Namen f├╝r 44 neue Hamburger Schulen gesucht

Die Heinrich-Hertz-Schule in Winterhude. Symbolfoto: FoTe-Press

(ha). Hamburgs neuer Schulentwicklungsplan sieht die Neugr├╝ndung von 44 staatlichen Schulen vor, davon 21 Grundschulen, 13 Stadtteilschulen, sieben Gymnasien sowie drei weiterf├╝hrende Schulen, ├╝ber deren Schulform noch nicht entschieden ist. Das teilt die Schulbeh├Ârde mt. Dar├╝ber hinaus geben sich auch immer wieder bestehende Schulen einen neuen Namen. Hamburgs Schulsenator Ties Rabe sucht deshalb jetzt Namensvorschl├Ąge f├╝r neue und eventuell auch f├╝r bestehende Schulen und will alle Hamburgerinnen und Hamburger an der Suche beteiligen. Senator Rabe: ÔÇ×Ein guter Schulname pr├Ągt eine Schule und stiftet Identit├Ąt. Zugleich kann der Name eine Anerkennung und W├╝rdigung f├╝r Pers├Ânlichkeiten sein, die f├╝r Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler ein Vorbild sind. Ich w├╝rde mich freuen, wenn alle Hamburgerinnen und Hamburger Namensvorschl├Ąge f├╝r unsere neuen Schulen machen w├╝rden und bin schon jetzt sehr gespannt auf viele Mails und Briefe! Wird ein Namensvorschlag aufgegriffen, werden wir die Ideengeber in jedem Fall zur Schulgr├╝ndung als Ehreng├Ąste einladen und dort entsprechend w├╝rdigen.ÔÇť Laut Recherchen der Schulbeh├Ârde wird erstmals in Deutschland ein Ideenwettbewerb dieser Art gestartet.

Senator Ties Rabe wird in einer Mitteilung folgenderma├čen zitiert: ÔÇ×Der Name der eigenen Schule begleitet einen oft ein ganzes Leben lang. In der Schule bilden sich Freundschaften und Vernetzungen, die mitunter weit ├╝ber den Schulbesuch hinaus halten. Der Schulname kann f├╝r Identifikation, Gemeinschaft und Zusammenhalt stehen – und zwar ganz unabh├Ąngig davon, ob eine Schule eine jahrhundertelange Tradition hat wie etwa das Johanneum (490 Jahre), die Schule Marmstorf (352 Jahre) und das Christianeum (281 Jahre) oder noch ganz jung ist wie die Wolfgang-Borchert-Grundschule in Eimsb├╝ttel (ein Jahr alt). Zudem kann ein Schulname das Bild einer Schule in der ├ľffentlichkeit und ihr Profil pr├Ągen.ÔÇť

Neue Schulen nach Bezirken und Schulformen

Die meisten neuen Schulen entstehen im Bezirk Hamburg-Mitte (4 Grundschulen, 3 Stadtteilschulen, 2 Gymnasien). Weitere Schulen entstehen in den Bezirken Bergedorf (3 Grundschulen, 2 Stadtteilschulen, 2 Gymnasien), Harburg (4 Grundschulen, 1 Stadtteilschule, 1 Gymnasium, 1 weiterf├╝hrende Schule), Altona (2 Grundschulen, 2 Stadtteilschulen, 2 weiterf├╝hrende Schulen), Eimsb├╝ttel (3 Grundschulen, 2 Stadtteilschulen, 1 Gymnasium), Hamburg-Nord (3 Grundschulen, 1 Stadtteilschule, 1 Gymnasium), Wandsbek (2 Grundschulen, 2 Stadtteilschulen). Damit wird sich die Gesamtzahl der staatlichen Schulen in Hamburg auf nach aktueller Planung von 371 auf 415 erh├Âhen.

Hamburg gr├Â├čter Schultr├Ąger in Deutschland

Das staatliche Schulwesen in Hamburg umfasst im aktuellen Schuljahr 371 Schulen: 192 eigenst├Ąndige Grundschulen, 58 Stadtteilschulen (davon 13 mit eigenen Grundschulabteilungen), 61 Gymnasien, 26 Sonderschulen, 31 berufsbildende Schulen und drei Schulen der Erwachsenenbildung. Zwar wird die Schulpolitik in den jeweiligen Bundesl├Ąndern bestimmt, aber viele schulorganisatorische Fragen bis hin zum Schulbau regeln nicht die Bundesl├Ąnder, sondern die Kommunen oder Kreise. Hamburg ist auch deshalb der gr├Â├čte Schultr├Ąger in Deutschland, weil in der gr├Â├čeren Stadt Berlin die Bezirke die Schultr├Ąger sind.

Aktuelle Statistik ├╝ber Schulnamen in Hamburg

F├╝r alle Schulen in Hamburg gilt aktuell: Grundschulen sind meist nach ihrer Stra├če benannt, Stadtteilschulen nach ihrem Stadtteil, Gymnasien nach ihrem Stadtteil oder einer Pers├Ânlichkeit. Insgesamt sind aktuell 95 Schulen nach Pers├Ânlichkeiten benannt (davon 67 m├Ąnnliche und 28 weibliche), 81 nach Stadtteilen, 170 nach Stra├čennamen und 16 anderweitig. Die Pers├Ânlichkeiten sind dabei meist Forscher, Naturwissenschaftler, Schriftsteller, K├╝nstler, Politiker oder Widerstandsk├Ąmpfer gegen den Nationalsozialismus.

Da Hamburg so viele Schulen hat, sind auch viele Schulnamen bereits vergeben. Zu den beliebtesten Schulnamen in Deutschland, die aber aktuell in Hamburg nicht vergeben sind, geh├Âren: Friedrich Schiller, Anne Frank, Albert Einstein, Astrid Lindgren, Theodor Heuss oder Marie Curie. Ein Namensgeber ist gleich zweimal in Hamburg vertreten, Johann Wolfgang von Goethe. Nach ihm benannt sind das Goethe-Gymnasium in Lurup und die Goethe-Schule Harburg (Stadtteilschule).

Kriterien f├╝r Schulnamen

Grunds├Ątzlich sind kurze und gut einpr├Ągsame Namen im schulischen Alltag von Vorteil. Schulnamen k├Ânnen einen regionalen Bezug haben, gerne zu Stadtteil, Quartier, Landschaftszug, Region oder allgemein zu Norddeutschland.

Wenn eine (Hamburger, deutsche oder internationale) Pers├Ânlichkeit Namenspate f├╝r eine neue Schule werden soll, sollte diese eine Vorbildfunktion im Hinblick auf ihr Leben und Wirken haben. Der Schulname kann damit auch eine Aussagekraft f├╝r das (zuk├╝nftige) Schulprofil entwickeln. Insbesondere weibliche Paten sind sehr willkommen, da diese bislang deutlich unterrepr├Ąsentiert sind (nur 30 Prozent). Im Unterschied zu anderen Bundesl├Ąndern k├Ânnen lebende Personen in Hamburg nicht Namenspate f├╝r eine Schule sein. W├Ąhrend es in Mellrichstadt (Bayern) eine Udo-Lindenberg-Mittelschule gibt und in Barsb├╝ttel (Schleswig-Holstein) eine Kirsten-Boie-Schule gibt, w├Ąre das in Hamburg nicht zul├Ąssig. In jedem Fall werden m├Âgliche Namensgeber eingehend im Hinblick auf ihren Werdegang, ihre Eignung und Vorbildfunktion gepr├╝ft.

Auch Namen von fr├╝heren Schulen k├Ânnen wieder aufleben, wie zuletzt bei der Wolfgang-Borchert-Schule geschehen, die zum letzten Schuljahr in Eimsb├╝ttel neu gegr├╝ndet wurde. Zuvor hatte von 1969 bis 2010 eine ehemalige Volks- und Realschule in der Erikastra├če in Eppendorf den Namen des Schriftstellers getragen. Insbesondere ab Mitte der 1970er Jahre und wieder ab Mitte der 2000er Jahre war es aufgrund von Sparma├čnahmen sowie massiv fallender Sch├╝lerzahlen zur Zusammenlegung und Schlie├čung zahlreicher Schulen gekommen ÔÇô und damit zur Aufgabe vieler Schulnamen.

Geschlossen oder zusammengelegt wurden zum Beispiel: Bismarck-Gymnasium (Eimsb├╝ttel), Elise-Averdieck-Gymnasium (Barmbek), Ernst-Schlee-Gymnasium (Gro├č Flottbek), Bruno-Tesch-Gesamtschule (Altona), Gymnasium Uhlenhorst-Barmbek,

Grundschule Ifflandstra├če (Hohenfelde), Grundschule Schierenberg (Meiendorf), Grundschule Beltgens Garten (Hamm), Gymnasium Tonndorf, Gymnasium St. Georg (Horn), Gymnasium Langenhorn.

Seit 2011 hat Hamburg eine Reihe von neuen Schulen gegr├╝ndet: Stadtteilschule Maretstra├če (Harburg), Stadtteilschule Rissen, Stadtteilschule Meiendorf, Ilse-L├Âwenstein-Schule (Uhlenhorst), Wolfgang-Borchert-Schule (Eimsb├╝ttel), Schule Sinstorfer Weg (Sinstorf, startet zum Schuljahr 2020/21).

Ob ein Name in Hamburg aktuell vergeben ist, kann im Schulinformationssystem nachgesehen werden: www.hamburg.de/schulinfosystem/ (nur staatliche Schulen).

Auch bestehende Schulen ├Ąndern gelegentlich ihren Schulnamen, wie zuletzt die Emil-Krause-Schule (fr├╝her Stadtteilschule Barmbek), die Stadtteilschule Altona (aktuell noch Kurt-Tucholsky-Schule), die Georg-Kerschensteiner-Grundschule (fr├╝her: Schule Kerschensteiner Stra├če) oder das Gymnasium Hamm, das zum 1. August 2020 umbenannt wird in Louise Weiss Gymnasium, nach der franz├Âsischen Politikerin, Schriftstellerin und Journalistin, einer engagierten Europ├Ąerin der ersten Stunde.

Änderung von Schulnamen aufgrund neuer Erkenntnisse über Namensgeber

Manchmal m├╝ssen Schulnamen sp├Ąter ge├Ąndert werden, weil die Forschung neue Erkenntnisse ├╝ber den Namenpaten hervorgebracht hat, die die Pers├Ânlichkeit in einem neuen, zweifelhaften Licht erscheinen lassen. So geschehen zuletzt bei der Peter-Petersen-Schule in Wellingsb├╝ttel, die seit ein paar Jahren den neuen Namen Irena-Sendler-Schule tr├Ągt. Die Habilitationsschrift des Erziehungswissenschaftlers Ortmeyer hatte zuvor zu einer deutschlandweiten Diskussion ├╝ber eine gedankliche N├Ąhe Petersens zum Nationalsozialismus gef├╝hrt.

Entscheidung ├╝ber Schulnamen

├ťber den Schulnamen entscheidet bei bestehenden Schulen die Schulkonferenz der Schule im Einvernehmen mit der Schulbeh├Ârde. Die Schulkonferenz besteht aus der Schulleitung sowie den Vertretungen der Lehrkr├Ąfte, des Nicht-p├Ądagogischen Personals, der Eltern und bei weiterf├╝hrenden Schulen auch der Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler. Bei einer Benennung nach Personen ist zu kl├Ąren, ob namensrechtliche Bedenken bestehen. Hierzu wird Kontakt zu Verwandten oder ggf. Vereinen/Organisationen mit gleichem Namen aufgenommen. Bei neu zu gr├╝ndenden Schulen entscheidet die Schulbeh├Ârde allein. Bei Benennung nach einer Pers├Ânlichkeit bedarf es grunds├Ątzlich eines Senatsbeschlusses im Verf├╝gungswege.

Erfolgreiche Einsender werden Ehreng├Ąste bei der Schulgr├╝ndung

Es k├Ânnen Namensvorschl├Ąge f├╝r das gesamte Hamburger Stadtgebiet gemacht werden. Bei Namensvorschl├Ągen, die realisiert werden, l├Ądt die Schulbeh├Ârde die Einsender zur Schulgr├╝ndung als Ehreng├Ąste ein.

Vorschl├Ąge (gerne mit Begr├╝ndung) bitte per E-Mail an schulnamen@bsb.hamburg.de.