Winternotprogramm startet am 1. November in Hamburg

In diesem Gebäude in der Friesenstraße im Stadtteil Hammerbrook befindet sich das Winternotprogramm 2017/18. Neben dem bekannten Standort Schaarsteinweg 14 mit 360 Plätzen ist der Standort Friesenstraße 22 mit 400 Plätzen hinzugekommen. Foto: FoTe-Press

(ha). Am 1. November 2018 startet das Winternotprogramm. Es bietet bis Ende März 2019 insgesamt 760 zusätzliche Übernachtungsplätze sowie umfangreiche Beratungsangebote, um die bestehende Obdachlosigkeit zu überwinden. Im vergangenen Winter fanden 331 Menschen den Weg ins soziale Hilfesystem und leben nun nicht mehr auf der Straße. Das Winternotprogramm wird überwiegend von fördern und wohnen AöR im Auftrag der Stadt betrieben. 400 Schlafplätze befinden sich in der Friesenstraße 22 in Hammebrook. Diese Einrichtung eignet sich auch für Menschen mit körperlichen Behinderungen, zum Beispiel Personen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Etwa 250 Schlafplätze stehen in Container-Modulhäusern in der Kollaustraße 15 zur Verfügung. Weitere etwa 100 Schlafplätze werden dort als Reserve vorgehalten. Etwa 110 Schlafplätze sind zusätzlich bei Kirchengemeinden, bei der Hochschule für angewandte Wissenschaften und bei der Evangelischen Hochschule für Sozialpädagogik beim Rauhen Haus verteilt. Die Vergabe dieser Plätze findet durch das Diakonische Werk am 30. Oktober statt.
Teil des Winternotprogramms ist außerdem die nächtliche Wärmestube in der Hinrichsenstraße 4 mit 100 Plätzen. Sie steht an den Wochenenden und Feiertagen zudem als zusätzliches Tagesaufenthaltsangebot zur Verfügung. Die ganzjährige Notübernachtungsstätte Pik As ist auch im Winter geöffnet. Die dortige Belegung erfolgt in den Wintermonaten grundsätzlich über die Standorte des Winternotprogramms.
Im diesjährigen Winternotprogramm werden erneut zahlreiche Anregungen der Nachbarschaften berücksichtigt. Es wird erneut eine erweiterte Öffnungszeit in den Morgenstunden (bis 9.30 Uhr) geben. Darüber hinaus wird ein Bus-Shuttle zum Standort Kollaustraße eingerichtet. Ein Bus wird vom Standort Friesenstraße in den Abendstunden einmalig in die Kollaustraße fahren und in den Morgenstunden eine Rückfahrt in die Innenstadt anbieten. Verschließbare Schränke haben sich bereits im vergangenen Winter bewährt. Sie werden erneut überall angeboten.
„Wir helfen bei der Überwindung von Obdachlosigkeit“, erklärt Sozialsenatorin Melanie Leonhard. „Die Sozialberatung in den Unterkünften wurde erstmalig schon 2016 verstärkt. Dadurch können wir immer mehr Menschen erreichen und dabei helfen, das Leben auf der Straße hinter sich zu lassen. Ich danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit hohem Engagement diese wichtige Arbeit leisten.“

In den vergangenen Jahren entwickelten sich die Vermittlungszahlen wie folgt:
135 Personen im Winter 2015/2016,
278 Personen im Winter 2016/2017,
331 Personen im Winter 2017/2018.
Alle Nutzer des Winternotprogramms erhalten eine Perspektivberatung, unabhängig von Nationalität, Geschlecht oder Alter. Personen mit Ansprüchen auf Sozialleistungen können öffentlich-rechtlich untergebracht werden.

Personen aus anderen Ländern, deren Notlage insbesondere aufgrund des fehlenden Zugangs zum sozialen Hilfesystem nicht in Hamburg aufgelöst werden kann, erhalten in der Beratung konkrete Hilfestellungen zur Rückkehr in ihre Herkunftsländer und ggf. dort bestehenden Wohnraum.

Im vergangenen Winter haben bei fördern & wohnen 2.610 Beratungsgespräche stattgefunden. Das sind etwa 17 Prozent mehr Gespräche als im Jahr davor. Insgesamt wurden 1.193 unterschiedliche Personen erreicht. Hinzu kommen Beratungen bei weiteren Stellen, mit denen das Winternotprogramm eng kooperiert, etwa die Anlaufstelle für wohnungslose EU-Bürger / plata.

„Nicht selten lassen sich Obdachlose erst auf Beratungsgespräche ein, nachdem sie ein paar Tage oder Wochen das Übernachtungsangebot nutzen und Vertrauen fassen. Hierbei spielen freiwillig Engagierte mitunter eine große Rolle. Ich freue mich deshalb sehr, dass die Freiwilligen vom Förderverein Winternotprogramm auch in diesem Jahr wieder mithelfen und sich sogar zahlreiche neue engagierte Bürgerinnen und Bürger hierfür gemeldet haben. Mit Stullen, Suppe und heißen Getränken – aber auch mit einem Ohr für die Sorgen der Menschen – geben sie dem Winternotprogramm in Hamburg eine besonders menschliche Note“, würdigt Senatorin Leonhard.

Hintergrundinformationen

Das Winternotprogramm ist ein staatliches Angebot zur Gefahrenabwehr bei kalten Tagen mit frostigen Nächten. Es richtet sich ausschließlich an obdachlose Menschen in Hamburg, die kostenlos und auf Wunsch anonym eine Übernachtung suchen und über keine sonstigen Möglichkeiten zur Selbsthilfe verfügen. Informationen zum Winternotprogramm und den Standorten sind erneut in einem Flyer enthalten, der sowohl in Papierform verteilt wird als auch online zur Verfügung steht. Alle Informationen können zentral unter www.hamburg.de/obdachlosigkeit abgerufen werden.


„Drei Engel für Charlie“: spielen Sicherheitsleute „wilde Sau“?

Dreharbeiten in Hamburg für den Kinofilm „Drei Engel für Charlie“. Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes maßen sich zum Teil hoheitliche Befugnisse an und verhindern zum Teil mit Schubsen von Personen, dass sie keine Fotos oder Videos von den Dreharbeiten machen. Foto: FoTe-Press

(mr). Dreharbeiten in Hamburg: aktuell wird in der Hansestadt die dritte Fortsetzung des Kinofilms „Drei Engel für Charlie“ produziert. Teilweise an zwei Sets zeitgleich dreht das Filmteam Szenen für den Kinofilm. Hamburger und viele Touristen gehen durch die Speicherstadt oder an der Außenalster entlang und stoßen auf das Filmteam. Immerhin stehen unter anderem Kristen Stewart, Elizabeth Banks, Naomi Scott, Ella Balinska, Patrick Stewart, Djimon Hounsou, Jonathan Tucker und Luis Gerardo Méndez vor der Kamera. Wo gedreht wird, kommen auch immer Schaulustige. Meist zücken sie ihr Handy und machen Erinnerungsfotos von den Dreharbeiten. Aber plötzlich kommen Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma angerannt. „Bitte keine Fotos“. Manche stellen sich dreist vor die Passanten, halten teilweise ihre Hand vor die Smartphones. Wer sich nicht daran hält, sein Handy herunter zu nehmen, wird teilweise auch schon mal beiseite geschubst. Professionelle Fotografen mit langen Objektiven werden sogar absichtlich schikaniert, in dem sie verfolgt werden. „Ein junger Mann hat mich auf Schritt und Tritt belästigt und sich immer vor mich gestellt“, sagt ein Fotograf, der als freier Mitarbeiter für eine Fotoagentur arbeitet. Er war schon kurz davor die Polizei zu rufen. „Wenn ich hinter der Absperrung stehe ist es normaler öffentlicher Raum, von dem aus ich fotografieren kann“, echauffiert sich der Fotograf und ergänzt: „Die Sicherheitsleute spielen sich auf, als als hätten sie hoheitliche Aufgaben, nur weil auf ihrem Pullover `Sicherheit`steht“.

Einen ähnlichen Fall vom Amtsanmaßung gab es auch in Hannover. Wie die Kollegen der Hannoverschen Allgemeinen berichten, hatte eine Mitarbeiterin eines Sicherheitsdienstes im Hauptbahnhof Hannover einem Passanten das Filmen mit dem Handy verboten, ihm es sogar aus der Hand geschlagen. Ein Amtsrichter verurteilte sie per Strafbefehl zur Zahlung von 600 Euro. Auch bei den Dreharbeiten in Hamburg kann von Nötigung gesprochen werden, wenn es das Sicherheitspersonal übertreibt, Fotos oder Videos zu verhindern.

Filmcrew blockiert unerlaubte Parkplätze

Das nächste Vergehen ist ebenfalls als Nötigung sehen. Was war passiert? Die Filmcrew hatte eine Genehmigung, am 13. Oktober 2018 in einer gewissen Zeit in der Straße Neuer Jungfernstieg Dreharbeiten durchzuführen. Dazu beantragte sie bei der Behörde eine Drehgenehmigung. Teile der Straße wurden mit Parkverbotsschildern (Zeichen 283 StVO) versehen, die eindeutig einen ganz klar definierten Bereich zum absoluten Parkverbot erklären. Auch in der Fehlandtstraße durfte das Filmteam mit seinen Produktionsfahrzeugen stehen. Mindestens 30 Parkplätze standen für die Allgemeinheit nicht zur Verfügung. Als wäre das nicht für die zahlreichen Hamburger und Touristen (an einem Sonnabend!) schon einschränkend genug, haben sich Sicherheitsmitarbeiter erdreist, noch unerlaubt zusätzliche Parkplätze zu blockieren. Eine Mitarbeiterin (Foto links) stellte sich kurzerhand mit zwei Hütchen in eine Parklücke. Mindestens zwei Fahrzeugführer wollten dort einparken, diskutierten auch mit den Mitarbeitern – vergeblich.

Die rechtliche Frage dazu: dürfen sich Mitarbeiter einer Filmproduktion einfach eigenmächtig ihren vorher definierten und von der Behörde zugeteilten Bereich erweitern und einfach weitere Teile absperren und gar Parkplätze blockieren? „Natürlich nicht“, stellt Sorina Weiland, Sprecherin des Bezirksamtes Hamburg-Mitte klar. Aber: „Das ist Sache der Polizei als Straßenverkehrsbehörde, die für das Absperren von Parkplätzen eine Straßenverkehrsbehördliche Anordnung erlässt.“

Also ein eindeutiges Nein. In der Straßenverkehrsordnung (StVO) heißt es im Paragraf 12 Absatz 5:  „An einer Parklücke hat Vorrang, wer sie zuerst unmittelbar erreicht; der Vorrang bleibt erhalten, wenn der Berechtigte an der Parklücke vorbeifährt, um rückwärts einzuparken oder wenn sonst zusätzliche Fahrbewegungen ausgeführt werden, um in die Parklücke einzufahren. 2 Satz 1 gilt entsprechend, wenn an einer frei werdenden Parklücke gewartet wird.“

Sprich: weshalb auch immer der Parkplatz von der Filmcrew blockiert wurde, hätte ein jeder Autofahrer diesen Parkplatz nutzen dürfen. Für diesen bestimmten Bereich galt keine Einschränkung durch entsprechende Beschilderung, somit sind Personen oder Sperrhüte rechtlich nicht bindend.

Haben sich Passanten oder Autofahrer über die Dreharbeiten der Hollywood-Produktion bei der Behörde beschwert? „Es gibt eine Beschwerde über die Dreharbeiten zu `3 Engel für Charlie` im Bereich Altländer Straße/Oberhafenbrücke. Eine Radfahrerin kam nicht durch und musste 15 Minuten warten“, teilt Sorina Weiland als Sprecherin des Bezirksamtes Hamburg-Mitte auf Anfrage mit.

Kommentar: Liebe Filmcrew: wir danken euch, dass ihr Hamburg als Filmkulisse nutzt. Wenn Hamburg in einem Kinofilm zu sehen ist, ist es Werbung. Werbung für Hamburg. Es kommen dadurch Touristen in die Stadt, die wiederum in unseren Hotels übernachten und Geld in die Stadt spülen. Auch eine Produktionsfirma für Film- und Fernsehen spült Geld in die Stadt. Die Crew und die Schauspieler übernachten schließlich in den Hotels. Drehgenehmigungen bringen auch der Behörde Geld ein. Aber dennoch müssen auch Sie sich an geltendes Recht halten. Wenn Sie für einen bestimmten Bereich ganze Straßenzüge absperren, so halten Sie sich auch bitte an diesen Bereich und handeln nicht eigenmächtig und vergrößern mal eben diesen Bereich so, wie es Ihnen gerade passt. Dafür hat nämlich ein normaler Bürger kein Verständnis. Wenn schon Parkplätze eingeschränkt werden, so ist es schon ärgerlich genug.

Was das Fotografieren betrifft, liebe Filmcrew: so müssen Sie es hinnehmen, dass Passanten hinter der Absperrung Fotos und Videos machen. Wenn Hollywoodgrößen in Hamburg vor der Kamera stehen, zieht es nun mal auch immer Schaulustige an. Wenn Sie es verhindern wollen, dass Fotos gemacht werden, müssen Sie den absperrten Bereich (durch eine Behörde!) entweder vergrößern oder Sie müssen LKW oder Sichtschutzwände aufstellen. Hat ein Passant von einem öffentlichen Grund und Boden aus Einsicht auf die Dreharbeiten, kann er Fotos und Videos machen. Fotografen (auch Berufsfotografen) zu nötigen, in dem sich Mitarbeiter der Sicherheitsfirmia permanent vor das Objektiv stellen, ist eine Straftat! Schubsen oder auch nur mit einer Hand eine Person wegzudrängen geht gar nicht. Auch dies stellt einen Straftatbestand dar – und bringt ein ganz schlechtes Bild auf die Sicherheitsbranche. Wollte die Sicherheitsbranche nicht mal daran arbeiten, ihr Image zu verbessern? Sie haben jetzt die Chance dazu.

Haben auch Sie ähnliche Probleme mit Mitarbeitern aus der Sicherheitsbranche erlebt? Stellen Sie unbedingt einen Strafantrag bei der Polizei. Werden Sie vor Ort bedroht oder genötigt, dann rufen Sie sofort die Polizei über 110.


Sterne-Köche und Prominente kochen zugunsten der Hamburger Tafel

(ha). Schlemmen, Sterne-Köche und TV-Stars treffen – und dabei Gutes tun. Vom 2. bis 27. Oktober können die Besucher des Einkaufszentrums am Hamburger Fernsehköche wie Stefan Marquard, Nils Egtermeyer und André Stolle erleben und deren außergewöhnliche Gerichte genießen. Je ein Euro pro Portion fließt an die Hamburger Tafel e.V.
Gemeinsam werden die bekannten Spitzenköche die Speisekarten der Gastronomen mit besonderen Raffinessen und Verfeinerungen bereichern. Kunden der Europa Passage können ihnen dabei im Oktober abwechselnd über die Schulter und in die Töpfe gucken. Der sympathische Sternekoch André Stolle beginnt am 2. Oktober, es folgt am 4. Oktober Fernseh- und Starkoch Nils Egtermeyer.  Am. 5. Oktober bruzzelt Sat.1-Gastronomietester Harry Schulz bei „Camachos“. Und so geht es spannend immer weiter. Sternekoch Stefan Marquard ist am 18. Oktober live in der „EssBar“ zu erleben. Täglich werden sich im Oktober in der Europa Passage während der üblichen Öffnungszeiten die Koch- und Fernsehstars an einer von Howden Küchen gesponserten Profi-Küche abwechseln. Unterstützt werden sie von Prominenten wie Tetje Mierendorf, Yasmina Filali, Sarah Knappik, Paul Janke, den Spielern der Hamburg Towers und vielen weiteren bekannten Fernsehpersönlichkeiten.

Hier eine Übersicht der einzelnen Live-Cooking-Termine in der Europa Passage, die ebenfalls noch folgen:

18.10. – Stefan Marquard

19.10. – Jolina Fust

20.10. – Sarah Knappik

24.10. – Pricilla Klein

25.10. – Silva Gonzalez und Stefanie Schanzleh – Hot Banditoz

26.10. – Carsten Spengemann

Los geht es stets jeweils um 12:00 Uhr. Moderiert werden die Koch-Events von Hamburgs Radio-Liebling Maren Bockholdt.


Betrüger im Stadtgebiet unterwegs

Ein Streifenwagen der Polizei im Einsatz. Symbolfoto: Röhe

(ha). Die Polizei Hamburg warnt erneut vor Betrügern im Hamburger Stadtgebiet, die sich telefonisch als Polizeibeamte und/oder Staatsanwälte ausgeben und insbesondere ältere Menschen dazu bewegen, hohe Bargeldsummen auszuhändigen, zu hinterlegen oder zu überweisen. In einem aktuellen Fall wurde ein 76-jähriger Mann über mehrere Tage von einem angeblichen Polizeibeamten und einem angeblichen Staatsanwalt telefonisch kontaktiert. Die Betrüger erkundigten sich nach den finanziellen Verhältnissen des Mannes, woraufhin dieser angab, einen größeren Bargeldbetrag in einem Bankschließfach aufzubewahren. Diese Information nutzten die Täter, um dem Mann vorzutäuschen, es gebe aktuelle Ermittlungen im Zusammenhang mit Bankschließfächern, in welchen Falschgeld gelagert werde. Der 76-Jährige wurde in der Folge aufgefordert, das vermeintliche Falschgeld aus seinem Schließfach abzuholen und als Postsendung an eine ihm übermittelte Anschrift in die Türkei zu verschicken. Diesem kam der 76-Jährige nach. Als er darüber hinaus aufgefordert wurde, eine weitere Bargeldsumme per Blitzüberweisung ebenfalls in die Türkei zu senden, wurde ein Bankmitarbeiter aufmerksam und verständigte die Polizei. Die weiteren Ermittlungen hat das Landeskriminalamt übernommen.

Die Polizei Hamburg rät:

Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl und nehmen Sie sich Zeit, die Anrufe zu überdenken. Können diese abenteuerlichen Geschichten wirklich stimmen?

Wenden Sie sich an eine Person Ihres Vertrauens und erzählen Sie ihr von den Anrufen – egal, welche Anweisungen Sie vom Anrufer erhalten haben!

Wählen Sie die 110 (oder eine eigens recherchierte Nummer) und sprechen Sie mit der richtigen Polizei.

Bedenken Sie:

Die Polizei erfragt keine Bankdaten wie Kontonummer, Kontostand oder Inhalt vom Schließfach! Auch fragt sie nicht nach Verstecken von Wertsachen und Geld bei Ihnen zu Hause.

Die Polizei setzt Sie niemals unter dem Vorwand, Ermittlungsbehörden unterstützen zu müssen, unter Druck!

Die Polizei wird Sie niemals auffordern, Geld von der Bank abzuheben und dies beispielsweise zur Übergabe vor dem Haus zu deponieren oder an einen vermeintlichen Polizisten zu übergeben.


Elisabeth Kreth ist neue Präsidentin des Sozialgerichts

Symbolfoto: Das Gerichtsgebäude am Sievekingsplatz in der Innenstadt Hamburgs. Foto: FoTe-Press

(ha). Seit gut drei Wochen ist sie bereits am Sozialgericht tätig, am 13. September folgte nun die offizielle Amtseinführung der neuen Präsidentin am Sozialgericht Elisabeth Kreth. „Viele Kolleginnen, Kollegen und Weggefährten nahmen an dem Festakt teil“, sagte Marion Klabunde, Sprecherin der Justizbehörde. Justizsenator Till Steffen führte bei seiner Rede aus: „Die Fälle des Sozialgerichts erfordern oft zügiges und besonnenes Handeln in menschlich tragischen Situationen. Die Menschen, die hier arbeiten, meistern diese Herausforderungen jeden Tag auf bemerkenswerte Weise. Trotz dieser hohen Belastung und der ständig steigenden Anzahl an Verfahren, erlebe ich hier im Haus aber immer einen ganz starken Leistungswillen. Die Richter lassen nicht nach und sie schrecken nicht zurück. Sie stellen sich ihrer sicher oft schwierigen Aufgabe und bemühen sich trotz des Zeitdrucks ihrem eigenen hohen Anspruch stets gerecht zu werden. Denn das ist ihr richterliches Selbstverständnis und das beeindruckt mich zutiefst.“

Steffen hob hervor, dass Elisabeth Kreth eine enorme Bereicherung für das Gericht sei. So bringe sie nicht nur eine enorm breite Berufserfahrung und einen herausragenden juristischen Sachverstand mit, sondern auch eine offene unkomplizierte Art und einen ganz frischen Blick auf die Dinge.

Elisabeth Kreth, 59 Jahre, ist 1988 in den höheren Justizdienst der Freien und Hansestadt Hamburg eingetreten. Sie saß von April 2018 bis August 2018 einem Senat des Finanzgerichts vor, wo sie bereits seit 2001 Beisitzerin war. Zuvor war sie viele Jahre Beisitzerin am Verwaltungsgericht, dort befasst unter anderem mit dem Sozialrecht. Zwischen 1996  und 1998 war sie an das Bundesministerium der Justiz als Referentin für Besonderes Verwaltungsrecht abgeordnet. Kreth war bis 2016 Mitglied des Präsidiums des Deutschen Richterbundes. Von 2015 bis 2018 war sie die Vorsitzende des Richterrats des Finanzgerichts. Sie ist außerdem ausgebildete Mediatorin und am Finanzgericht als Güterichterin tätig.

Nun folgt sie auf Marianne Schulze, die im November 2017 nach 17 Jahren als Präsidentin des Sozialgerichts in den Ruhestand getreten ist.


Der Dienstwagen von Peter Tschentscher. Während der CSD-Parade 2018 lief Hamburgs Erster Bürgemeister zusammen mit Senatorin Melanie Leonard und der Zweiten Bürgermeisterin Katharina Fegebank eine kurze Strecke zu Fuß. Aus Sicherheitsgründen fuhr seine gepanzerte Limousine nur wenige Meter vor ihm. Foto: Röhe

Sind Schutzmaßnahmen für Politiker hochgefahren worden?

(mr). In der Vergangenheit gab es schon einige Attacken auf Politiker. Im April 1990 beispielsweise auf Oskar Lafontaine (SPD). Eine geistig verwirrte Frau griff damals den damaligen saarländischen Ministerpräsidenten und Kanzlerkandidaten auf einer Wahlkampfveranstaltung in Köln mit einem Messer an. Sie verletzt ihn lebensgefährlich. Im Oktober des selben Jahres schießt ein geistig verwirrter Mann bei einer Wahlkampfveranstaltung im badischen Oppenau auf den Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU). Schäuble ist seitdem querschnittsgelähmt und sitzt im Rollstuhl. Auf den damaligen Regierenden Bürgermeister von Berlin, Walter Mopmer (SPD) wurde im August 1991 mit einem Holzknüppel eingeschlagen. Außerdem sprühten ihm Vermummte Reizgas ins Gesicht. Auf Joschka Fischer (Grüne) wurde im Mai 1999 während einer Debatte auf einem Sonderparteitag der Grünen in Bielefeld ein Farbbeutel-Anschlag verübt. Der damalige Bundesaußenminister wurde am Ohr getroffen und erlitt einen Trommelfellriss. Politikerin Angelika Beer (Grüne) wurde von einem Unbekannten im Juni 2000 in Berlin mit einem Messer angegriffen und verletzt. Sie hatte zuvor mehrere Morddrohungen erhalten.

Auch Hamburger Politiker Ziel von Messer-Attacke

Auch in Hamburg kam es schon zu übergriffen auf Politiker: Eine geistig verwirrte Frau verletzte den damaligen Hamburger Justizsenator Roger Kusch (CDU) bei einem Wahlkampfauftritt im Februar 2004 in der Hansestadt mit einem Messer.

Diese Beispiele von Attentaten rücken die Gefährdung von Politikern in den Fokus. In Deutschland genießen der Bundespräsident, Bundeskanzler, sämtliche Minister des Bundeskabinetts, Parteivorsitzende, Fraktionschefs und alle ehemaligen Amtsträger Personenschutz. Bundespräsidenten und -kanzler bis zum Lebensende. Das zuständige Bundeskriminalamt (BKA) erarbeitet eine so genannte Gefährdungseinschätzung, nach der sich auch die Zahl der Personenschützer richtet. Auch alle 16 Ministerpräsidenten haben einen Rund-um-die-Uhr-Schutz – allerdings ist dafür das jeweilige Landeskriminalamt (LKA) des entsprechenden Bundeslandes zuständig.

Personenschützer haben Schichtdienste im In- und Ausland

Aus Sicherheitsgründen geben sowohl BKA als auch LKA keine genaue Angaben zu den Schützern und den Beschützten. Geschätzt wird, dass sich in Deutschland zwischen 600 und 800 Polizisten allein um die hochrangigen Politiker kümmern. Alleine die Anzahl an Personenschützern von Bundeskanzlerin Angela Merkel wird aktuell mit 18 bis 24 beziffert. Das sind Personen,  die zum engeren Kreis der persönlichen Bewacher zählen – nicht „normale“ Polizisten, die als Objektbewacher vor den Wohnsitzen der Kanzlerin stehen.

Allerdings sind diese geschätzt 18 bis 24 Personenschützer nicht alle gleichzeitig um sie herum. Es gilt das Beamtenrecht: Sie machen ihre Arbeit im In- und Ausland im Schichtdienst. Es gibt teilweise langjährige persönliche Verbindungen: Beispielweise gab es einen Beschützer des Bundespräsidenten a. D. Johannes Rau, der ihn durch alle Ämter begleitete und in dieser Bewacher-Funktion sein 25- Jähriges Dienstjubiläum feierte.

Vier LKA-Beamte schützen Hamburgs Bürgermeister

Auch Politiker wie Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD, quasi ein Ministerpräsident) werden rund um die Uhr an fast jedem Ort von Personenschützern bewacht. Diese Sorgfalt erstreckt sich streng genommen bis zur Schlafzimmer- oder Toilettentür. In der Regel sind ständig zwei LKA-Beamte in unmittelbarer Umgebung zu Hamburgs Erstem Bürgermeister, bei öffentlichen Auftritten sind es in der Regel vier Personenschützer. Aufmerksame Beobachter allerdings können gerade aktuell feststellen, dass die Schutzmaßnahmen offenbar hochgefahren wurden. Zwei Beispiele: Bei einem Pressetermin auf dem Hamburger Fernsehturm, zudem nur wenige Pressevertreter und eine Handvoll verlesener Besucher (die eine Besichtigung des Tele-Michels gewonnen hatten) oben auf der Aussichtsplattform geladen waren, gab sich auch der Bürgermeister Tschentscher die Ehre. Mit dabei: drei bewaffnete Beamte des LKA, die den Bürgermeister auf Schritt und Tritt verfolgten. Notwendig oder übertriebene Maßnahme? Immerhin kamen dort nur registrierte und vorher namentlich bekannte Personen hoch.

Bei der Christopher Street Parade (CSD-Parade) versammelte sich der Bürgermeister zusammen mit Senatorin Melanie Leonard, der Zweiten Bürgermeisterin Katharina Fegebank, sowie weiteren Politikern und Persönlichkeiten wie Olivia Jones, um den Startschuss der Parade zu geben. Auch hier waren wieder vier LKA-Beamte vor Ort und sicherten den Bürgermeister in alle Richtungen ab. Das war schon bei seinen Amtsvorgängern wie Ole von Beust und Olaf Scholz der Fall. Sie hatten allerdings in der Regel drei, nicht vier Personenschützer um sich herum. Aber eine Auffälligkeit gab es diesmal schon: der Dienstwagen des Ersten Bürgermeisters war nur wenige Meter von ihm entfernt. Um ihm herum mehrere Polizisten, die die CSD-Parade begleiteten.

Warum der Dienstwagen die Strecke mitfuhr, die der Bürgermeister zu Fuß absolvierte, ist nicht bekannt. Bekannt ist allerdings: Vier Personenschützer für den Hamburger Bürgermeister kosten viel Geld – und zwar für den Steuerzahler! Neben Peter Tschentscher werden auch Innensenator Andy Grote und (Anlass bedingt) weitere Senatoren beschützt. In vielen Fällen sind auch Ehefrauen in das Schutzprogramm mit einbezogen. Bezahlt von der Allgemeinheit, dem Steuerzahler.