Coronavirus: 104 neue Infizierte in Hamburg

Das Rathaus in der Hamburger Innenstadt. Foto: FoTe-Press

(ha). Seit der gestrigen Meldung wurden in Hamburg 104 weitere Fälle von Erkrankungen mit COVID-19 (Coronavirus) bestätigt. Damit ist die Zahl der in Hamburg gemeldeten Fälle auf nunmehr insgesamt 768 angestiegen.

Der weiterhin deutliche Anstieg der Fallzahlen wird nach wie vor in einem hohen Anteil durch Urlaubsr√ľckkehrer verursacht. Bei vielen traten Erkrankungssymptome erst mit zeitlicher Verz√∂gerung auf, so dass sie erst mit einigem Abstand zum eigentlichen Ferienende getestet wurden. In den kommenden Tagen wird bundesweit mit einem weiteren deutlichen Anstieg der positiv getesteten F√§lle gerechnet. Die zust√§ndigen Gesundheits√§mter ergreifen bei allen positiv getesteten Personen die notwendigen Ma√ünahmen.

Nach wie vor gehen die berichteten Krankheitsverläufe in der Regel mit leichten bis mittleren grippeähnlichen Symptomen einher. Nach aktuellem Stand befinden sich derzeit 32 Personen mit Wohnort Hamburg aufgrund einer Erkrankung mit COVID-19 in stationärer Behandlung, davon werden sechs Personen intensivmedizinisch betreut. Damit liegt Hamburg aktuell im Durchschnitt der bundesweit gemeldeten Spannweite der positiv getesteten Fälle mit intensivmedizinischer Betreuung.

Allgemeinverf√ľgung Ansammlungsverbot und Gastst√§ttenschlie√üung

Um die Verbreitung des hochinfekti√∂sen Coronavirus SARS-CoV-2 einzud√§mmen hat die Beh√∂rde f√ľr Gesundheit und Verbraucherschutz am Freitag, 20. M√§rz 2020 eine bis zum 16. April 2020 befristete Allgemeinverf√ľgung zur Gastst√§ttenschlie√üung und zum Ansammlungsverbot erlassen.

Gesundheitssenatorin Cornelia Pr√ľfer-Storcks: ‚ÄěEs ist ruhig geworden in der Stadt, ganz √ľberwiegend folgt die Bev√∂lkerung den Anordnungen. Machen Sie weiter so, vermeiden Sie Kontakte! Gemeinsam k√∂nnen wir es schaffen, den weiteren Anstieg der Fallzahlen zu verlangsamen und noch einschneidendere Ma√ünahmen f√ľr unsere Bewegungsfreiheit zu vermeiden. Ich bitte die Hamburgerinnen und Hamburger auch, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen ihre Arbeit f√ľr die tun zu lassen, die das dringend brauchen. Verlangen Sie keine unn√∂tigen Tests.‚Äú

Ansammlungsverbot

Mit sofortiger Wirkung sind Ansammlungen von mehr als sechs Personen an √∂ffentlichen Orten untersagt. Ausnahmen gibt es f√ľr die Wahrnehmung folgender Aufgaben:

  • f√ľr die Berufsaus√ľbung im Sinne des Art. 12 Absatz 1 Grundgesetz, soweitdiese nicht gesondert eingeschr√§nkt ist,
  • des Dienstes als Mitglied der B√ľrgerschaft, des Senats, des Verfassungsgerichts, eines Verfassungsorgans des Bundes oder anderer L√§nder, als Beamter oder Richter, f√ľr die Wahrnehmung von anderen Aufgaben im √Ėffentlichen Dienst, im diplomatischen oder konsularischen Corps oder als Organ der Rechtspflege,
  • von Krankenh√§usern, medizinischen und pflegerischen Einrichtungen, √§rztlichen Praxen, Praxen der Physiotherapie oder der Anschlussheilbehandlung, anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens sowie Apotheken und Sanit√§tsh√§usern,
  • in Gerichten und Beh√∂rden oder bei anderen Hoheitstr√§gern sowie in anderen Stellen oder Einrichtungen, die √∂ffentlich-rechtliche Aufgaben wahrnehmen, soweit diese nicht gesondert eingeschr√§nkt sind oder diese nicht f√ľr den Zutritt durch Nichtbedienstete gesperrt sind,
  • f√ľr die sonstige Mitwirkung bei der Bew√§ltigung der aktuellen Infektionslage entsprechend der Mitwirkung beim Katastrophenschutz im Sinne von ¬ß 3 des Hamburgischen Katastrophenschutzgesetzes.

Dar√ľber hinaus sind folgende Ansammlungen zul√§ssig:

  • Wenn diese im Zusammenhang mit der Versorgung mit Lebensmitteln, G√ľtern und Dienstleistungen des t√§glichen Bedarfs stehen (Einzelhandel f√ľr Lebensmittel, Wochenm√§rkte, Abhol- und Lieferdienste, Getr√§nkem√§rkte, Apotheken, Sanit√§tsh√§user, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen, Fris√∂re, Reinigungen, Waschsalons, Zeitungsverkauf, Bau-, Gartenbaubedarfsm√§rkte, Tierbedarfsm√§rkte sowie der Gro√ühandel). Wenn m√∂glich, muss ein Mindestabstand von 1,5 Metern zueinander eingehalten werden.
  • Wenn diese mit der Versorgung von anderen, hilfebed√ľrftigen Personen mit Lebensmitteln, G√ľtern und Dienstleistungen des t√§glichen Bedarfs stehen,
  • wenn diese im Zusammenhang mit der Betreuung von hilfebed√ľrftigen Personen stehen, mit dem Besuch, der Begleitung und Abholung von Kindern in Schulen, Kindertagesst√§tten oder andere Betreuungseinrichtungen,
  • an √∂ffentlichen Orten von mehr als sechs Personen, die in einer engen famili√§ren Beziehung oder famili√§ren Lebensgemeinschaft zueinander stehen,
  • f√ľr die Teilnahme an Bestattungen und Trauerfeiern im engen famili√§ren Kreis.

Gaststättenschließung

Der Betrieb von Gastst√§tten wird untersagt. Das gilt auch f√ľr Speiselokale und Betriebe, in denen Speisen zum Verzehr an Ort und Stelle abgegeben werden, Personalrestaurants, Kantinen sowie Speiselokale im Beherbergungsgewerbe (z.B. Hotelrestaurants). Ausgenommen von der Untersagung bleibt die Auslieferung von Speisen und Getr√§nken sowie deren Abverkauf zum Mitnehmen.

Der vollst√§ndige Text der Allgemeinverf√ľgung ist unter www.hamburg.de/coronavirus ver√∂ffentlicht.

Informationen zu Risikogebieten des RKI

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat nach aktuellem Stand folgende internationale Risikogebiete erkl√§rt: Neben den US-Bundesstaaten Kalifornien, New York und Washington z√§hlen auch die spanische Hauptstadt Madrid, das √∂sterreichische Bundesland Tirol, das franz√∂sische Grand-Est (diese Region enth√§lt Elsass, Lothringen und Champagne-Ardenne), Italien, der Iran, die Provinz Hubai in China (inklusive Stadt Wuhan) sowie die Provinz Gyeongsangbuk-do (Nord-Gyeongsang) in S√ľdkorea zu den internationalen Risikogebieten. Als besonders betroffenes Gebiet in Deutschland hat das RKI den Landkreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen deklariert.

Risikogebiete sind Gebiete, in denen eine fortgesetzte √úbertragung von Mensch zu Mensch (‚Äěongoing community transmission‚Äú) vermutet werden kann. Um dies festzulegen, verwendet das RKI verschiedene Kriterien (u.¬†a. Erkrankungsh√§ufigkeit, Dynamik der t√§glich gemeldeten Fallzahlen, Ma√ünahmen (zum¬†Beispiel Quarant√§ne ganzer St√§dte oder Gebiete), exportierte F√§lle in andere L√§nder/Regionen). Die Situation wird jeden Tag neu bewertet, bei Bedarf werden die Risikogebiete angepasst.

Eine √úbersicht zu den Risikogebieten ist auf der Seite des Robert-Koch-Instituts unter https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogebiete.html zu finden.

R√ľckkehrer aus Risikogebieten sowie Skigebieten in √Ėsterreich und der Schweiz

Die Gesundheitsbeh√∂rde empfiehlt dringend, dass sich R√ľckkehrerinnen und R√ľckkehrer von einem Aufenthalt in einer vom Robert-Koch-Institut als Risikogebiet eingestuften Region grunds√§tzlich nach Reiser√ľckkehr 14 Tage in eine freiwillige h√§usliche Isolation begeben. Beim Auftreten von typischen Erk√§ltungssymptomen sollten sie sich telefonisch unter 116117 (Arztruf) beraten lassen und auf √§rztliches Anraten eine diagnostische Abkl√§rung vornehmen lassen.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die aus den benannten Risikogebieten des RKI zur√ľckkehren, wird grunds√§tzlich empfohlen, vor Dienstantritt telefonisch mit ihrem Arbeitgeber Kontakt aufzunehmen und etwaige Schritte abzusprechen. Es gibt Unternehmen, in denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Heimarbeit t√§tig sein k√∂nnen, weil die Arbeitsabl√§ufe und Arbeitsstrukturen dies erm√∂glichen.

Hamburgerinnen und Hamburger, die aus Skigebieten in √Ėsterreich und der Schweiz zur√ľckkehren, in denen F√§lle von COVID19-Erkrankungen aufgetreten sind und die zum jetzigen Zeitpunkt vom RKI nicht zu Risikogebieten deklariert wurden, sollten sich vor Dienstantritt an ihren Arbeitgeber wenden und √ľber M√∂glichkeiten der freiwilligen 14-t√§gigen h√§uslichen Quarant√§ne sowie die Inanspruchnahme von Home-Office-Arbeit sprechen. Dies sollte unabh√§ngig davon geschehen, ob Symptome festgestellt werden oder nicht, um das Umfeld zu sch√ľtzen.

Allgemeine Verhaltensregeln

Die Hamburger Gesundheitsbeh√∂rde r√§t weiterhin dazu, besonnen zu bleiben und sich an die Hinweise der Gesundheitsbeh√∂rde und des RKI zu halten. Die Beh√∂rde r√§t zudem, regelm√§√üig sorgf√§ltig H√§nde zu waschen, auf eine korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge) zu achten und gen√ľgend Abstand zu erkrankten Personen zu halten. In begr√ľndeten F√§llen mit entsprechenden Symptomen und Verbindung zu Risikogebieten r√§t die Beh√∂rde, nicht direkt eine Praxis oder Klinik aufzusuchen, sondern telefonisch den Hausarzt oder den Arztruf 116117 zu kontaktieren.

Personen, die (unabh√§ngig von einer Reise) einen pers√∂nlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das neuartige Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollten sich unverz√ľglich und unabh√§ngig von Symptomen an ihr zust√§ndiges Gesundheitsamt wenden.

Hinweise f√ľr √§ltere Menschen und gef√§hrdete Gruppen

In Hamburg leben etwa 440.000 Menschen, die √§lter als 60 Jahre sind. √Ąltere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen sind einem erh√∂hten Risiko ausgesetzt, dass bei ihnen eine COVID-19-Erkrankung zu einem schweren Krankheitsverlauf f√ľhrt.

Besonders ältere Menschen sollten zum Schutz folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Meiden Sie soziale Kontakte soweit wie m√∂glich.
  • Halten Sie Kontakt mit Ihren Freunden und Ihrer Familie √ľber Telefon, Brief, soziale Netzwerke oder Skype.
  • Besuchen Sie keine Freizeitveranstaltungen.
  • Meiden Sie den √∂ffentlichen Personennahverkehr.
  • Auch wenn es schwerf√§llt: Meiden Sie unbedingt den Kontakt zu Enkelkindern. Gro√üeltern sollten nicht in die Betreuung der Kinder einbezogen werden.
  • Halten Sie pers√∂nlichen Abstand von mindestens zwei Metern. Geben Sie niemandem die Hand und umarmen Sie niemanden.
  • Gehen Sie nicht in eine Arztpraxis, sondern rufen Sie bei Bedarf dort an und besprechen das weitere Vorgehen.
  • Wenn m√∂glich, gehen Sie nicht in Apotheken, sondern lassen Sie sich ben√∂tigte Medikamente nach Hause liefern.
  • Nutzen Sie Lieferdienste von Superm√§rkten.
  • Nehmen Sie gerne Hilfe oder das Angebot von Boteng√§ngen aus der Nachbarschaft und Familie an.
  • Gehen Sie gerne eine Runde spazieren. Bewegung und frische Luft st√§rken Ihre Abwehrkr√§fte. Wenn Sie dabei Bekannte treffen: Denken Sie daran, Abstand von zwei Metern zu halten.
  • Waschen Sie sich regelm√§√üig und gr√ľndlich die H√§nde.

Die Gesundheitsbeh√∂rde appelliert an die Solidarit√§t jedes Einzelnen, da vorerkrankte, √§ltere und im weitesten Sinne pflegebed√ľrftige Menschen ganz besonders auf Unterst√ľtzung im Alltag und vor allem Schutz angewiesen ist.

Informationen f√ľr Unternehmen

√úber m√∂gliche Hilfsangebote k√∂nnen sich Unternehmen auf der Internetseite der Beh√∂rde f√ľr Wirtschaft, Verkehr und Innovation informieren: https://www.hamburg.de/bwvi/medien/13707286/coronavirus-information-fuer-unternehmen/. Alle unternehmensbezogenen Hotlines finden Sie zur Verbreitung auf dieser Webseite: https://www.hamburg.de/coronavirus/wirtschaft/#dreizehn.

Allgemeine Fragen zum Coronavirus werden unter der Hotline 040 / 428 28 40 00 beantwortet. Diese ist 24 Stunden an 7 Tagen erreichbar.

Meldung bei Symptomen: Arztruf 116117

Bei auftretenden grippe√§hnlichen Symptomen in Verbindung mit Kontakt zu erkrankten Personen oder einer R√ľckkehr aus Risikogebieten soll der Hausarzt oder der Arztruf 116117 telefonisch kontaktiert werden.

Offizielle und amtliche Informationen zum Thema Coronavirus

Der Hamburger Senat informiert auf www.hamburg.de/corona √ľber Ma√ünahmen, um der Ausbreitung des Coronavirus in Hamburg zu begegnen. Hier finden Sie amtliche Anordnungen, Verhaltenstipps sowie Infos zu den Bereichen Kita, Schule, Hochschule, Freizeit, Wirtschaft, Mobilit√§t und vielen weiteren Themen. Diese zentrale Informationsseite bietet viele Antworten auf zahlreiche Fragen in einem FAQ, das laufend aktualisiert und erweitert wird. In sozialen Netzwerken wird der Hashtag #CoronaHH verwendet.


Das neue Logo der Hamburger Allgemeine Rundschau mit dem Claim „Hummel Hummel. Infos Infos.