Am Filmset von „Nord Nord Mord“: Oliver Wnuk ganz nahbar

Gedrehte Szene: Schauspieler Oliver Wnuk steigt in der Rolle als Hinnerk Feldmann aus einem Auto und geht auf ein Grundstück, in dem mutmaßlich eine Leiche gefunden wurde. Foto: FoTe Press

(mr/ha). Ein unscheinbares reetgedecktes Haus an der Straßenecke Im Ort Niederstraße in der kleinen Ortschaft Holm vor den Toren Hamburgs zieht zahlreiche Schaulustige an. Grund: an zwei aufeinanderfolgenden Tagen wird hier für die Krimiserie „Nord Nord Mord“ gedreht. Bekanntlich ziehen Filmarbeiten regelmäßig Schaulustige an, schließlich erlebt man nicht alle Tage, wie Schauspieler vor der Kamera in echt agieren. Allerdings können die Holmer, die mehrmals mit ihren Hunden ums Haus herum spazieren gehen zunächst nicht viel sehen. Die Filmcrew macht Innenaufnahmen. Dazu haben Mitarbeiter fast alle Fenster im Erdgeschoss des Reetdachhauses mit schwarzen Tüchern abgedeckt.

Das Filmteam von „Nord Nord Mord“ dreht in einem Garten Szene 49.
Dazu kommt Kriminaloberkommissar Hinnerk Feldmann
(Oliver Wnuk, links im Bild)
um die Ecke gelaufen. Fotos: FoTe Press

Draußen im Garten steht umfangreiche Technik: mehrere Roll- und Bollerwagen mit Filmequipment. Auch Staive mit Scheinwerfern sind aufgebaut. „Schade, es ist nichts zu sehen“, sagt ein Hundespaziergänger, der mit seiner kleinen Tochter am Drehort vorbei geht und ergänzt: „Da ist bei uns im Dorf schon mal ein Filmteam und dann können wir nichts sehen. Schade.“

Aber gegen 20.30 Uhr, mit Einbruch der Dämmerung, tut sich was. Im Garten baut das Filmteam von „Nord Nord Mord“ mehrere Stative auf. Ein Stativ ist für eine Filmkamera gedacht, die anderen für Beleuchtung. Mehrere Komparsen in weißen Schutzanzügen mit schwarzer Aufschrift „Polizei“ laufen im Garten herum. Sie scheinen etwas zu suchen – offenbar spielen die Männer die Spurensicherung. Nun ist auch ein bekannter Schauspieler der ZDF-Krimiserie zu sehen: Oliver Wnuk. Der 50-jährige Darsteller verkörpert seit 2010 in der Fernsehserie den Kriminaloberkommissar Hinnerk Feldmann. „Wir machen bitte eine Probe“, sagt ein Crew-Mitglied. Dann wird die zu drehende Szene geprobt. Unterdessen stehen mehrere Schaulustige am Gartenzaun und schauen sich die Proben an.

Oliver Wnuk in einer kurzer Drehpause. Er trägt
eine wärmende, dicke Jacke und zieht erst kurz
vor Drehbeginn aus. Rechts stehen zwei
Komparsen, die als Spurensicherer zu sehen sind.

Dann ruft ein Crew-Mitglied: „Wir machen drehfertig!“ Sofort eilt eine Maskenbildnerin ans Set und pudert Oliver Wnuk noch einmal ab. Eine Mitarbeiterin aus dem Bereich Kostüm geht mit einer Fusselrolle die Jacke ab. Es muss alles perfekt sitzen. „Und Ruhe, bitte. Wir drehen“. In diesem Moment wird die Filmklappe geschlagen und die Szene gedreht. Während mehrere Polizisten in weißen Schutzanzügen im Garten nach etwas suchen, kommt der Kriminaloberkommissar um die Ecke und geht ins Reetdachhaus. „Danke, Aus!“, ruft ein Crew-Mitglied.

Auf einem Monitor ist die gedrehte Szene zu
sehen. Oliver Wnuk fährt als
Kriminaloberkommissar Hinnerk Feldmann mit
seinem Dienstwagen die Straße entlang und
steigt in Höhe des reetgedeckten Hauses aus.
Offenbar wird hier laut Drehbuch eine Leiche
gefunden.

Diese Szene wird mehrere Male gedreht, bis Regisseur Berno Kürten zufrieden ist. Dann heißt es: „Wir sind mit dem ersten Teil des Bildes 49 durch. Wir ziehen auf die Straße!“ Auf der Straße Im Ort parkt ein Fahrzeug der Spurensicherung, der Kofferraum ist geöffnet. Direkt vor dem Reetdachhaus an der Niederstraße wird ein Filmstreifenwagen fernsehgerecht drapiert. Die Straße wird für die Filmarbeiten – behördlich abgestimmt – kurzzeitig abgsperrt. Nun kommen immer mehr Schaulustige ans Filmset. Fernsehkameras, Blaulicht und viele Komparsen in Polizeiuniform locken nunmal Menschen an. Das Filmteam nimmt es gelassen. Dann wird auch schon geprobt, danach gedreht. Die Szene selbst ist völlig belanglos und langweilig: Oliver Wnuk fährt als Kriminaloberkommissar Hinnerk Feldmann mit
seinem Dienstwagen die Straße entlang und steigt in Höhe des reetgedeckten Hauses aus.

Rechts zu sehen: Oliver Wnuk.

Diese Szene wird zwei Male geprobt, danach vier Mal gedreht. „Danke, Aus! Wir gehen näher ran“, sagt ein Crew-Mitglied mit lauter Stimme. Das heißt, dass die Crew-Mitglieder die gleiche Szene nochmals drehen, dabei aber näher an dem Schauspieler sind und eine Nahaufnahme produzieren. Generell wird diese Szene aus verschiedenen Perspektiven und Richtungen gedreht. Während einer technischen Umbaupause kommt Schauspieler Oliver Wnuk tatsächlich zu den Schaulustigen und macht ein Selfie nach dem anderen. Oliver Wnuk ganz nahbar – Klasse! Wnuk nimmt sich auch Zeit für kurze Gespräche.

Die Serie spielt zwar auf der Nordseeinsel Sylt, wird aber zu großen Teilen in und um Hamburg herum gedrfeht. Auf Kostengründen, wie es auch offiziell kommuniziert wird. Zwei neue Folgen mit den Arbeitstiteln „Sievers und die Lebensretter“ und „Sievers und die rote Karte“ entstehen aktuell. Worum geht es? In einer Drehstartmeldung heißt es: In „Sievers und die Lebensretter“ wird die Leiche einer beliebten Lehrerin am Weststrand aufgefunden. Ein ungewöhnlicher Fall für Kriminalhauptkommissar Carl Sievers (Peter Heinrich Brix) und seine Kollegen Hinnerk Feldmann (Oliver Wnuk) und Ina Behrendsen (Julia Brendler), haben sie es doch mit einer mysteriösen Gravur im Ehering zu tun. Und parallel wirbelt Besuch aus Spanien Sand ins Sylter Getriebe: Mercedes de Silva (Laia Alvarez), Polizistin aus Málaga, stellt für Interpol eine internationale Einheit zusammen – wen aus dem Team hat sie wohl im Auge?

Zahlreiche Produktionsfahrzeuge stehen auf einem Privatparkplatz, etwa
500 Meter vom eigentlichen Drehort entfernt. Hier sind Fahrzeuge für
Maske, Kostüm, Aufenthalt und unter anderem Catering zu finden.

„In Sievers und die rote Karte“ steht Carl Sievers selbst an der Seitenlinie des örtlichen Fußballplatzes, als der Torwart während eines Elfmeters zusammenbricht. Zunächst wirkt alles wie ein medizinischer Zwischenfall, doch schnell zeigt sich: Der Tod war herbeigeführt. Der Tote lebte zwischen zwei Männern: seinem Ehemann Thor Knudsen (Max von Thun), erfolgreicher Unternehmer und auf der Insel schwer zu übersehen, und seinem jüngeren Liebhaber Bo von Schlander (Nico Stank), Hundesitter mit großem Auftritt.

Oliver Wnuk (Mitte) genießt das Bad der Menge.
Zahlreiche Holmer schauen sich die Filmarbeiten
in ihrem Dorf an, machen Selfies mit
dem Darsteller.

Neben Stephan A. Tölle, Victoria Trauttmansdorff und Anne Weber spielen in weiteren Rollen Ulrike C. Tscharre, Michael Kessler, Luna Baptiste, Connor Krause, Julius Henri Busch, Thomas Kügel und andere. Berno Kürten führt Regie und schrieb die Drehbücher. Es produziert Network Movie Film- und Fernsehproduktion, Jutta Lieck-Klenke und Dietrich Kluge, Hamburg. Die Redaktion im ZDF hat Peter Jännert.


Das neue Logo der Hamburger Allgemeine Rundschau mit dem Claim „Hummel Hummel. Infos Infos“.