Roland Kaiser und Axel Prahl drehen in kroatischem Restaurant

Schlagersänger Roland Kaiser und Schauspieler Axel Prahl stehen gemeinsam vor der Kamera und haben sichtlich Spaß. Foto: Röhe

(mr). Ein Restaurant an der Horner Landstraße Ecke Letzter Heller wird zum Filmset, ein Dutzend Produktionsfahrzeuge steht in den Seitenstraßen drum herum. Fenster sind mit schwarzen Decken verhüllt – Stative mit Scheinwerfern stehen auf dem Bürgersteig und vor dem Eingang wartet kein geringerer als Schlagersänger Roland Kaiser (“Sieben Fässer Wein”) auf seinen Auftritt. Aktuell entsteht für den NDR die Tragikomödie “Eisland” mit Axel Prahl, Christine Schorn, Merlin Rose, Jan Henrik Stahlberg – sowie in einer Gastrolle Schlager-Star Roland Kaiser. Bereits 2013 spielte er im Tatort “Summ Summ Summ” sich selbst an der Seite von Axel Prahl, deshalb haben beide auch mächtig viel Spaß bei dem Dreharbeiten in Horn. Es muss sich aber niemand Sorgen machen, dass der in Münster lebende Sänger von der Musikbranche zur Schauspielerei wechselt. „Ich bin ein Mitwirkender und kein Schauspieler”, sagt Kaiser am Set und ergänzt.: “Ohne etwas zu verraten kann ich sagen, dass das Drehbuch verlangt, dass Roland Kaiser in dem Film mitmacht.” Im Zentrum der Handlung steht Marko (Axel Prahl): Der Witwer schleppt seit fast 30 Jahren Tiefkühlkost für die Firma „Eisland“ an die Haustüren seiner vornehmlich älteren Kundschaft. Als Marko krankheitsbedingt in Frührente muss, gerät sein Leben in Schieflage: Er verheimlicht den Tod einer Kundin, um deren Rente zu kassieren. Gedreht wird bis zum 1. Oktober 2019 in Hamburg und Umgebung. Wann der Film zu sehen ist, steht noch nicht fest.


Flaschensammler drängeln sich durch Waggons des „Metronom“

Ein Zug des Unternehmens Metronom mit Fahrtziel Bremen. Symbolfoto: FoTe Press

(mr). Mehrere organisierte Pfandflaschensammler gehen „ohne RĂĽcksicht auf Verluste“ durch die Waggons von ZĂĽgen auf dem Bremer Hauptbahnhof. Was macht das Personal? Nichts. Wird so etwas also geduldet?

Was war passiert? Zahlreiche Fahrgäste stehen auf dem Gleis 8 des Bremer Hauptbahnhofs und warten auf einen Zug in Richtung Hamburg. Der Zug des Unternehmens Metronom fährt ein – er kommt gerade aus Hamburg und fährt nach wenigen Minuten Aufenthalt wieder zurĂĽck. Der Zug mit mehreren Waggons kommt zum Stehen, vor den jeweiligen EingangstĂĽren kommt es zu Menschentrauben. Nach einem Knopfdruck öffnen sich die TĂĽren, Fahrgäste (aus Richtung Hamburg) steigen ĂĽblicherweise erst einmal aus, bevor dann die neuen Fahrgäste (in Richtung Hamburg) einsteigen. Plötzlich drängelt sich ein Mann mit einer groĂźen PlastiktĂĽte an die Seite der TĂĽren. Ohne RĂĽcksicht auf Verluste betritt er einen Waggon, obwohl an der Treppe noch Fahrgäste mit ihren Koffern und Taschen aussteigen möchten. Fahrgäste schĂĽtteln den Kopf, werden laut. „Hallo, können Sie nicht mal warten, bis die Leute ausgestiegen sind?“, ruft ein aufgebrachter älterer Mann. Auch eine Frau mit Kinderwagen möchte gerade aussteigen, steht noch vor der Toilette des Waggons. Der Pfandsammler will den MĂĽlleimer in der Toilette durchsuchen. Jede Dose bringt immerhin 0,25 Euro Pfand, Glasflaschen 0,08 bis 0,15 Euro je Flasche. Und da der Zug nur wenige Minuten hält, muss er sich beeilen.

Mehrere Sammler betreten zeitgleich den Zug

Wie sich im Nachhinein herausstellte, sind es mindestens drei oder vier Sammler, die zeitlich den Zug von vorne bis hinten nach Pfandflaschen durchsuchen. Sie machten sich förmlich den Weg frei, um möglichst als erstes an den Mülleimern zu sein. Im oberen Stockwerk eines Waggons möchte ein Fahrgast seine Jacke ausziehen, dann seine Koffer in der Gepäckablage verstauen. „Ich wurde förmlich weggedrängt. Mit seiner ekligen, klebrigen Tüte hat mir ein Sammler meine Hose dreckig gemacht“, sagt ein Fahrgast, der anonym bleiben möchte. Grundsätzlich habe der etwa 50-Jährige nichts gegen die Sammler. Allerdings soll es gesittet und vernünftig zugehen. „Dann hat doch niemand etwas dagegen“, sagt er und ergänzt: Aber so ein aggressives Verhalten geht gar nicht!“ Der Mann beschwert sich beim Personal, dass auf dem Bahnsteig im Raucherbereich steht. Ein Mitarbeiter kümmert sich zwar, fragt, wo denn genau der Sammler jetzt sei. Da er aber in diesem Moment den Waggon wieder verlässt, passiert nichts. Der Sammler wird weder angesprochen noch sonst etwas.

Das Eisenbahnunternehmen „Metronom“ schweigt

Wie sieht es das Unternehmen Metronom: Ist es in den Zügen erlaubt, die Mülleimer zu durchwühlen? Werden Personen, die nachweislich keine Fahrtabsicht haben oder jemanden zum Zug begleiten (als Kofferträger beispielsweise) in den Zügen geduldet? Wie viele Beschwerden dieser Art gab es in den vergangenen Monaten und was für Möglichkeiten ergreift das Unternehmen nach einer Beschwerde dieser Art?

Auf eine schriftliche Anfrage (vom 13. August 2019) hat die Presseabteilung des Unternehmens mit Sitz in Uelzen bis heute nicht reagiert.

Auf Bahnhöfen der Deutschen Bahn ist Pfandsammeln generell untersagt

Die Deutsche Bahn hat an allen Bahnhöfen im Bundesgebiet das Sammeln von Pfandflaschen untersagt. Bei einem Fall in München (Bayern) wurde eine Rentnerin zu 2.000 Euro Strafe verurteilt. Dort übte die Deutsche Bahn ihr Hausrecht am Bahnhof aus. Ein Sprecher des Unternehmens sagte gegenüber Lokalmedien, dass es nicht gehe, dass in den Abfallbehältern gezielt nach Flaschen gewühlt werde. Schließlich falle eine Menge Müll daneben. Deshalb wurde die Frau zunächst verwarnt, dann hat sie ein Hausverbot erhalten. Dennoch sammelte sie weiter – daher diese Geldstrafe. Gerichtsurteile gibt es interessanter Weise „in beide Richtungen“ – also sowohl Verurteilungen als auch Freisprüche (oder Einstellungen des Verfahrens).

Ein Zug des Unternehmens Metronom mit Fahrtziel Bremen. Symbolfoto: FoTe Press

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