Bootsunfall auf der Außenalster

Bootsunfall auf der Außenalster. Ein Boot der Wasserschutzpolizei ist vor Ort. Foto: FoTe-Press

(mr). Hunderte Menschen drĂ€ngen sich am Sonntagnachmittag am Ufer der Außenalster und genießen bei 16 Grad die warmen Sonnenstrahlen. Vereinzelt wuseln sich einige Jogger durch die Menschenmenge (darunter auch Starköchin Cornelia Poletto mit RĂŒdiger Grube und dem gemeinsamen Hund). Erste Jugendgruppen bauen ihren Grill auf den Alsterwiesen auf und beginnen WĂŒrstchen und Fleisch zu grillen.

Dann gegen 16 Uhr Unruhe am Ufer der Alster in Höhe des US-Konsulates. Ein kleines Boot kippt um, der Insasse gelangt ins eiskalte Wasser. ZunĂ€chst ist nicht klar, ob der Bootsfahrer einen vor KĂ€lte schĂŒtzenden Neoprenanzug trĂ€gt – von daher rufen Passanten den Rettungsdienst. Sofort sprintet ein Wasserschutzpolizist von der Außenstelle des Wasserschutzpolizeikommissariats 2 ins Boot. Zeitgleich kommt der Rettungshubschrauber Christoph Hansa angeflogen und ĂŒberfliegt die UnglĂŒcksstelle. Dann ein Aufatmen bei allen Beteiligten: dem Bootsfahrer geht es gut, er wird mit einem anderen Boot an Land gebracht und mit Decken gewĂ€rmt.

Hunderte Menschen sehen sich die Rettungsaktion vom Ufer aus an.


50 Prozent der Hamburger GrundschĂŒler haben Migrationshintergrund

Eine Muslima betritt das GelĂ€nde der Stadtteilschule LohbrĂŒgge im Bezirk Bergedorf. Symbolfoto: FoTe-Press

(pp/ha). Bunt und vielfĂ€ltig – das ist Hamburg. Ob es allerdings Grund gibt, sich mit folgender Pressemitteilung der Hamburger Schulbehörde zu brĂŒsten, sei dahin gestellt. Fakt ist: Im aktuellen Schuljahr hat erstmals die HĂ€lfte der Hamburger GrundschĂŒler Migrationshintergrund. Das heißt, dass wenigstens ein Elternteil oder das Kind im Ausland geboren ist. Hamburg liegt damit in der Spitzengruppe aller BundeslĂ€nder. Im Schuljahr 2012/13, dem ersten Erhebungsjahr mit einer qualitĂ€tsgesicherten Datenbasis, lag der Migrationsanteil in Klasse 1 noch bei 39,4 Prozent, im Schuljahr 2016/17 bei 47,7 Prozent. Das teilt die Schulbehörde bei der Vorstellung der Schuljahresstatistik am 12. Februar 2019 mit. Fast beilĂ€ufig heißt es in der Mitteilung wörtlich: „Der Anteil der SchĂŒler, die zu Hause nicht oder ĂŒberwiegend nicht Deutsch sprechen, ist mit 26,7 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr auf einen neuen Höchstwert gestiegen (2017/18: 25,6 Prozent, 2016/17: 24,2 Prozent)“. Ohne BerĂŒcksichtigung der Kinder, die aktuell oder in der Vergangenheit eine Basis- oder Vorbereitungsklasse besucht haben, liegt der Wert bei 22,5 Prozent (2017/18: 22,0 Prozent).

Die fĂŒnf hĂ€ufigsten nicht deutschen Familiensprachen sind TĂŒrkisch (4,8 Prozent 9.385 SchĂŒler, 2017/18: 4,8 Prozent, 9.370), Arabisch (3,0 Prozent 5.936, 2017/18: 2,7 Prozent, 5.183), Russisch (2,4 Prozent 4.781, 2017/18: 2,4 Prozent, 4.670), die afghanische VarietĂ€t des Persischen Dari (1,9 Prozent, 3.816, 2017/18: 1,9 Prozent, 3.626) und Polnisch (1,7 Prozent, 3.272, 2017/18: 1,7 Prozent, 3.319).

SchulabschlĂŒsse: Erneut weniger Abiturienten

Sehr viele SchĂŒler schaffen nach Angaben der Schulbehörde das Abitur. Allerdings ist die Zahl der Abiturienten erneut leicht gefallen, vom Höchststand 9.420 (Schuljahr 2015/16) auf aktuell 9.032. Von 17.275 SchulabgĂ€ngern im letzten Jahr machten damit 52,3 Prozent das Abitur. 2010 lag der Anteil der Abiturienten bei 50,6 Prozent, stieg dann 2012 auf 57,8 Prozent und lag in 2016 bei 55,5 Prozent. 806 (4,7 Prozent) SchĂŒler erlangten die Fachhochschulreife, 3.209 (18,6 Prozent) den Realschulabschluss und 3.238 (18,7 Prozent) den Hauptschulabschluss. 990 (5,7 Prozent) verließen ohne Schulabschluss die allgemeinbildenden Schulen. Mehr als die HĂ€lfte von ihnen schafft den Hauptschulabschluss in der Regel anschließend an den Berufsschulen.

FlĂŒchtlinge: 64 Grundschulen, 44 Stadtteilschulen und 34 Gymnasien fĂŒhren Extraklassen

Die Zahl der SchĂŒler in den besonderen Klassen fĂŒr FlĂŒchtlinge und Zugewanderte sinkt weiter deutlich, in diesem Schuljahr um weitere 1.700 auf 4.557 (Schuljahr 2017/18: 6.257). Das sind knapp 40 Prozent weniger gegenĂŒber dem Höchststand im Schuljahr 2016/17. So besuchen insgesamt 2.968 SchĂŒler die Basis- und Internationalen Vorbereitungsklassen der staatlichen allgemeinbildenden Schulen (2017/18: 3.843), davon 469 die Basisklassen (2017/18: 539), 2.382 die Internationalen Vorbereitungsklassen (2017/18: 2.967) und nur noch 117 die Unterrichtsangebote der Erstaufnahmen (2017/18: 337). Weitere 1.589 SchĂŒler besuchen die Beruflichen Schulen (2017/18: 2.414).

Mit der Zahl der SchĂŒler sinkt auch die Zahl der Schulen, die Basis- und IV-Klassen fĂŒhren leicht: Im Schuljahr 2018/19 bieten 21 Grundschulen, 23 Stadtteilschulen und 5 Gymnasien Basisklassen an (2017/18: 23 Grundschulen, 24 Stadtteilschulen, 3 Gymnasien), 59 Grundschulen, 39 Stadtteilschulen und 33 Gymnasien bieten IV-Klassen an (2017/18: 65 Grundschulen, 40 Stadtteilschulen, 38 Gymnasien).

Stabiles Schulsystem: 371 staatliche und 97 private Schulen

Das staatliche Schulwesen bleibt unverÀndert und umfasst 371 Schulen: 191 selbstÀndige Grundschulen, 58 Stadtteilschulen (davon 13 mit zusÀtzlichen Grundschulabteilungen), 61 Gymnasien, 26 Sonderschulen, 32 Berufsbildende Schulen und drei Schulen der Erwachsenenbildung.

Im nicht-staatlichen Bereich gibt es 97 Schulen: 31 Grundschulen, 27 Stadtteilschulen (+1; einschließlich sieben Rudolf-Steiner-Schulen), 12 Gymnasien (+1), fĂŒnf Sonderschulen sowie 21 Berufsbildende Schulen und eine Schule der Erwachsenenbildung.

Deutlich steigende AnfÀngerzahlen in der Ausbildung

Die Zahl der AusbildungsanfĂ€nger an den berufsbildenden Schulen in Hamburg ist seit zwei Jahren wieder deutlich ansteigend. Insgesamt starten an den staatlichen und privaten berufsbildenden Schulen unter Aufsicht der Behörde fĂŒr Schule und Berufsbildung im Schuljahr 2018/19 16.360 AusbildungsanfĂ€nger ihre duale und schulische Berufsausbildung (inkl. Berufsqualifizierung im Hamburger Ausbildungsmodell). Das sind 556 AusbildungsanfĂ€nger mehr als im Vorjahr (von 15.804 in 2017 auf 16.360 in 2018; plus 3,5 Prozentpunkte). In 2018/19 haben   insgesamt 14.120 SchĂŒlerinnen und SchĂŒler ihre duale Berufsausbildung begonnen (2017/18 13.934 AnfĂ€nger in der dualen Berufsschule). Insgesamt sind an Hamburgs Beruflichen Schulen im aktuellen Schuljahr 52.355 SchĂŒler zu verzeichnen.

Die Zahl der AusbildungsanfĂ€nger ist in diesem Jahr im Erziehungs- und Kinderbetreuungsbereich (Erzieher, Heilerzieher und SozialpĂ€dagogische Assistenten SPA) stark gestiegen (+396). Damit wird dem wachsenden Bedarf von qualifiziertem Personal in der Kindertagesbetreuung Rechnung getragen. Insbesondere ist die Zahl der AnfĂ€ngerinnen und AnfĂ€nger in der Berufsfachschule SozialpĂ€dagogische Assistenz (SPA) im Vorjahresvergleich von 704 (2017/18) auf 1.176 im Schuljahr 2018/19 gestiegen. Sehr gut angenommen wird die 2017 neu eingefĂŒhrte Öffnung der SPA-Ausbildung auch fĂŒr junge Menschen mit dem erweiterten ersten allgemeinbildenden Schulabschluss (erweiterter ESA): Insgesamt nutzen 647 der diesjĂ€hrigen AnfĂ€ngerinnen und AnfĂ€nger dieses Ausbildungsangebot (+505). Damit sie die Standards der SPA-Ausbildung erreichen, ist die Ausbildung fĂŒr diese Gruppe um ein halbes Jahr auf zweieinhalb Jahre verlĂ€ngert.

Insgesamt ist die Anzahl der SchĂŒler in Erzieherberufen und SozialpĂ€dagogischer Assistenz in den letzten zehn Jahren von 3.369 (Schuljahr 2008/9) auf 5.365 (Schuljahr 2018/19) um 60 Prozent gestiegen.

Der Anstieg ist auf Maßnahmen zurĂŒckzufĂŒhren, mit denen Schul- und Sozialbehörde mehr FachkrĂ€fte fĂŒr die KindertagesstĂ€tten ausbilden wollen. So wurde sowohl Abiturienten als auch HauptschĂŒlern der Zugang in die Ausbildung erleichtert. Gleichzeitig wurde die Ausbildung attraktiver gemacht: Dank neuem Meister-Bafög und berufsbegleitender Ausbildung werden Auszubildende im Rahmen der schulischen Ausbildung finanziell deutlich besser gestellt.

Steigende AnfÀngerzahlen im Bereich der Pflege

In den Pflegeberufen (Altenpflege, Gesundheits- und Pflegeassistenz sowie Haus- und Familienpflege) ist die Zahl der AusbildungsanfĂ€nger mit insgesamt 973 AnfĂ€ngerinnen und AnfĂ€ngern (+72) erneut steigend. Insbesondere im Bereich Altenpflege sind die AnfĂ€ngerzahlen stark aufgewachsen (+101). Die SchĂŒlerzahl in den Pflegeberufen steigt seit 5 Jahren kontinuierlich, seit dem Schuljahr 2008/09 ist ein Zuwachs von 121 Prozent zu verzeichnen (2008/09: 919 SchĂŒlerinnen und SchĂŒler, 2018/19: 2.035). Insgesamt ist die Anzahl der SchĂŒler in den Pflegeberufen in den letzten zehn Jahren von 919 (Schuljahr 2008/9) auf 2.035 (Schuljahr 2018/19) um 120 Prozent gestiegen.

Mehr GastschĂŒler aus Schleswig-Holstein

Die Zahl der GastschĂŒler an staatlichen Hamburger Schulen aus Schleswig-Holstein ist erneut deutlich von 2.035 auf 2.529 gestiegen. Die zweitgrĂ¶ĂŸte Gruppe stammt ebenfalls wie in den Vorjahren aus Niedersachsen (521 SchĂŒler, 2017/18: 529). Infolge des neuen Gastschulabkommens mit Schleswig-Holstein, das allen Kindern und Jugendlichen sowohl Hamburgs als auch Schleswig-Holsteins freien Zugang zu den Jahrgangsstufen 5 und 11 der allgemeinen Schulen des jeweiligen Nachbarbundeslandes gewĂ€hrt, hat sich die Anzahl der SchĂŒler aus Schleswig-Holstein erhöht, und zwar vorwiegend, weil SchĂŒler aus Schleswig-Holstein im Übergang in die Oberstufe auf eine Hamburger Schule wechseln.

Hinzu kommen nach Angaben der Schulbehörde weitere 2.117 GastschĂŒler an den staatlichen berufsbildenden Schulen, davon unter anderem 1.217 an den Berufsschulen und 698 an den Fachschulen.

Ganztag: Teilnahme erreicht neuen Höchststand

Alle Hamburger Grundschulen bieten kostenlose Ganztagsangebote – und fast 84 Prozent der Grundschulkinder nehmen jetzt am Ganztag teil, 2.100 Kinder mehr als im Vorjahr. FĂŒr den Ganztag an den Grundschulen haben sich 54.244 SchĂŒler angemeldet (Vorjahr 52.136). Die Teilnahmequote stieg damit auf 83,9 Prozent an (Vorjahr 82,7 Prozent). 29.972 (46,4 Prozent) Kinder nutzen zudem die Ganztagsbetreuung in den Ferien und werden dort durchschnittlich 5,4 Wochen im Jahr betreut. Die Ganztagsangebote in den Randzeiten vor 8 und nach 16 Uhr nutzen 4.074 (FrĂŒhbetreuung) oder 5.640 Kinder (SpĂ€tbetreuung). Der Anteil der GrundschĂŒler, die an der Ferienbetreuung teilnehmen, ist damit seit dem Schuljahr 2014/15 von 32,8 Prozent auf 46,3 Prozent angestiegen. Ursache dafĂŒr ist unter anderem eine Reform von vor zwei Jahren: Seit 2017 ist die Teilnahme an der Ferienbetreuung fĂŒr Kinder, deren Familien staatliche Leistungen wie zum Beispiel Arbeitslosengeld II beziehen, kostenlos.

Kleine Schulklassen

Aufgrund der erheblichen Erhöhung der Zahl der PĂ€dagogen haben Hamburgs Schulen kleine Klassen: Grundschulen in sozial benachteiligten Stadtteilen haben im Schnitt 17,9 SchĂŒler pro Klasse (Obergrenze 19), alle anderen Grundschulen 22,3 (Obergrenze 23). Stadtteilschulen haben in den Klassenstufen 5/6 22,6 und in den Klassen 7 bis 10 24,4 SchĂŒler pro Klasse (Obergrenzen 23/25), Gymnasien 26,4 (Obergrenze 28). Die KlassengrĂ¶ĂŸen sind im laufenden Schuljahr in allen Schulformen minimal gestiegen, weil neu zugewanderte SchĂŒlerinnen und SchĂŒler unterjĂ€hrig aufgenommen werden.

Alle Zahlen der Schuljahresstatistik sind unter www.hamburg.de/schulstatistiken sowie weitere Informationen zu Hamburger Schulen unter www.hamburg.de/schuljahr-in-zahlen im Internet veröffentlicht.