Diesel-Fahrverbot ab 31. Mai 2018 in Max-Brauer-Allee

Die bundesweit ersten Diesel-Fahrverbote wegen zu schlechter Luft sollen am 31. Mai 2018 in Hamburg in Kraft treten. Die Max-Brauer-Allee ist dann auf einer L├Ąnge von 580 Metern f├╝r alte Dieselfahrzeuge gesperrt. Foto: FoTe-Press

(mr/ha).┬áF├╝r Besitzer alter Dieselfahrzeuge wird es jetzt ernst: Die bundesweit ersten Fahrverbote treten bereits ab 31. Mai in Kraft, dies teilt die Umweltbeh├Ârde mit. Die vom Senat im Juni 2017 beschlossenen Durchfahrtsbeschr├Ąnkungen f├╝r ├Ąltere Dieselfahrzeuge an der Stresemannstra├če (f├╝r LKW) und an der Max-Brauer-Allee (LKW und PKW) k├Ânnen wie geplant in Kraft treten. Das hat die Pr├╝fung der Urteilsbegr├╝ndung des Bundesverwaltungsgerichts ergeben. Die Beschr├Ąnkungen werden f├╝r alle Diesel-Fahrzeuge gelten, die die Euronorm 6 (PKW) beziehungsweise VI (f├╝r LKW) nicht erf├╝llen. Der Termin f├╝r das Inkrafttreten wird der 31. Mai 2018 sein.┬á 104 Umleitungs- und Verbotsschilder an den betroffenen Abschnitten wurden k├╝rzlich angebracht, allerdings stand bis dato noch kein konkreter Termin f├╝r das Fahrverbot fest.┬áDer Termin f├╝r das Inkrafttreten des Verbots hatte sich nicht zuletzt deshalb verz├Âgert, weil die schriftlichen Begr├╝ndungen des Bundesverwaltungsgerichts zu dessen Grundsatzurteilen vom Februar 2018 von den Hamburger Beh├Ârden ausgewertet werden musste. Das Gericht hatte darin Fahrverbote grunds├Ątzlich f├╝r zul├Ąssig erachtet, um die Belastung der Luft mit Stickoxiden zu verringern.

Laut dem Hamburger Luftreinhalteplan soll nun ein 580 Meter langer Teil der Max-Brauer-Allee f├╝r Dieselfahrzeuge gesperrt werden, die nicht die moderne Abgasnorm Euro 6 erf├╝llen.┬áDem Kraftfahrt-Bundesamt zufolge waren in Hamburg zum Jahresanfang insgesamt 264.406 Diesel-Pkw zugelassen. Davon erf├╝llten 96.356 Wagen die sauberste Euro-6-Norm, 80.803 die Euro-5-Norm, die anderen Euro 4 und schlechter. Betroffen sind von dem Fahrverbot in der Max-Brauer-Allee somit gut 168.000 Hamburger Pkw sowie alle anderen Diesel aus Deutschland und dem Ausland, die nicht die Euro-6-Norm erf├╝llen und nach Hamburg einfahren.┬áNun haben also alle Dieselfahrer Gewissheit: ab 31. Mai gilt im Stadtteil Altona eine Einschr├Ąnkung f├╝rs Benutzen zweier Stra├čen.

Nach Ansicht der Umweltorganisation BUND seien die Fahrverbote in Hamburg „zwar ein gutes Signal, aber nicht zielf├╝hrend“. Ein Sprecher des Bundes f├╝r Umwelt und Naturschutz Deutschland: „Wir brauchen fl├Ąchendeckende Fahrverbote, die den Menschen helfen und nicht den Messstatione.“ Bisher w├╝rden Verkehr und sch├Ądliche Stickoxide nur auf andere Stra├čen verteilt, wo sie aber nicht erfasst w├╝rden. Er sprach sich f├╝r die Einf├╝hrung einer blauen Plakette aus. F├╝r den ADAC-Hansa ist das Fahrverbot auch keine ideale L├Âsung und lehnt sie ab. Durch das Fahrverbot zur Luftreinhaltung w├╝rden die Autofahrer f├╝r die Fehler der Autoindustrie und die Vers├Ąumnisse der Politik zur Verantwortung gezogen.

ÔÇ×Hamburg gibt Hunderttausenden Menschen Hoffnung, die in St├Ądten an gro├čen Stra├čen wohnen und tagt├Ąglich zu schmutzige Luft atmen m├╝ssen. Endlich f├Ąngt eine Stadt an, ihre B├╝rger mit ersten zaghaften Ma├čnahmen vor giftigen Dieselabgasen zu sch├╝tzen“, sagt Niklas Schinerl, Sprecher von Greenpeace. „Doch um diese Hoffnung zu erf├╝llen, brauchen die Menschen mehr als blo├če Symbolpolitik. Nat├╝rlich reicht es nicht, wie in Hamburg nur wenige Hundert Meter Stra├če etwas weniger dreckig zu machen. Saubere Luft f├╝r alle gibt es nur mit weniger Autos in den Innenst├Ądten. Damit weniger Menschen auf das eigene Auto angewiesen sind, m├╝ssen St├Ądte schon heute in ein attraktives Angebot aus Bussen und Bahnen und ein dichtes Netz sicherer Radwege investieren.ÔÇť┬á