531 neue Meister im Hamburger Handwerk

Meisterfeier 2017 im Hamburger Michel. 531 neue Meisterinnen und Meister im Hamburger Handwerk freuen sich über ihre ganz besondere Urkunde: ihrem Meisterbrief. Foto: ha/Handwerkskammer Hamburg/Peters.

(ha). Das Hamburger Handwerk feiert seine neuen Meister ihres Faches: 531 Hamburger Handwerker halten ihren Meisterbrief in Händen. „Tragen Sie dieses Gütesiegel des Handwerks mit Stolz und nutzen Sie es mit Mut!“, rief Josef Katzer, der Präsident der Handwerkskammer Hamburg, den jungen Meistern im Michel zu. Mit „Pauken und Trompeten“ hatten sie kurz zuvor, begleitet von der Band „Men in Blech“, stimmungsvoll Einzug in das Gotteshaus gehalten. Das Handwerk begrüßt seinen Führungskräftenachwuchs traditionell auf der Meisterfeier, 2017 zum 22. Mal im festlichen Rahmen der Hauptkirche St. Michaelis. Präsident Katzer, Senator Ties Rabe von der Behörde für Schule und Berufsbildung und Hauptpastor Alexander Röder ehrten den Unternehmer- und Führungskräftenachwuchs vor mehr als 1.000 Gästen. Präsident Katzer gratulierte: „Sie gehören jetzt zur Führungselite des Hamburger Handwerks – Ihrem Talent, Ihrer Leistung und Ihrer Leidenschaft für den Beruf sei Dank. Wir sind sehr stolz auf Sie! Als Leistungsträger unserer Gesellschaft treten Sie an, die Zukunft zu gestalten.“ Handwerksmeister haben „ausgezeichnete Karriereperspektiven. Sie sind der beste Beweis dafür, dass Studium und berufliche Bildung gleichwertige Wege zu Erfolg und Karriere eröffnen.“, erklärte Katzer und verwies dabei auch auf durchschnittlich gleiche Verdienstaussichten von Meistern, Technikern und Akademikern, insbesondere Bachelor-Absolventen. Der Meisterbrief bescheinige eine „Dreifach-Qualifikation“: handwerklich als Meister und Meisterin des eigenen Faches, als Unternehmer und als Ausbilder. Der Präsident appellierte an die jungen Meister: „Zeigen Sie Mut zum Unternehmertum. Nehmen Sie die Herausforderungen der Zeit als Chance!“ Beispielsweise steht allein in Hamburg im kommenden Jahrzehnt für 5.000 Handwerksunternehmen die Nachfolgefrage an.

Senator Rabe sagte: „Mein Dank gilt den neuen  Meistern. Es ist großartig, was sie in ihrer Ausbildung geleistet haben: Sie mussten neben dem Beruf die Zeit zum Lernen finden. Für eine lange Dauer ihrer Ausbildung haben sie hoher zeitlicher Belastung Stand gehalten, schwere Prüfungen absolviert, zum Teil auf Gehalt verzichtet und hohe Kosten aufgewendet. Das ist bewundernswert.“

72 Handwerkerinnen und 459 Handwerker im Alter von 19 bis 58 Jahren bestanden vom 1. September 2016 bis 30. September 2017 die Meisterprüfung in 25 Berufen vom Bäcker bis zum Zimmerer. Das Durchschnittsalter der neuen Meisterinnen und Meister liegt bei 29 Jahren. Traditionell stark vertreten sind die Elektrotechniker, Fleischer, Friseure, Installateure und Heizungsbauer, Kraftfahrzeugtechniker und auch Tischler. Jedes Jahr wird außerdem auch der Meister in Berufen gemacht, die nicht meisterpflichtig sind, um ein Unternehmen zu gründen. Die Fliesen-, Platten- und Mosaikleger gehören dazu, auch 2017.

Präsident Katzer, Senator Rabe und Hauptpastor Röder ehrten – stellvertretend für alle – acht neue Meister für herausragende Prüfungsergebnisse in ihren Handwerksberufen: Tobias Behn-Molitoris (31, Tischler), Lisa Jakubowski (27, Friseurin), Viktor Lengies (24, Installateur und Heizungsbauer), Kathrin Mann (23, Maurerin und Betonbauerin), Klaus Reichentrog (38, Metallbauer), Anita Schleifer (40, Konditorin), Sebastian Tietz (23, Installateur und Heizungsbauer) und Kay Wilken (35, Tischler). Die dieses Jahr einzige Maurermeisterin Mann hielt außerdem die traditionelle „Jungmeisterrede“ auf der Meisterfeier. Dabei erfuhren die Gäste sehr humorvoll, wie sie dazu kam, sich diesen nach wie vor männerdominierten Beruf auszusuchen und wie sie das „meistert“. Kathrin Mann bereitet sich auf die Nachfolge im väterlichen Betrieb vor.

Im Maurer-Handwerk ging es dieses Jahr „familiär“ zu: Zwei Brüderpaare und zwei Cousins legten jeweils zugleich die Meisterprüfung ab: die Brüder Finn (27) und Tjark (29) Behrens, Falk Martin (27) und Gunnar (29) Franke sowie die Cousins Jan-Eric (26) und Niclas (26) Rave. Gleich in zwei Berufen bestanden folgende Handwerker ihre Prüfung: Steffen Preiß (24) und Martin Meyer (23) sind unabhängig voneinander Doppelmeister in derselben Kombination Klempner plus Installateur und Heizungsbauer.

Für 50 Jahre als Meister ihres Faches wurden außerdem sieben Altmeister geehrt. Den Goldenen Meisterbrief erhielten aus den Händen von Präsident, Senator und Hauptpastor: John Behn (81, Maurermeister), Peter Bruns (83, Zimmerermeister), Karl-Heinz Greggersen (86, Feinmechaniker- und Feinoptikermeister), Uwe Nitzbon (79, Schlossermeister), Hans-Joachim Stellner (72, Schlossermeister) und Wilhelm Zeyn (82, Zimmerermeister). Ewald Hamburg (79, Malermeister) konnte den Goldenen Meisterbrief nicht persönlich entgegennehmen.


Bunt und quirlig wie der Stadtteil – der Weihnachtsmarkt Ottensen

(ha). In der Vorweihnachtszeit lädt der bunte und vielfältige Stadtteil Ottensen die Hamburger wieder mit Kind und Kegel zu einem gemütlichen Bummel über den 22. Weihnachtsmarkt Ottensen sein. Dieser gilt mit mehr als 50 liebevoll gestalteten Hütten als einer der authentischsten Märkte der Stadt, mit 1.000 und einer Geschenkidee, Kunsthandwerk und Kulinarischem aus aller Welt. Vom 27. November bis 23. Dezember erstreckt sich das Weihnachtsdorf wieder in weihnachtlichem Lichterglanz vom Bahnhof Altona entlang des Einkaufszentrums Mercado bis hin zum Spritzenplatz.  Das bunte Ottensen ist sehr familienfreundlich, und so steht ein vielseitiges Familienprogramm wie jedes Jahr im Mittelpunkt. Das sonntägliche Puppentheater mit der Kinder-Puppenbühne und das musikalische Mitmach-Theater von Hexe Knickebein sind schon Kult in Ottensen. Zusätzlich werden Altonaer Kinderchöre singen, Mirkos Liederbande wird die Eröffnung musikalisch begleiten. Typisch für den Ottenser Weihnachtsmarkt ist die „Zwergenhütte“, eine Miniatur-Verkaufshütte, in der Kinder bis 12 Jahre Selbstgebasteltes oder -gebackenes ohne Standgebühr verkaufen können (Anmeldung beim Mercado unter der Telefonnummer 040 / 398 68 40). Direkt neben der Zwergenhütte steht der „Wunschzettel-Kasten“: Zusammen mit einer selbst geschriebenen Weihnachtsgeschichte dürfen die Kleinsten hier ihren Weihnachtswunsch direkt abgeben. Die Kinder mit den schönsten Geschichten bekommen ihr Wunschgeschenk kurz vor Weihnachten auf dem Markt vom Christkind persönlich überreicht. Im angrenzenden Einkaufszentrum Mercado werden neben weihnachtlicher Harfenmusik, Puppentheater mit dem Kiepenkasper und Afro Gospels auch kreative Back- und Bastelaktionen angeboten.

Eine Stärkung gehört zu einem richtigen Weihnachtsmarktbummel auf jeden Fall dazu – wie die Karussell-Fahrt für die Kleinen, für die ebenfalls gesorgt ist. Die Eltern haben derweil die Qual der Wahl: Vom weißen Glühwein und traditioneller Feuerzangenbowle, über Klassiker wie frisch zubereiteten Grünkohl mit Bratkartoffel und Spiegelei bis hin zu exotischen Spezialitäten lässt der Markt kaum Wünsche offen. Auch wenn vieles bekannt und beliebt ist, gastronomisch gibt es jedes Jahr auch neue Akzente in Ottensen: Vegane Currywurst und Rosmarinkartoffeln, polnische Spezialitäten, Handbrot mit unterschiedlichen Füllungen oder Gemüsesticks – dazu Street Food von Holy Dogs. Und am „Charity Monday“ und durch weihnachtlich-wohltätige Aktionen wird auch an die Ärmsten im Stadtteil gedacht und der Mitternachtsbus unterstützt.


Hamburg wird Vorreiter bei Wiedereingliederung von Gefangenen

(ha(np). Der Hamburger Senat hat heute beschlossen, den Entwurf des Resozialisierungs- und Opferhilfegesetzes in die Verbändeanhörung zu geben. Ein neues Übergangsmanagement wird Gefangene noch besser darauf vorbereiten, ein Leben ohne Straftaten zu führen. Das Übergangsmanagement beginnt sechs Monate vor der Haftentlassung und wird danach sechs weitere Monate fortgeführt.  Durch diese Verknüpfung von stationären und ambulanten Maßnahmen zur Wiedereingliederung in die Gesellschaft nimmt Hamburg im Bundesvergleich die Spitzenposition bei den Bemühungen zur Resozialisierung ein.  „Unser Gesetz wird zu mehr Sicherheit in Hamburg führen, denn erfolgreiche Resozialisierung ist der beste Opferschutz. Wir heben die klassische Trennung von Strafvollzug und ambulanter Straffälligenhilfe auf. Das ist in dieser Form einzigartig in Deutschland. Wir lassen die Gefangenen nach der Haftentlassung nicht alleine, sondern stellen ihnen ein Netzwerk unterstützender und aufeinander abgestimmter Hilfeangebote an die Seite, damit sie nicht vom Weg abkommen”, erklärt Justizsenator Till Steffen. In den ersten sechs Monaten nach der Haftentlassung ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten wieder straffällig zu werden. Um dies zu verhindern, verknüpft das Gesetz stationäre und ambulante Maßnahmen miteinander. Ziel ist, ein sogenanntes „Entlassungsloch“ zu vermeiden, indem frühzeitig der Bedarf an Hilfe erkannt und bereits in den letzten Monaten des Vollzuges beispielsweise mit Schuldnerberatung, Wohnungssuche oder Qualifikationsmaßnahmen begonnen wird.  Jährlich werden durch das geplante Gesetz in Hamburg circa 1.400 Menschen einen Rechtsanspruch auf die Erstellung eines Eingliederungsplans bekommen. Die Inanspruchnahme der Hilfen nach dem Resozialisierungs- und Opferhilfegesetz erfolgt auf freiwilliger Basis. Federführend für das sogenannte Übergangsmanagement ist das Fachamt für Straffälligenhilfe im Bezirksamt Eimsbüttel. Hier werden Fallmanager in Abstimmung mit den Vollzugsanstalten und den Klienten die Eingliederungspläne erstellen und die Umsetzung der Maßnahmen koordinieren.  Zur Erfüllung der Aufgaben werden im Fachamt Straffälligenhilfe vier neue Stellen für Fallmanager geschaffen. In die praktische Arbeit mit den Klienten während und nach der Haft sind freie Träger eingebunden. Die Bediensteten im Vollzug, die sich um die Wiedereingliederung kümmern, erhalten dadurch zusätzliche Unterstützung. Die Resozialisierung wird aktuell noch durch Projekte des Europäischen Sozialfonds unterstützt. Diese Projekte laufen 2018 beziehungsweise 2020 aus. Durch das Gesetz können die Resozialisierungsmaß-nahmen künftig flächendeckend und unabhängig von externer Förderung oder politischem Wohlwollen fortgesetzt und intensiviert werden. Insgesamt wird der Senat hierfür rund 2,4 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Der Gesetzentwurf fixiert darüber hinaus die Zeugenbetreuung vor Gericht und fasst bestehende Opferschutzregelungen zusammen. Das Gesetz soll im kommenden Jahr in der Bürgerschaft beraten werden.


Immer mehr Pfandflaschen-Sammler in Hamburg

Pfandflaschensammler Mirko läuft mit mehreren Tüten durch die Stadt. Er sammelt fast täglich nach eigenen Angaben Flaschen im Werte von etwa acht bis zwölf Euro. Foto: FoTe-Press

(mr). Eine offizielle Zahl gibt es nicht. Genauso wenig kann niemand beziffern, wie viele Obdachlose sich in Hamburg aufhalten. Wer allerdings mit offenen Augen durch Hamburg läuft bekommt sie immer häufiger zu sehen: die Pfandflaschensammler. Viele Obdachlose und Geringverdiener greifen in allen sieben Bezirken Hamburgs in den einen oder anderen Mülleimer, um dort bepfandete Mehr- oder Einwegflaschen zu erhaschen. Das meiste Geld gibt es für bepfandete Einwegflaschen und Dosen, die am DPG- Logo zu erkennen sind und  einen festgelegten Pfandsatz von 0,25 Euro haben. Für Mehrwegflaschen ohne Bügel gibt es 0,08 Euro, während es für Flaschen mit Bügelverschluss 0,15 Euro gibt, wenn sie in Getränkemärkten oder Discountern abgegeben werden. Die Beträge hören sich wenig an, summieren sich aber am Tagesende auf etwa acht bis zwölf Euro, wenn es jemand professionell angeht. Mirko (Name von der Redaktion geändert) ist obdachlos und schläft in einem Gebüsch in der Nähe der Holstenstraße (Altona). Jeden Tag geht der junge Mann von morgens bis abends die Straßen auf und ab – immer mit Blick auf Leergut. Morgens sammelt er Pfandflaschen auf dem Kiez. „Viele Kneipengänger schmeißen ihre Flaschen einfach in die Gegend. Für mich am einfachsten, sie einfach aufzusammeln“, sagt Mirko. Vormittags hält er sich vorwiegend in der Neustadt auf. Mönckebergstraße, Spitaler Straße oder die Seitenstraßen rund um das Rathaus seien ebenfalls sehr lukrativ, was Pfandflaschen betrifft. „Ich kann das Leergut in einem Lebensmittelmarkt in der Europa-Passage abgeben, das ist ganz praktisch“, ergänzt Mirko. Abends geht er zu Fuß zur Neuen Flora oder den Theatern auf der Reeperbahn. Wenn dort die Musical- oder Theater-Besucher aus Bussen, U- oder S-Bahnen strömen, steht er mit geöffneten Tüten im Eingangsbereich und sammelt ihre Flaschen. Alleine hier verdiene er in etwa vier bis fünf Euro. Plastikflaschen sind unter Sammlern dabei besonders beliebt. „Sie bringen zum einen das meiste Geld und sind vor allem leicht. Mit den Glasflaschen schleppt man sich ab“, sagt Mirko. Das Problem: die stark frequentierten Geheimtipps sprechen sich unter den Flaschensammlern schnell herum. So sei es keinen Seltenheit, dass täglich fast ein Dutzend an Sammlern an den Eingängen der Theatern oder Musicals stehen.


„Anhaltend hohe abstrakte Gefahr terroristischer Anschläge“

Bei Veranstaltungen werden in Hamburg schwere Betonklötze, Wassertanks und unter anderem Betonstein-Drahtseil-Kombinationen aufgestellt, um Terroranschläge zu verhindern. Seit Dezember 2016 werden in ganz Hamburg solche Maßnahmen ergriffen. Symbolfoto: Röhe

(mr).  „Für Hamburg besteht eine anhaltend hohe abstrakte Gefahr terroristischer Anschläge, die sich jederzeit konkretisieren kann. Dabei kann jeder Ort, an dem Menschen in grö-ßerer Anzahl anzutreffen sind, potenzielles Ziel eines Anschlages sein“, teilt der Hamburger Senat in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage vom 20.9.2017 von Detlef Ehlebracht (AfD) mit. Eine Sicherung mit festen Schutzvorkehrungen sei aufgrund der Vielzahl und der Heterogenität potenzieller Anschlagsorte nicht realisierbar. In naher Zukunft werde aber geprüft, ob für den stark frequentieren Veranstaltungsraum Heiligengeistfeld  der Einsatz von hydraulischen Polleranlagen sinnvoll ist. Um den Transportaufwand und die Kosten zu verringern, werde derzeit geprüft, an welchen Stellen eine dauerhafte Installation von technischen Sperren möglich und sinnvoll ist, heißt es weiter in der Antwort. Wer Veranstaltungen wie den Hafengeburtstag, das Alstervergnügen,  den Dom, die Cruise Days, den Disco-Move oder beispielsweise den Schlagermove besuchen möchte, wird wohl weiterhin an meterlangen Zäunen, schweren Betonklötzen, Wassertanks, mobilen zaunartigen Fahrzeugbarrieren oder auf der Fahrbahn quer stehenden LKW vorbei gehen. An vielen Eingängen stehen meist schwer bewaffnete Polizisten oder Personen von privaten Sicherheitsdiensten. Seit dem islamistischen Weihnachtsmarkt-Anschlag in Berlin Ende 2016, bei dem ein Mann mit einem zuvor gestohlenen LKW mutwillig in eine Menschenmenge gerast ist und mehrere Passanten tötete, steht die Sicherheit bei Großereignissen im Mittelpunkt – auch bei uns in Hamburg. Damit solche Anschläge verhindert werden, wurden seit dem Anschlag im Dezember 2016 mehrere Dutzend Events gesichert – in einem Ausmaß, wie es die Hansestadt noch nie zuvor erlebt hat. Vor allem hat die zusätzliche Sicherheit ihren Preis:  „Die Kosten der Sicherungsmaßnahmen trägt der Veranstalter. Soweit die Stadt Hamburg als Veranstalter auftritt, sind die entstehenden Kosten von der Stadt zu tragen“, heißt es als Antwort des Senates auf die Kleine Anfrage. Bei Großveranstaltungen werde regelhaft ein umfassendes und individuelles Sicherheitskonzept mit dem Veranstalter abgestimmt, bei dessen Erstellung die Polizei und Bezirksämter mitwirken. Verantwortlich für die Erstellung eines Sicherheitskonzeptes sei der Veranstalter; er trägt auch die entstandenen Kosten. Bei Großveranstaltungen privater Träger erfolge eine polizeiliche Überprüfung des abgestimmten Sicherheitskonzeptes und damit auch der aufgestellten Absperrungen im Rahmen des Einsatzgeschehens. Soweit eine behördliche Aufstellung erfolgt, werde diese durch die Behörde für Inneres und Sport beziehungsweise durch die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) als Ausrichter überwacht. In Rede stehende technische Absperrungen werden auf allen größeren Veranstaltungen seit Dezember 2016 eingesetzt. Je nach gefährdeten Zufahrtsmöglichkeiten und Anforderungen an die Zugänglichkeit werden bewegliche Barrieren unter anderem in Form von Fahrzeugen, gefüllten Wassertanks, Big Bags (Schwerlast-Gewebesäcke mit 1 m³ Fassungsvermögen), stationäre Betonquader (sogenannte Betonschweine), oder Betonquader, die mit abnehmbaren, schweren Drahtseilen verbunden sind, eingesetzt.

Sprich: jeder Veranstalter, der zusätzlich Gabelstapler oder Kräne ordern und damit Betonklötze, Wassertanks, Zäune oder Betonstein-Drahtseil-Kombinationen aufstellen muss, hat zunächst höhere Kosten. Diese wird er früher oder später auf die Standgebühr oder eventuelle Eintrittsgelder aufschlagen, die wiederum letztendlich auf den Besucher abgewälzt werden.


Neue Geschwindigkeitsmessanlage an der Bundesstraße 5 in Hamm

(mr). Die Hamburger Polizei hat in diesen Tagen eine neue stationäre Geschwindigkeitsüberwachungsanlage (GÜA) an der Eiffestraße (Hamm) in Betrieb genommen. Die Anlage Blitzanlagebefindet sich etwa 150 Meter hinter dem Ortseingang in Fahrtrichtung Innenstadt. Gemessen wird zukünftig der Verkehr auf allen Fahrstreifen stadteinwärts. Die vierspurige Eiffestraße tritt im Vergleich zu anderen Straßenzügen hinsichtlich der Anzahl der Verkehrsunfälle hervor. Im Zeitraum 2008 bis 2010 haben sich zwischen dem Borstelmannsweg und Osterbrook allein 26 Unfälle mit 14 verletzten Personen ereignet, die direkt auf geschwindigkeitsrelevante Ursachen zurückzuführen waren. Die gesamte Eiffestraße weist im selben Zeitraum insgesamt 837 und im ersten Halbjahr 2011 bereits 117 Unfälle auf. Dabei gab es 17 schwer- und 239 leichtverletzte Personen. Neben der auffälligen Unfalllage ist in der Eiffestraße bei Messungen ein hohes Geschwindigkeitsniveau in Richtung Innenstadt festgestellt worden. Die stadteinwärts fahrenden Verkehrsteilnehmer sind häufig nicht gewillt, die Höchstgeschwindigkeit am Ortseingang auf 50 Km/h zu reduzieren. Aus Sicht der Hamburger Polizei ist es zielführend, das Geschwindigkeitsniveau des stadteinwärts fließenden Verkehrs mit dem Einsatz einer GÜA dauerhaft zu reduzieren. Darüber hinaus wird auch ein positiver Effekt für die angrenzenden Straßenzüge erwartet. Foto: Röhe 


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Vorhang auf, Bühne frei

(mr). Theaterstücke sind auch etwas für junge Menschen. Damit sie aber auch in den Genuss zu bezahlbaren Karten kommen, bietet eine neue App Schülern Anreize, verschiedene Neue AppTheater zu besuchen. „ Theatix“ – so der Name der neuen App, die TV-Moderator Johannes B. Kerner und Hamburgs Schulsenator Ties Rabe kürzlich vorgestellt haben. So einfach funktioniert’s: Die Schüler klicken auf www.theatix.de auf das Stück, das sie interessiert. Dann bekommen sie alle Informationen und können noch für den gleichen Abend ihre Karten reservieren. Karten gibt es bereits ab 1,99 Euro. .„Ich freue mich, dass wir mit unserer Idee bei den Theatern und Behörden auf so großes Interesse gestoßen sind und dass alle an einem Strang ziehen, damit wieder mehr Schüler in Hamburger Theater gehen“, sagt Johannes B. Kerner. Mit der neuen App Theatix können alle Hamburger Bühnen ein jüngeres Publikum anzusprechen – nicht nur mit einem attraktiven Preis, sondern vor allem in den Kommunikationsmedien mit denen sich die Schüler verständigen. Unser Foto zeigt TV-Moderator Johannes B. Kerner (rechts) und Hamburgs Schulsenator Ties Rabe. Foto: Röhe


Bürgerplattform „ImPuls-Mitte“ mischt sich ein 

(mr). „Wir freuen uns, dass wir Ziele erreicht haben und sind guten Mutes, weitere Projekte zu realisieren“, sagte Simone Klein von „ImPuls-Mitte“. Die Bürgerplattform engagiert sich bereits seit fünf Jahren erfolgreich für Verbesserungen in den Stadtteilen Hamm und Horn. Sie vernetzt dabei unterschiedliche zivilgesellschaftliche Organisationen wie beispielsweise Sportvereine, Kirchen- und Moscheegemeinden. Kürzlich wurde eine Rampe in einer U-Bahnhaltestelle installiert. Damit ist es nun für Rollstuhlfahrer, Frauen mit Kinderwagen und gehbehinderten Menschen leichter, in den U-Bahnhof zu kommen. Das „Aktionsteam Grünfläche“ setzte unterdessen sein ehrgeiziges Ziel in die Tat um, den Teich im Hammer Park zu entschlacken und mit neuen Uferbepflanen, Familienbildungsstätten, die Hammer Pfadfindergruppe „Charles de Foucauld“, sowie Behindertenhilfe. Damit noch mehr Menschen auf die Arbeit der Bürgerplattform aufmerksam werden, präsentierte sich das Team von „ImPuls-Mitte“ im Thalia-Theater Gaußstraße. „Unser erster großer öffentlicher Auftritt“, sagte Simone Klein und ergänzte: „Wir hoffen, dass möglichst viele neue Interessenten mitmachen und sich für unsere gemeinsame Ziele einsetzen. Es sind Themen, die uns alle was angehen.“ Zu den aktiven Mitgliedern von „ImPuls-Mitte“ gehören unter anderem Hamm United e. V., die Islamische Gemeinde Hamburg Centrum Moschee e. V., alsterdorf assistenz ost gGmbh, Katholische Kirchengemeinde Herz Jesu und Evangelisch-methodistische Christuskirche Hamm. „Die Bürgerplattform wird von ImPuls-MitteMenschen und Einrichtungen aus den Stadtteilen Hamm und Horn getragen. Sie ist unabhängig und überparteilich und wird von Bürgern selbst organisiert und finanziert. Sie überwindet kulturelle und religiöse Grenzen, hat eine breite Basis und ist langfristig angelegt“, sagte Ulrich Nehls von der alsterdorf assistenz ost gGmbh zu den etwa 80 Besuchern der Veranstaltung. Ursula Winkler referierte über die Entstehung der Bürgerplattform im Jahr 2007 und verdeutlichte den schwierigen Start. Bereits zwei Jahre zuvor, im Jahr 2005, kam die Idee mit einer Bürgerplattform auf. Damals wurden Kontakte zu Vereinen und Gruppen geknüpft und Gänge zu Behörden absolviert, bevor schlussendlich im Jahr 2007 die Bürgerplattform gegründet werden konnte. Seitdem treffen sich die Mitglieder Quartalsweise und gründen immer wieder neue Arbeitsgruppen und Aktionsteams. Ganz aktuell setzt sich das „Aktionsteam Sicherheit“ dafür ein, dass auf bestimmten Spielplätzen in Horn der illegale Drogenkonsum eingedämmt wird. Das Team ist im Gespräch mit Vermietern (SAGA), dem Behördlichen Ordnungsdienst (BOD) und der Polizei. „Es hat sich schon etwas getan. Bäume wurden geschnitten, so dass die Spielplätze noch besser einsehbar sind“, erklärte Organizerin der Bürgerplattform, Simone Klein. Das Aktionsteam träfe sich regelmäßig mit den Beteiligten und bliebe am Ball. Dies sei aber nur eines von vielen Zielen, dass die Bürgerplattform, die im vergangenen Jahr mit dem Max-Brauer-Preis ausgezeichnet wurde, in naher Zukunft realisieren möchte. Der Abend mit der Bürgerplattform wurde mit einem 13minütigen Filmbeitrag, in dem sich „ImPuls-Mitte“ vorstellte und einen Blick in die Arbeit der verschiedenen Aktionsteams warf, abgerundet. Unser Foto zeigt Simone Klein von der Bürgerplattform „ImPuls-Mitte“. Foto: Röhe


Präventionskette im Sinne der Gesundheit

(mr). Der Stadtteil Rothenburgsort mit seinen etwa 8.700 Einwohnern spielt derzeit eine Vorreiterrolle: er dient als Modellstandort für eine Präventionskette für Gesundheitsförderung. „Bei unserer Auftaktveranstaltung ging es um Strategien zur Stärkung von Kindern in Rothenburgsort, um Übergänge von Anbietern mit verschiedenen Kursen und eine Stärkung von Kindern und Familien“, sagt Eva Schneider. Die Koordinatorin für Gesundheitsförderung im Stadtteil der Elternschule Rothenburgsort hebt hervor, dass es sich bei dem Modell um eine Vernetzung aller Akteure handelt. Gefördert wird das Projekt von der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz, dem Bezirksamt Mitte und der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung und Prävention (HAG). 15 Institutionen, die mit Kindern und Familien zusammen arbeiten (unter anderem Kita, Elternschule, Allgemeiner Sozialer Dienst, Gesundheitsamt, Sportverein) sind bereits an dem Projekt beteiligt. „Alle Angebote sollen aufeinander aufbauen. In anderen Bundesländern wurden mit ähnlichem Konzept bereits Erfolge erzielt“, sagt Petra Hofrichter von der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V. Handlungsbedarf sieht die Referentin für Gesundheitsförderung in Rothenburgsort insbesondere bei der kinderärztlichen und gynäkologischen Versorgung (Praxen fehlen im Stadtteil), Ernährung und Bewegung, Sport- und Bewegungsangeboten, Rat und Hilfe bezüglich unterstützender Angebote für Mütter und Väter, sowie fehlendes Wissen über Unterstützungsleistungen (beispielsweise Hebammenversorgung während der Schwangerschaft). „Rothenburgsort ist für dieses Projekt ein idealer Standort. Mit seiner charakteristischen Insellage, seiner kulturellen Vielfalt und dem Kinderreichtum, sowie seiner Elternschule mit zahlreichen Kursen, die sich als Anziehungspunkt vieler Menschen entwickelt haben, ist das Projekt ein Gewinn für alle Bewohner“, sagt Susanne Hüttenhain, Netzwerkkoordinatorin im Bezirksamt Hamburg-Mitte. Kennzeichnend ist aber auch die zum Teil prekäre Lebenssituation von Familien. Knapp die Hälfte aller Projekt an ElternschuleKinder wächst in Bedarfsgemeinschaften und ein Drittel in Ein-Eltern-Familien auf. Die Förderung der Gesundheitschancen von Kindern und Familien bedarf daher einer besonderen Aufmerksamkeit. In naher Zukunft ist geplant, mittels einer Broschüre die Bewohner über sämtliche Angebote und Möglichkeiten zu informieren.

Petra Hofrichter, Susanne Hüttenhain, Eva Schneiderund Christiane Färber vor der Elternschule in der Marchmannstraße 75. Foto: Röhe


Keine Hilfsbereitschaft bei der Hochbahn?

(mr). Im Zuge einer Demonstration am 23. März 2013 in der Sievekingsallee und einer zeitgleichen Protestaktion mit 600 Teilnehmern waren in den U-Bahnhaltestellen Rauhes Haus und Horner Rennbahn (beide im Stadtteil Horn) auch zusätzlich Wachmänner der Hamburger Hochbahn im Einsatz. Während die Lage rund um die Horner Rennbahn teilweise zu eskalieren drohte, als sich elf rechtsgesinnte junge Leute dem Versammlungsort näherten, verlief die Arbeit fürs Wachpersonal beim Rauhen Hause ruhig. Bereits zwei Stunden vor der Demo standen sie im Eingangsbereich und schafften sich einen Überblick über den Fahrgaststrom. „Als ich mit meiner Tochter im Kinderwagen zur Haltestelle kam, war nichts los. Drei Wachmänner standen mit dem Rücken an der Wand und unterhielten sich“, sagt eine Mutter, die anonym bleiben möchte. „Zwar stehen hier sonst auch keine Sicherheitsmänner. ,Aber wenn sie schon mal da sind, können sie ruhig mal mit einer helfenden Hand zur Seite stehen“, empört sich die Mutter. Innerhalb einer viertel Stunde seien nach Angaben der Mutter zwei Personen mit Kinderwagen an den Wachmännern vorbeigekommen. „Niemand hat seine Hilfe angeboten“, sagt die Mutter. Die Pressestelle der Hamburger Hochbahn zeigte sich am Telefon zwar verständnisvoll, gab aber keine offizielle Stellungsnahme zu dem Vorfall ab.


Ralf Möller überreicht Tabletcomputer an Senioren

(mr). „Meine beiden Enkelkinder werden sich freuen, wenn ich mit denen übers Internet schreibe“, sagt Anne Lene Joneleit. Die 85-Jährige lebt seit vielen Jahren in der Senioreneinrichtung „Amarita“ in der Angerstraße in Hohenfelde und ist neugierig aufs Internet. „Wir wurden gefragt, ob wir Lust hätten, uns im Internet umzuschauen“, sagt Anne Lene Joneleit und blättert sogleich einige Onlinezeitungen durch. Die 85-Jährige ist auch begeistert von Luftbildern. „Ich werde mir heute noch anschauen, wo mein Enkel in Madrid wohnt“, sagt sie freudestrahlend. Nach dem Motto jede Altersgruppe soll am Internet teilhaben können setzt sich ein großer Mobilfunkanbieter gemeinsam mit der „Stiftung Digitale Chancen“ für dieses Ziel ein. Die „Stiftung Digitale Chancen“ mit Sitz in Berlin evaluiert begleitend, wie mobiles Internet älteren Menschen den Einstieg in die Internetnutzung und den Anschluss an die digitale Gesellschaft erleichtern kann. Viele ältere Menschen hätten Angst vor einem Computer. Deshalb seinen die kleinen mobilen Geräte gerade für Senioren ideal, sagte eine Ralf Möller im SeniorenheimSprecherin der Stiftung auf einem Pressetermin am 18. April in Hohenfelde. Zehn Geräte hat Schauspieler Ralf Möller der Einrichtung „Amarita“ überreicht. Ab sofort können sich alle Senioren in die große weite Welt begeben.

Sabine Fronika Kalle, Schauspieler Ralf Möller und Anne Lene Joneleit probieren das mobile Internet in der Senioreneinrichtung „Amarita“ in der Angerstraße in Hohenfelde aus. Foto: Röhe


Falscher Staatsanwalt : Geschäftsmann als Amtsperson unterwegs

(as). In Zeitungsmeldungen wird oft über falsche Polizisten gewarnt. Nun kam es in Hamburg zu einem Fall, in dem sich ein Hamburger Geschäftsmann als Staatsanwalt ausgab, obwohl er nachweislich keiner ist. Aber anstatt dass die „echte“ Staatsanwaltschaft diesem Mann mittels eines saftigen Bußgeldes aufzeigt, dass es so nicht geht, veranlasst sie über das Amtsgericht Hamburg, den Zeugen und Anzeigenden Stefan F. (Name geändert) einen Strafbefehl über knapp 300 Euro zukommen zu lassen. Ein unglaublicher Vorfall. Die Einzelheiten: Der Geschäftsmann soll provozierend langsam gefahren und mehrfach in verschiedene Straßen abgebogen sein, ohne den Blinker zu setzen. Dann käme es zu einem Beinahunfall wegen des Nichtblinkens. Zuguterletzt soll der Autofahrer seinen Mittelfinger und das „Arschloch“-Zeichen gezeigt haben. „Grund genug, gegen den Autofahrer vorzugehen“, sagt Stefan F., der mit seinem Kumpel im nachfolgenden PKW saß. Im Bereich der Außenalster hielt der Geschäftsmann plötzlich auf einem Mittelstreifen an. „Meine Chance, den Fahrer zu Beweiszwecken zu fotografieren“, sagt Stefan F.. Was folgte, übertrifft alle Erwartungen. Der Fahrer soll seine Fensterscheibe gesenkt und Stefan F. mit den Worten „Ich bin der Staatsanwalt, ihr bekommt mächtig Ärger. Ihr legt euch mit einem Staatsanwalt an“ angesprochen haben. Nach Überprüfung seines amtlichen Kennzeichens stellte sich heraus, dass der Fahrer gar kein Staatanwalt ist. Stefan F. und sein Kumpel stellten Strafantrag wegen Beleidigung und Nötigung und erbrachten gleichzeitig den Hinweis, dass sich der Autofahrer einer Amtsanmaßung schuldig gemacht hat. Am 3. Januar 2013 die Entscheidung zu diesem Fall von der Staatsanwaltschaft Hamburg: Das Ermittlungsverfahren gegen (…) ist gemäß § 153 der Strafprozessordnung mit Zustimmung des Gerichts eingestellt worden, weil die Schuld als gering anzusehen ist und kein öffentliches Interesse an der Verfolgung besteht. Was nun folgte, haut den Zeugen Stefan F. fast um. „Wenige Wochen später flatterte mir ein Strafbefehl über knapp 300 Euro ins Haus – wegen Beleidigung“, sagt Stefan F. „Unglaublich, dass sich das Blatt hier unbegründet gewendet hat“, sagt Stefan F. Grund des Strafbefehls: Stefan F. soll in einer ehrverletzenden Art lautstark die Schimpfwörter „Drecksau“, „Arsch“ und „Idiot“ benutzt haben. Das behauptet jedenfalls der Geschäftsmann – und zwar so überzeugend, dass selbst ein Richter diesem Mann Glauben schenkte. Die Hamburger Allgemeine Rundschau fragte nach, wollte den Grund wissen: warum wurde das Verfahren gegen den Geschäftsmann eingestellt, der sich laut Aussagen der beiden Zeugen drei Straftaten schuldig gemacht hat? Warum wurde der Fall als belangloses Verkehrsgeschehen eingestuft, obwohl es fast zu einem Unfall kam? Und schließlich tat der Geschäftsmann so, als würde er der Staatsanwaltschaft zugehören – müsste die Staatsanwaltschaft da nicht mit mehr Energie vorgehen? „Der Beschuldigte war zuvor bislang strafrechtlich noch in keiner Weise in Erscheinung getreten“, begründet Oberstaatsanwältin Nana Frombach, Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Hamburg, die Einstellung des Verfahrens und ergänzt: „Soweit es den Vorwurf der Beleidigung gegen Stefan F. betrifft, beruht dieser auf dessen eigenen Angaben gegenüber der Polizei und nicht darauf, dass den Angaben des Geschäftsmanns mehr Glauben geschenkt worden ist als denen des Herrn F.“

Anmerkung der Redaktion: Stefan F. legte Einspruch gegen den Strafbefehl ein. Das Verfahren wurde daraufhin eingestellt, weil der „falsche Staatsanwalt“ nicht vor Gericht erschien. Der „echten“ Staatsanwaltschaft sind im Gerichtsaal Ungereimtheiten aufgefallen. Für Stefan F. steht fest: „Die Staatsanwaltschaft hat hier nicht ordentlich gearbeitet. Ich bin echt enttäuscht: da verursacht jemand beinah einen Unfall, gibt sich als Staatsanwalt aus und hat nicht mal eine Strafe zu befürchten. Ach ja: Der Beschuldigte ist verwarnt worden. Auch eine Art Strafe – zumindest juristisch.“


ImPuls mischt mit – Bürgerplattform feiert fünfjähriges Bestehen

(mr). Ob Verschönerungen im Hammer Park, sicherheitsrelevante Themen im Straßenverkehr oder beispielsweise das Thema Wohnen: Seit nunmehr fünf Jahren setzt sich die Bürgerplattform ImPuls-Mitte mit ihren 15 Mitgliedsgruppen für die Bürger ein. Grund genug, das fünfjährige Bestehen im Wichern-Saal des Rauhen Hauses mit etwa 200 geladenen Gästen zu feiern. Zu den Gästen zählten Vertreter aus den Mitgliedsgruppen in Hamm, Horn und Billstedt, Vertreter aus verschiedenen Berliner Bürgerplattformen, Professor Leo Penta (Deutsches Institut für Community Organizing) und Vertreter aus Politik und Behörden.
„Die Bürgerplattform wird von aktiven Menschen und Einrichtungen aus den Stadtteilen Hamm und Horn getragen. Sie ist unabhängig und überparteilich und wird von Bürgern selbst organisiert und finanziert, die sich gemeinsam für Ihre Anliegen im Stadtteil einsetzen und Ihre Themen mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft auf Augenhöhe verhandeln“, sagt Simone Klein, Organizerin der Bürgerplattform ImPuls-Mitte. „Unsere Bürgerplattform überwindet kulturelle und religiöse Grenzen, hat eine breite Basis und ist langfristig angelegt“, führt Simone Klein fort. Im Rahmen der Feierlichkeiten stellte sich jede einzelne Gruppe vor und erklärte die Ziele und Motivationen, sich für die Plattform einzusetzen. Die Feier wurde durch die Band „All Hands-on“ begleitet, die ebenfalls Mitglied bei ImPuls-Mitte ist. Bei der Feierlichkeit zum fünfjährigen Bestehen wurden vier neue Gruppen aufgenommen, die die Vielfalt der Plattform stärken: Sultan-Ahmed-Moschee, Afrikanischer-muslimischer Familienverein Masjid Rahma e.V., Evangelische Philippus und Rimbert Gemeinde, sowie die Ghana Horn Citizens Association.  Zu den aktuellen Themen der Plattform zählt unter anderem aus dem Bereich Verkehr die Verlängerung der Grünphase der Fußgängerampel an der Manshardtstraße/Legienstraße. Gemeinsam mit Vertretern der Polizei (PK 42) wird die Grünphase in Kürze für Fußgänger verlängert. Zudem wird angestrebt, das Wohnen in der Carl-Petersen-Straße attraktiver zu gestalten und Lösungen für das Geschäftesterben zu erarbeiten.


CSD-Verein startet Projektförderung

(mr). Ideen gibt es viele: Info-Flyer, Bachelor-Arbeiten oder beispielsweise Community-Projekte wie eine Homepage. Meist hapert es demjenigen, dem eine zündende Idee einfällt, am nötigen Kleingeld, diese auch in die Tat umsetzen zu können. Der Hamburg Pride e.V. bietet Abhilfe: der Verein fördert seit dem 1. Februar Projekte, die Homo-, Bi- und Transsexuellen in Hamburg zu Gute kommen und motiviert unter dem Motto „supported by“ jeden, sein Konzept auch zu realisieren. „Uns ist bewusst: Aller Anfang ist schwer. Um tolle Ideen jedoch nicht im Keim ersticken, sondern wachsen zu lassen, haben wir beschlossen, einen Fördertopf bereit zu stellen. Dieser soll die ersten Stolpersteine aus dem Weg räumen“, erklärt Ilka Kass, Zweite Vorsitzende vom Hamburg Pride e.V., der seinen Sitz in St. Georg hat. „Doch auch Initiatoren bereits etablierter Programme und Projekte können sich bei uns bewerben. Denn wir wissen auch, wie hart der Kampf um Sponsoren und Investoren geworden ist“, ergänzt Ilka Kass. Bewerben kann sich jeder, der Projekte fördern lassen möchte, die dieselben Ziele wie Hamburg Pride e.V. verfolgen. Darunter fallen unter anderem der Abbau bestehender Vorurteile gegenüber der queeren Gemeinschaft oder auch die Unterstützung von Opfern antihomosexueller Gewalt. Interessierte können sich die entsprechenden Bewerbungsformulare sowie die Förderrichtlinien von der Homepages des Vereins herunterladen und einen schriftlichen Antrag stellen. Die Antragstellung ist jederzeit möglich. „Wir sind der erste CSD-Verein Deutschlands, der eine solche Projektförderung auflegt“, sagt Ilka Kass. Dank der weit über 300 Mitglieder und seiner Vereinsstruktur könne der gemeinnützige Verein bereits jetzt 3.000 Euro für das neue Programm zur Verfügung stellen. Dieser Betrag kann an ein Einzelprojekt vergeben oder auf mehrere aufgeteilt werden. „Wir wünschen uns, möglichst viele Engagierte zu unterstützen, die sich mit spannenden, neuen, kreativen oder auch außergewöhnlichen Konzepten bei uns bewerben. Die Förderung ist für uns eine wichtige Möglichkeit, Projekte zu fördern, die unsere eigenen Kapazitäten und Mittel übersteigen und ein Projektförderungwertvoller Beitrag für die Hamburger Homo-, Bi- und Transsexuellen-Gemeinschaft sein können“, freut sich Kass über den Start der Projektförderung. Mitmachen können Interessierte aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen.

Unser Foto zeigt: Mark Terence Jones, Carola Ebhardt und Ilka Kass vom Hamburg Pride e. V. stehen in der Langen Reihe und wünschen sich, dass viele Menschen mit einer kreativen Idee an sie herantreten. Foto: Röhe


Fahrradgroßkontrollen der Hamburger Polizei

(mr/ha). Die Fahrradstaffel der Hamburger Polizei führte in den vergangenen Tagen mehrere Fahrradgroßkontrollen durch. Die Kontrollen zielten auf die Bekämpfung der Hauptunfallursachen, Rotlichtmissachtung und das Befahren der falschen Radwegseite, ab. Unterstützt wurden die Maßnahmen von Einsatzkräften der Landesbereitschaftspolizei und noch in der Ausbildung befindlichen Polizeischülern. Es zeigte sich erneut, dass viele Radfahrer sich nicht an geltende Verkehrsvorschriften halten. Im vergangenen Jahr hat die Polizei insgesamt 3.083 Unfälle mit Fahrradfahrern registriert. Im Vergleich zum Vorjahr waren das 426 Unfälle mehr. Insgesamt 2.208 Radfahrer verunglückten dabei auf Hamburgs Straßen. Auch hier ist ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr um 13,8 Prozent zu verzeichnen. Als Radfahrunfälle werden Verkehrsunfälle bezeichnet, an denen mindestens ein Radfahrer beteiligt ist. Radfahrer sind aufgrund ihres fehlenden Schutzraumes bei Verkehrsunfällen besonders gefährdet, schwere Verletzungen zu erleiden. 41 Prozent der Radfahrunfälle würden laut Polizei von Radfahrern verursacht. Aufgrund dieser Quote widmet sich die Polizei bei Verkehrsüberwachungsmaßnahmen auch den Radfahrern. Häufigster Fehler bei Radfahrern ist die Benutzung der falschen Radwegseite gefolgt von Rotlichtfahrten. Bei den Großkontrollen in den vergangenen Tagen mussten die Beamten 488 Ordnungswidrigkeitenverfahren einleiten. In 116 Fällen fuhren die Radfahrer auf der falschen Radwegseite. 185 Fahrradfahrer missachteten das Rotlicht. Fünf Radfahrer telefonierten während der Fahrt mit ihrem Handy. Acht Fahrradfahrern wurde die Weiterfahrt untersagt, da sie entweder gar keine oder nicht funktionierende Bremsen hatten. 182 Radfahrer fuhren entweder auf dem Gehweg oder durch die Fußgängerzone. Neben den Fahrradfahrern wurden auch 38 Autofahrer angehalten. 20 von ihnen telefonierten während der Fahrt und sieben missachteten das Rotlicht. 11 Mal mussten die Beamten einschreiten, da die Autofahrer falsch oder verkehrsgefährdend abbogen. Ziel der Kontrollen ist es, die Radfahrunfälle zu senken und damit die Zahl der Verletzten zu reduzieren. Hierzu bedarf es einer gegenseitigen Rücksichtnahme und einer Akzeptanz und Einhaltung der Verkehrsvorschriften der verschiedenen Verkehrsteilnehmer. Um dies zu erreichen, wird die Polizei Hamburg weitere Fahrradkontrollen durchführen.


Promi-Radar: Welcher Promi wohnt wo in der Hansestadt

Mike Krüger(mr). Die Freie und Hansestadt Hamburg ist mit ihren über 1,75 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Deutschlands. Hamburg hat sieben Bezirke, die wiederum insgesamt 104 Stadtteile implizieren. Und wo 1,75 Millionen Menschen leben, sind Promis aus Funk- und Fernsehen natürlich nicht weit. Ihre Hamburger Allgemeine Rundschau verrät, wo in Hamburg die Promis wohnen. In welchem Stadtteil lebt Mike Krüger) Wo wohnt Schauspieler Til Schweiger, Sängerin Mary Roos, TV-Moderator Johannes B. Kerner, Jörg Pilawa, Reinhold Beckmann, Sylvie Meis, Karl Dall und viele mehr: Lesen Sie hier, welcher Promi wo in Hamburg wohnt…

Das Foto links zeigt den Komiker und Sänger Mike Krüger („Mein Gott, Walther“, „Der Nippel“, „Bundeswehrsoldat“) . Er wohnt im Stadtteil Wellingsbüttel, nachdem er sein Einfamilienhaus in Quickborn aufgegeben hatte. Foto: FoTe Press


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