Trauer in Hamburg: Kult-Schauspieler Jan Fedder gestorben

Schauspieler Jan Fedder verstarb am 30. Dezember 2019 in seiner Wohnung (rechts im Bild) im Stadtteil St. Pauli. Vor der T√ľr des Wohnhauses wurden mehrere Kerzen aufgestellt. Foto: FoTe Press

(mr). Eigentlich sind die Hamburger gerade in Feierlaune ‚Äď schlie√ülich steht die Jahreswende 2019/2020 unmittelbar bevor. Doch leider tickerte vor ein paar Stunden eine traurige Nachricht in die Redaktionsr√§ume der Hamburger Allgemeinen Rundschau: Schauspieler und Urgestein der Polizeiserie ‚ÄěGro√üstadtrevier‚ÄĚ, Jan Fedder, ist gestorben. Der beliebteste Schauspieler des Nordens (ermittelt im Jahr 2008 durch den NDR) starb im Alter von 64 Jahren in seiner Hamburger Wohnung im Stadtteil St. Pauli. Neben seiner Wohnung nahe der Stresemannstra√üe wohnte der mit Ehefrau Marion (seit 2000 verheiratet) noch auf einem Bauernhof in der N√§he von Itzehoe in Schleswig-Holstein. Am 14. Januar 2020 w√§re der Schauspieler 65 Jahre alt geworden.

Um 18.57 Uhr tot in seiner Wohnung

Wie die Hamburger Polizei gegen√ľber der Deutschen Presseagentur (DPA) best√§tigt: „Um 18.47 der Hamburger Ehrenkommissar Jan Fedder tot in seiner Wohnung gefunden worden‚Äú. Einzelheiten zum Tode des Ehrenkommissars der Hamburger und Schleswig-Holsteiner Polizei sind nicht bekannt. NDR Intendant Lutz Marmor sagt zum Tod von Jan Fedder: “ Ich bin traurig. Jan Fedder war ein Norddeutscher durch und durch: ehrlich, echt, direkt, manchmal raubeinig, aber im Kern herzlich. Ein echter Volksschauspieler. Er verk√∂rperte verschmitzte Typen genauso √ľberzeugend wie melancholische und wortkarge Menschen.“

Hamburg verliert einen seiner gr√∂√üten Schauspieler. Jan Fedder war jahrelang in der TV-Serie „Gro√üstadtrevier“ in der Rolle des Dirk Matthies zu sehen. Au√üerdem spielte er mit Peter Heinrich Brix in der Serie „Neues aus B√ľttenwarder“ die Hauprolle. Seine erste gr√∂√üere Rolle hatte Fedder 1981 in dem Film „Das Boot“. 1987 wirkte er in der Serie „Der Landarzt“ mit.

Fedder spielte auch in Verfilmungen nach Stoffen von Siegfried Lenz ‚Äď unter anderem „Der Mann im Strom“. Im Kino war er 2009 in Fatih Akins Kom√∂die Soul Kitchen zu sehen.

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Der 64-j√§hrige Hamburger war seit einigen Jahren schwer krank. 2012 wurde bei ihm eine Vorstufe eines Mundh√∂hlenkarzinoms festgestellt. Ihm musste ein Drittel der Zunge entfernt werden. Zus√§tzlich litt Fedder in den darauffolgenden Jahren unter mehreren Knochenbr√ľchen und Entz√ľndungen im K√∂rper. Zuletzt konnte er kaum gehen, musste im Rollstuhl zum Set gefahren werden. Bei Dreharbeiten konnte er kaum √ľber l√§ngere Zeit stehen. Bei einem Fototermin anl√§sslich der neuen Kulisse des 14. Kommissariats musste sich der Schauspieler auf einer Motorhaube eines Polizeifahrzeugs abst√ľtzen. Dennoch gab der Charakter-Schauspieler nicht auf und spielte in den vergangenen Jahren immer wieder in Serien und Filmen mit. Unter anderem in mehreren Folgen von „Der Hafenpastor“ und „Zwei f√ľr alle F√§lle“.

Ralf Martin Meyer
(Polizeipräsident von
Hamburg) und
Jan Fedder.

„Der NDR hat Jan Fedder viel zu verdanken, die Zuschauerinnen und Zuschauer haben ihn geliebt. Der Tod dieses einzigartigen Schauspielers hinterl√§sst eine gro√üe L√ľcke. Mein Mitgef√ľhl gilt vor allem seiner Frau“, sagt Lutz Marmor.

Am Abend (30. Dezember 2019) wurden vor dem Wohnhaus des Schauspielers Kerzen aufgestellt. Ermittler der Polizei waren bis etwa 21.30 Uhr in seiner Wohnung. Eine Nachbarin gegen√ľber der Hamburger Allgemeinen Rundschau: „Es ist so traurig. Noch vor ein paar Wochen habe ich mit Jan Fedder gesprochen.“

Schauspielkollegen trauern um Jan Fedder

Thomas Heinze schreibt auf seinem Facebook-Account: “ R.I.P. mein Freund!!! Es war mir immer eine Freude und Ehre dir zu begegnen, beruflich als auch menschlich!!!“¬†

Schauspieler Frank Schr√∂der (Postbote Berti aus der „Schwarzwaldklinik“) schreibt auf Facebook: „Mein lieber Jan Fedder, unvergessen unser erster Drehtag im Gro√üstadtrevier unter der Regie von J√ľrgen Roland. Es war 5:30 Uhr morgens, es war kalt und Du hast mich auf einen Lumumba eingeladen. Diesen Drehtag haben wir beide nicht vergessen. Es folgten noch viele Drehtage und Folgen. Dann haben wir uns aus den Augen verloren. Doch bis heute hast Du einen Platz in meinem Herzen. Ich bin traurig und trauere um einen tollen Kollegen, Freund und Schauspieler. Mach’s gut.“

Auch der in Hamburg lebende Schauspieler Tetje Mierendorf √§u√üerte sich zum Tode von Jan Fedder: „Gute Reise, lieber Jan Fedder! Es war eine Ehre!“ Mit diesen Worten nimmt Mierendorf auf Twitter Abschied.

Mit den Worten: „In Gedenken an den Jungen von St. Pauli …Ich trage Dich im Herzen, Jan!
F√ľr immer…“ verabschiedet sich Maria Ketikidou von ihrem Schauspiel-Kollege.

Natascha Ochsenknecht postet ein Foto mit dem Schauspieler und schrieb dazu: „Menschen die Kult sind sterben nicht, die Leben oben weiter. Gute Reise mien Jung.“

Martin Semmelrogge, der zusammen in der 300. Folge vom „Gro√üstadtrevier“ in Bad Segeberg mit Jan Fedder und seinem Team vor der Kamera stand, schreibt: „Lieber Jan, halt mir oben an der Bar ein Pl√§tzchen frei, dann trinken wir irgendwann wieder ein Pils zusammen bleifrei… „

Comedy-Autor Micky Beisenherz schrieb: „64. Ein bisschen fr√ľh f√ľr eine Versetzung in ein anderes Revier.‚Ĩ‚Ä™ Traurig. Danke f√ľr die gute Zeit, Jan Fedder“.

Auch sein langj√§hriger Kollege Till Demtr√łder verabschiedet sich: „Tsch√ľss lieber Jan, mit Dir ist ein gro√üartiger Schauspieler gegangen. Viel zu fr√ľh! Wir alle werden Dich sehr vermissen.“

Wanda Perdelwitz ver√∂ffentlicht ein gemeinsames Foto mit ihrem Kollegen Jan Fedder bei Instagram und schreibt dazu: „Nein. Ich will es nicht glauben.“ Seit 2012 wirkt sie mit Fedder im „Gro√üstadtrevier“ mit.

Polizei verabschiedet sich von ihrem Ehrenkommissar

Trauer auch bei der Hamburger Polizei. Das Team der √Ėffentlichkeitsarbeit postete bei Facebook: „Eine traurige Nachricht zum Jahresende: Unser Ehrenkommissar Jan Fedder ist heute verstorben. Wir sind tief betroffen. Unsere Gedanken sind nun bei seinen Angeh√∂rigen, Freunden und Kollegen, denen wir unser Beileid aussprechen.“