„Anhaltend hohe abstrakte Gefahr terroristischer Anschl√§ge“

Bei Veranstaltungen werden in Hamburg schwere Betonklötze, Wassertanks und unter anderem Betonstein-Drahtseil-Kombinationen aufgestellt, um Terroranschläge zu verhindern. Seit Dezember 2016 werden in ganz Hamburg solche Maßnahmen ergriffen. Symbolfoto: Röhe

(mr).¬† „F√ľr Hamburg besteht eine anhaltend hohe abstrakte Gefahr terroristischer Anschl√§ge, die sich jederzeit konkretisieren kann. Dabei kann jeder Ort, an dem Menschen in gr√∂√üerer Anzahl anzutreffen sind, potenzielles Ziel eines Anschlages sein“, teilt der Hamburger Senat in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage vom 20.9.2017 von Detlef Ehlebracht (AfD) mit.¬†Eine Sicherung mit festen Schutzvorkehrungen sei aufgrund der Vielzahl und der Heterogenit√§t potenzieller Anschlagsorte nicht realisierbar.¬†In naher Zukunft werde aber gepr√ľft, ob f√ľr den stark frequentieren¬†Veranstaltungsraum Heiligengeistfeld¬† der Einsatz von hydraulischen¬†Polleranlagen sinnvoll ist.¬†Um den Transportaufwand und die Kosten zu¬†verringern, werde derzeit gepr√ľft, an welchen Stellen eine dauerhafte Installation von technischen Sperren m√∂glich und sinnvoll ist, hei√üt es weiter in der Antwort.¬†Wer Veranstaltungen wie den Hafengeburtstag, das Alstervergn√ľgen,¬† den Dom, die Cruise Days, den Disco-Move oder beispielsweise den Schlagermove besuchen m√∂chte, wird wohl weiterhin an meterlangen Z√§unen, schweren Betonkl√∂tzen, Wassertanks,¬†mobilen zaunartigen Fahrzeugbarrieren oder auf der Fahrbahn quer stehenden LKW vorbei gehen. An vielen Eing√§ngen stehen meist schwer bewaffnete Polizisten oder Personen von privaten Sicherheitsdiensten.¬†Seit dem islamistischen Weihnachtsmarkt-Anschlag in Berlin Ende 2016, bei dem ein Mann mit einem zuvor gestohlenen LKW mutwillig in eine Menschenmenge gerast ist und mehrere Passanten t√∂tete, steht die Sicherheit bei Gro√üereignissen im Mittelpunkt ‚Äď auch bei uns in Hamburg. Damit solche Anschl√§ge verhindert werden, wurden seit dem Anschlag im Dezember 2016 mehrere Dutzend Events gesichert ‚Äď in einem Ausma√ü, wie es die Hansestadt noch nie zuvor erlebt hat. Vor allem hat die zus√§tzliche Sicherheit ihren Preis:¬† „Die Kosten der Sicherungsma√ünahmen tr√§gt der Veranstalter. Soweit die Stadt Hamburg als Veranstalter auftritt, sind die entstehenden Kosten von der Stadt zu tragen“, hei√üt es als Antwort des Senats auf die Kleine Anfrage.¬†Bei Gro√üveranstaltungen werde regelhaft ein umfassendes und individuelles Sicherheitskonzept mit dem Veranstalter abgestimmt, bei dessen Erstellung die Polizei und¬†Bezirks√§mter mitwirken. Verantwortlich f√ľr die Erstellung eines Sicherheitskonzeptes sei der Veranstalter; er tr√§gt auch die entstandenen Kosten.¬†Bei Gro√üveranstaltungen privater Tr√§ger¬†erfolge eine polizeiliche √úberpr√ľfung des¬†abgestimmten Sicherheitskonzeptes und damit auch der aufgestellten Absperrungen¬†im Rahmen des Einsatzgeschehens.¬†Soweit eine beh√∂rdliche Aufstellung erfolgt, werde diese durch die Beh√∂rde f√ľr Inneres¬†und Sport beziehungsweise durch die Beh√∂rde f√ľr Wirtschaft, Verkehr und Innovation¬†(BWVI) als Ausrichter √ľberwacht.¬†In Rede stehende technische Absperrungen werden auf allen gr√∂√üeren Veranstaltungen seit Dezember 2016 eingesetzt. Je nach gef√§hrdeten Zufahrtsm√∂glichkeiten und¬†Anforderungen an die Zug√§nglichkeit werden bewegliche Barrieren unter anderem in¬†Form von Fahrzeugen, gef√ľllten Wassertanks, Big Bags (Schwerlast-Gewebes√§cke mit 1 m¬≥ Fassungsverm√∂gen), station√§re¬†Betonquader (sogenannte Betonschweine),¬†oder Betonquader, die mit abnehmbaren, schweren Drahtseilen verbunden sind, eingesetzt.

Sprich: jeder Veranstalter, der zus√§tzlich Gabelstapler oder Kr√§ne ordern und damit Betonkl√∂tze, Wassertanks, Z√§une oder¬†Betonstein-Drahtseil-Kombinationen aufstellen muss, hat zun√§chst h√∂here Kosten. Diese wird er fr√ľher oder sp√§ter auf die Standgeb√ľhr oder eventuelle Eintrittsgelder aufschlagen, die wiederum letztendlich auf den Besucher abgew√§lzt werden.