Nach den Sommerferien: so geht es weiter in Hamburgs Schulen

Die Heinrich-Hertz-Schule in Winterhude. Symbolfoto: FoTe-Press

(ha). Nach den Sommerferien (bis 5. August) bieten alle Hamburger Schulen wieder umfassende Unterrichts- und Ganztagsangebote. „Auf der Grundlage der klaren BeschlĂŒsse der MinisterprĂ€sidenten mit der Kanzlerin und der Kultusministerkonferenz sowie in Abstimmung mit den anderen BundeslĂ€ndern werden auch in Hamburg die Schulen nach den Sommerferien wieder öffnen. Dabei bleiben wir vorsichtig: Auch weiterhin mĂŒssen alle Beteiligten besondere Hygieneregeln einhalten“, sagt Schulsenator Ties Rabe.

Angebote bleiben im Kern erhalten

Die bisherigen Abstandsgebote bleiben im Kern bestehen, werden jedoch fĂŒr SchĂŒler derselben Klassenstufe in bestimmten Situationen aufgehoben. Dadurch können sie wieder in ihrer frĂŒheren Klassengemeinschaft lernen. Die Schulen sollen den Schulbetrieb so organisieren, dass die Kontakte zwischen SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern reduziert und auf die eigene Klassenstufe beschrĂ€nkt bleiben.

SchĂŒler verschiedener Klassenstufen mĂŒssen weiterhin den Mindestabstand einhalten. Das gilt auch fĂŒr alle Erwachsenen wie zum Beispiel die LehrkrĂ€fte. Eltern und schulfremde Personen mĂŒssen beim Betreten der Schule zusĂ€tzlich Masken tragen. Lehrerkonferenzen, Elternabende und Einschulungsfeiern sind zulĂ€ssig, solange der Mindestabstand und auf Seiten der Eltern die Maskenpflicht eingehalten wird.

1,5 Meter Abstand und Masken

Durch das eingeschrĂ€nkte Abstandsgebot fĂŒr SchĂŒler derselben Klassenstufe sind wieder umfassende Unterrichts-, Ganztagsangebote im Klassenverband möglich, mit EinschrĂ€nkungen sogar in Sport und Schwimmen sowie Musik und Theater. Weil hier die Infektionsgefahr höher ist, gelten allerdings besondere Vorsichtsmaßnahmen. So bleiben Sportarten mit Körperkontakt untersagt, das Singen ist auch in der Klassengemeinschaft nur unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen erlaubt. JahrgangsĂŒbergreifende Chöre oder Orchester sind nur möglich, wenn alle SchĂŒlerinnen und SchĂŒler großzĂŒgige AbstĂ€nde einhalten.

Der Unterricht in der normalen, fest zusammengesetzten Schulklasse ist das Kernelement des kĂŒnftigen Schulbetriebs. ErgĂ€nzend dĂŒrfen SchĂŒlerinnen und SchĂŒler auch in weiteren, anders zusammengesetzten Lerngruppen lernen, beispielsweise in unterschiedlichen Oberstufenkursen. Voraussetzung ist, dass in diesen Lerngruppen ausschließlich SchĂŒlerinnen und SchĂŒler desselben Jahrgangs lernen.

SchĂŒler sowie schulisches Personal mit besonderen gesundheitlichen Risiken mĂŒssen nicht am PrĂ€senzunterricht teilnehmen, wenn ein entsprechendes Ă€rztliches Attest vorliegt. Kranke SchĂŒlerinnen und SchĂŒler sowie UrlaubsrĂŒckkehrer aus Risikogebieten, die keinen negativen Test vorweisen können und noch nicht in QuarantĂ€ne waren, werden umgehend nach Hause geschickt und dĂŒrfen die Schule vorerst nicht betreten.

LehrkrĂ€ften sowie allen weiteren SchulbeschĂ€ftigten wird die Schulbehörde transparente Visiere sowie FFP-2-Masken als Gesundheitsschutz kostenlos zur VerfĂŒgung stellen. DarĂŒber hinaus bietet die Schulbehörde ihnen an, dass sie sich bis zu den Herbstferien auch ohne Symptome und bei Bedarf sogar mehrfach bei ihrem Hausarzt auf Corona testen lassen können. Die Tests sind fĂŒr SchulbeschĂ€ftigte kostenlos und ohne organisatorischen Aufwand möglich. Grundlage ist eine entsprechende Vereinbarung zwischen der Schulbehörde und der kassenĂ€rztlichen Vereinigung.

SchĂŒler, die aus unterschiedlichen GrĂŒnden zu Hause bleiben mĂŒssen, bekommen dort ein vollwertiges Lernangebot in allen SchulfĂ€chern. Um den Fernunterricht zu verbessern, hat die Schulbehörde in den Sommerferien knapp 39.000 zusĂ€tzliche Laptops und Tablets bestellt, die zurzeit an die Schulen ausgeliefert werden. Zusammen mit den bereits vorhandenen 11.000 GerĂ€ten stehen damit rund einem Viertel aller SchĂŒlerinnen und SchĂŒler mobile Computer zur VerfĂŒgung, die die Schule fĂŒr den hĂ€uslichen Gebrauch ausleihen kann. Das ist bundesweit die beste Digital-Ausstattung.

Wenn SchĂŒler im Fernunterricht zu Hause trotz dieser UnterstĂŒtzung keine digitalen GerĂ€te einsetzen können, sollen sie mit ihren LehrkrĂ€ften regelmĂ€ĂŸig wöchentlich Arbeitsbögen, Arbeitshefte, BĂŒcher und handschriftliche Arbeiten austauschen. ZusĂ€tzlich zu den ĂŒblichen Kommunikationswegen muss die Schule im Fernunterricht kĂŒnftig auch wöchentliche, regelmĂ€ĂŸige TelefongesprĂ€che mit den SchĂŒlern organisieren, um den Lernerfolg zu sichern.

Nach wie vor mĂŒssen an allen Schulen Hygieneregeln wie zum Beispiel die Husten- und Niesetikette, das regelmĂ€ĂŸige HĂ€ndewaschen und besondere Sauberkeitsregeln eingehalten werden. ErgĂ€nzend zu den ĂŒblichen Reinigungsintervallen wird kĂŒnftig jeder Schule eine stĂ€ndig verfĂŒgbare Reinigungskraft fĂŒr Adhoc-Maßnahmen zugewiesen.

Zu Beginn des Schuljahres wird der Lernstand aller SchĂŒlerinnen und SchĂŒler der Klassenstufen 3, 4, 5 und 7 in den KernfĂ€chern getestet. Auf der Grundlage der Testergebnisse entwickeln alle Schulen Förderkonzepte, um LernrĂŒckstĂ€nde aufzuholen. Die Förderangebote können auch Lernangebote in den Herbstferien umfassen.

Klassenreisen sind bis zu den Herbstferien untersagt

DarĂŒber hinaus sollen die Schulen bis zu den Herbstferien ausnahmslos in jeder Woche den vollstĂ€ndigen Unterricht nach Stundentafel erteilen. Projektwochen, AusflĂŒge, Theater- und Musikprojekte sowie weitere SchulaktivitĂ€ten sind in dieser Zeit nur zulĂ€ssig, wenn sie nicht zu Lasten der regulĂ€ren Unterrichtsstunden gehen. Klassenreisen sind bis zu den Herbstferien untersagt.

Schulsenator Ties Rabe: „Es ist trotz der in Hamburg erfreulichen Entwicklung der Pandemie nicht auszuschließen, dass bei einer dramatischen VerĂ€nderung der Lage der PrĂ€senzunterricht wieder eingeschrĂ€nkt werden muss. Deshalb muss jetzt die wertvolle Schulzeit optimal fĂŒr den PrĂ€senzunterricht im Sinne des Lernerfolges der Kinder und Jugendlichen genutzt werden.“


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