist im Nachlass von Helmut Schmidt überliefert.

Symbole übermalt.
Das Hakenkreuz ist in Deutschland untrennbar mit dem Nationalsozialismus verbunden. Wer es heute verwendet, spricht sich daher gegen die Menschenwürde und alle bei uns gesetzlich verankerten Grundrechte aus. Gemäß § 86a Strafgesetzbuch handelt es sich um eine Straftat wegen „Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen“. Darin heißt es wörtlich: (1) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer im Inland Kennzeichen einer der in § 86 Abs. 1 Nr. 1, 2 und 4 oder Absatz 2 bezeichneten Parteien oder Vereinigungen verbreitet oder öffentlich, in einer Versammlung oder in einem von ihm verbreiteten Inhalt (§ 11 Absatz 3) verwendet oder einen Inhalt (§ 11 Absatz 3), der ein derartiges Kennzeichen darstellt oder enthält, zur Verbreitung oder Verwendung im Inland oder Ausland in der in Nummer 1 bezeichneten Art und Weise herstellt, vorrätig hält, einführt oder ausführt.