Polizei setzt auf dauerhaftes Präsenzlicht an Streifenwagen

In einer abgedunkelten Wasserwerferhalle präsentierte die Hamburger Polizei am Dienstagvormittag das dauerhafte Blaulicht an drei Fahrzeugen. Für die Präsentation wurde ein Mercedes Benz, ein VW Passat und ein ID4 umgerüstet. Foto: ha/Lenthe-Mdien

(ha). Die Hamburger Polizei geht neue Wege bei der Sichtbarkeit ihrer Einsatzfahrzeuge: Als erste Polizei in Deutschland führt die Behörde ein sogenanntes „Polizeiliches Präsenzlicht“ (PPL) ein. Künftig sollen Funkstreifenwagen dauerhaft mit einem speziellen blauen LED-Licht unterwegs sein – allerdings deutlich dezenter als das klassische Einsatzblaulicht.

Polizeivizepräsident Mirko Streiber: „Mit der Einführung des Polizeilichen Präsenzlichts setzen wir ein starkes Zeichen für eine moderne und bürgernahe Polizei. Es ist ein weiterer und damit wichtiger Baustein zur Erhöhung der Sichtbarkeit unserer Einsatzkräfte im gesamten Stadtgebiet. Hamburg übernimmt damit eine Vorreiterrolle in Deutschland und setzt neue Maßstäbe mit innovativen Maßnahmen für wahrnehmbare Polizeiarbeit zur Stärkung des Sicherheitsempfindens der Menschen in dieser Stadt. Mein besonderer Dank gilt dabei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die dieses Projekt mit großem Engagement, hoher Fachlichkeit und Weitblick umgesetzt haben. Ihr Einsatz hat maßgeblich dazu beigetragen, die Rolle Hamburgs als Impulsgeber für eine moderne Polizei weiter zu etablieren.“

Nach Angaben der Polizei handelt es sich dabei um ein dauerhaft eingeschaltetes, nicht blinkendes Lichtsystem, das in die vorhandenen Blaulichtbalken integriert wird. Ziel sei es, Polizeifahrzeuge im Stadtbild besser wahrnehmbar zu machen, ohne dabei die unmittelbare Signalwirkung eines Einsatzfahrzeugs auszulösen.

Während herkömmliches Blaulicht durch hohe Intensität und Blinkfrequenz Verkehrsteilnehmer zum schnellen Reagieren auffordert, arbeitet das neue Präsenzlicht mit reduzierter Leuchtkraft. Laut Polizei beträgt die Intensität etwa 30 Prozent der normalen Blaulichtstärke. Dadurch solle die Sichtbarkeit erhöht werden, ohne andere Verkehrsteilnehmer unter Druck zu setzen. André Martens, stellvertretender Leiter der Schutzpolizei sagt: „Die Funkstreifenwagen symbolisieren die Polizei, wie kaum ein anderes Einsatzmittel. Das Polizeiliche Präsenzlicht ist ein hervorragendes neues Lichtkonzept, das die Sichtbarkeit unserer Einsatzkräfte im Stadtbild noch präsenter macht. Damit stärken wir das Sicherheitsgefühl der Menschen in Hamburg nachhaltig.“

Die Umrüstung der Fahrzeuge beginnt bereits ab dem 19. Mai 2026 und erfolgt schrittweise. Hamburg orientiert sich dabei an internationalen Vorbildern. Ähnliche Konzepte seien unter anderem in Frankreich, Spanien und den USA bereits seit Längerem im Einsatz. Dort sind sogenannte „Police Cruise Lights“ fester Bestandteil des Polizeialltags.

Mit dem Pilotprojekt übernimmt Hamburg bundesweit eine Vorreiterrolle. Ob sich das Konzept langfristig auch in anderen deutschen Bundesländern durchsetzt, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie Bevölkerung und Verkehrsteilnehmer auf das neue Erscheinungsbild der Streifenwagen reagieren.

Im Verlauf des heutigen Tages haben mehrere Reporter im Stadtgebiet Hamburgs mehrere Streifenwagen mit neuem Blaulicht fahren sehen.


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