Unfall am Jungfernstieg: Hochbahn trauert um Kollegen

Ein erst 18 Jahre alter Fahrer eines hochmotorisierten Mercedes-Coupé hatte die Kontrolle verloren und donnerte in den Eingangsbereich einer Sparkasse – ein Mensch starb. Foto: FoTe Press

(ha/mr). Bei dem Unfall am Jungfernstieg gestern Morgen ist ein Kollege der Hamburger Hochbahn im Dienst verstorben. „Die Hochbahnerinnen und Hochbahner sind erschüttert“, wie Hochbahnsprecher Christoph Kreienbaum mitteilt.

Hochbahn-Personalvorständin und -Arbeitsdirektorin Saskia Heidenberger zu dem tragischen Unglück: „Es ist unfassbar tragisch, wie ein Mensch so plötzlich aus dem Leben und unserer Mitte gerissen wurde. Das macht uns alle fassungslos und bestürzt. Wir trauern um einen Kollegen und sind gleichzeitig mit unseren Gedanken bei seiner Familie.“

Um der tiefen Trauer und der Verbundenheit mit dem verunglückten Kollegen Ausdruck zu geben, werden die Hochbahnerinnen und Hochbahner morgen, 4. Juli 2024, um 11 Uhr eine Schweigeminute einlegen. Dazu werden auch alle Busse und U-Bahnen, die sich zu diesem Zeitpunkt an einer Haltestelle oder in einer Haltebucht befinden, für eine Minute stehen bleiben. Die Fahrgäste werden über Durchsagen informiert.

Gegen 10.15 Uhr ereignete sich gestern Morgen in der Hamburger Innenstadt ein Verkehrsunfall, bei dem mehrere Personen zum Teil schwer verletzt wurden. Ein Unfallbeteiligter ist seinen Verletzungen erlegen.

Nach den derzeitigen Erkenntnissen fuhr der Fahrer eines Mercedes aus Richtung Ballindamm kommend aus noch ungeklärter Ursache geradeaus bis auf den Gehweg des Jungfernstieges/Reesendamm. Im weiteren Verlauf kollidierte der Pkw mit der Außenbestuhlung eines Restaurants und auch einem dort parkenden VW Transporter. Der Mercedes durchschlug mit der Fahrzeugfront die Eingangstüren einer Filiale der Hamburger Sparkasse und kam so zum Stehen.

Durch die Wucht des Aufpralls mit dem parkenden Transporter bewegte sich dieser nach vorn und erfasste einen Fußgänger, der dadurch lebensgefährlich verletzt wurde. Unter Reanimationsmaßnahmen einer hinzugezogenen Rettungswagenbesatzung und eines Notarztes wurde der Mann in ein Krankenhaus transportiert.

In diesem Zusammenhang wurden neben einer weiteren unbeteiligten Person auch der Fahrer und Beifahrer des Mercedes verletzt und ebenfalls zur medizinischen Versorgung in Krankenhäuser transportiert.

Ein Verkehrsunfall-Team der Verkehrsdirektion Innenstadt/West (VD 23) nahm über mehrere Stunden den Unfall auf und führte die ersten Ermittlungen. Hierbei kam auch eine Drohne und ein 3D-Scanner zum Einsatz. Ebenso wurden ein Sachverständiger zur Unfallrekonstruktion hinzugezogen.

Das Kriseninterventionsteam (KIT) des Deutschen Roten Kreuzes übernahm die psychosoziale Akutbetreuung von Augenzeuginnen und Augenzeugen sowie Ersthelfenden.

Der 18-jährige Fahrer des Mercedes-Benz und sein Beifahrer (52) wurden bei dem Unfall leicht verletzt. Auch sie wurden in einem Krankenhaus behandelt. Nach den bisherigen Erkenntnissen wurde auch ein weiterer unbeteiligter Passant bei dem Unfall leicht verletzt. Dieser 29-Jährige befand sich auf dem Gehweg und wurde durch umherfliegende Teile eines Blumenkübels getroffen. Auch er kam in
ein Krankenhaus. Auch eine Augenzeugin wurde mit einem Schock in ein Krankenhaus transportiert.

Der gesamte Bereich wurde weiträumig abgesperrt.

Die Polizei Hamburg führte in der Zeit der Unfallaufnahme Kontrollen an der umliegenden Mönckebergstraße durch. Mehrere Privatwagen fuhren verbotenerweise auf der Straße und wurden angehalten.

Polizisten kontrollieren an der Mönckebergstraße mehrere Privatwagen, die dort eigentlich nichts zu suchen haben. Foto: FoTe Press