Hamburg trauert um Ehrenbürger Uwe Seeler

Das Wohnhaus von Uwe Seeler in Norderstedt vor den Toren Hamburgs. Hier starb der Hamburger Ehrenbürger iUwe Seeler (rechts) m Kreise seiner Familie. Fotos: FoTe Press

(ha/mr). Hamburgs Ehrenbürger Uwe Seeler ist heute im Alter von 85 Jahren gestorben. Der Erste Bürgermeister sprach der Familie im Namen des Senats sein herzliches Beileid aus. Am Rathaus wurde Trauerbeflaggung angeordnet. Ab morgen wird dort ein Kondolenzbuch ausgelegt. Auch am HSV-Stadion in Bahrenfeld sollen die Fahnen auf Halbmast hängen.

Uwe Seeler wurde am 5. November 1936 in Hamburg geboren. Der gelernte Speditionskaufmann hat 1953 eine einzigartige Sportlerkarriere als Fußballer beim Hamburger Traditionsverein HSV begonnen, mit dem er 1960 Deutscher Meister wurde. 1954 begann seine Spielzeit in der Nationalmannschaft, deren Ehrenspielführer er später wurde. Bis zu seinem Abschied als aktiver Sportler am 1. Mai 1972 spielte er 72 Mal in der deutschen Nationalmannschaft und hält mit seiner vierfachen Teilnahme an der Fußballweltmeisterschaft und 21 WM-Spielen einen einmaligen Rekord im Fußballsport.

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) „Mit Uwe Seeler verliert unsere Stadt ein Stück von sich selbst – bodenständig, ehrlich, hanseatisch. Er hat sich mit seiner Tatkraft, Fairness und Geradlinigkeit in die Herzen der Menschen gespielt und ist für viele in Deutschland und darüber hinaus zu einem sportlichen und menschlichen Vorbild geworden. Mit seinem ehrenamtlichen Engagement hat sich Uwe Seeler um das Gemeinwohl in seiner Heimatstadt verdient gemacht. Hamburg trauert um seinen Ehrenbürger und wird ihn als außerordentliche hanseatische Persönlichkeit in Erinnerung behalten.“

Sportsenator Andy Grote: „Uwe Seeler war eine Ausnahmepersönlichkeit und über Generationen hinweg ein Vorbild, weit über Hamburg und den Sport hinaus. Einer, der es als Fußballer ganz nach oben geschafft, aber als Mensch nie die Bodenhaftung verloren hat. Er wird uns fehlen. Meine Gedanken sind bei seiner Frau und seiner Familie.“

Sein Beiname „Uns Uwe“ drückt seine Bodenständigkeit und seine Volksnähe aus, die ihn zu einem der beliebtesten Hamburger werden ließen. 

Zu seinem 50. Geburtstag stiftete der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg 1986 den Uwe-Seeler-Preis zur Förderung der Jugendarbeit in den Fußballvereinen, der seitdem in zeitlicher Nähe zu seinem Geburtstag verliehen wird.

Im Jahr 1996 gründete er die Uwe-Seeler-Stiftung mit dem Ziel, in Not geratenen Menschen Unterstützung zu leisten. Für seine große persönliche Leistung wurde Uwe Seeler neben anderen wichtigen Ehrungen als erster deutscher Sportler 1970 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Seine Fairness als erfolgreicher Spitzensportler und sein unermüdlicher Einsatz haben wesentlich zum Bewusstsein der Integrationskraft des Sportes und seiner gesellschaftlichen Bedeutung beigetragen. 

Im Jahr 2003 wurde ihm die Ehrenbürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg verliehen, denn er hat sein spielerisches Können und seinen fairen Kampfgeist für seine Heimatstadt eingesetzt und damit einen großen Teil von dem, was er an Fähigkeiten und menschlichen Qualitäten erworben hat, an die Stadt und ihre Bürger zurückgegeben.

Am Hamburger Rathaus wurde die Trauerbeflaggung angeordnet. Bürgerinnen und Bürger können sich ab Freitag, 22. Juli 2022, 12 Uhr im Hamburger Rathaus in ein Kondolenzbuch eintragen. Bis auf Weiteres ist dies täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr möglich; auch am Wochenende.

Der ehemalige Spieler und Präsident der Hamburger ist im Kreise seiner Liebsten friedlich in seinem Haus in Norderstedt vor den Toren Hamburgs eingeschlafen. „Uwe Seeler steht für alles, was einen guten Menschen auszeichnet: Bodenständigkeit, Loyalität, Lebensfreude, zudem war er stets nahbar“, sagte HSV-Sportvorstand Jonas Boldt auf der Internetseite der Hamburger.

Bundeskanzler Olaf Scholz und Hamburgs ehemaliger Erster Bürgermeister schrieb bei Twitter: „Er hatte Hamburg im Herzen und Hamburg ihn. Sein Tod aber deutet weit über die Grenzen der Hafenstadt hinaus: Mit UweSeeler ist nicht nur ein großer Fußballer, sondern auch ein großer Mensch von uns gegangen. UnsUwe, er wird fehlen.“


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