Schockanruf – Täter erbeuten Wertsachen in Hamburg-Blankenese

Ein Streifenwagen der Polizei. Foto: FoTe-Press

(ha/ds). Wieder haben Unbekannte bei einer älteren Frau in Hamburg einen Schockanruf getätigt. Die Polizei fahndet nach einem bislang unbekannten Mann, der am Donnerstag (9. Dezember) im Zusammenhang mit einem Schockanruf Wertsachen im sechsstelligen Bereich erbeutete.

Nach bisherigem Stand der Ermittlungen hatte eine 81-Jährige zunächst einen Anruf einer weinenden Frau angenommen, die vorgab, die Enkelin der Seniorin zu sein. Unmittelbar danach übernahm ein angeblicher Polizeibeamter das Gespräch und schilderte ein Unfallszenario, nach dem die Enkelin einen tödlichen Unfall verursacht haben soll. Als nächstes redete ein angeblicher Pflichtverteidiger auf die Seniorin ein und gab vor, gegen die Zahlung von 200.000 Euro die Inhaftierung der Enkelin abwenden zu können. Als dies der Seniorin nicht möglich war, war der angebliche Rechtsanwalt auch mit einer Bezahlung in Form von Wertgegenständen einverstanden.

Die geschockte Seniorin packte einen Rucksack mit Schmuck, Münzen und Gold im Wert von über 100.000 Euro und händigte ihn an ihrer Wohnanschrift einem angeblichen Mitarbeiter der Gerichtskasse aus, der anschließend mit einem Pkw davonfuhr. Erst als das Telefonat beendet und die Seniorin zur Ruhe gekommen war, kamen ihr Zweifel und sie nahm Kontakt zu ihrer Enkelin auf. Anschließend verständigte sie die Polizei.

Der Täter, der die Wertsachen entgegengenommen hatte, wird wie folgt beschrieben:

– männlich

– 30 bis 40 Jahre

– etwa 175 bis 180 cm groß

– stämmige Figur

– rundes Gesicht

– dunkle, leicht gekräuselte Haare

– dunkle Kleidung

– dunkle Mütze

Es ist nicht auszuschließen, dass sich der Täter vor der Übergabe der Wertsachen bereits im Umfeld des Goßlers Park beziehungsweise den angrenzenden Straßenzügen aufgehalten hat.

Zeugen, die dort verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder Hinweise zu dem Täter geben können, werden gebeten, sich beim Hinweistelefon der Polizei Hamburg unter der Rufnummer 040/ 4286-56789 oder einer Polizeidienststelle zu melden.

Die weiteren Ermittlungen führt die Fachdienststelle für Trickbetrug und Trickdiebstahl (LKA 431).

PRÄVENTIONSTIPPS DER POLIZEI HAMBURG:

Die Täter sind geschult und gehen äußerst geschickt vor. Oft werden Geld oder Wertsachen übergeben, obwohl die Geschädigten dabei ein mulmiges Gefühl haben.

Die Polizei rät: Gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit! Seien Sie misstrauisch, wenn sich Anrufer am Telefon nicht selber mit Namen melden. Raten Sie nicht, wer anruft, sondern fordern Sie Anrufer immer dazu auf, ihren Namen selbst zu nennen.

Seien Sie auch misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen. Erfragen Sie beim Anrufer Dinge, die nur der richtige Verwandte oder Bekannte wissen kann.

Lassen Sie sich auch bei einem angeblichen Notfall nicht unter Druck setzen. Nehmen Sie sich Zeit, um die Angaben des Anrufers zu überprüfen. Rufen Sie die jeweilige Person unter der Ihnen schon lange bekannten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.

Sprechen Sie nicht über Ihre persönlichen oder finanziellen Verhältnisse und übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen.

Wenn ein Anrufer Geld oder andere Wertsachen von Ihnen fordert: Besprechen Sie dies mit Familienangehörigen oder anderen Ihnen nahestehenden Personen.

Legen Sie beim geringsten Zweifel auf, rufen Sie die Polizei unter 110 oder Ihre örtliche Polizeidienststelle an. Lassen Sie sich nicht mit vollem Namen im Telefonbuch eintragen, denn die Täter suchen gezielt nach altmodisch klingenden Vornamen.

Auch Verwandte, Freunde und Nachbarn können helfen, solche Tate zu verhindern: Sprechen Sie schon im Vorfeld über die Möglichkeit solcher Anrufe und wie man darauf reagieren sollte.

Große Geldbeträge oder Wertsachen sollte nicht zu Hause aufbewahrt werden.

Sprechen Sie ungewöhnliche Beobachtungen an oder rufen Sie die Polizei.

Weitere Informationen sind auch unter diesem Link zu finden:

https://www.polizei.hamburg/falsche-polizeibeamte/11198172/schockanrufe-a/


Überfall auf Gitarrenladen – Dreharbeiten für „Morden im Norden“

Die beiden Polizisten Lars Englen (Ingo Naujoks,links) und Finn Kiesewetter (Sven Martinek) stehen mit ihrer Waffe in der Hand vor einem Gitarrenladen. Foto: FoTe Press

(ha/mr/ds). Ein Zivilwagen der Lübecker Polizei hält vor einem Gitarrenladen. Zwei Polizisten steigen aus, hören einen Schuss. Sofort greifen sie zu ihrer Waffe und gehen in den Laden. Zuerst Finn Kiesewetter, danach sein Kollege Lars Englen. „Nehmen Sie die Waffe runter“, sagt einer der Beamten. Dann schließt sich die Ladentür. Was passiert da gerade? Ist es eine Geiselnahme? Ein Überfall? Wenig später schleicht ein Mann ums Gitarrengeschäft. Er scheint durch die gläserne Tür zu beobachten, was sich im Inneren des Ladens abspielt. Wer ist der Unbekannte? Hat er etwas mit dem Polizei-Einsatz zu tun?

Lars Englen (Ingo Naujoks) und Finn Kiesewetter
(Sven Martinek) hören einen Schuss in einem
Gitarrenladen. Sie stürmen den Laden mit gezogener Waffe.

Es sind Dreharbeiten für eine neue Folge der ARD-Serie „Morden im Norden“. Obwohl die Serie (läuft seit 2012) in Lübeck spielt, werden die einzelnen Folgen größtenteils in Hamburg und Umgebung gedreht.  „In Lübeck macht das Filmteam etwa zwei bis drei Mal Aufnahmen“, bestätigt die Pressesprecherin der Stadt Lübeck auf Nachfrage der Hamburger Allgemeinen Rundschau.

Dreharbeiten für 9. Staffel

Seit Dienstag, dem 20. Juli 2021, wird die 9. Staffel produziert, wie es in einer Mitteilung der ARD heißt. Entstehen sollen demnach zwölf neue Folgen, die voraussichtlich 2023 im Vorabendprogramm des Ersten gezeigt werden. Das Team der Lübecker Mordkommission stellt sich in der 9. Staffel neu auf: Kommissarin Nina Weiss (Julia E. Lenska) meldet sich nach ihrem Mutterschutz zurück zum Dienst. Dazu wechselt der junge Kommissar Gregor Michalski (Jonas Minthe) aus der Kriminaltechnischen Untersuchungsstelle in die Abteilung der profilierten Ermittler Finn Kiesewetter (Sven Martinek) und Lars Englen (Ingo Naujoks). Auch Staatsanwältin Dr. Hilke Zobel (Proschat Madani) kehrt nach einem kurzen Intermezzo in Kiel in die Hansestadt zurück. Unterstützt werden die Kommissare vom Rechtsmediziner Dr. Henning Strahl (Christoph Tomanek). In den zwölf neuen Krimidramen der 9. Staffel ermitteln die Kommissare u.a. in einem Entführungsfall, in dem nichts ist, wie es scheint. Sie klären den Mord an einem Sozialarbeiter auf, der von Bestechungen im Jugendamt Wind bekommen hat. Und sie finden heraus, wer den Gründer eines Start-up-Unternehmens während einer Videokonferenz vor laufender Kamera erschoss.

Etwa 3,5 Millionen Zuschauer

Sven Martinek spielt den Polizisten
Finn Kiesewetter. Fotos: FoTe Press

Anfang des Jahres verzeichnete „Morden im Norden“ eine neue Bestmarke: Die Episode „Schuld und Sühne“ vom 25. Januar 2021 war mit 3,58 Millionen Zuschauern (12,3 % Marktanteil) die meistgesehene Folge seit dem Start der Serie 2012. Im Schnitt verfolgten 3,32 Millionen Zuschauer die spannenden Krimis der letzten Staffel – mit deutlichen Zugewinnen in der Reichweite.

„Morden im Norden“ ist eine Produktion der ndF: Berlin GmbH. Produzent ist Hans-Hinrich Koch, Producerin ist Anna Neudert. Regie führen Almut Getto, Christoph Eichhorn und Dirk Pientka.

Voraussichtlich ab 10. Januar 2022 sind auf dem angestammten Sendeplatz – montags um 18:50 Uhr im Ersten – die 16 neuen Folgen der bereits abgedrehten 8. Staffel „Morden im Norden“ zu sehen.

Bei den Dreharbeiten vor und in dem Gitarrenladen an der Karolinenstraße in Hamburg erhielten parkende Fahrzeuge extra Filmkennzeichen mit den Buchstaben HL (Hansestadt Lübeck). Auf diese Weise wird dem Zuschauer vorgegaukelt, dass sich der Gitarrenladen tatsächlich in Lübeck befinde.

„Ich finde es nicht gut, wenn die so schummeln und Orte vorgaukeln die es so nicht gibt. Mir würde es besser gefallen wenn es wirklich nur in Lübeck und Umgebung spielen würde. Irgendwie fühle ich mich dadurch veräppelt“, schreibt eine Frau in einer Fangruppe der Serie bei Facebook.

Unser Redakteur Matthias Röhe war übrigens auch bei Dreharbeiten am 9. November im Hamburger Stadtteil Oldenfelde im Umfeld des Filmsets von „Morden im Norden“ dabei. Vor Ort war auch Helmut Monkenbusch, Inhaber von „Monkenbusch – Presse und PR für Film und Fernsehen“ und Ansprechpartner für Journalisten in Bezug auf die Fernsehserie „Morden im Norden“. Nach einem kurzem Begrüßungsgespräch sagte Monkenbusch: „Es scheint ja Ihre große Lebensaufgabe zu sein Ihren Lesern zu erzählen, dass die Serie in Hamburg und nicht in Lübeck gedreht wird.“ Außerdem war er nicht begeistert, dass der Reporter Röhe einfach Fotos vom Filmset macht, ohne sich vorher angemeldet zu haben. Dies hat Röhe übrigens noch vor Ort getan: „Ich habe einen offiziellen Termin angefragt – allerdings winkte Monkenbusch ab.“ Auch eine anschließende, schriftliche Anfrage, in der zudem die Frage formuliert war, wie denn die beiden Nebendarsteller heißen, die an dem Drehtag am Filmset waren, blieb bis heute unbeanwortet. Auch die explizite Nachfrage, warum denn Hamburg und nicht Lübeck der primäre Drehort dieser Polizeiserie ist, blieb unbeantwortet.

Schauspieler Johannes Kühn
schleicht in einer Szene am
Gitarrenladen vorbei und
luschert durch die Tür…

Konrads Kolumne

Nicht nur wegen des Coronavirus: als Fotograf und Journalist ans Filmset von „Morden im Norden“ zu kommen ist und war schwierig. Ein Journalist aus Lübeck (möchte seinen Namen hier nicht lesen) erinnert sich: „Mehrere Male musste ich anfragen, ob ich überhaupt ans Set darf. Während des Drehs durfte ich fotografieren, musste aber hinterher die Fotos vorzeigen. Dann wurde entschieden, welche Bilder ich für eine Veröffentlichung nutzen darf.“ Das Filmteam möchte offenbar zensieren, was und mit welchen Fotos über die Dreharbeiten berichtet wird.

Rechtlich ist die Situation eindeutig: wenn das Filmteam im öffentlichen Raum dreht, muss es immer damit rechnen, dass Fotoreporter oder Journalisten auf die Filmarbeiten aufmerksam werden und darüber berichten. Auch ohne Anmeldung. Offenbar hat Helmut Monkenbusch mit dieser Art ein Problem. Das akzeptiere ich auch. Was ich nicht akzeptiere: wenn das Pressebüro Helmut Monkenbusch von der ARD oder einem Tochterunternehmen wie ARD Degeto, etc. (und damit indirekt durch den Rundfunkbeitrag finanziert) als Ansprechpartner für Vertreter der Presse fungiert und auf eine Presseanfrage nicht reagiert. Unabhängig davon, ob er mit der Art der Berichterstattung einverstanden ist oder nicht! Ja, es mag stören, dass ein Redakteur ständig darauf rum reitet, dass die in Lübeck spielende Serie überwiegend in Hamburg gedreht wird. Was ist denn die Aufgabe eines Journalisten? Antwort: Missstände aufdecken, Gegebenheiten hinterfragen und Kritik üben. Ja, Matthias Röhe übt Kritik an der Serie. Ob in seinen Büchern oder Zeitungsartikeln. Es ist sein Job!

Aber mit Kritik hat es Monkenbusch offenbar nicht so. Auf seiner Homepage beschreibt er: „Wir erstellen individuelle Medienlisten und sprechen ausgesuchte Journalisten gezielt und direkt an. Wir organisieren und betreuen Pressetermine und Interviewtage, briefen Fotografen und wählen Motive aus.“

Wird nur eingeladen, wer positiv über die Serie schreibt?

Ich kann nur hoffen, dass die ARD (Das Erste) sich schnell möglichst von „Monkenbusch – Presse und PR für Film und Fernsehen“ trennt. Es kann nicht sein, dass wir eine Anfrage vom 9. November bis heute nicht beantwortet bekommen, die wir an den Ansprechpartner von „Morden im Norden“ gerichtet haben. Ein Pressebüro, das seinen Job nicht macht, ist unprofessionell.

Konrad


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