300.000 Menschen feiern die CSD-Parade in Hamburger Innenstadt

Gegen 12 Uhr startet der Demonstrationszug an der Lübecker Straße. Mit dabei sind der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Matthias Miersch (SPD), Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) und Finanzsenator Andreas Dressel (SPD). Foto: FoTe Press

(mr/ha). Bei Temperaturen von etwa 25 Gras sind am Sonnabend etwa 300.000 Menschen bei der Demonstration zum Christopher Street Day (CSD) durch die Hamburger Innenstadt gezogen. Das teilten Polizei und Veranstalter übereinstimmend mit. Gestartet wurde an der Lübecher Straße unter großen Sicherheitsvorkerhungen: mehrere Polizeifahrzeuge wurden während der Eröffnungsrede auf allen Zufahrtstraßen quer gestellt. An fast jeder Eecke standen schwerbewaffnete Polizistinnen und Polizisten bereit – mit griffbereiter Measchinenpistole. Viele Teilmehemer des CSD haben mutmaßlich davon nicht viel mitbekommen.

Deshalb kamen auch geschäötzt 300.000 Menschen zum Veranstaltungsort. Polizei und Veranstalter sprachen von einem sehr friedlichen Verlauf der Großveranstaltung. Die Teilnehmerzahl dürfte ein neuer Rekord sein, sagte ein Sprecher der Veranstalter. Im vergangenen Jahr waren etwa 260.000 Menschen gezählt worden.

Die Kundgebung mit anschließender Parade durch die Innenstadt unter dem Motto „Solidarisch queer. Haltung zeigen – für eine Zukunft ohne Angst“ fand eine Woche nach dem islamistischen Anschlag beim Berliner CSD statt. Die Sicherheitsvorkehrungen waren daher massiv verschärft worden. Die Polizei war mit etwa doppelt so vielen Sicherheitskräften vor Ort wie im Vorjahr. Unterstützt wurden die Hamburger von Kollegen aus Niedersachen (Göttingen) und Thüringen (Erfurt) sowie der Bundespolizei. Bei der Eröffnungsrede wurde an die Politik appelliert, dass der islamistische Terror thematisiert und bekämpft werden müsse. Unter den Teilnehmenden waren Politikerinnen und Politiker aus Hamburg, beispielsweise Umweltsenatorin und Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank, Finanzsenator Andreas Dressel und Melanie Leonard (Senatorin der Hamburger Behörde für Wirtschaft und Innovation). Auch Politiker aus dem Bund waren präsent: darunter der SPD-Fraktionschef im Bundestag und Matthias Miersch, die frühere Grünen-Bundesvorsitzende Ricarda Lang.

Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit: „Eine Woche, nachdem uns alle der islamistisch motivierte Angriff auf den Berliner CSD getroffen hat, kommen wir im Zentrum unserer Stadt zusammen und zeigen: Jetzt erst recht! Denn gemeinsam zu singen, zu tanzen, bunt und laut zu sein: Das ist politischer Kampf für eine freie, gleiche und offene Gesellschaft und ein klares Zeichen gegen autoritäre Ideologien, die unsere Freiheit einschränken. Die queere Community und alle mit ihr solidarischen Hamburger:innen lassen sich nicht einschüchtern oder verdrängen. 

Blinder Hass ist keine Meinung. Solidarität heißt Hinschauen. Freiheit hört nicht bei den eigenen Interessen auf. Diese Haltung brauchen wir nicht nur in der Pride Week – sondern an jedem Tag im Jahr. Denn queere Menschen gehören dorthin, wo wir morgen sein werden: in die Mitte unserer Stadtgesellschaft.“

Am vergangenen Freitag hatte Präsidentin Veit gemeinsam mit Vetreter:innen des Senats und Hamburg Pride e.V. – erstmalig aus Anlass des CSD – die Intersex Inclusive Progress Pride Flag am Rathaus gehisst. 

Leider blieben die Politikerinnen und Politiker nicht lange: sie standen für ein Pressefoto zu Beginn der Veranstaltung zur Verfügung, liefen einge Hundert Meter mit und verließen dann den Veranstaltungsort.


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