Ausstellung „Eine Krankheit – 1000 Gesichter“ am Flughafen

Marina Proksch-Park und Daniel Proksch prĂ€sentieren ihre Ausstellung "Eine Krankheit – 1000 Gesichter‘“ am Flughafen Hamburg. Foto: ha/ Michael Penner

(ha). „Eine Krankheit – 1000 Gesichter“ – so heißt die neue Ausstellung der FotokĂŒnstlerin Marina Proksch-Park im Wartebereich der Gates C09 bis C14 des Hamburger Flughafens. Die ausdrucksstarken Fotografien der Ausstellung sind im Rahmen des Projekts „Flugkraft“ entstanden – einem Fotoprojekt gegen Krebs, welches Marina Proksch-Park Anfang 2013 ins Leben gerufen hat. Ziel des Projekts ist es, Krebspatienten und ihre Familien auf allen Ebenen zu entlasten und zu unterstĂŒtzen – sowohl emotional als auch finanziell. Betroffenen sollen neuer Mut, Kraft und Selbstbewusstsein geschenkt werden. Reisende können die Bilder bis Ende Dezember 2017 betrachten. Mit dem Projekt „Kunst am Gate“ bietet der Flughafen Kunstschaffenden aus der Region eine Plattform. „Im Rahmen unseres Projekts ‚Kunst am Gate‘ bieten wir einmal im Jahr einem sogenannten ‚Herzensprojekt‘ in unseren AusstellungsflĂ€chen eine Plattform – also Kunstprojekten, die einen guten Zweck unterstĂŒtzen“, sagt Nicole Kudenholdt, Projektmitglied bei „Kunst am Gate“. „Die Arbeit von FLUGKRAFT halten wir fĂŒr Ă€ußerst unterstĂŒtzenswert. Wir hoffen, dass die Ausstellung in unseren Kunstgates dafĂŒr sorgt, dass das Projekt deutschlandweit und auch international noch mehr Aufmerksamkeit erfĂ€hrt und dass dadurch noch mehr Betroffenen sowie ihren Familien geholfen werden kann.“ Die FotokĂŒnstlerin Marina Proksch-Park hat in fĂŒnf Jahren ĂŒber 200 krebskranke Menschen wĂ€hrend der Therapiezeit fotografisch begleitet. „Flugkraft“ ist eine gemeinnĂŒtzige Gesellschaft mit ĂŒber 100 ehrenamtlichen Helfern, die sich zur Aufgabe gemacht hat, kranken Menschen und deren Familien in der Sturmzeit unter die Arme zu greifen. Ob fotografische Begleitung wĂ€hrend der Therapie, finanzielle Entlastung oder auch sonstige aktive UnterstĂŒtzung – „Flugkraft“ hilft vor Ort. Bei dem Projekt geht es darum, den betroffenen Kindern und Erwachsenen sowie deren Familien durch kostenlose Fotos und bundesweit angebotene Schmink-, Foto- und Haarworkshops positive psychologische Momente zu schenken. Ziel ist es, die Heilung zu unterstĂŒtzen, das Selbstbewusstsein der Betroffenen und Familien zu stĂ€rken, besondere Erinnerungen zu schaffen, Angst zu reduzieren, Trost zu spenden und zu helfen, die Ereignisse anders zu bewerten.“Flugkraft“  unterstĂŒtzt BedĂŒrftige auch finanziell, beispielsweise bei medizinischen Behandlungen oder Erholungsurlauben. Die Gesellschaft finanziert sich ausschließlich ĂŒber Spenden, Sponsoren, Schenkungen und Erbschaften. Weitere Informationen zu dem Projekt sind unter www.flugkraft.de oder per Mail an flugkraft@gmx.de erhĂ€ltlich.

Über das Projekt „Kunst am Gate“

Bereits seit Anfang 2016 bietet das Projekt „Kunst am Gate“ KĂŒnstlern aus der Nachbarschaft die Möglichkeit, ihre Werke am Flughafen auszustellen. Die Kunstausstellungen wechseln mehrmals pro Jahr. Das Projekt ist Teil des neugestalteten Pierambientes am Hamburg Airport. In den vergangenen Monaten wurden bereits mehrere Wartebereiche an den Gates modernisiert und prĂ€sentieren sich nun in modernen Designs mit typisch Hamburger Akzenten. „Kunst am Gate“ trĂ€gt seinen Teil dazu bei, den Passagieren am Hamburg Airport die Wartezeit auf ihren Flug noch angenehmer zu gestalten. Interessierte Kunstschaffende und -initiativen aus der Region können sich unter der E-Mail-Adresse kunst@ham.airport.de fĂŒr die etwas andere AusstellungsflĂ€che am Hamburg Airport bewerben.


Erpressung mit Nacktbildern: Vor der Webcam nicht ausziehen

Jugendliche werden dazu aufgefordert, sich im Chat vor laufender Webcam nackt auszuziehen. Dies nutzen böse Menschen aus und erpressen spÀter die Jugendlichen mit dem aufgezeichneten Material. Es werden meistens GeldbetrÀge von mehreren Hundert Euro gefordert, damit das Fotomaterial nicht verbreitet wird. Symbolfoto: FoTe-Press

(np). Es beginnt meist ganz harmlos mit banalen Fragen nach dem Alter, Wohnort und den Hobbys. Schnell werden dann aber Fragen auf sexueller Basis gestellt: „Hast du einen Freund?“, „Wie oft hattest du schon Sex?“ oder „Hast du Lust auf Cybersex?“.  Es folgen Fragen nach einer Webcam oder erotischen Fotos. Genau hier lauert die Gefahr, denn im Internet schleichen Gestalten umher, die als Erpresser Kontakt etwa ĂŒber Facebook, Knuddels, Spin & Co mit Jugendlichen oder jungen Menschen Kontakt aufnehmen. Es wird gechattet oder im Messenger geschrieben – dann fordern böse Menschen, dass sich die Jugendlichen vor laufender Webcam ausziehen oder Nacktfotos von sich machen.

Aber nicht nur Jugendliche, sondern auch MĂ€nner, die in Partnerbörsen herum surfen, werden erpresst. In der Vergangenheit ist es auch in Hamburg zu FĂ€llen von Erpressung mit kompromittierenden Fotos oder Videos gekommen. Die MĂ€nner kommunizierten dabei per Live-Chat mit Frauen, jedoch wurde parallel ein Live-Videobild gesendet – ohne SprachĂŒbertragung. Das perfide (was die MĂ€nner nicht wussten): es waren keine Live-Bilder von den potentiellen Frauen, sondern es wurden bereits vorher aufgezeichnete Videos von jungen, attraktiven Frauen abgespielt. Die vermeintlichen Frauen forderten im Laufe des GesprĂ€chs die MĂ€nner dazu auf,  sich ebenfalls vor der Kamera auszuziehen und sogar sexuelle Handlungen an sich zu vollziehen. Nach dem Motto: „Ich trau mich doch schließlich auch, also mach du es doch auch“. Dabei wurden sie allerdings die gesamte Zeit gefilmt. Wer die vermeintlichen Frauen in seiner Facebook-Freundesliste hat oder sie auf Bitten hin aufnahm, hatte nun ein Problem. Die TĂ€ter haben in diesem Moment Einblick in die gesamte Freundesliste ihrer Opfer. Diesen Umstand nutzten die TĂ€ter und konfrontierten die MĂ€nner mit den Nacktbildern und -videos. Dann kam die Forderung der Erpresser: Entweder zahlen die MĂ€nner einen gewissen Betrag (meist 500 Euro und mehr) auf ein auslĂ€ndischen Konto oder sie wĂŒrden das kompromittierenden Bildmaterial allen Facebook-Freunden öffentlich machen. Die Polizei warnt davor, sich zu sorglos im Internet zu bewegen und IntimitĂ€ten mit unbekannten Personen auszutauschen. Auch persönliche Daten sollten nicht einfach weitergeben werden. Gerade Jugendliche sollten auf keinen Fall Nacktbilder von sich verschicken oder sich in einem Chat vor dem Webcam ausziehen – schon gar nicht mit Gesicht! Auch wenn Fremde nach kurzer Zeit vom „normalen Chat“ zum Video-Chat einladen, sollte Skepsis vorhanden sein. Zudem sollten Jugendliche darauf achten, dass auch anderweitig keine heiklen Bilder in Umlauf geraten können, sei es ĂŒber Whats-App oder anderen Diensten. Denn: sind solche Fotos erst einmal unterwegs, ist eine Kontrolle ĂŒber diese Fotos nur schwer oder gar nicht mehr möglich. Wer in die Falle getappt ist, sollte umgehend Strafanzeige und -antrag bei der Polizei erstatten. Außerdem wird Betroffenen empfohlen, nicht zu bezahlen. Schließlich werden Opfer dadurch noch mehr erpressbar (wer einmal zahlt, zahlt immer) und außerdem wird das heikle Material trotzdem von miesen Erpressern veröffentlicht. Beweise sollten am besten durch Screenshots des anderen Accounts oder ChatverlĂ€ufe und Nachrichten gesichert werden. Den Account des Erpressers sollten Betroffene unbedingt aus der Freundes-Liste löschen und den Nutzer melden, damit er gesperrt wird.

Dass Menschen mit Nacktbildern erpresst werden, ist allerdings kein reines InternetphĂ€nomen. Dies kann auch mit gestohlenen Fotos aus dem privaten Fotoalbum oder dem Verlust eines Handys passieren. Die Motive der TĂ€ter sind vielfĂ€ltig. Oftmals geht es den Erpressern, die mit der Veröffentlichung gestohlener Nacktfotos drohen, um Geld. Aber auch die Gewaltherrschaft ĂŒber eine hilflose Person spielt eine Rolle.


„Der Verkehr auf dem Friedhof ist zum Problem geworden“

Von Nicole Petersen. 

Jeden Morgen zwischen 7 und 8 Uhr schlĂ€ngeln sich mehrere Autokolonnen durch die Straßen. Und das mitten auf einem Friedhof: auf dem Friedhof Ohlsdorf, dem grĂ¶ĂŸtem Parkfriedhof der Welt. BerufstĂ€tige nutzen morgens und nach Feierabend den eigentlich nur fĂŒr Besucher fĂŒr PKW freigegebenen Friedhof als AbkĂŒrzungsweg.

„Der Verkehr auf dem Friedhof ist zum Problem geworden“, sagt Rainer Wirz, Bereichsleiter Hamburger Friedhöfe gegenĂŒber dem Hamburger WochenBlatt. Hintergrund: Jeden Morgen zwischen 7 und 8 Uhr ziehen sich lange Autoschlangen durch das 400 Hektar große FriedhofsgelĂ€nde. viele BerufstĂ€tige, die den Friedhof als AbkĂŒrzung benutzen – dabei ist der Friedhof Ohlsdorf fĂŒr den Durchgangsverkehr eigentlich gesperrt. Die Friedhofsverwaltung hat nun „AbkĂŒrzern“ und „Durchfahrern“ nun den Kampf angesagt, will nur Besucher haben. Eingangstore sollen kurzfristig wĂ€hrend des Berufsverkehrs bis acht Uhr geschlossen bleiben, langfristig ist ein Schrankensystem im GesprĂ€ch, so die Friedhofsverwaltung.

Aber es gibt auch so einen Fall: Rentner Udo G. fĂ€hrt mit seinem Kleinwagen mehrmals im Monat kreuz und quer ĂŒbers FriedhofsgelĂ€nde und benutzt auch kleine Wege, die sonst nur dem Friedhofspersonal, Bestattern oder GĂ€rtnereien erlaubt sind mit dem PKW zu befahren. Und das völlig legal, schließlich hat er immer eine Sondergenehmigung im Wagen.
“Am 4. Februar 2013 wurde fĂŒr die von Ihnen genannte Person eine Genehmigung fĂŒr die Befahrung der Hauptwege im Schritttempo erteilt. Fußwege und unbefestigte Wege sind ausdrĂŒcklich von der Befahrung ausgenommen”, teilt Marc Templin, stellvertretender Leiter Friedhöfe auf Nachfrage der Hamburger Allgemeinen Rundschau mit. BegrĂŒndung dieser Ausnahmeregelung: “Die Genehmigung wurde vor dem Hintergrund der Beförderung von umfassender FotoausrĂŒstung fĂŒr Fotoarbeiten an GrĂ€bern von prominenten Verstorbenen erteilt. Da keine Beschwerden hinsichtlich der Genehmigung vorlagen wurde die Genehmigung am 2. April 2014 bis zum 31. Dezember 2014 verlĂ€ngert.”
Das Verhalten auf dem Friedhof ist im Hamburger Bestattungsgesetz und der Hamburger Bestattungsverordnung geregelt, insbesondere in den §§ 6 (Fahrzeuge) und 7 (Verhalten auf dem Friedhof) der Hambuger Bestattungsverordnung. Darin ist auch geregelt, dass die Hamburger Friedhöfe AöR eine Ausnahme fĂŒr die Benutzung mit PKW gestatten darf. Es werde der Bedarf im Einzelfall geprĂŒft. Fahrzeuge der FriedhofsgĂ€rtnereien und Steinmetzbetreibe erhalten ausnahmslos eine solche Genehmigung.
Rentner Udo G. gehört nicht zu dieser Personengruppe, warum hat er eine solche Genehmigung erhalten und wie viele wurden noch auf Privatpersonen ausgestellt?
“Die Genehmigung, befestigte Nebenwege fĂŒr Fotozwecke zu befahren, wurde nur Herrn G. erteilt, und zwar befristet. Die weiteren Sondergenehmigungen werden an Behinderte beziehungsweise Begleitpersonen von Behinderten erteilt, in der Regel unbefristet. Insgesamt sind dies 21 Sondergenehmigungen. Wir wissen jedoch nicht, ob noch alle 21 Genehmigungen, die ĂŒber die Jahre erteilt wurden, noch in Anspruch genommen werden”, teilt Lutz Rehkopf, Sprecher des Friedhofes Ohlsdorf mit.
Wie passt es zusammen, dass die Verwaltung auf der einen Seite den Fahrzeugverkehr auf dem Friedhof moniert, aber dann solche Genehmigungen ausgestellt, die ja dazu fĂŒhren dass sogar ĂŒberall gefahren werden darf? “Die wenigen Sondergenehmigungen stellen, gemessen am ĂŒbrigen Friedhofsverkehr, keine GefĂ€hrdung oder Störung dar. Außerdem erkennen wir in der TĂ€tigkeit des Fotografen etwas fĂŒr die Gesellschaft allgemein NĂŒtzliches, das dem Friedhof und seinen Besuchern letztlich zu Gute kommt”, rechtfertigt Lutz Rehkopf die Genehmigung. Der Friedhofssprecher wird sogar noch 
ausfĂŒhrlicher: „Viele Menschen kennen Friedhöfe nur von Beerdigungen. Sie nehmen, durch diesen Anlass und ihre Trauer geprĂ€gt, nicht immer ein positives Bild des Friedhofs mit. Wenn Menschen mit den historischen SchĂ€tzen, seinen Prominenten-GrĂ€bern und seinem grĂŒnen Reichtum in anderen ZusammenhĂ€ngen erlebt wird, wird das positiv erinnert. Die Folge ist, dass das Grab möglicherweise öfters besucht wird – dies ist fĂŒr den Trauerprozess hilfreich. Es fĂŒhrt möglicherweise auch dazu, dass FriedhofsgĂ€ste sich ĂŒber den Friedhof und ihre Erfahrungen darauf ĂŒber die Beerdigungen hinaus austauschen und sich dann frĂŒhzeitig mit den Themen Tod, Trauer, Abschied beschĂ€ftigen. Damit gewinnen sie die Chance, im Trauerfall souverĂ€ner zu agieren, in einem GesprĂ€ch in der Familie WĂŒnsche festzustellen – im Gegensatz dazu sind „friedhofsferne“ Personen regelmĂ€ĂŸig mit den Anforderungen im plötzlichen Todesfall völlig ĂŒberfordert. Viele Friedhofseinrichtungen sind dazu geschaffen, den Friedhof in anderen Wahnehmungsrahmen positiv erfahrbar zu machen und diesen wichtigen Austausch ermöglichen: auf dem Friedhof selbst das CafĂ© Fritz, FriedhofsfĂŒhrungen, das Friedhofsmuseum und die Veranstaltungen, sogar die FriedhofsbĂ€nke als Orte des GesprĂ€chs am Grab. Auch im Internet (Homepage mit Prominenten-Liste, die Linkliste fĂŒr Interessenten, die selbst nicht gerne auf den Friedhof kommen, aber neugierig sind) gĂ€be es viele Interessenten.“

Außerdem fĂŒhrt Rehkopf fort, dass die vielen Fotografen, die ihre Bilder online stellen, ein Bestandteil dieser wachsenden Friedhofskultur seien. „Es ist uns also recht, wenn privates Engagement diese Objekte wie GrĂ€ber, Parkanlagen, Brunnen, BrĂŒcken, GebĂ€ude und Personen wie Prominente, Wissenschaftler, Politiker, Geistliche auf dem Friedhof auch fĂŒr diesen Personenkreis zugĂ€nglich macht und damit den Friedhof und die Ideen um ihn herum, die historisch gewachsen sind, bekannter macht. Und daher unterstĂŒtzen wir, in angemessenem Rahmen, diesen Personenkreis. Im Gegensatz dazu verfolgen die Durchfahrer ihre eigenen, nur fĂŒr sie nĂŒtzlichen Zwecke. Ich denke, der Gegensatz ist jetzt klar geworden: die BeschĂ€ftigung von Herrn G. ist mit dem Verhalten der Durchfahrer, die sich einen den schnöden Zeitvorteil erschleichen, nicht vergleichbar“, erklĂ€rt Lutz Rehkopf.

Das die Fotos des Rentners Udo G. zweifelsohne eine Bereicherung sein können – fĂŒr die Allgemeinheit und den Friedhof Ohlsdorf selbst – ist keine Frage. Warum Udo G. dies allerdings mit dem Auto tun muss mit lediglich einer handelsĂŒblichen Spiegelreflexkamera an Bord, um solche Fotos zu fertigen, ist noch immer eine offene Frage
 


Hamburg wird Vorreiter bei Wiedereingliederung von Gefangenen

(ha/np). Der Hamburger Senat hat heute beschlossen, den Entwurf des Resozialisierungs- und Opferhilfegesetzes in die VerbĂ€ndeanhörung zu geben. Ein neues Übergangsmanagement wird Gefangene noch besser darauf vorbereiten, ein Leben ohne Straftaten zu fĂŒhren. Das Übergangsmanagement beginnt sechs Monate vor der Haftentlassung und wird danach sechs weitere Monate fortgefĂŒhrt.  Durch diese VerknĂŒpfung von stationĂ€ren und ambulanten Maßnahmen zur Wiedereingliederung in die Gesellschaft nimmt Hamburg im Bundesvergleich die Spitzenposition bei den BemĂŒhungen zur Resozialisierung ein.  „Unser Gesetz wird zu mehr Sicherheit in Hamburg fĂŒhren, denn erfolgreiche Resozialisierung ist der beste Opferschutz. Wir heben die klassische Trennung von Strafvollzug und ambulanter StraffĂ€lligenhilfe auf. Das ist in dieser Form einzigartig in Deutschland. Wir lassen die Gefangenen nach der Haftentlassung nicht alleine, sondern stellen ihnen ein Netzwerk unterstĂŒtzender und aufeinander abgestimmter Hilfeangebote an die Seite, damit sie nicht vom Weg abkommen“, erklĂ€rt Justizsenator Till Steffen. In den ersten sechs Monaten nach der Haftentlassung ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten wieder straffĂ€llig zu werden. Um dies zu verhindern, verknĂŒpft das Gesetz stationĂ€re und ambulante Maßnahmen miteinander. Ziel ist, ein sogenanntes „Entlassungsloch“ zu vermeiden, indem frĂŒhzeitig der Bedarf an Hilfe erkannt und bereits in den letzten Monaten des Vollzuges beispielsweise mit Schuldnerberatung, Wohnungssuche oder Qualifikationsmaßnahmen begonnen wird.  JĂ€hrlich werden durch das geplante Gesetz in Hamburg circa 1.400 Menschen einen Rechtsanspruch auf die Erstellung eines Eingliederungsplans bekommen. Die Inanspruchnahme der Hilfen nach dem Resozialisierungs- und Opferhilfegesetz erfolgt auf freiwilliger Basis. FederfĂŒhrend fĂŒr das sogenannte Übergangsmanagement ist das Fachamt fĂŒr StraffĂ€lligenhilfe im Bezirksamt EimsbĂŒttel. Hier werden Fallmanager in Abstimmung mit den Vollzugsanstalten und den Klienten die EingliederungsplĂ€ne erstellen und die Umsetzung der Maßnahmen koordinieren.  Zur ErfĂŒllung der Aufgaben werden im Fachamt StraffĂ€lligenhilfe vier neue Stellen fĂŒr Fallmanager geschaffen. In die praktische Arbeit mit den Klienten wĂ€hrend und nach der Haft sind freie TrĂ€ger eingebunden. Die Bediensteten im Vollzug, die sich um die Wiedereingliederung kĂŒmmern, erhalten dadurch zusĂ€tzliche UnterstĂŒtzung. Die Resozialisierung wird aktuell noch durch Projekte des EuropĂ€ischen Sozialfonds unterstĂŒtzt. Diese Projekte laufen 2018 beziehungsweise 2020 aus. Durch das Gesetz können die Resozialisierungsmaß-nahmen kĂŒnftig flĂ€chendeckend und unabhĂ€ngig von externer Förderung oder politischem Wohlwollen fortgesetzt und intensiviert werden. Insgesamt wird der Senat hierfĂŒr rund 2,4 Millionen Euro zur VerfĂŒgung stellen. Der Gesetzentwurf fixiert darĂŒber hinaus die Zeugenbetreuung vor Gericht und fasst bestehende Opferschutzregelungen zusammen. Das Gesetz soll im kommenden Jahr in der BĂŒrgerschaft beraten werden.