Offizielle Arbeitslosenzahl in Hamburg: 64.075 Menschen ohne Job

Der Haupteingang der Arbeitsagentur für Arbeit in Hamburg. Foto: Röhe

(ha). „Die Arbeitslosigkeit steigt zwar zum Jahresende leicht um 201 oder 0,3 Prozent auf insgesamt 64.075 Hamburger an. Auf das gesamte Jahr betrachtet, weist Hamburg mit 64.774 im monatlichen Mittel allerdings die niedrigste Arbeitslosigkeit seit dem Jahr 1993 (mit 62.929) aus. Die Arbeitslosenquote beträgt im Dezember 6,0 Prozent, liegt im Jahresmittel bei 6,1 Prozent und schwankte, über das Jahr betrachtet, nur leicht zwischen 6,0 und 6,3 Prozent“, teilt Sönke Fock, Vorsitzender der Geschäftsführung in der Agentur für Arbeit Hamburg mit.

Leicht höhere Dynamik im Jahresvergleich – täglich 581 Hamburger betroffen

Hinter diesen geringen Schwankungen der Bestandswerte liegt allerdings eine hohe Dynamik, die im Vergleich zum Vorjahr leicht zugenommen hat. Im vergangenen Jahr meldeten sich 79.315 Hamburger aus einer Erwerbstätigkeit in der Agentur für Arbeit Hamburg beziehungsweise im Jobcenter team.arbeit.hamburg arbeitslos. Im Jahr 2018 (76.891) waren es 2.424 oder 3,2 % weniger. Dagegen haben im Jahresverlauf 66.718 zuvor arbeitslose Hamburger einen neuen sozialversicherungspflichtigen Job angetreten, etwas (-483 oder -0,7%) unter dem Niveau von 2018 mit 67.201. Ob An- oder Abmeldungen, hinter jedem Einzelfall steht eine Person, die Informationen, Beratungs- oder Finanzleistungen erhalten hat oder wird. „Addieren wir die Zugänge in Arbeitslosigkeit und die Abgänge in Beschäftigung wird die Arbeitslosigkeit in Hamburg deutlich: Im Jahr 2018 zählten wir 144.092 individuelle Zu- beziehungsweise Abgänge, 2019 waren es insgesamt 146.033 und damit etwas (1.914 oder 1,3%) mehr als 2018“, teilt Sönke Fock weiter mit.
An den 251 Werktagen im Kalenderjahr 2019 meldeten sich im Durchschnitt täglich 581 Hamburger arbeitslos oder nahmen einen Job auf.

Arbeitskräftenachfrage gibt nach

Unternehmen mit Firmensitz in Hamburg haben dem Arbeitgeber-Service Hamburg in diesem Jahr insgesamt 42.460 Voll- oder Teilzeitstellen zur Besetzung gemeldet, dies sind 5.139 oder 10,8 Prozent weniger als 2018 mit 47.599 Arbeitsstellen. Dies ist ein klarer Rückgang, der aber auch darin begründet liegt, dass wir langlaufende Stellenangebote in Absprache mit den Unternehmen aktualisiert, angepasst und auch gelöst haben, wenn Bewerber nur schwer oder gar nicht zu finden sind.
Die Arbeitskräftenachfrage Hamburger Unternehmen zum Jahresende verliert mit einem Minus von fast 20 Prozent deutlich an Schwung. Arbeitsuchenden standen im Dezember 12.077 freie Arbeitsstellen zur Verfügung, das sind 2.944 oder 19,6 Prozent weniger zum Vormonat und 5.700 (-32,1 Prozent) unter dem Wert des Vorjahresmonats. Dennoch, berufserfahrene Fachkräfte sind für Firmen in den unternehmensnahen Dienstleistungen, im Gesundheits- und Sozialwesen, dem Handwerk und auch in der Logistik kaum zu ersetzen und werden auch bei einer schwächeren Auftragslage gehalten. Im Umkehrschluss werden Arbeitnehmer ohne abgeschlossene Berufsausbildung überproportional und schneller entlassen.

Die Beschäftigung steigt weiter

„Die Beschäftigung steigt weiter an“, heißt es in der offiziellen Pressemitteilung der Agentur für Arbeit. „Nie zuvor gingen so viele Frauen und Männer am Arbeitsort Hamburg einer Tätigkeit nach.“ Mit 1.014.200 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Oktober 2019 erzielt die
Hansestadt einen erneuten Höchstwert, im Vergleich zum Vorjahreswert ist dies ein Anstieg von 22.600 oder 2,3 Prozent innerhalb eines Jahres. Wissenschaftliche, technische, wirtschaftliche Dienstleister erhöhten
ihre Mitarbeiteranzahl innerhalb eines Jahres um 6.400, der Bereich Information und Kommunikation um 3.200, das Baugewerbe um 1.700. Erziehung und Unterricht, Gesundheitswesen und Sozial-wesen liegen bei einem Plus von 5.400 zusätzlichen Arbeitnehmern. Einzig die Arbeitsnehmerüberlas-sung hat im Jahresvergleich einen Rückgang von 2.000 oder 7 Prozent zu verkraften und beschäftigt aktuell 26.700 Arbeitnehmer. In Banken und Versicherungen sind 45.400 Mitarbeitern tätig, 200 weniger als ein Jahr zuvor.

Hamburger Ausbildungsmarkt: Bewerber könnten aus dem Vollen schöpfen

Branchenübergreifend bietet die Agentur für Arbeit zu Beginn des Jahres über 7.400 Ausbildungsstellen in Hamburger Betrieben an. Praktisch für jeden Schulabschluss und für jeden gewünschten Berufseinstieg stehen mehr als ausreichend Angebote zur Verfügung. Tragisch wird es für Jugendliche, die den Faktor Zeit unterschätzen und sich durch bestehende Bewerbungsfristen selbst zu disqualifizieren drohen. Attraktiv geglaubte Ausbildungsberufe oder –betriebe werden dadurch auf einmal unerreichbar. Daher gilt es, sich rechtzeitig zu orientieren und zu bewerben.

Ausblick auf den Arbeitsmarkt 2020

Die Arbeitskräftenachfrage im Gesundheitswesen, dem Handwerk, in den sozialen oder erzieherischen Bereichen, der Gastronomie und bei den technischen, wirtschaftlichen oder beratenden Dienstleistern ist nach wie vor hoch und bleibt auch 2020 auf hohem Niveau. Arbeitnehmerüberlassung, Banken und Versicherungen verzeichneten in den vergangenen Monaten leichte Beschäftigungsverluste, dies kann sich auch 2020 fortsetzen. Insgesamt wird die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Hamburg über das Jahr 2020 hinweg weiterhin ansteigen. Insbesondere dann, wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der durch die Digitalisierung getriebene Strukturwandel von allen Arbeitsmarktakteuren angenommen und gemeinsam umgesetzt wird.
Die Arbeitslosigkeit wird im Januar wird durch die Beendigung von befristeten Arbeitsverhältnisse zum Jahres- bzw. Quartalsende deutlich ansteigen. An- und ungelernte Arbeitskräfte werden besonders be-troffen sein, da die Betriebe berufserfahrene Fachkräfte nicht leichtfertig entlassen wollen.
Unangefochten gut ist die Situation auf dem Hamburger Ausbildungsmarkt. Jugendliche Bewerber, die jetzt im Januar oder Februar aktiv(er) suchen, haben hervorragende Möglichkeiten ihren Traumberuf zu bekommen.

Hinweis: Personen – oder Gruppenangaben betreffen immer alle Geschlechter

Ausführliche Informationen finden Sie im Internet auf der offiziellen Homepage der Arbeitsagentur für Arbeit.

64.075 Hamburger waren im Dezember 2019 arbeitslos, dies ist ein An-stieg zum Vormonat in Höhe von 201 oder 0,3 Prozent und ein Anstieg um 2.346 oder 3,8Pro-zent zum Dezember 2018.

Arbeitslosmeldungen: 79.315 Hamburger mussten sich im vergangenen Jahr aus einer Er-werbstätigkeit heraus arbeitslos melden, das sind 2.424 oder 3,2 % Prozent über dem Vorjah-reswert mit 76.891.

62.083 oder 78,3 Prozent aller Arbeitslosmeldungen erfolgten in der Arbeitsagentur, 17.232 (21,7%) beantragten Leistungen beim Jobcenter team.arbeit.hamburg.

Abmeldungen in Arbeit: 66.718 Frauen und Männer beendeten ihre Arbeitslosigkeit und nahmen einen sozialversicherungspflichtigen Job auf. Dieser Wert liegt leicht unter dem Vorjahresniveau mit 67.201 Abmeldungen.

47.139 oder 71,2 Prozent aller Abmeldungen in Arbeit erfolgten im Jahr 2019 von Kunden der Arbeitsagentur, 19.579 (28,8%) waren es im Jobcenter team.arbeit.hamburg.

Die Arbeitslosenquote bleibt im Dezember unverändert zum Vormonat bei 6,0 Prozent. Für das Jahr 2019 ergibt sich daraus eine Durchschnittsquote von 6,1 Prozent. Im Jahr 2018 lag die Arbeitslosenquote bei durchschnittlich 6,3 Prozent.