Ihre HAR w√ľnscht besinnliche Festtage

In der M√∂nckebergstra√üe waren in der Vorweihnachtszeit viele Weihnachtsm√§nner unterwegs. An Heiligabend bringt dann DER Weihnachtsmann zahlreichen Kindern Geschenke und sorgt f√ľr leuchtende Augen. Foto: FoTe-Press

(mr). Die Redaktion Ihrer Hamburger Allgemeinen Rundschau, sowie das gesamte Team des FoTe Press Zeitungsverlags w√ľnschen allen Gesch√§ftspartnern und Lesern besinnliche¬† Weihnachtsfeiertage.¬†Halten Sie uns auch im neuen Jahr die Treue. Denn auch 2018 bleiben Sie mit uns am Puls der lokalen Berichterstattung aus Hamburg. Ob mit unserer monatlich erscheinenden Print-Ausgabe, unserer¬†Online-Plattform¬†hamburger-allgemeine.de oder unserem Sozial Media-Kanal bei Facebook ‚Äď mit uns wissen Sie umgehend, was in Hamburg passiert. Auch wenn wir mit den gro√üen Tageszeitungen in Punkto Themenauswahl nicht mithalten k√∂nnen, was die Personalst√§rke betrifft. Daf√ľr erhalten Sie bei uns immer interessante Beitr√§ge aus den Stadtteilen. In diesem Sinne w√ľnschen wir Ihnen alles Gute und sch√∂ne Weihnachten…


Auch im Justizvollzug wird Weihnachten gefeiert

(ha).¬†1987 Menschen werden Weihnachten in Hamburg im Vollzug verbringen, teilt die Justizbeh√∂rde mit. Auf viele Dinge werden die Gefangenen verzichten m√ľssen, aber ein bisschen weihnachtet es auch in Hamburgs Justizvollzugsanstalten. In der JVA Glasmoor haben die Insassen beispielsweise Weihnachtsgestecke f√ľr die B√ľros, Konferenz- und Besucherr√§ume gebastelt. In der JVA Fuhlsb√ľttel wurden Pl√§tzchen gebacken. Au√üerdem d√ľrfen sich an den Weihnachtstagen die Insassen auf ein leckeres Festmahl freuen. An Heiligabend gibt es dort nach Angaben der Justizbeh√∂rde Rinderschmorbraten mit Kartoffeln und Brokkoli. Am ersten Weihnachtstag soll es Ente, Rotkohl und Kartoffelkl√∂√üe geben.¬†Besinnliche Kaffeerunden werden in der Untersuchungshaftanstalt in den Betrieben beziehungsweise mit den Freizeitgruppen abgehalten. Gemeinsame Filmabende und Kickerturniere stehen in der JVA Hahn√∂fersand auf dem Festtagsprogramm, das durch ehrenamtliches Engagement des Vereins „Partner Hahn√∂fersand“ und den Hamburger F√ľrsorgeverein unterst√ľtzt wird. Das Weihnachtsmen√ľ in der JVA Billwerder h√§lt f√ľr die Insassen Hirschgulasch oder gebackene Entenkeule bereit. In den meisten Vollzugsanstalten finden Gottesdienste statt und es gibt erweiterte Besuchsm√∂glichkeiten f√ľr die Angeh√∂rigen.¬†Das Fest im Kreis der Familie d√ľrfen 28 ehemalige Gefangene verbringen, die aufgrund eines Gnadengesuchs von der Weihnachtsamnestie profitieren k√∂nnen. Insgesamt sind in diesem Jahr 50 Gnadengesuche eingegangen (2016: 64 Gnadengesuche und 34 Weihnachtsamnestien), erl√§utert die Justizbeh√∂rde.¬†‚ÄěIch w√ľnsche den Insassen und Bediensteten in den Justizvollzugsanstalten ein friedliches und besinnliches Weihnachtsfest. Mein besonderer Dank gilt den Kolleginnen und Kollegen im Vollzugsdienst, die das ganze Jahr √ľber hervorragende Arbeit f√ľr Sicherheit und Resozialisierung in Hamburg geleistet haben. Einige werden sogar an den Feiertagen ihrer Arbeit nachgehen und damit wie Feuerwehr, √Ąrzte oder Polizisten einen wertvollen Beitrag f√ľr die Gemeinschaft leisten‚Äú, sagt¬†Justizsenator Till Steffen.¬†


Weihnachtsfeier wegen Muslima an Schule in L√ľneburg abgesagt?

(mr).¬†„Das¬†Johanneum¬†ist ein Gymnasium mit √ľber 600j√§hriger Tradition, mehr als 1.000 Sch√ľlerinnen und Sch√ľlern und etwa 100 Lehrerinnen und Lehrern. Moderner Unterricht und gro√üe Offenheit bei gleichzeitiger Zielorientierung zeichnen die Schule aus“ ‚Äď mit diesen S√§tzen wirbt das Johanneum in L√ľneburg. Zur Tradition geh√∂rte jahrelang auch die allj√§hrliche Weihnachtsfeier. Sie fand bisher im Unterricht f√ľr Sch√ľler und Lehrer zum Pflichtprogramm kurz vorm Fest ‚Äď doch das ist dieses Jahr anders. Aus R√ľcksicht auf Andersgl√§ubige verlegt die Schulleitung die Feier und erntet daf√ľr heftigen Gegenwind. Wie Medien √ľbereinstimmend berichten, soll sich eine muslimische Sch√ľlerin sich am Johanneum √ľber eine Weihnachtsfeier im Unterricht beschwert haben. Insbesondere ginge es um die Weihnachtslieder. Als Schulleitung und Schulelternrat daraufhin die Feier als freiwillige Veranstaltung auf den Nachmittag verschoben, ergoss sich eine Flutwelle von Hassmails und Drohungen √ľber sie. In einer Presseerkl√§rung dementiert die Schulleitung die Verlegung. Nach Angaben des NDR soll sich die Muslimin bereits im vergangenen Jahr beschwert haben. Demnach sei das Singen von Weihnachtsliedern bei einer w√§hrend des Schulunterrichts stattfindenden Weihnachtsfeier nicht mit ihrem Glauben vereinbar. Schulleitung und Schulelternrat h√§tten daraufhin als Kompromiss beschlossen, die Feier als freiwillige Veranstaltung auf den Nachmittag zu verschieben.

Das Dementi¬†sorgte allerdings f√ľr gro√üe Verwirrung. „Die Behauptung, eine verpflichtende Weihnachtsfeier des Johanneums sei abgesagt beziehungsweise auf den Nachmittag verlegt worden, weil sich eine muslimische Sch√ľlerin beschwert habe, ist unzutreffend“, teilt Schulleiter Friedrich Suhr¬† mit. Demnach fallen lediglich die Weihnachtsfeier f√ľr die Klassen 7 bis 10 aus, was Suhl jedoch mit „Personalwechsel im Kollegium“ begr√ľndet. Diese Feier werde im kommenden Jahr wieder stattfinden, hei√üt es. „Der berichtete Vorfall mit der muslimischen Sch√ľlerin sei im verpflichtenden Fachunterricht entstanden, als eine Lehrkraft das Singen von Weihnachtsliedern ansetzen wollte. Dieser Vorfall war dann der Ausgangspunkt f√ľr meine Bitte um sensible Handhabung im Pflichtunterricht“, erkl√§rt der Schulleiter.¬†Damit setzt Friedrich Suhr die Vorgaben in Paragraf 3 des Nieders√§chsischen Schulgesetzes um, der besagt, „in Erziehung und Unterricht ist die Freiheit zum Bekennen religi√∂ser und weltanschaulicher √úberzeugungen zu achten und auf die Empfindungen Andersdenkender R√ľcksicht zu nehmen“.

Desweiteren betont der Schulleiter, dass dies ausdr√ľcklich kein generelles Verbot bedeute, christliche Lieder in der Schule zu singen. Am Johanneum habe es neben klasseninternen Weihnachtsfeiern und dem freiwilligen Konzert am Nachmittag klassen√ľbergreifend auch Weihnachtsfeiern f√ľr die Klassen 5 und 6, sowie f√ľr die Klassen 7 bis 10 gegeben, an denen die Sch√ľler „teilnehmen konnten und sollten“.

Was sich an der Schule in L√ľneburg wirklich abgespielt hat, wissen nur die beteiligten Personen selbst. Sollte es allerdings so sein, dass die Vorw√ľrfe stimmen, so sollte die Schulleitung diesen Schritt noch einmal √ľberdenken. Zur Integration kann es nur kommen, wenn sich alle Parteien aufeinander zu bewegen und niemand einen Schritt zur√ľck geht. Wenn wir einen Schritt zur√ľck gehen aus falsch verstandener Toleranz, kommt Unmut auf. Zu einem umgekehrten Fall kam es in Schleswig-Holstein im Jahr 2016. Dort verweigerte ein Sch√ľler aus Rendsburg den Besuch der benachbarten Centrum-Moschee. Der 13-J√§hrige war am 14. Juni 2016 dem Schulausflug seiner Erdkunde-Klasse aus weltanschaulichen Gr√ľnden fern geblieben. Begr√ľndung: seine Eltern geh√∂ren keiner Glaubensgemeinschaft an und bef√ľrchteten eine „religi√∂se Indoktrination“ ihres Kindes. Die Argumentation der Eltern: „Niemand d√ľrfe zum Betreten eines Gotteshauses gezwungen werden.“ Dies teilten die Eltern auch der Schulleitung mit. Ihr Kind an dem betreffenden Tag einfach krank zu melden, sei f√ľr die Eltern nicht in Betracht gekommen, da sie das Problem nicht auf diese Art und Weise l√∂sen wollten. Wie der Junge sp√§ter von Mitsch√ľlern erfuhr, h√§tte zur Zeit des Moscheebesuchs auch ein Imam gepredigt. Es folgte ein Bu√ügeldbescheid in H√∂he von jeweils 150 Euro an Mutter und Vater, denn die Schule wertet das Fernbleiben des Jungen als „Schulschw√§nzen“.¬†Weil das Elternpaar die insgesamt 300 Euro nicht zahlen wollen, reicht die Staatsanwaltschaft Itzehoe Klage beim Amtsgericht Meldorf (Kreis Dithmarschen) ein. Es kam zu einer Verhandlung, die allerdings kurz nach ihrem Start gleich wieder zu Ende war. Grund: das Gericht erkl√§rte sich f√ľr nicht zust√§ndig und wies die Klage ab ‚Äď der Prozess wurde eingestellt.¬†Die Vorsitzende Richterin erkl√§rte, sie halte das Amtsgericht Rendsburg f√ľr zust√§ndig. Entscheidend sei der Wohnort der beiden Angeklagten, hei√üt es.¬†Neu aufgerollt werden kann das Verfahren nach Ansicht der Richterin nicht mehr, weil Bu√ügelder wegen Ordnungswidrigkeiten nach einem halben Jahr verj√§hrt sind. Es folgte der Gang zum Oberlandesgericht (OLG) in Schleswig, welches den ungew√∂hnlichen Fall zur Neuverhandlung an das Amtsgericht Meldorf zur√ľck wies. Dieses hatte das Bu√ügeldverfahren aus formalrechtlichen Gr√ľnden eingestellt, die aber nach Ansicht des OLG nicht zutreffen.¬†Der zwischen den Kreisen Rendsburg-Eckernf√∂rde und Dithmarschen geschlossene √∂ffentlich-rechtliche Vertrag, der die Zust√§ndigkeit f√ľr bestimmte Ordnungswidrigkeitsverfahren auf den Kreis Dithmarschen √ľbertrage, sei wegen Versto√ües gegen Landes- und Bundesverfassungsrecht nichtig. Das sah das OLG anders und entschied, der Vertrag sei rechtswirksam. Wir bleiben am Ball.

Kommentar:¬†Gerade in der Schule sollte es ein „Wir“ geben. Damit ist nicht „Die“ und „Wir“ gemeint, sondern ein gemeinschaftliches „Wir“. Dazu geh√∂rt, das gemeinsam Lieder gesungen werden. Alle zusammen ‚Äď das spielt der individuelle Glaube keine Rolle. Und es gibt nunmal den Spruch „andere L√§nder, andere Sitten“. Wer nach Deutschland kommt (aus welchem Grund auch immer), muss damit leben, dass hier Weihnachten, Ostern und sonstige Feiertage anstehen. Das Paradoxe: Einer dritten Schulklasse der Grundschule Ebersberg (Oberbayern) wird der Besuch einer katholischen Kirche im Rahmen eines Ausflugs verboten.¬†Seit Jahren geh√∂rt der Kommunionsausflug der jeweiligen Drittkl√§ssler der Grundschule zur √∂rtlichen katholischen Kirche zur liebgewordenen Tradition in der Gemeinde, wie unter anderem die S√ľddeutsche Zeitung berichtet. Dieser Ausflug f√§llt ab sofort aus. Der Schulleiter untersagt den Kirchenbesuch w√§hrend der Unterrichtsstunden und begr√ľndet sein Verbot damit, dass es nicht statthaft sei, Sch√ľler und Eltern, welche nicht der katholischen Konfession angeh√∂ren, durch diesen Besuch „in pers√∂nliche Gewissensn√∂te und Bedr√§ngnis zu bringen.“¬†¬†W√§hrend also Besuche in katholischen Kirchen die Menschen in Gewissensn√∂te und Bedr√§ngnis bringen, sollen sie dagegen zu Besuchen in Moscheen gezwungen und gen√∂tigt werden? Sorry, aber was sind denn das f√ľr Argumente? So kann aus einem gut gemeinten „Wir“ schlussendlich doch nur ein „Wir“ und „Die“ werden. Ob das im Sinne einer gut funktionierenden Gesellschaft ist?¬†(np)