Barbara Schöneberger zieht ins Panoptikum ein

Sie moderieren seit zehn Jahren gemeinsam die "NDR Talk Show" aus einem Studio in Hamburg-Lokstedt: Barbara Schöneberger und Hubertus Meyer-Burckhardt. Foto: FoTe-Press

(ha). Das Panoptikum auf der Reeperbahn feiert in diesem Jahr sein 140-jĂ€hriges Bestehen. AnlĂ€sslich dieses Ereignisses zieht eine neue Wachsfigur in Hamburgs schillerndste Promi-WG ein: Moderatorin Barbara Schöneberger („NDR Talkshow“) findet ihren Platz neben VIPs wie Donald Trump, Udo Lindenberg, Angela Merkel, Adele, Barack Obama und den Beatles. Der prominente Zuwachs wurde sorgfĂ€ltig ausgewĂ€hlt, die Betreiber des Panoptikums hatten die Hamburger ĂŒber die Medien um VorschlĂ€ge fĂŒr die JubilĂ€umsfigur gebeten und sich am Ende aus allen Zusendungen fĂŒr Barbara Schöneberger entschieden. „Wir können es kaum erwarten, unsere neue Mitbewohnerin zu begrĂŒĂŸen. Bei allen Hamburgern, die bei dieser Aktion mitgemacht haben, möchten wir uns ganz herzlich bedanken“, sagt Panoptikum-Chefin Susanne Faerber (27). Als Dankeschön bekommen alle Hamburger am 11. Mai 2019 – dem Tag, an dem das Wachsfigurenkabinett vor 140 Jahren zum ersten Mal seine TĂŒren öffnete – unter Vorlage ihres Personalausweises freien Eintritt. Zur Feier des Tages werden zudem kostenlose JubilĂ€ums-FĂŒhrungen mit Hamburg-Schwerpunkt angeboten (von 11 bis 16 Uhr zur vollen Stunde).

Welches Kleid wird die Schöneberger wohl tragen, welche Frisur? Und welche Pose hat sie eingenommen?
Noch ist die Wachsfigur in Arbeit, wird liebevoll und detailgetreu von Bildhauer Jethro Crabb in seinem Atelier in Großbritannien gefertigt. Doch schon bald macht sie sich sorgfĂ€ltig verpackt mit dem Flugzeug auf die Reise nach Hamburg.


Das neue Logo der Hamburger Allgemeine Rundschau mit dem Claim „Hummel Hummel. Infos Infos.

Zahl wÀchst und wÀchst: Pfandflaschensammler in Hamburg

Pfandflaschensammler Mirko lĂ€uft mit mehreren TĂŒten durch die Stadt. Er sammelt fast tĂ€glich nach eigenen Angaben Flaschen im Werte von etwa acht bis zwölf Euro. Foto: FoTe-Press

(mr). Eine offizielle Zahl gibt es nicht. Genauso wenig kann niemand beziffern, wie viele Obdachlose sich in Hamburg aufhalten. Wer allerdings mit offenen Augen durch Hamburg lĂ€uft bekommt sie immer hĂ€ufiger zu sehen: die Pfandflaschensammler. Viele Obdachlose und Geringverdiener greifen in allen sieben Bezirken Hamburgs in den einen oder anderen MĂŒlleimer, um dort bepfandete Mehr- oder Einwegflaschen zu erhaschen. Das meiste Geld gibt es fĂŒr bepfandete Einwegflaschen und Dosen, die am DPG- Logo zu erkennen sind und  einen festgelegten Pfandsatz von 0,25 Euro haben. FĂŒr Mehrwegflaschen ohne BĂŒgel gibt es 0,08 Euro, wĂ€hrend es fĂŒr Flaschen mit BĂŒgelverschluss 0,15 Euro gibt, wenn sie in GetrĂ€nkemĂ€rkten oder Discountern abgegeben werden. Die BetrĂ€ge hören sich wenig an, summieren sich aber am Tagesende auf etwa acht bis zwölf Euro, wenn es jemand professionell angeht. Mirko (Name von der Redaktion geĂ€ndert) ist obdachlos und schlĂ€ft in einem GebĂŒsch in der NĂ€he der Holstenstraße (Altona). Jeden Tag geht der junge Mann von morgens bis abends die Straßen auf und ab – immer mit Blick auf Leergut. Morgens sammelt er Pfandflaschen auf dem Kiez. „Viele KneipengĂ€nger schmeißen ihre Flaschen einfach in die Gegend. FĂŒr mich am einfachsten, sie einfach aufzusammeln“, sagt Mirko. Vormittags hĂ€lt er sich vorwiegend in der Neustadt auf. Mönckebergstraße, Spitaler Straße oder die Seitenstraßen rund um das Rathaus seien ebenfalls sehr lukrativ, was Pfandflaschen betrifft. „Ich kann das Leergut in einem Lebensmittelmarkt in der Europa-Passage abgeben, das ist ganz praktisch“, ergĂ€nzt Mirko. Abends geht er zu Fuß zur Neuen Flora oder den Theatern auf der Reeperbahn. Wenn dort die Musical- oder Theater-Besucher aus Bussen, U- oder S-Bahnen strömen, steht er mit geöffneten TĂŒten im Eingangsbereich und sammelt ihre Flaschen. Alleine hier verdiene er in etwa vier bis fĂŒnf Euro. Plastikflaschen sind unter Sammlern dabei besonders beliebt. „Sie bringen zum einen das meiste Geld und sind vor allem leicht. Mit den Glasflaschen schleppt man sich ab“, sagt Mirko. Das Problem: die stark frequentierten Geheimtipps sprechen sich unter den Flaschensammlern schnell herum. So sei es keine Seltenheit, dass tĂ€glich fast ein Dutzend an Sammlern an den EingĂ€ngen der Theatern, Kinos oder Musicals steht.


„Anhaltend hohe abstrakte Gefahr terroristischer AnschlĂ€ge“

Bei Veranstaltungen werden in Hamburg schwere Betonklötze, Wassertanks und unter anderem Betonstein-Drahtseil-Kombinationen aufgestellt, um TerroranschlĂ€ge zu verhindern. Seit Dezember 2016 werden in ganz Hamburg solche Maßnahmen ergriffen. Symbolfoto: Röhe

(mr).  â€žFĂŒr Hamburg besteht eine anhaltend hohe abstrakte Gefahr terroristischer AnschlĂ€ge, die sich jederzeit konkretisieren kann. Dabei kann jeder Ort, an dem Menschen in grö-ßerer Anzahl anzutreffen sind, potenzielles Ziel eines Anschlages sein“, teilt der Hamburger Senat in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage vom 20.9.2017 von Detlef Ehlebracht (AfD) mit. Eine Sicherung mit festen Schutzvorkehrungen sei aufgrund der Vielzahl und der HeterogenitĂ€t potenzieller Anschlagsorte nicht realisierbar. In naher Zukunft werde aber geprĂŒft, ob fĂŒr den stark frequentieren Veranstaltungsraum Heiligengeistfeld  der Einsatz von hydraulischen Polleranlagen sinnvoll ist. Um den Transportaufwand und die Kosten zu verringern, werde derzeit geprĂŒft, an welchen Stellen eine dauerhafte Installation von technischen Sperren möglich und sinnvoll ist, heißt es weiter in der Antwort. Wer Veranstaltungen wie den Hafengeburtstag, das AlstervergnĂŒgen,  den Dom, die Cruise Days, den Disco-Move oder beispielsweise den Schlagermove besuchen möchte, wird wohl weiterhin an meterlangen ZĂ€unen, schweren Betonklötzen, Wassertanks, mobilen zaunartigen Fahrzeugbarrieren oder auf der Fahrbahn quer stehenden LKW vorbei gehen. An vielen EingĂ€ngen stehen meist schwer bewaffnete Polizisten oder Personen von privaten Sicherheitsdiensten. Seit dem islamistischen Weihnachtsmarkt-Anschlag in Berlin Ende 2016, bei dem ein Mann mit einem zuvor gestohlenen LKW mutwillig in eine Menschenmenge gerast ist und mehrere Passanten tötete, steht die Sicherheit bei Großereignissen im Mittelpunkt – auch bei uns in Hamburg. Damit solche AnschlĂ€ge verhindert werden, wurden seit dem Anschlag im Dezember 2016 mehrere Dutzend Events gesichert – in einem Ausmaß, wie es die Hansestadt noch nie zuvor erlebt hat. Vor allem hat die zusĂ€tzliche Sicherheit ihren Preis:  „Die Kosten der Sicherungsmaßnahmen trĂ€gt der Veranstalter. Soweit die Stadt Hamburg als Veranstalter auftritt, sind die entstehenden Kosten von der Stadt zu tragen“, heißt es als Antwort des Senates auf die Kleine Anfrage. Bei Großveranstaltungen werde regelhaft ein umfassendes und individuelles Sicherheitskonzept mit dem Veranstalter abgestimmt, bei dessen Erstellung die Polizei und BezirksĂ€mter mitwirken. Verantwortlich fĂŒr die Erstellung eines Sicherheitskonzeptes sei der Veranstalter; er trĂ€gt auch die entstandenen Kosten. Bei Großveranstaltungen privater TrĂ€ger erfolge eine polizeiliche ÜberprĂŒfung des abgestimmten Sicherheitskonzeptes und damit auch der aufgestellten Absperrungen im Rahmen des Einsatzgeschehens. Soweit eine behördliche Aufstellung erfolgt, werde diese durch die Behörde fĂŒr Inneres und Sport beziehungsweise durch die Behörde fĂŒr Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) als Ausrichter ĂŒberwacht. In Rede stehende technische Absperrungen werden auf allen grĂ¶ĂŸeren Veranstaltungen seit Dezember 2016 eingesetzt. Je nach gefĂ€hrdeten Zufahrtsmöglichkeiten und Anforderungen an die ZugĂ€nglichkeit werden bewegliche Barrieren unter anderem in Form von Fahrzeugen, gefĂŒllten Wassertanks, Big Bags (Schwerlast-GewebesĂ€cke mit 1 mÂł Fassungsvermögen), stationĂ€re Betonquader (sogenannte Betonschweine), oder Betonquader, die mit abnehmbaren, schweren Drahtseilen verbunden sind, eingesetzt.

Sprich: jeder Veranstalter, der zusĂ€tzlich Gabelstapler oder KrĂ€ne ordern und damit Betonklötze, Wassertanks, ZĂ€une oder Betonstein-Drahtseil-Kombinationen aufstellen muss, hat zunĂ€chst höhere Kosten. Diese wird er frĂŒher oder spĂ€ter auf die StandgebĂŒhr oder eventuelle Eintrittsgelder aufschlagen, die wiederum letztendlich auf den Besucher abgewĂ€lzt werden.