Exklusiv: Kultclub auf der Reeperbahn „Top Ten Club“ eröffnet wieder

An der Reeperbahn wird in diesen Tagen gewerkelt, was das Zeug hält. Die TV-Crew lässt den legendären "Top Ten Club" wieder leben – wenn auch nur für kurze Zeit. Foto: FoTe Press

(mr).  Die Freude könnte nicht größer sein: Der „Top Ten Club“ an der Reeperbahn 136 scheint wieder zu öffnen! Zumindest erweckt es den Eindruck, wenn man in diesen Tagen die Reeperbahn entlang läuft. Denn seit einigen Tagen hängen wieder die auffälligen, bunten Wörter „Top Ten Club“ an der Hausfassade. Am 31. Oktober 1960 wurde der Club erstmalig eröffnet und behielt bis 1994 seinen Namen. 1961 traten die Beatles im Top Ten Club mehrere Male auf. Ab 1994 folgten zahlreiche Besitzerwechsel und mit ihnen auch Namensänderungen. Der legendäre, historische „Top Ten Club“ schloss seine Pforten endgültig als solcher, als er 1994 umbenannt wurde.

Ihre Hamburger Allgemeine Rundschau weiß: der Club wird zum neuen Leben erwachen für eine neue Serie über die Baetles. Der dritte Club, in dem die Beatles in Hamburg spielten, ist das Top Ten auf der Reeperbahn – 92 Nächte in Folge im Jahr 1961. 

Nachdem die Filmarbeiten für die neue sechsteilige Serie über die Anfänge der weltbekannten Beatles bei uns in Hamburg gestoppt wurden, weil Schauspielerin Luna Jordan im Alter von 25 Jahren plötzlich und unerwartet verstarb, gehen die Dreharbeiten aktuell an der Reeperbahn weiter. Luna Jordan sollte die Fotografin Astrid Kirchherr spielen. Aus diesem Grund musste das Filmteam eine Zwangspause einlegen. Schließlich musste beraten werden, ob das Drehbuch umgeschrieben und die bisherigen gedrehten Szenen erhalten bleiben oder ob die Rolle komplett neu besetzt und alles bisherige neu gedreht werden muss. Zu welchem Ergebnis die Filmcrew gekommen ist? Unbekannt. Wahrscheinlich werden sämtliche Szenen neu gedreht.

An der Seilerstraße stehen zahlreiche Produktionsfahrzeuge: Technikwagen, Shuttlebusse, Toilettenanhänger und Masken- und Aufenthaltsmobile. Das Filmteam hat auch mehrere schwarze Zelte aufgebaut. In diesen befinden sich zum Teil Tische mit Getränken und kleinen Snacks. Sicherheitsmitarbeiter passen auf, dass die Filmcrew in Ruhe drehen kann und hält neugierige Pasaanten vom Filmset fern. Fotos: FoTe Press

Bekannt ist hingegen, dass die Filmcrew aktuell wieder fleißig am Drehen ist. In einem Gebäude an der Reeperbahn – zwischen dem ehemaligen „Cafe Keese“ (heute ein Hotel) und dem „Hotel North“ hat die Filmcrew die berühmten Kaiserkeller nachgebaut. Nach Informationen der Hamburger Allgemeinen Rundschau sollen dort unter anderem Konzerte der Beatles aufgenommen werden. An einem Drehtag in der vergangenen Woche standen 80 Komparsinnen und Komparsen vor den TV-Kameras und spielten Gäste des Konzerts. Sie wurden mit zwei großen Bussen vom Heiligengeistfeld – dort ist die so genannte Basis – zum Drehort an der Seilerstraße gefahren. Genauso wie der Großteil der Filmcrew. Sämtliche Mitarbeiter verschiedener Gewerke (Aufnahmeleitung, Herstellungsleitung, Licht, Ton, Maske, Kostom, Kamera, Komparsenbetreuung, Set-Runner, Requisite, Ausstattung) werdenwährend der Filmarbeiten ebenfalls geshuttelt.

Auf dem Heiligengeistfeld hat die TV-Crew eine kleine Zeltstadt aufgebaut. In drei Zelten können die Crew-Mitglieder essen und trinken und sich in den Drehpausen ausruhen. Darüber hinaus stehen hier mehrere Produktionsfahrzeuge. Die so genannte Basis ist streng bewacht und gegen Einblicke mit Sichtschutzwänden geschützt.

Schaulustige bekommen also von den Filmarbeiten bislang nicht viel mit. Schauspieler steigen aus den Shuttlebussen, die direkt vor der Hintertür des Gebäudes parken. Am Haupteingang an der Reeperbahn ist ebenfalls nichts zu sehen. Mehrere Zäune sind direkt vor dem Eingang aufgebaut. Dort stehen weitere Technikfahrzeuge von der Filmproduktion und versperren die Sicht auf die Filmkulisse.

Nach unseren Informationen wird die Filmcrew allerdings noch draußen drehen. Die Fassade ähnelt dem damaligen „Top Ten Club“. Die Beatles besuchten oft, wenn sie nicht im Kaiserkeller spielten, Tony Sheridan, der mit seinen The Jets im „Top Ten Club“ auftrat. Dabei spielten sie auch mal gelegentlich zusammen.

In diesem Gebäude an der Reeperbahn soll nach Informationen der Hamburger Allgemeinen Rundschau der Kaiserkeller nachgebaut sein. Es ist davon auszugehen, dass die Filmcrew das Gebäude auch für Außenaufnahmen nutzt: die Fassade wurde extra für Filmarbeiten fernsehtechnisch hergerichtet. Es ähnelt dem „Top Ten Club“. Foto: FoTe Press

Wer unser Foto mit Fotos in einem Zeitungsartikel vergleicht, wird sehen: ja, es scheint tatsächlich die nachgebaute Fassade des Clubs zu sein. Wann genau die Filmcrew ihre Außenaufnahmen produziert wird nicht offen kommuniziert. In den kommenden Tagen werden unter anderem Aufnahmen in Schleswig-Holstein gemacht.

Nun also die Gewissheit: es ist der „Top Ten Club“, den die Filmcrew als Kulisse benutzt. Damit ist allerdings auch klar: wenn die Filmarbeiten abgeschlossen sind, wird die Filmkulisse wieder zurücjgebaut und der Club somit wieder geschlossen.

Seit einigen Tagen sind die Wörter „Top Ten Club“
für jedermann gut sichtbar.
An den Türen der zahlreichen Aufenthaltswagen sind kleine
Zettel mit den Rollennamen befestigt: Paul und George sind
zu erkennen.

Wann genau die Filmcrew in diesem Bereich ihre Aufnahmen macht, ist nicht bekannt. In den vergangenen Tagen wurden zahlreiche Szenen in einer Cockteilbar an der Ecke Clemens-Schultz-Straße und Detlev-Bremer-Straße auf St. Paul gedreht. Am Donnerstag (11. Juni) wurden Aufnahmen in einem Innenhof an der Seilerstraße gemacht. Weitere konkrete Drehorte sind noch nicht bekannt.