Hochbahn testet Markierungen am Berliner Tor

Eine U-Bahn der Linie 3 an der Haltestelle Berliner Tor. Foto: FoTe Press

(mr). Die Hamburger Hochbahn startet aktuell ein Pilotprojekt: An den Haltestellen Barmbek und Berliner Tor zeigen Pfeile auf dem Boden an, an welchen Stellen die eintreffenden U-Bahn-Züge stehenbleiben. Bislang wurden anhand von Markierungen an den Wänden die Haltepunkte von Kurzzügen gezeigt. Ab jetzt können Fahrgäste anhand der Markierungen bei allen anderen Zügen sehen, wo sie zum Halten kommen. Die roten und gelben Markierungen sind direkt am Bahnsteig zu sehen. Sie zeigen den Bereich an, in dem planmäßig kein Zug halten wird. Wenn diese Markierungen gut ankommen, könnten sie flächendeckend auch an anderen Haltestellen zum Einsatz kommen.


Kuscht die Polizei Lüneburg vor TV-Produktion “Rote Rosen?”

Das Filmteam von Rote Rosen auf der Salzstraße am Wasser in Lüneburg. Gedreht wird ein Dialog zwischen den Schauspielern Sebastian Deyle (links) und Michael Meziani. Foto: FoTe Press

(ds). Unregelmäßig lädt die Filmproduktion “Rote Rosen” Journalisten und Pressefotografen ans Filmset in Lüneburg ein. Schauspieler stellen sich extra hin, um auf den Pressefotos gut auszusehen. Was aber, wenn die Filmcrew im öffentlichen Raum dreht, wie am Freitag, dem 15. September 2023, auf der Salzstraße Am Wasser in der Lüneburger Innenstadt? Dann sind offenbar Medienvertreter nicht gern gesehen. Ein Hamburger Pressefotograf wurde aufs Filmteam aufmerksam, hielt mit seiner Kamera gedrehte Szenen mit Sebastian Deyle und Michael Meziani fest. Sofort stellt sich ein Mitarbeiter vor seine Linse – hindert ihn daran, Aufnahmen zu machen. Der Pressefotograf reagiert prompt – stellt sich kurzerhand vor die Filmkamera von “Rote Rosen”. Nach seinen Angaben stellt er sich allerdings nicht direkt vor die TV-Kamera, sondern läuft zwischen der Kamera und den Schauspielern „durchs Bild“, was aber auch den Filmdreh stört. Es kommt zu einem Polizeieinsatz.

Die Polizei nimmt die Personalien von Schauspieler Sebastian
Deyle (Mitte) am Filmset von „Rote Rosen“ auf. Foto: FoTe Press

Eine Beamtin und ein Beamter klären sachkundig auf, dass Schauspieler es dulden müssen, während der Arbeit fotografiert zu werden. “Es gibt einschlägige Urteile”, klärt ein Polizist vor Ort auf und redet einfühlsam auf Darsteller Sebastian Deyle ein. “Ich will nicht ungefragt fotografiert werden. Ich habe das Recht am eigenen Bild”, meint Sebastian Deyle. Grundsätzlich stimmt diese Aussage. Aber es gibt Ausnahmen: wenn sich ein Ereignis um Zeitgeschichte handelt: Stadtfeste, Demonstrationen oder beispielsweise Fußballspiele. Auch bei Filmarbeiten handelt es sich um Zeitgeschichte, die Rechtslage ist eindeutig und das Recht des Fotografen auf seiner Seite. Das sehen auch die beiden Polizisten so. Dennoch entschließt die Polizei, dem Hamburger Medienvertreter einen Platzverweis zu erteilen, um eine Eskalation vor Ort zu verhindern. Sprich: er darf seiner journalistischen Arbeit am Filmset nicht nachgehen. “Die Ermittlungsbehörde hat hier eindeutig in die Pressefreiheit eingegriffen”, sagt der Journalist, der namentlich nicht genannt werden möchte und ergänzt: “Wenn eine Filmproduktion in der Öffentlichkeit dreht und keine Fotos möchte, muss sie eine Straßensperre bei der Stadt Lüneburg beantragen oder Sichtschutzwände aufbauen. Das ist hier nicht der Fall.” Tatsächlich ist an diesem Drehtag die Filmcrew mit etwa zehn Mitarbeitenden vor Ort und filmt ohne großes technisches Equipment nur mit einer Steadycam eine Szene mit zwei Schauspielern – keine Absperrung mit Flatterband oder orangenen Hütchen (Leitkegel). Der Journalist muss gehen, während die Filmcrew von “Rote Rosen” seelenruhig weiterdrehen darf und als Auslöser für den Einsatz verantwortlich ist. Warum wird nicht allen Beteiligten ein Platzverweis ausgesprochen? Kai Richter, Pressesprecher der Polizeiinspektion Lüneburg sagt: “Ich möchte den Platzverweis nicht bewerten. Ich freue mich, dass unsere Beamten kompetent und sachkundig gehandelt haben.”
Ein Crewmitglied vor Ort: “Wir wünschen uns, dass sich Journalisten vorher anmelden.” Das hat aber mit Pressefreiheit nicht viel zu tun.

Peinlich: Schauspieler Sebastian Deyle ist der Meinung: „Nur wenn ich in die Fotokamera schaue und nichts sage, stimme ich stillschweigend zu, dass ich fotografiert werde.“ Offenbar werden Schauspieler heutzutage nicht professionell geschult, was den Umgang mit Journalisten und Fotografen betrifft. Schade. Dabei sollte es ein Geben und Nehmen sein. Wir Journalisten informieren Sie, liebe Leserinnen und Leser über aktuelle Dreharbeiten oder andere Ereignisse. Davon haben sowohl die TV-Produktion als auch ein Schauspieler etwas: es ist der Bekanntheitsgrad der Serie oder des Schauspielers, der durch die Berichterstattung erhöht wird. Nur wenn über jemanden berichtet wird, bleibt er dauerhaft in den Köpfen der Leser und TV-Zuschauer.

Nachträglicher Hinweis: Aus Sicht der Polizei Lüneburg soll es sich nicht um einen Platzverweis gehandelt haben, sondern lediglich um eine Bitte. „Ich darf Sie bitten, den Bereich hier zu verlassen“, soll der Polizist den Angaben des Journalisten wörtlich gesagt haben. Auf die Frage, was denn geschehe, wenn er dieser Bitte nicht nachkommt, würde die Polizei den Fotografen vom Filmset weg begleiten. Juristisch ist die Bitte, den Bereich zu verlassen, kein ausgesprochener Platzverweis – aber eine Vorstufe eines solchen. Wäre der Medienverteter also nicht freiwillig gegangen, hätten die beiden Beamten ihn vom Filmset weg begleitet – damit in der Straße wieder Ruhe einkehrt.

Polizeieinsatz am Filmset von “Rote Rosen”. Die Filmcrew
möchte nicht mit der TV-Produktion vorher abgestimmte
Pressefotos verhindern. Foto: FoTe Press